Haselstein bei Oberschlettenbach – Felsenturm und Klettergebiet im Wasgau
Der Haselstein ist ein rund 32 Meter hoher freistehender Buntsandstein-Felsenturm auf dem 390 Meter hohen Kegelrückenberg zwischen Oberschlettenbach und Darstein im Wasgau, dem südlichen Teil des Pfälzerwaldes. Der Gipfelfels ist nicht als Wanderziel erschlossen – der Felsen gehört den Kletterern und den Greifvögeln. Wuchtig, steil, unzugänglich.
Freistehender Felsenturm zwischen Oberschlettenbach und Darstein
Wer den Haselstein zum ersten Mal sieht, vergisst ihn nicht. Aus dem geschlossenen Laubdach eines vollständig bewaldeten Berges ragt ein wuchtiger Buntsandsteinfelsen auf – steil, freistehend, von allen Seiten sichtbar.
Je nach Blickwinkel wirkt der Fels wie ein Turm, wie ein Schiffsbug, wie eine Festung. Seine steilen Wände und ausgeprägten Grate prägen das Bild. Rötlich im Abendlicht, grau bei Regen, immer massiv.
Einen der schönsten Blicke auf den Haselstein hat man von der Aussichtsplattform am Kühungerfelsen, wo sich das Buntsandsteinriff direkt gegenüber aus dem Wald erhebt.
Der Gipfel des Haselsteins ist kein klassischer Aussichtsfelsen mit begehbarem Plateau. Es gibt keinen markierten Wanderpfad nach oben – wer dort stehen will, braucht Seil und Gurt. Allerdings führen schmale, nicht markierte Pfade durch den Wald bis an die hoch aufragenden Felswände heran. Für alle, die den Felsen aus der Nähe erleben wollen, ohne zu klettern.
Klettern am Haselstein
Ein etabliertes Klettergebiet im Wasgau
Unter Sportkletterern ist der Haselstein ein bekannter Anlaufpunkt im Dahner Felsenland. Insgesamt sind rund 28 Kletterrouten dokumentiert, die Schwierigkeitsgrade reichen von UIAA III bis VII. Die durchschnittliche Kletterhöhe liegt bei etwa 16 Metern.
Westgrat und Ostgrat
Besonders der Westgrat bietet abwechslungsreiche Klettereien an festem Gestein. Der Ostgrat liegt etwas schattiger, das Gestein ist dort stellenweise weniger fest.
Vogelschutz und Sperrungen
Die steilen Felswände des Haselsteins dienen felsbrütenden Greifvögeln – darunter Wanderfalken und Uhus – als Brutplatz. Im Frühjahr kann der Fels deshalb zum Schutz der Tiere zeitweise für den Klettersport gesperrt sein. Hinweisschilder vor Ort sind unbedingt zu beachten.
Lage und Landschaft
Zwischen Oberschlettenbach und Darstein
Der Haselstein erhebt sich rund einen Kilometer westlich von Darstein und nördlich von Oberschlettenbach. Der vollständig bewaldete Berg bildet einen markanten Teil des Höhenzugs zwischen beiden Orten. Nach Norden fällt er zum Bodmertal ab.
Wasserscheide und Rimbachquelle
Östlich des Haselsteins, zwischen ihm und dem benachbarten Kochelstein, entspringt der Rimbach. Hier verläuft zudem die Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten von Wieslauter und Queich – eine geologische Besonderheit, die sich an der Oberfläche kaum bemerkbar macht, hydrologisch aber die Region teilt.
