Felsenrunde im Bärenbrunner Tal: Sieben Felsriesen, ein Wandertag
Tourencharakter
Sieben Felsformationen, ein einziges Tal – diese Runde ab dem Bärenbrunnerhof führt an mächtigen Kletterwänden, versteckten Türmen und stillen Waldwinkeln vorbei und zeigt den Wasgau von seiner konzentriertesten Seite.
Diese Rundwanderung misst rund 8,5 Kilometer, mit 442 Höhenmetern im Auf- und Abstieg, und gilt als mittelschwer. Schmale Waldpfade, ein streckenweise unmarkierter Abschnitt sowie mehrere kurze Abstecher zu Felsplateaus prägen diese dichte, abwechslungsreiche Felsenrunde – ein echter Geheimtipp abseits der bekannten und viel begangenen Wanderwege.
Hintergrundinformationen
Sieben Felsformationen prägen diese Runde durchs Bärenbrunner Tal, jede mit eigenem Charakter:
Der Klosterfels ragt bis zu 41 Meter hoch auf und zählt zu den bedeutendsten Kletterwänden der Südpfalz. Der Bärenbrunner Pfaffenfels gliedert sich in mehrere Abschnitte und erreicht an seiner höchsten Stelle rund 37 Meter. Das Sorgenbergmassiv verbirgt sich, kaum sichtbar, zwischen den Bäumen am Waldrand. Der Nonnenfels lässt sich über seine Rückseite auch ohne Kletterausrüstung erklimmen und belohnt mit einem der schönsten Panoramen des Tals. Die Schandariefelsen bilden eine Kette kleinerer Türme mit einem markanten, gesperrten Gipfel. Der Honigfels besticht durch seine ungewöhnliche, turmartige Form mit überhängender Kopfpartie. Und der Sternfels, das letzte Ziel der Runde, erhebt sich als schlanke Felsnadel – deutlich schmaler als seine massiven Nachbarn.
Routenbeschreibung
Im Schatten des Klosterfels
Die Wanderung beginnt am Bärenbrunnerhof, mit Blick auf den Klosterfels, der sich bereits zwischen den Bäumen erhebt. Ein Wirtschaftsweg führt Richtung Campingwiese – Vorsicht ist hier vor Hütehunden in eingezäunten Bereichen geboten, die ihr Terrain mitunter lautstark verteidigen.
Hinauf zum Felsturm
An der Campingwiese biegt der Weg links ab und führt auf einem schmalen Pfad durch den Wald hinauf zum Klosterfels. Der mächtige Felsturm erhebt sich zwischen den Bäumen und erreicht an seinen höchsten Stellen bis zu 41 Meter.
Durch moosiges Dämmerlicht
Weiter geht es auf schmalen Pfaden durch dichten, schattigen, bemoosten Wald zum Bärenbrunner Pfaffenfels. Das Riff lässt sich später auf der Wanderung noch einmal von oben, vom Felsplateau aus, entdecken.
Ins Tal und wieder hinauf
Der Waldpfad zieht in einem Bogen durch ein Tal und mündet auf den Hauptweg, den Hauensteiner Nr. 1, dem man nach rechts durchs Bärenbrunner Tal folgt. An einem breiten Forstweg geht es nach rechts Richtung Sorgenbergmassiv und Wasgaublick – der Weg steigt an, und in einer Kurve zeigt sich der erste Blick auf das Sorgenbergmassiv, das zwischen den Bäumen fast unscheinbar wirkt.
Versteckt am Hang
Am Wegweiser Wasgaublick verlässt man den Hauensteiner Nr. 1 nach rechts und erreicht kurz darauf das Sorgenbergmassiv mit dem Sorgenbergturm, der sich rund 20 Meter hoch aus dem bewaldeten Hang erhebt – zwei Felstürme, versteckt am Hang, fernab der bekannten Wanderwege.
Weite Blicke über den Kamm
Wenig später erreicht man den Wasgaublick mit Blick auf Erfweiler und die Dahner Burgengruppe. Nun verläuft der Weg fast eben über den Rücken des Eichelbergs (386 m). Ein lohnenswerter Abstecher nach links führt über einen schmalen Pfad über den Bergrücken, vorbei an mehreren kleineren Buntsandsteinformationen.
