Image
auf Karte anzeigen

Frühmittelalterliche Spornburg Backelstein bei Hauenstein im Pfälzerwald

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer den schmalen Pfad vom Parkplatz Wasgaufreibad Hauenstein einschlägt, spürt es schnell: Hier beginnt etwas Altes. Steil, direkt, ohne Umschweife führt der Aufstieg hinauf – nach etwa zehn Minuten steht man auf dem Backelstein.

Ein Fels, der Geschichte trägt

Auf der Südseite erhebt sich der Backelstein fast 60 Meter aus dem Berg. Seine Steilwand hält den Blick fest – wuchtig, aufrecht, unverhandelbar. Hier stand einst eine frühmittelalterliche Spornburg, eine Holzburg, die den natürlichen Felssporn nutzte, so wie Burgenbauer es in dieser Epoche verstanden: das Gelände als erste Mauer.

Urkundliche Nachweise sind nicht überliefert. Bau, Geschichte, Bewohner – alles liegt im Dunkel. Was bleibt, ist die Sage: Kaiser Friedrich Barbarossa soll hier sein Jagdschloss gehabt haben. Ob Legende oder Erinnerung an etwas Wirkliches, lässt sich nicht sagen. Scherbenfunde gelber Drehscheibenware aber deuten auf eine Nutzung vor dem 13. Jahrhundert hin – ein stiller Beleg dafür, dass der Fels bewohnt war, ehe das Vergessen kam.

Was von der Burg geblieben ist

Die Burgstelle Backelstein zeigt heute nur noch wenige Spuren: kaum mehr als Pfostenlöcher im Fels, eingeschlagen von Händen, deren Namen niemand kennt. An der Nordseite öffnen sich eine Felsenkammer und ein in den Sandstein gehauener Aufgang – Mauerreste fehlen vollständig.

Der Felsen steht unter Naturschutz – ausgewiesen als Naturdenkmal im Gemeindegebiet von Hauenstein – und liegt am Südwesthang des Weimersberges.

Eine Metalltreppe führt Gipfelstürmer auf den Oberfelsen. Oben wartet eine weite Fernsicht über Wälder und Täler des Pfälzerwalds.

Klettern am Backelstein – Sandstein, Stille und Schwierigkeitsgrad

Wer den Backelstein nicht nur betrachten, sondern bezwingen möchte, findet hier einen der markantesten Kletterfelsen im Pfälzerwald. Am Südwesthang des Weimersbergs gelegen, zieht der Fels vor allem fortgeschrittene Kletterer an.

Der Kletterfelsen Backelstein misst bis zu 58 Meter in der Höhe und ist in fünf Sektoren gegliedert: Vorgipfel, linke Südseite, rechte Südseite, Ostwand und Nordseite. Jeder Sektor hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Linie durch den Buntsandstein.

Die meisten Routen bewegen sich im mittelschweren bis anspruchsvollen Bereich. Einige wenige Touren laden auch Einsteiger ein, die ersten Meter Fels unter die Finger zu nehmen. Ein Gipfelbuch wartet oben auf Einträge.

Wie kommt man zum Backelstein?

Der Backelstein Hauenstein ist ausschließlich zu Fuß erreichbar.

Vom Wasgaufreibad Hauenstein: Wenige Meter am Freibad entlang talaufwärts, dann zweigt links ein schmaler Pfad ab – ein Schild weist zum Backelstein. In rund 600 Metern steht man auf der Burgruine Backelstein.

Vom Hauensteiner Schusterpfad: An der Wegkreuzung Backelsteinhalde / Abzweig Backelstein sind es nur noch knapp 200 Meter zur Burgstelle.

Backelstein auf der Wanderroute

Der Backelstein liegt auf der Rundwanderung Wanderung Hauenstein: Backelstein, Hühnerstein, Wolfsfelsen & Lanzenfahrter Felsen – neun Kilometer durch fünf markante Felsformationen, mit Aussicht, Geschichte und pfälzischer Einkehr.

Ein Fels, eine Sage, ein Stück frühmittelalterlicher Geschichte mitten im Pfälzerwald.

Image
auf Karte anzeigen

Wolfsfelsen „Ebenfällter" bei Hauenstein im Pfälzerwald

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Oberhalb des Stephanstals, links der Queichquelle, erhebt sich der Wolfsfelsen – ein Buntsandsteinriff, das seit Jahrtausenden aus dem Wald ragt – still, wuchtig, unbeeindruckt von der Zeit.

Ein Massiv in drei Akten

Der Wolfsfels gehört zum Wolfsfelsenmassiv, das sich auf einer Länge von 300 Metern in drei Abschnitten erstreckt – bis hin zum schlanken Felsturm „Ebenfällter" am Burghalderweg. Ursprünglich war das Massiv ein zusammenhängendes, mächtiges Buntsandsteinriff. Jahrtausende Erosion und Abbrüche haben den mittleren Teil herausgebrochen – was blieb, sind drei eigenständige Charaktere aus Sandstein.