Haselstein auf einen Blick
- Art: freistehender Felsenturm auf bewaldetem Berggipfel
- Bergeshöhe: 390 m ü. NHN
- Höhe des Felsenturms: ca. 32 m
- Gestein: Buntsandstein
- Bergform: Kegelrückenberg
- Lage: zwischen Oberschlettenbach und Darstein, Gemarkung überwiegend Schwanheim, Südflanke Oberschlettenbach
- Landkreis: Südwestpfalz
- Schutzgebiet: Naturpark Pfälzerwald, Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen
- Koordinaten: 49.155484, 7.870381
- Klettergebiet: 28 Routen, UIAA III–VII, durchschnittliche Kletterhöhe ca. 16 m
- Gipfelzugang: nur mit Kletterausrüstung, kein Wanderweg zum Gipfel
- Vogelschutz: zeitweise Sperrung in der Brutzeit möglich
- Bester Blick: von der Aussichtsplattform am Kühungerfelsen
Hintergrund: Geologie des Haselsteins
Buntsandstein aus der Trias
Wie nahezu alle markanten Felsen im Wasgau besteht auch der Haselstein aus Buntsandstein. Die rötlichen Sedimente wurden vor rund 250 Millionen Jahren in der Frühen Trias abgelagert.
Geformt durch Verwitterung
Die heutige Gestalt des Felsenturms ist das Ergebnis von Jahrmillionen der Verwitterung. Widerstandsfähigere Gesteinsschichten blieben als steile Wände und freistehende Türme erhalten, während weichere Partien abgetragen wurden.
Der Haselstein ist ein besonders anschauliches Beispiel für diese typische Landschaftsform des Wasgaus: ein bewaldeter Berg mit einem markanten, freistehenden Felskopf am Gipfel.
Benachbarte Felsen und Aussichtspunkte
Der Haselstein liegt inmitten einer dichten Felsenlandschaft rund um Oberschlettenbach, Darstein und Schwanheim.
Östlich erhebt sich der Kochelstein als weitere Buntsandsteinformation, zwischen beiden Felsen liegt die Rimbachquelle. Oberhalb von Darstein thront der Häuselstein als Aussichtsfelsen mit Rastplatz und weitem Blick ins Darsteiner Tal. Nordwestlich, nahe der Wasgauhütte, zieht sich der langgezogene Felsgrat des Kühungerfelsens durch den bewaldeten Höhenzug.
Auf dem Oberschlettenbacher Höhenweg passiert man zudem den 458 Meter hohen Heßlerberg, die Zimmereckfelsen und den Galgenfelsen.
Wandern am Haselstein
Auch ohne Kletterausrüstung lohnt sich der Weg zum Haselstein. Der Fels ist in mehrere Wanderwege eingebunden, die ihn von verschiedenen Seiten zeigen.
Der Haselstein-Weg führt als Rundwanderung ab Darstein direkt zum Haselstein und verbindet ihn mit dem Kühungerfelsen, der Wasgauhütte und dem Hockerstein.
Der Oberschlettenbacher Höhenweg führt ebenfalls direkt am Haselstein vorbei und verbindet ihn mit Heßlerberg, Schindberg, Galgenfelsen und Bühlhof. Die kurze Variante ist rund 7,5 Kilometer lang, die große rund 11 Kilometer.
Wer mehr Zeit mitbringt, kann den Wasgau-Felsenweg gehen – eine anspruchsvolle Rundwanderung (ca. 20,8 km, rund 625 Höhenmeter) von der Burgruine Lindelbrunn über den Haselstein bis zum Rödelstein, Löffelsberg und den Buhlsteinen.
Auch der Rimbach-Steig, ein Premiumwanderweg zwischen Darstein und Schwanheim, streift diese Region.
In der Nähe des Haselsteins lädt zudem die Wasgauhütte (auch Schwanheimer Hütte) des Pfälzerwald-Vereins zur Einkehr ein.
Anreise zum Haselstein
Von Oberschlettenbach
Am südlichen Ortsrand bzw. am Friedhof bestehen Parkmöglichkeiten. Von dort führt ein Wirtschaftsweg zum Waldrand und weiter auf einem ausgeschilderten Pfad zum Fuß des Felsens. Der Zustieg ist rund 1,2 Kilometer lang, überwindet etwa 100 Höhenmeter und dauert rund 20 Minuten.
