Die Dreizinnenhütte – Ein besonderer Ort in den Dolomiten
Aus dem Tal heraus steigend, sitzt der Rucksack fest, die Wanderstiefel ertasten den Kies unter der Sohle und plötzlich liegt sie vor einem: die Dreizinnenhütte, offiziell Rifugio Antonio Locatelli – S. Innerkofler, ein Kleinod der Sextner Dolomiten.
Seit 1882 erheben sich hier Stein und Holz am Fuße des Paternkofels, und seitdem zieht dieser Platz Wanderer und Bergliebhaber magisch an. Die Hütte ist nicht nur ein Ort der Einkehr, sondern ein Fenster in die Geschichte. Vom Dolomiten-Höhenweg 4 aus erlebt man den perfekten Blick auf die Drei Zinnen von Lavaredo, während die Nordwände der Zinnen imposant in den Himmel ragen.
Geschichte und Namensgebung – Locatelli & Innerkofler
Die Dreizinnenhütte wurde nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufgebaut und nach dem italienischen Piloten Antonio Locatelli benannt. Seit Kurzem wird der Name von Sepp Innerkofler, dem Betreiber der ersten Hütte, ergänzt. Die Mauern erzählen von Zeiten der Dolomitenkriege, von Kriegssteigen, Stollen und alten Tunnelanlagen – Zeugnisse der Kämpfe zwischen 1915 und 1918.
Wenn man über die umliegenden Felsbänder wandert, kann man den Atem der Vergangenheit spüren und zugleich das heutige Leben erleben, das hier pulsiert. An diesem Ort treffen Wanderer, Kletterer und Naturbegeisterte, die nach Ruhe oder Abenteuer suchen, aufeinander.
Lage & Zugang – mitten im Naturpark Drei Zinnen
Die Hütte liegt auf 2.405 Metern, im Hochpustertal, im Gebiet des Naturparks Drei Zinnen. Zahlreiche Zugänge ermöglichen Wanderungen unterschiedlicher Länge:
Von der Auronzohütte über Lavaredohütte und Paternsattel (Weg 101, Gehzeit 1,5 Stunden)
Von Sexten über Fischleinboden und Altensteintal (Weg 102, Gehzeit ca. 4 Stunden)
Vom Höhlensteintal durch das Rienztal (Weg 102, Gehzeit 3,5 Stunden)
Über das Sextental und das Innerfeldtal (Weg 105 / Dolomitenhöhenweg 4)
Man wählt den Weg nach Lust und Kondition, aber eines ist sicher: Jeder Pfad eröffnet spektakuläre Dolomitenpanoramen und unmittelbare Nähe zu den berühmten Drei Zinnen.
Gipfel & Klettersteige – Abenteuer am Paternkofel
Wer es etwas anspruchsvoller mag, startet von der Hütte zu den Gipfeln:
Paternkofel (2.744 m) über den Innerkofler-Klettersteig, ehemalige Kriegssteige inklusive
Toblinger Knoten (2.617 m) mit Leitern- und Kletterpassagen
Drei Zinnen selbst, das Wahrzeichen der Dolomiten
Die Hütte ist also nicht nur ein Ziel, sondern auch Startpunkt für alpine Abenteuer – von leichten Wanderungen bis zu anspruchsvollen Klettersteigen.
Übernachten & Einkehren – Dolomiten hautnah erleben
Mit 128 Schlafplätzen bietet die Dreizinnenhütte auch Übernachtungsmöglichkeiten für ausgedehnte Touren. Man sitzt auf der Terrasse, atmet die klare Bergluft ein und schaut auf die Felsformationen, die das Herz jedes Bergliebhabers höherschlagen lassen. Betreiber Milka und Hugo Reider sorgen dafür, dass die Hütte gemütlich und einladend bleibt.
Tipp & Hinweis – Parkplatzreservierung
Man sollte beachten, dass für den Parkplatz bei den Drei Zinnen eine Reservierung verpflichtend ist. Alle Infos dazu gibt es auf www.auronzo.info. So beginnt das Erlebnis stressfrei und man kann sich ganz auf die Wanderung und die Aussicht konzentrieren.
Fazit – Natur, Geschichte und Dolomitenblick
Beim Verlassen der Dreizinnenhütte hat man das Gefühl, Geschichte und Natur hautnah erlebt zu haben. Der Blick auf die Drei Zinnen bleibt im Herzen zurück und die Wanderung durch die Dolomiten ist unvergesslich. Hier verbindet sich alpiner Nervenkitzel mit historischer Erinnerung und majestätischer Natur – ob für Tagesausflügler oder mehrtägige Wanderer.
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