Zimmereckfelswand bei Oberschlettenbach – verwinkelte Buntsandsteinformation im Wasgau
Die Zimmereckfelswand ist eine vielgestaltige Buntsandsteinformation am Rande des Zimmertals bei Oberschlettenbach im Wasgau, dem südlichen Teil des Pfälzerwaldes. Keine glatte, geschlossene Felswand, sondern ein verwinkeltes Gebilde aus geschichteten Felsbänken, weit ausladenden Überhängen und stillen Nischen im Wald. Moos, Schatten, Stein.
Felsüberhänge und Felsnischen am Oberschlettenbacher Höhenweg
Wer die Zimmereckfelswand zum ersten Mal entdeckt, bleibt stehen. Zwischen den Bäumen taucht eine Felsformation auf, die sich nicht mit einem Blick erfassen lässt. Übereinandergeschichtete Buntsandsteinbänke treten unterschiedlich weit hervor, manche kragen wie natürliche Dächer über die darunterliegenden Schichten hinaus. Dazwischen öffnen sich schmale Durchblicke, fensterartige Spalten und niedrige Hohlräume.
Rötliche und graubraune Gesteinspartien wechseln sich ab. In geschützten, feuchten Bereichen überziehen Moose die Felsabsätze. Wurzeln greifen über Felskanten. Still, verwunschen, fast labyrinthartig.
Überhänge und Felsnischen aus der Nähe
Die Felsüberhänge sind das auffälligste Merkmal der Zimmereckfelswand. Mächtige Platten liegen wie Dächer über kleineren Blöcken. Direkt darunter entstehen dunkle Hohlräume, in denen das Licht nur gedämpft ankommt. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt immer neue Formen – einen flachen Überhang, einen schmalen Spalt zwischen zwei Blöcken, eine runde Vertiefung im Sandstein.
Die Formation entfaltet ihren Reiz aus der Nähe. Kein Fernblick, kein Panorama – dafür das unmittelbare Erlebnis einer zerklüfteten Felslandschaft im Wald.
Lage und Landschaft
Das Zimmertal bei Oberschlettenbach
Die Zimmereckfelswand liegt direkt auf der Gemarkungsgrenze zwischen Oberschlettenbach (Landkreis Südliche Weinstraße) und Busenberg (Landkreis Südwestpfalz), am Rande des namensgebenden Zimmertals nahe dem Schindberg. Als unterbrochene Buntsandsteinkette zieht sie auf dem Bergkamm über dem Bärenbrunnertal entlang – ein Grenzfelsen im wörtlichen Sinne, der zugleich die Grenze zwischen dem Dahner Felsenland und dem Bad Bergzaberner Land markiert.
Das Zimmertal selbst hat eine lange Geschichte: Hier wurden archäologische Funde aus der Steinzeit entdeckt, darunter ein Faustkeil, der zeigt, dass dieses Gebiet schon vor Jahrtausenden durchstreift wurde.
Eingebettet in die Felsenlandschaft des Wasgaus
In der näheren Umgebung liegen der Schindberg, der Sternfels und der markante Haselstein. Die Region ist für ihre dichte Abfolge von Buntsandsteinfelsen bekannt, die Wanderwege und Klettergebiete prägen.
Zimmereckfelswand auf einen Blick
- Art: verwinkelte Felsgruppe aus geschichteten Buntsandsteinbänken
- Gestein: Buntsandstein
- Lage: Zimmertal bei Oberschlettenbach, Bergkamm über dem Bärenbrunnertal, Gemarkungsgrenze Oberschlettenbach/Busenberg
- Schutzgebiet: Naturpark Pfälzerwald, Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen
- Charakter: Felsüberhänge, Nischen, Hohlräume, Felsfenster – kein Aussichtspunkt
- Zugang: im Wandergebiet des Oberschlettenbacher Höhenwegs, nicht als eigene Wegstation beschildert
Hintergrund: Geologie der Zimmereckfelswand
Buntsandstein aus der Trias
Wie nahezu alle markanten Felsen im Wasgau besteht auch die Zimmereckfelswand aus Buntsandstein. Die rötlichen Sedimentschichten wurden vor rund 250 Millionen Jahren in der Frühen Trias abgelagert.
Gestufte Formen durch Verwitterung
Die unterschiedlich weit hervorstehenden Felsbänke und Überhänge entstanden durch die sogenannte Differentialverwitterung. Härtere, stärker verkieselte Schichten widerstehen Frost, Wind und Wasser besser als die weicheren Partien dazwischen. So bilden sich gestufte Formen, Nischen und natürliche Felsdächer – ein Prozess, der bis heute andauert.