Von Darstein
Vom Wanderparkplatz am südlichen Ortsausgang folgt man einem markierten Wanderweg zum Felsen. Der Zustieg ist rund 1,6 Kilometer lang, überwindet ebenfalls etwa 100 Höhenmeter und dauert rund 30 Minuten.
Mit Bus und Bahn
Die nächstgelegenen Bahnhöfe liegen in Annweiler am Trifels, Hauenstein und Bad Bergzabern. Weiter geht es mit Regionalbussen – zu manchen Zeiten nur per Rufbus oder Anruf-Sammeltaxi mit Voranmeldung. Da der Takt ausgedünnt ist, lohnt sich ein Blick in den Fahrplan vorab.
Tipps für den Besuch
- Bester Blick: Die Aussichtsplattform am Kühungerfelsen bietet das eindrucksvollste Panorama auf den Haselstein – das Felsenriff erhebt sich direkt gegenüber aus dem Wald.
- Kein Wandergipfel: Der Felsenturm ist nur mit Kletterausrüstung zugänglich. Schmale Pfade führen aber bis an die Felswände heran.
- Brutzeit beachten: Im Frühjahr können Kletterverbote zum Schutz brütender Greifvögel gelten. Hinweisschilder vor Ort beachten.
- Einkehr an der Wasgauhütte: Die Hütte des Pfälzerwald-Vereins liegt in der Nähe und bietet eine gemütliche Rast.
- Nicht verwechseln: Der Haselstein ist nicht mit dem benachbarten Häuselstein bei Darstein identisch – dieser ist ein frei zugänglicher Aussichtsfelsen mit Rastplatz.
Häufige Fragen zum Haselstein
Was ist der Haselstein bei Oberschlettenbach?
Der Haselstein ist ein rund 32 Meter hoher freistehender Buntsandstein-Felsenturm auf einem 390 Meter hohen Berg zwischen Oberschlettenbach und Darstein im Wasgau. Er ist ein bekanntes Klettergebiet im Dahner Felsenland.
Kann man auf den Haselstein wandern?
Nicht bis zum Gipfel – der Fels ist nur mit Kletterausrüstung zugänglich. Schmale, nicht markierte Pfade führen aber durch den Wald bis an die hoch aufragenden Felswände heran. Wanderwege wie der Haselstein-Weg und der Oberschlettenbacher Höhenweg führen am Fuß des Felsens vorbei.
Von wo hat man den besten Blick auf den Haselstein?
Einen der schönsten Blicke bietet die Aussichtsplattform am Kühungerfelsen. Dort erhebt sich das Buntsandsteinriff des Haselsteins direkt gegenüber aus dem Wald.
Wie viele Kletterrouten gibt es am Haselstein?
Am Haselstein sind rund 28 Kletterrouten dokumentiert. Die Schwierigkeitsgrade reichen von UIAA III bis VII, die durchschnittliche Kletterhöhe beträgt etwa 16 Meter.
Ist der Haselstein im Frühjahr gesperrt?
Möglich. Die steilen Felswände dienen Wanderfalken und Uhus als Brutplatz. Im Frühjahr kann der Fels zum Schutz der Tiere zeitweise für den Klettersport gesperrt sein.
Welche Wanderwege führen am Haselstein vorbei?
Der Haselstein-Weg ab Darstein, der Oberschlettenbacher Höhenweg, der Wasgau-Felsenweg und der Rimbach-Steig verlaufen in der Umgebung.
Wo parkt man für den Haselstein?
Von Oberschlettenbach am Friedhof (ca. 1,2 km Zustieg), von Darstein am Wanderparkplatz am südlichen Ortsausgang (ca. 1,6 km Zustieg).
Was ist der Unterschied zwischen Haselstein und Häuselstein?
Der Haselstein ist ein freistehender Felsenturm ohne Wanderzugang zum Gipfel. Der Häuselstein bei Darstein ist ein frei zugänglicher Aussichtsfelsen mit Rastplatz und Panoramablick.
Wetter