Hoch über Neutoblach, eingebettet in die Dolomitenregion 3 Zinnen, liegt der Kriegerfriedhof Nasswand. Ein Ort der Stille, der Erinnerung und des Respekts. Wer hierher kommt, spürt die Schwere der Geschichte: Die Berge erzählen von einem Krieg, der vor mehr als hundert Jahren die Gipfel zu Schlachtfeldern machte und die Natur selbst zur Bedrohung wurde. 

Geschichte des Krieges am Berg 

Am 23. Mai 1915 erklärte Italien der österreichisch-ungarischen Monarchie den Krieg. Die Front verschob sich zwischen Lagazuoi, Gadertal und Pustertal. Die Soldaten kämpften auf Höhen, die sich der Gewalt der Natur ebenso ausgeliefert sahen wie den Waffen des Gegners. Lawinen, Steinschlag, extreme Kälte und Gewitter forderten mehr Opfer als die Schusswaffen selbst. 

Entstehung des Soldatenfriedhofs 

Der Kriegerfriedhof Nasswand entstand unmittelbar hinter dem Nasswandvorsprung, in der Nähe des damaligen Hauptverbandsplatzes der Österreicher. Wer im Lazarett starb, fand hier seine letzte Ruhestätte, zunächst ungeachtet der Nationalität. Nach der Eingliederung Südtirols nach Italien ordnete das italienische Militär in den Jahren 1926 bis 1938 die Zusammenlegung vieler kleiner Friedhöfe an. Die Gefallenen aus verschiedenen Nationen wurden hierher überführt. 

Wer ruht hier? 

Heute ruhen auf dem Soldatenfriedhof Nasswand 1.259 Soldaten. Darunter befinden sich 268 Russen, 147 Serben, 145 Polen, 121 Ungarn, 114 Unbekannte, 45 Rumänen, sieben Slowenen und ein Belgier. Jede Grabstätte erzählt die Geschichte von Verlust, Mut und der Grausamkeit eines Krieges in extremem Gelände. 

Ein Ort der Erinnerung 

Die 3.174 m² große Anlage steht heute unter Denkmalschutz. Wer den Friedhof besucht, kann nicht nur die historische Bedeutung spüren, sondern auch die einmalige Bergkulisse der Dolomiten genießen. Parkplätze stehen direkt vor Ort zur Verfügung, sodass Wanderer und Besucher die Stille des Ortes ungestört erleben können. 

Zwischen Natur und Geschichte 

Der Kriegerfriedhof Nasswand ist mehr als ein Friedhof – er ist ein Mahnmal für die Schrecken des Ersten Weltkriegs in den Dolomiten. Zwischen Felswänden, Wäldern und Gipfeln erinnert jeder Stein, jede Inschrift an das Leid und die Opfer. Für Wandernde in der Region Toblach ist der Friedhof ein stiller, aber eindrucksvoller Halt auf ihrer Tour.

Ein Beitrag von
Sunhikes
Redaktions-Team