Ganz am Talschluss des Bärenbrunner Tals, dort wo der Wald am stillsten wird, wartet eine Kette kleiner Felstürme auf ihre Entdeckung: die Schandariefelsen – reizvoll, ursprünglich, und mit einem Gipfel, den man besser nicht betritt.

Eine Kette kleiner Türme

Das Felsmassiv gliedert sich in mehrere charakteristische Abschnitte, die sich von Süd nach Nord und von Ost nach West aneinanderreihen. Direkt oberhalb der PK-Hütte erhebt sich der Hüttenfels – ein kleines, traditionsreiches Gipfeltürmchen, das bei Bergfreunden längst als gemütlicher Rastplatz gilt. Weiter nördlich schließen sich der Bug und das Nördliche Türmchen an, bevor man den eigentlichen Schandarie-Hauptturm mit seinem Vorgipfel und dem umliegenden Hauptmassiv erreicht.

Der gesperrte Gipfel: Ein Wackelblock mit Geschichte

Eine Besonderheit prägt den Hauptfelsen: Sein markanter Gipfelkopf gilt als stark verwittert und instabil – schlicht der „Wackelblock" genannt. Wegen akuter Bruchgefahr und fehlender sicherer Abseilmöglichkeiten wurde er von den Behörden offiziell für das Betreten und Besteigen gesperrt. Kletterer meiden diesen Bereich heute konsequent und respektieren die Sperrung als Teil des respektvollen Umgangs mit dem brüchigen Wasgau-Sandstein.

Klettercharakter: Ruhig, feingliedrig, ursprünglich

Im Vergleich zu den großen, stark frequentierten Wänden des Bärenbrunner Tals, allen voran dem Klosterfels, herrscht an den Schandariefelsen eine deutlich ruhigere, urtümlichere Atmosphäre. Neben klassischen Kletterlinien bietet der angrenzende Wald auch kleinere Boulderbereiche. Wer hier klettert, braucht neben Technik vor allem Feingefühl: Der rötliche Buntsandstein zeigt sich hier oft feingliedrig und brüchiger als an den bekannteren Felsen der Umgebung.

Wandern im Gebiet

Die Schandariefelsen liegen eingebettet in eine Region, die von zahlreichen weiteren Felsformationen geprägt ist – darunter Honigfels, Sternfels und Klosterfels. Ein schmaler Wanderpfad führt von der PK-Hütte (Kletterhütte) hinauf zum Gipfelplateau der Schandariefelsen. Wer den ruhigen Talschluss des Bärenbrunner Tals erkunden möchte, findet in den Schandariefelsen einen naturnahen Anlaufpunkt abseits der großen Touristenströme, ideal für Wanderer, die es etwas stiller mögen. Eine schöne Möglichkeit, diesen stillen Winkel mit den übrigen Felsformationen des Tals zu verbinden, bietet die Tour Felsenrunde im Bärenbrunner Tal: Sieben Felsriesen, ein Wandertag.

Anreise zum Ausgangspunkt

Das Bärenbrunner Tal liegt im Wasgau, dem südlichen Pfälzerwald, unweit von Busenberg. Die Anreise mit dem Auto erfolgt am besten über die B 427, die den Wasgau von Dahn über Busenberg bis Bad Bergzabern durchquert. Von Busenberg aus zweigt eine kleine, einspurige Straße ins Bärenbrunner Tal ab, die direkt zum Bärenbrunnerhof führt. Unweit des Gasthofs führt ein Wirtschaftsweg vorbei an der PK-Hütte (der Hütte der Pfälzer Kletterer), von wo aus ein schmaler Pfad in nördlicher Richtung direkt zu den Felsen führt – rund 900 Meter zu Fuß.

Author Sunhikes | © Sunhikes
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