Wandern an der Zimmereckfelswand
Die Zimmereckfelswand liegt im Wandergebiet des Oberschlettenbacher Höhenwegs. Der Rundweg führt von Oberschlettenbach über den Haselstein, den Heßlerberg, den Sternfels und den Schindberg durch die felsenreichen Hanglagen. Die kurze Variante ist rund 8,9 Kilometer lang, die große Variante rund 12,5 Kilometer.
Anreise zur Zimmereckfelswand
Mit dem Auto
Aus Richtung Norden folgt man von der A 65 (Anschlussstelle Landau) der B 10 bis Annweiler und weiter über Landstraßen via Schwanheim nach Oberschlettenbach bzw. zum Bärenbrunnerhof. Von Süden führt die Anfahrt über die B 427 bei Bad Bergzabern in Richtung Dahner Felsenland und weiter über Busenberg und Niederschlettenbach.
Parkmöglichkeiten bestehen am Bärenbrunnerhof im Bärenbrunnertal (kürzester Zustieg) oder am südlichen Ortsrand von Oberschlettenbach bzw. am Friedhof für den Oberschlettenbacher Höhenweg.
Vom Bärenbrunnerhof
Der schnellste Zustieg beginnt am Bärenbrunnerhof. Von dort führt ein steiler Pfad direkt hinauf auf den Bergkamm zur Zimmereckfelswand. Der Weg ist nur rund 780 Meter lang, überwindet aber etwa 135 Höhenmeter. In 15 bis 20 Minuten ist man oben. Kurz, aber steil.
Mit Bus und Bahn
Die nächstgelegenen Bahnhöfe liegen in Annweiler am Trifels, Hauenstein und Bad Bergzabern. Weiter geht es mit Regionalbussen – zu manchen Zeiten nur per Rufbus oder Anruf-Sammeltaxi mit Voranmeldung. An Sonn- und Feiertagen der Sommersaison ergänzen oft Freizeitbusse das Angebot im Dahner Felsenland. Da der Takt ausgedünnt ist, lohnt sich ein Blick in den Fahrplan vorab.
Tipps für den Besuch
- Kein Aussichtspunkt: Die Zimmereckfelswand entfaltet ihren Reiz aus der Nähe – Überhänge, Nischen und Felsfenster statt Fernblick.
- Vorsicht an den Felsen: Moosiger Sandstein kann rutschig sein. Überhänge und Hohlräume nur mit Vorsicht betreten.
- Mit dem Höhenweg verbinden: Der Oberschlettenbacher Höhenweg führt durch das Felsgebiet und lässt sich gut mit dem Haselstein und dem Schindberg kombinieren.
- GPS oder Karte mitnehmen: Die Felswand ist nicht eigens beschildert. Ein GPS-Gerät oder eine aktuelle Wanderkarte hilft bei der Orientierung.
Häufige Fragen zur Zimmereckfelswand
Was ist die Zimmereckfelswand bei Oberschlettenbach?
Die Zimmereckfelswand ist eine verwinkelte Buntsandsteinformation am Rande des Zimmertals bei Oberschlettenbach im Wasgau. Als unterbrochene Buntsandsteinkette zieht sie auf dem Bergkamm über dem Bärenbrunnertal entlang. Charakteristisch sind geschichtete Felsbänke, weit ausladende Überhänge, kleine Hohlräume und schmale Felsfenster.
Kann man die Zimmereckfelswand auf einer Wanderung besuchen?
Ja. Die Felswand liegt im Wandergebiet des Oberschlettenbacher Höhenwegs. Sie ist allerdings nicht als eigene Station beschildert – für den genauen Zugang empfiehlt sich eine aktuelle Karte oder ein GPS-Gerät. Der kürzeste Zustieg führt vom Bärenbrunnerhof in rund 780 Metern und 15 bis 20 Minuten steil hinauf auf den Bergkamm.
Gibt es eine Aussicht an der Zimmereckfelswand?
Nein. Die Zimmereckfelswand ist kein Aussichtspunkt, sondern eine Felsformation im Wald. Ihr Reiz liegt in den verwinkelten Strukturen aus Überhängen, Nischen und Felsfenstern.
Welche Wanderwege führen in die Nähe der Zimmereckfelswand?
Der Oberschlettenbacher Höhenweg führt durch das Felsgebiet rund um Schindberg und Haselstein, in dem auch die Zimmereckfelswand liegt. Die kurze Variante ist rund 8,9 Kilometer lang, die große rund 12,5 Kilometer.
Wo parkt man für die Zimmereckfelswand?
Am Bärenbrunnerhof im Bärenbrunnertal für den kürzesten Zustieg, oder am südlichen Ortsrand von Oberschlettenbach bzw. am Friedhof für den Oberschlettenbacher Höhenweg.
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