Honigfels: Turm mit überhängender Krone im Bärenbrunner Tal
Wer den Honigfels im nördlichen Bärenbrunner Tal erreicht, steht vor einem Stück Klettergeschichte – Buntsandstein, seit über hundert Jahren erklommen, mit einem Kopf, der sich trotzig zur Seite reckt. Auch für Wanderer ist der Fels ein interessantes Ziel: Der Wanderweg Hauensteiner Nr. 1 führt unmittelbar westlich am Honigfels vorbei, während sich oberhalb des Felsens Aussichtspunkte mit Blick über das Bärenbrunner Tal öffnen.
Mittendrin im Felsenreigen
Der Honigfels (auch Honigfelsen oder kurz „Der Honig" genannt) liegt in unmittelbarer Nähe des Bärenbrunnerhofs, im nördlichen Bereich der Gemarkung Busenberg. Rundherum reihen sich weitere bekannte Felsen des Tals: Klosterfels, Nonnenfels, Sternfels und Schandariefelsen. liegen alle in Reichweite – ein Wandergebiet, das auf kleinem Raum gleich mehrere Felsformationen bündelt.
Ein Turm mit überhängender Krone
Der Honigfels besteht aus Trifels-Schichten des Buntsandsteins. Besonders auffällig ist der freistehende Turm: Er erhebt sich rund 25 Meter über den Zugangsweg und besitzt eine keulen- beziehungsweise ambossartige Form. Verwitterung hat dem Fels über die Zeit eine unverkennbare Form verliehen: Der Schaft steigt fast senkrecht auf, während sich der obere Teil überhängend zur Seite neigt – als würde der Fels den Kopf recken. Die feine horizontale Schichtung des Gesteins zieht sich wie Ringe um den ganzen Turm und macht ihn schon vom Wanderweg aus zu einem markanten Blickfang.
Klettergeschichte: Seit 1922 erschlossen
1922 bestiegen die Brüder Fritz und Theo Mann aus Ludwigshafen den Turm erstmals und erschlossen dabei den heutigen Normalweg. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde ein Gipfelbuch eingerichtet, in das sich erfolgreiche Seilschaften bis heute eintragen. Über 20 Routen, meist anspruchsvoll, erschließen den Fels – darunter Klassiker wie der Normalweg (VI-), der luftige „Flug des Albatros" (VII+) und das gefürchtete „Pfälzer Sanduhrdrama" (IX-). Damit ist der Honigfels vor allem für erfahrene Kletterer interessant. Die meisten Routen bewegen sich in anspruchsvollen Schwierigkeitsgraden.
Die überhängende Kopfpartie sorgt an einigen Stellen für spektakuläre Wandstrukturen, die andere Anforderungen stellen als flache Plattenwände. Das Massiv gliedert sich in einen Hauptgipfel sowie mehrere kleinere Vorbauten. Die Kletterei reicht von anspruchsvollen Riss- und Verschneidungspassagen bis zu technisch komplexer Wandkletterei im feingliedrigen, rötlichen Buntsandstein – ein vielseitiges Terrain, das den Honigfels bis heute zu einem festen Bestandteil des Klettergebiets Pfälzerwald macht.
Wandern am Honigfels
Auch Wanderer können den Honigfels erleben, ohne die Kletterrouten zu nutzen. Westlich am Felsen führt der Hauensteiner Nr. 1 vorbei, der hier auf einer ehemaligen Militärstraße verläuft. Von diesem Weg lässt sich der markante Felsturm aus der Nähe betrachten.
Oberhalb des Honigfelsens befinden sich außerdem Aussichtspunkte mit Blick über den Bärenbrunnerhof und die umliegenden Wälder des Wasgaus. Der Zugang zu den Aussichtsfelsen führt teilweise über schmale Pfade und ungesichertes Felsgelände. Trittsicherheit ist daher erforderlich. Wer den Honigfels mit weiteren Felsformationen des Tals verbinden möchte, findet in der Tour Felsenrunde im Bärenbrunner Tal: Sieben Felsriesen, ein Wandertag eine passende Route.
Anreise zum Ausgangspunkt
Das Bärenbrunner Tal liegt im Wasgau zwischen Schindhard und Busenberg. Zum Bärenbrunnerhof gelangt man von Schindhard über eine schmale Straße ins Tal. Der Hof bietet sich als Ausgangspunkt für Wanderungen zu den umliegenden Felsen an.
Vom Parkplatz am Bärenbrunnerhof führt der Hauensteiner Nr. 1 in Richtung Wasgauhütte und am Honigfels vorbei. Wer zu den Aussichtspunkten oberhalb des Felsens möchte, zweigt später auf kleinere Pfade ab. Je nach gewählter Route sind dort Trittsicherheit und festes Schuhwerk erforderlich.
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