Schandariefelsen: Stille Felstürme am Ende des Bärenbrunner Tals
Am hinteren Ende des Bärenbrunner Tals, dort wo der Wald dichter wird und die Felsen aus dem Buntsandstein herausragen, liegt eine kleine, gegliederte Felsgruppe: die Schandariefelsen. Das Massiv besteht aus mehreren einzelnen Felspartien und Türmchen, darunter Hüttenfels, Bug, Schandarie, Nördliches Türmchen und das nördlich anschließende Massiv.
Eine Kette kleiner Türme
Die Schandariefelsen ziehen sich als Buntsandsteinriff durch den Wald am Talschluss. Direkt oberhalb der PK-Hütte der Pfälzer Kletterer steht der Hüttenfels, ein kleines Gipfeltürmchen. Weiter nördlich folgen der Bug, die eigentliche Schandarie, das Nördliche Türmchen und schließlich das größere Massiv. Die einzelnen Felsformationen liegen dabei nur wenige Meter voneinander entfernt.
Der Fels besteht aus dem für den Wasgau typischen Buntsandstein. Wie viele Felsen des Bärenbrunner Tals wird auch die Schandarie zum Klettern genutzt. Die Felsgruppe ist allerdings deutlich kleiner und ruhiger als die bekannten Kletterziele rund um Nonnenfels und Klosterfels.
Der gesperrte Gipfel: Ein Wackelblock mit Geschichte
Eine Besonderheit prägt den Hauptfelsen: Sein markanter Gipfelkopf gilt als stark verwittert und instabil – schlicht der „Wackelblock" genannt. Wegen akuter Bruchgefahr und fehlender sicherer Abseilmöglichkeiten wurde er von den Behörden offiziell für das Betreten und Besteigen gesperrt. Kletterer meiden diesen Bereich heute konsequent und respektieren die Sperrung als Teil des respektvollen Umgangs mit dem brüchigen Wasgau-Sandstein.
Klettercharakter: Ruhig, feingliedrig, ursprünglich
Im Vergleich zu den großen, stark frequentierten Wänden des Bärenbrunner Tals, allen voran dem Klosterfels, herrscht an den Schandariefelsen eine deutlich ruhigere, urtümlichere Atmosphäre. Neben klassischen Kletterlinien bietet der angrenzende Wald auch kleinere Boulderbereiche. Wer hier klettert, braucht neben Technik vor allem Feingefühl: Der rötliche Buntsandstein zeigt sich hier oft feingliedrig und brüchiger als an den bekannteren Felsen der Umgebung.
Wandern im Gebiet
Die Schandariefelsen liegen eingebettet in eine Region, die von zahlreichen weiteren Felsformationen geprägt ist – darunter Nonnenfels, Klosterfels, Honigfels, Pfaffenfels und Sternfels. Ein schmaler Wanderpfad führt von der PK-Hütte (Kletterhütte) hinauf zum Gipfelplateau der Schandariefelsen. Wer den ruhigen Talschluss des Bärenbrunner Tals erkunden möchte, findet in den Schandariefelsen einen naturnahen Anlaufpunkt abseits der großen Touristenströme, ideal für Wanderer, die es etwas stiller mögen. Eine schöne Möglichkeit, diesen stillen Winkel mit den übrigen Felsformationen des Tals zu verbinden, bietet die Tour Felsenrunde im Bärenbrunner Tal: Sieben Felsriesen, ein Wandertag.
Anreise zum Ausgangspunkt
Das rund drei Kilometer lange Bärenbrunner Tal liegt bei Schindhard und Busenberg im Wasgau. Die Zufahrt zum Bärenbrunnerhof erfolgt über ein schmales Sträßchen von Schindhard. Am historischen Bärenbrunnerhof befindet sich ein Ausgangspunkt für Wanderungen durch das Tal.
Von dort führt ein Wirtschaftsweg an der PK-Hütte der Pfälzer Kletterer vorbei. Ab der Hütte geht es auf einem Pfad in nördlicher Richtung zu den Schandariefelsen. Der Zustieg ist etwa 900 Meter lang, überwindet rund 100 Höhenmeter und dauert ungefähr 15 Minuten.
Bei einem Besuch sollte man beachten, dass einzelne Felsbereiche dauerhaft oder zeitweise gesperrt sein können. Die aktuellen Sperrungen der Pfälzer Kletterer haben Vorrang vor älteren Beschreibungen und sollten auch von Wanderern respektiert werden.
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