Rast im lichten Laubwald
Zurück auf dem Hauptweg bietet sich ein kurzer Stichweg auf den Sandberg mit dem Felsplateau des Bärenbrunner Pfaffenfels an – eine wunderbare Atmosphäre in lichtem Laubwald, in dem sich mit etwas Glück Rehe beobachten lassen. Am Felsplateau kann man auch ohne Kletterausrüstung ein Stück nach vorne gehen und die Felsen aus der Nähe bewundern.
Auf der Sandsteinplattform
Das nächste Ziel ist der Nonnenfels mit seinen spektakulären Felstürmchen auf dem Gipfelplateau. Der Pfad führt bis vor auf die breite Sandsteinplattform, von der aus sich ein grandioser Ausblick über die umliegenden Felsformationen im Bärenbrunner Tal sowie die Berge und Täler des Wasgaus bietet.
Zwischen mächtigen Wänden
Vom Nonnenfels geht es auf breitem Weg weiter Richtung Schandariefelsen. Auf Höhe des Felsens zweigt ein schmaler Pfad zum Buntsandsteinriff ab. Auch das Gipfelplateau der Schandariefelsen ist ein Stück weit begehbar – die Felsen laden zur Rast ein. Links am Felsmassiv führt ein steiler Pfad, begleitet von großartigen Ausblicken auf die mächtigen Wände und die Kette kleiner Türme, bergab. An einer Unterbrechung im Fels lässt sich über einen Felsvorsprung die andere Seite des Riffs erkunden.
Ein Fels, der den Kopf reckt
Auf dieser Höhe, noch vor der PK-Hütte, zweigt ein schlecht erkennbarer Pfad nach links in den Wald ab. Er mündet kurz darauf in einen Forstweg, der in einem großen Bogen um den Talschluss des Bärenbrunner Tals zum Honigfels führt. Der Honigfels ist ein optisches Highlight der Route: Verwitterung hat dem bis zu 23 Meter hohen Fels über die Zeit eine unverkennbare Form verliehen – der Schaft steigt fast senkrecht auf, während sich der obere Teil überhängend zur Seite neigt, als würde der Fels den Kopf recken. Es lohnt sich, ein kurzes Stück am Fels entlang aufzusteigen, um die spektakuläre Verwitterung aus der Nähe zu betrachten und den Fels aus verschiedenen Perspektiven zu sehen.
Die letzte Nadel im Wald
Weiter geht es zum Sternfels, dem letzten Fels der Route. Nach einer Kurve verlässt man den Hauptweg und nimmt den links aufsteigenden Weg, der auf einen etwas zugewachsenen Forstweg mündet. Nach rechts auf dem Forstweg erreicht man schnell den mit einem schwarzen Pfeil markierten Pfad zum Sternfels. Rasch ist der mächtige Sockel des Buntsandsteinfelsens erreicht, und man kann den steil aufragenden Sternfels aus der Nähe betrachten. Anders als die langgestreckten Felsriffe auf der gegenüberliegenden Talseite erhebt sich der Sternfels direkter, fast wie eine Nadel.
Zurück ins Tal
Vom Sternfels führt ein schmaler Pfad durch den Wald bergab, direkt zurück zum Parkplatz am Bärenbrunnerhof.
Hinweise + Tipps
Anreise
Mit dem Auto: Das Bärenbrunner Tal liegt im Wasgau, dem südlichen Pfälzerwald, unweit von Busenberg. Die Anreise erfolgt am besten über die B 427, die den Wasgau von Dahn über Busenberg bis Bad Bergzabern durchquert.
Parken: Der Parkplatz am Bärenbrunnerhof dient als Start- und Zielpunkt der Runde.
Tipps
- GPX-Track empfohlen: Orientierungshilfen in Form von Wegmarkierungen sind auf weiten Teilen der Strecke nicht vorhanden – ein GPX-Track ist hier besonders hilfreich.
- Felsplateaus vorsichtig erkunden: Von der Rückseite einiger Felsmassive lassen sich die Felsplateaus über schmale, ungesicherte Felsbänder auch ohne technische Kletterkenntnisse erreichen. Dabei sind absolute Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und gutes Schuhwerk erforderlich – bei Nässe sollten diese Passagen gemieden werden.
- Ruhe bewahren bei Hütehunden: Im Bereich der Campingwiese am Start können Hütehunde ihr eingezäuntes Terrain lautstark verteidigen – ruhig bleiben und vorbeigehen genügt in der Regel.
- Zeit für Abstecher einplanen: Der Wasgaublick, der Sandberg und die Erkundung der Felsplateaus laden zum Verweilen ein – für die volle Erfahrung dieser Runde sollte ausreichend Zeit eingeplant werden.
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