Buhlsteine (Puhlsteine): Verwunschener Felsgrat im Wasgau
Wer die Buhlsteine (Puhlsteine) bei Busenberg sucht, findet einen der stillsten Felsgrate im Wasgau – ein Ort, dessen poetischer Name Wanderer bis heute zu Legenden vom versteinerten Liebespaar inspiriert, obwohl die Wahrheit vermutlich nüchterner ist.
Lage und Charakter: Ein Riff zwischen zwei Dörfern
Die Buhlsteine liegen im Dahner Felsenland, nahe den Gemeinden Busenberg und Oberschlettenbach, eingebettet in die dichten Wälder des Wasgaus. Es handelt sich um ein langgezogenes, markantes Buntsandsteinriff, das sich über einen bewaldeten Bergrücken zieht – ähnlich wie der Rödelstein oder die Sprinzel, mit den für den pfälzischen Sandstein typischen, windgeprägten und ungewöhnlich geformten Felswänden.
Im Vergleich zu stark besuchten Zielen wie der Burg Drachenfels oder dem Berwartstein herrscht an den Buhlsteinen meist eine ruhige, fast abgeschiedene Atmosphäre – ein echter Geheimtipp für alle, die ursprüngliche Natur suchen.
Der Buhlsteinpfeiler: Das Highlight des Massivs
Am südlichen Gipfel erhebt sich der Buhlsteinpfeiler – eine fast 60 Meter hohe, senkrecht aufragende Wand aus Buntsandstein. Seine gesicherte Aussichtsplattform liegt nahezu genau gegenüber der Burg Berwartstein und zählt zu den beeindruckendsten Ausblicken der Region: Das 220-Grad-Panorama reicht vom Adelsberg über die Burg Lindelbrunn und die Burgen Berwartstein und Drachenfels bis zum Eyberg.
Für Kletterer zählt der Pfeiler zu den anspruchsvollsten Zielen im Gebiet. Der bekannte „Buhlsteinpfeiler-Weg" führt hier entlang, mit Quergängen und exponierten Kanten. Bekannte Routen wie die „Novemberkante" erreichen Wandhöhen von 40 bis 50 Metern – und wie es sich für die Pfalz gehört, findet sich auch hier ein traditionelles Wand- beziehungsweise Gipfelbuch.
Die Buhlsteinkette: Kammweg über vier Abschnitte
Entlang des vollständig bewaldeten Bergkamms verläuft die sogenannte Buhlsteinkette – keine einzelne Klippe, sondern eine rund 500 Meter lange, durchgehende Felskette aus rotem Buntsandstein. Ein Pfad mit zahlreichen Zickzack-Passagen führt von Fels zu Fels über den Grat. Entlang des Buntsandsteinriffs finden sich immer wieder Felsdurchstiege, sodass man auf schmalen Pfaden beide Seiten aus wechselnden Blickwinkeln erkunden kann.
Der Grat gliedert sich in mehrere charakteristische Abschnitte:
Der Buhlstein-Doppelgipfel – im zentralen Bereich teilt sich der Fels in zwei dicht nebeneinanderliegende Gipfel. Erosionsbedingte Risse und Klüfte im Buntsandstein schufen diese Kamin- und Spaltenstruktur. Kletterer bewegen sich hier je nach Route über schmale Felsköpfe oder durch enge Schluchten – oben wartet die obligatorische Gipfelhülse mit Gipfelbuch.
Der Buhlsteingrat – der verbindende, felsige Kamm, der sich quer über das Massiv zieht: ein echter Gratweg im Mittelgebirge mit stellenweise alpinem Charakter. Der Wanderweg verläuft am Fuß des Buntsandsteinriffs, während die Hänge zu beiden Seiten steil abfallen.
Der Buhlstein-Ostgrat – weniger begangen, dafür umso ursprünglicher, erstreckt er sich in östlicher Richtung zum Oberschlettenbacher Tal und Bühlhof-Gebiet. Bewaldet, mit kleineren Felsklippen und Riffstufen.
Namensherkunft: Die Sage vom versteinerten Liebespaar
Der Name Buhl stammt aus dem Mittelhochdeutschen und leitet sich vom Wort „buhle" für Liebhaber, Buhler oder Geliebter ab. Weil dieser Name so poetisch klingt und die wild in den Himmel ragenden Felsnadeln – wie der Doppelgipfel oder der Pfeiler – etwas Mythisches an sich haben, entstand im Volksmund gerne die Geschichte vom versteinerten Liebespaar oder verzauberten Gestalten, die hier einst verweilt haben sollen.
Sprachwissenschaftlich hat der Name allerdings oft einen prosaischeren Hintergrund: In alten Flurnamen wurden abgelegene, einsame oder „buhlend" – also isoliert aus der Landschaft herausragende – Felsen oder Waldstücke oft so bezeichnet. Ebenso denkbar ist ein schlichter Verweis auf Grundstücke, die einst im Besitz einer Person namens Buhl waren.
Offizieller Name: Puhlstein
In offiziellen Kartenwerken wie dem Landschaftsinformationssystem Rheinland-Pfalz wird das Felsmassiv häufig unter dem Namen Puhlstein geführt (gelegentlich auch Budelstein). Im alltäglichen Sprachgebrauch und auf Wanderwegweisern ist dagegen meist von den Buhlsteinen die Rede. Der bewaldete, kegelförmige Rücken des Puhlstein erreicht eine Höhe von rund 448 Metern.
An beiden Enden der Kette liegt jeweils ein offizieller Aussichtspunkt: im Süden der Buhlsteinpfeiler mit seiner 220-Grad-Rundumsicht bis zur Burg Berwartstein, im Norden ein weiterer Aussichtspunkt mit beeindruckendem Blick in den Wasgau.
Naturschutz
Da die felsigen Steilhänge und Nischen im Wasgau wichtigen Lebensraum für bedrohte Tierarten bieten, kann es im Frühjahr zu Felssperrungen kommen – zum Schutz brütender Vögel wie des Wanderfalken. Dies gilt für viele Felsen der Region gleichermaßen.
Wanderungen im Gebiet
Die Buhlsteine lassen sich hervorragend über stille Waldwege und Pfade erkunden, oft im Rahmen längerer Touren rund um Busenberg, Oberschlettenbach oder zum Lindelbrunn-Massiv. Der Weg dorthin führt durch schattige Mischwälder, vorbei an moosbewachsenen Felsen.
Mehrere Wanderwege führen unmittelbar an den markanten Felsen vorbei: darunter der zertifizierte Premiumwanderweg Busenberger Holzschuhpfad sowie die speziell ausgeschilderte Puhlstein-Tour.
Anreise zum Ausgangspunkt
Wer das Felsenriff erkunden möchte, hat meist zwei bewährte Zugänge zur Auswahl:
Über den Holzschuhpfad oder die Puhlstein-Tour: Als Höhepunkt auf dem zertifizierten Premiumwanderweg Busenberger Holzschuhpfad oder auf der speziell ausgeschilderten Puhlstein-Tour. Gängige Ausgangspunkte sind der Parkplatz „Hexenplätzel" in Busenberg oder ein Wanderparkplatz im Erlenbachtal.
Direkter Aufstieg aus dem Erlenbachtal: Über einen steilen, verschlungenen Zick-Zack-Pfad durch die Ostflanke direkt hinauf zum Buhlsteinpfeiler – alternativ von Busenberg aus entlang des Grats.
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