Es gibt Felsen, die vor allem Kletterern vorbehalten sind – und es gibt den Nonnenfels im Bärenbrunner Tal. Sein Felsplateau lässt sich auch von Wanderern erreichen: Der Zugang erfolgt von der Rückseite und erfordert keine technische Kletterausrüstung. Oben wartet ein ungesicherter Aussichtspunkt mit weitem Blick über das Bärenbrunner Tal und die bewaldeten Höhen des Wasgaus.

Der Trick mit der Rückseite

Während sich die Vorderseite des Nonnenfels als schroffe, senkrechte Wand präsentiert – ein Ziel für Kletterer mit Seil und Erfahrung –, verrät die Rückseite ein Geheimnis: schmale Felsbänder, die sich ohne technische Kletterei erklimmen lassen. Kein Klettergurt nötig, aber Vorsicht ist Pflicht: Die Bänder sind ungesichert, und wer schwindelfrei ist sowie sicher auftreten kann, wird mit einem der schönsten Panoramen des Dahner Felsenlandes belohnt – ein Meer aus Wald, durchbrochen von Fels, so weit das Auge reicht.

Ein Fels mit zwei Gesichtern

Was für Wanderer ein lohnender Abstecher ist, gilt für Kletterer als Pilgerort. Die Vorderseite des Nonnenfels zählt zu den bedeutendsten Kletterzielen der gesamten Südpfalz, mit Routen, die seit Jahrzehnten Geschichten schreiben. Diese beiden Seiten, die zugängliche Rückseite und die anspruchsvolle Front, machen den Nonnenfels zu einem Ort, an dem sich zwei völlig unterschiedliche Arten des Naturerlebens begegnen – ein Grund mehr, ihn auf einer Wanderung durchs Tal einzuplanen.

Wenn der Fels zum Festplatz wird

Einmal im Jahr verändert sich der Charakter des Ortes vollständig: Im Mai versammeln sich die Pfälzer Kletterer zu ihrem traditionellen Fest. Tagsüber dominiert das Klettern, doch mit der Dämmerung beginnt etwas anderes – die umliegenden Felsmassive werden beleuchtet, und der sonst so stille Talschluss verwandelt sich für eine Nacht in eine leuchtende Bühne mitten im Wald.

Wandern im Gebiet

Der Nonnenfels liegt inmitten einer außergewöhnlich felsreichen Landschaft. Wer den Aussichtspunkt mit weiteren Felsformationen verbinden möchte, findet im Bärenbrunner Tal zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen. Zu den bekannten Zielen gehören unter anderem der Schandariefelsen, Pfaffenfels, Honigfels und Klosterfels.

Eine passende Tour ist die Felsenrunde im Bärenbrunner Tal: Sieben Felsriesen, ein Wandertag, die mehrere der charakteristischen Felsen miteinander verbindet.

Anreise zum Ausgangspunkt

Das Bärenbrunner Tal liegt im Wasgau bei Busenberg und Schindhard. Die Zufahrt zum Bärenbrunnerhof erfolgt von Schindhard über die Kreisstraße K 41. Der historische Hof liegt am Ende des rund drei Kilometer langen Bärenbrunner Tals.

Vom Parkplatz am Bärenbrunnerhof führt der kurze Zustieg zunächst in Richtung Campingwiese und anschließend zum gut sichtbaren Nonnenfels. Bis zum Fels sind es etwa 500 m und 60 Höhenmeter, der Zustieg dauert ungefähr 10 Minuten.
Der Bärenbrunnerhof bietet sich anschließend zur Einkehr an. Der Bio-Gasthof ist aktuell mittwochs bis sonntags ab 12 Uhr geöffnet; montags und dienstags ist Ruhetag.

Author Sunhikes | © Sunhikes
Ein Beitrag von
Sunhikes
Redaktions-Team