In Blickweite am Waldrand wird eine Welt sichtbar, die wie aus einem anderen Zeitalter wirkt. Die Erdpyramiden von Platten ragen auf 1550 bis 1750 Metern Höhe in den Himmel, wild und zerbrechlich zugleich. Jede Säule aus Lehm und Stein erzählt von Jahrhunderten von Erosion, Regen und Schneeschmelze. Ein Schauspiel der Natur, das ständig in Bewegung ist und sich zu jeder Jahreszeit verändert. 

Beeindruckend sind die Farben: Gelblich-golden in der Sonne, gräulich-fahl bei Wolken, ein Lichtspiel, das die Erdpyramiden von Percha noch lebendiger erscheinen lässt. Kein Wunder, dass sie zu den schönsten Naturdenkmälern Südtirols zählen. 

Geschichte und Entstehung 

Vor Jahrhunderten brachte ein heftiger Wolkenbruch die Erde ins Rutschen. Straßen wurden unterbrochen, Wege verlegt – doch die Natur formte daraus etwas Einzigartiges. 1882 entstand nach einem weiteren Unwetter die heutige Erosionszone, und die Erdpyramiden begannen, sich zu bilden. Heute sieht man die kunstvoll geformten Lehm-Säulen, oft von einem Stein gekrönt, die der Zeit trotzen. 

Bereits 1914 wurden die Pyramiden von Platten wissenschaftlich beschrieben, und sie gelten als das bedeutendste Erdpyramiden-Vorkommen im Pustertal. Die Natur hat hier ein wahres Kunstwerk erschaffen – ein lebendiges Monument aus Erde, Wasser und Geduld. 

Wanderung zu den Erdpyramiden 

Vom großen Parkplatz in Oberwielenbach führt ein markierter Weg in den Wald. Es geht stetig bergauf, dann wieder über sanfte Hänge. Nach 30 Minuten erreicht man die große Schlucht mit den Erdpyramiden von Platten. Für Familienwanderungen eignet sich die Strecke hervorragend: Sicher und gut begehbar, mit faszinierenden Einblicken in die geologische Entstehung der Pyramiden. 

Wer will, kann den Rückweg über den unteren Aussichtspunkt nehmen. Zwar steigt der Weg dann mehr ab, aber jede Kurve eröffnet neue Perspektiven auf die Säulenlandschaft, auf die Pyramiden bei Percha, die malerisch in den Berg eingebettet liegen. 

Ein Naturdenkmal von besonderer Schönheit 

Die Erdpyramiden von Platten sind Teil einer ganzen Familie von Südtiroler Erdpyramiden. Während die Erdpyramiden am Ritten bekannter sind, überraschen die Platten-Pyramiden mit ihrer Wildheit und ihrem Zerbrechlichkeitscharme. Jede Säule wirkt, als könnte sie jeden Moment einstürzen, und doch steht sie seit Hunderten von Jahren. 

Die Pyramiden verändern sich ständig: Nach Regenfällen rutschen neue Lehmschichten, nach warmen Sommern und kalten Wintern entstehen neue Formen. Ein lebendiges Kunstwerk, das den Besucher immer wieder aufs Neue fesselt. 

Lage, Anfahrt und Tipps 

Die Erdpyramiden von Platten befinden sich in der Gemeinde Percha, nahe Bruneck. Mit dem Auto fährt man von Percha über Oberwielenbach Richtung Platten, bis zum großen Parkplatz auf 1430 Metern. Von hier aus beginnt die Wanderung durch den Wald, vorbei an Hängen und Schluchten, bis man die imposanten Erdpyramiden Südtirols erreicht. 

Die Naturdenkmäler liegen in einem Gebiet, das ständig der Erosion unterliegt. Deshalb gibt es direkt bei den Pyramiden von Platten keine Parkmöglichkeiten. Die Wanderung ist kurz, leicht und für Familien geeignet – ein perfekter Ausflug in die wilde Schönheit des Pustertals

Faszinierende Beobachtungen 

Man steht vor den Erdpyramiden, sieht die unterschiedlich hohen Säulen, die steinernen „Hüte“ auf den Spitzen, und fragt sich, wie so fragile Gebilde Jahrhunderte überdauern können. Jeder Schritt durch die Schlucht ist wie eine Reise durch Zeit und Raum. Hier erlebt jeder hautnah die Kraft der Natur: Regen, Schnee und Sonne modellieren die Erde immer wieder neu.

Ob Frühling, Sommer oder Herbst – die Erdpyramiden von Platten bei Percha sind zu jeder Jahreszeit ein magisches Ziel für Wanderer, Naturfans und Fotografen. Ein Ort, der Staunen, Ehrfurcht und Freude gleichermaßen weckt.

Ein Beitrag von
Sunhikes
Redaktions-Team