Der Name und seine Geschichte

Die Namensgebung des Wolfsfelsens reicht zurück in eine Zeit, als Wölfe im Pfälzerwald noch heimisch waren. Der Fels trug ihren Namen, ehe der letzte Wolf längst verschwunden war.

Auf der dem Berg zugewandten Nordseite trägt der Wolfsfels einen zweiten Namen: „Ebenfällter". Dahinter steckt eine Legende mit Augenzwinkern. Zwei Hauensteiner Wanderer sollen nach einer ausgiebigen Einkehr auf dem Bärenbrunnerhof auf dem Heimweg am Felsen vorbeigekommen sein. In ihrer vom Alkohol benebelten Wahrnehmung sahen sie in der schroffen Felswand plötzlich Gefahr – und riefen sich gegenseitig zu: „Schnell weg do, äwe fällt er." So wurde aus dem Fels der Eben-fällt-er.

Aussicht zwischen den Felsen

Ein schmaler Pfad führt vom Wanderweg entlang der Felsgruppe Wolfsfelsen zu einer natürlichen Aussicht zwischen den Felsen. Der Blick öffnet sich auf die Stephanstürme – Sandstein vor Wald, Tiefe vor Stille.

Wer den südlichen Weg um die Queichquelle wählt, hat sowohl den Vorturm des Wolfsfelsens als auch den Stephansturm – im Volksmund „Kamel" genannt – in freier Sicht. Zwei Felsgestalten, die einander seit Jahrtausenden gegenüberstehen.

Wie kommt man zum Wolfsfelsen?

Der Wolfsfels bei Hauenstein ist ausschließlich zu Fuß erreichbar. Er liegt direkt am Burghalder Weg.

Vom Paddelweiher: Der steilste, aber auch direkteste Aufstieg. Man folgt der Markierung des Burghalder-Wegs. Distanz: ca. 1,5 km, Dauer: ca. 20 bis 30 Minuten.

Wolfsfelsen auf der Wanderroute

Der Wolfsfelsen liegt auf der Rundwanderung Hauenstein: Backelstein, Hühnerstein, Wolfsfelsen & Lanzenfahrter Felsen – neun Kilometer durch fünf markante Felsformationen, mit Aussicht, Geschichte und pfälzischer Einkehr.

Sandstein, Sage und Stille – der Wolfsfels bei Hauenstein ist einer jener Orte im Pfälzerwald, die man einmal gesehen haben sollte.

Image
auf Karte anzeigen

Der Hühnerstein bei Hauenstein im Pfälzerwald

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer den Hühnerstein besucht, entdeckt zweierlei: einen 455 Meter hohen Berg im südlichen Pfälzerwald – und auf seinem Kamm einen zwölf Meter hohen Sandsteinfels mit Aussichtsplattform, markant, unübersehbar, wie aus dem Berg gewachsen.

Der Gipfel – Leiter, Plattform, Panorama

Über eine gesicherte Metallleiter mit 40 Sprossen steigt man steil hinauf zur Aussichtsplattform des Hühnersteins. Oben wartet ein 360-Grad-Panoramablick über Hauenstein und die Berge und Täler der Südwestpfalz – weit, offen, in alle Himmelsrichtungen.

Der Pfälzerwald-Verein Hauenstein errichtete die erste Leiter bereits 1970. 1997 kam eine Windrose auf der Plattform hinzu. Die heutige, mit Absturzsicherung ausgestattete Leiter wurde 2007 erneuert – steil, direkt, nichts für schwache Nerven.

Grenzstein zwischen Kurpfalz und Speyer

Der Hühnerstein trug einst eine politische Rolle: Er markierte die Grenze zwischen der Kurpfalz im Westen und dem Fürstbistum Speyer im Osten. Noch heute verläuft hier die Gemarkungsgrenze zwischen Hauenstein und Schwanheim.

Sein Name trägt ebenfalls Geschichte in sich: „Hühnerstein" leitet sich vermutlich von „Hunnenstein" oder „Hünenstein" ab – Echos längst vergangener Zeiten.

Wanderwege zum Hühnerstein

Der Hühnerstein liegt am Hauensteiner Schusterpfad und auf der Route des Rimbach-Steigs – zwei der bekanntesten Wanderwege in der Region. In der Nähe laden die bewirtschaftete Wasgauhütte des Pfälzerwald-Vereins und das Wanderheim Dicke Eiche zur Einkehr ein.

Von Schwanheim: Der kürzeste Aufstieg beträgt rund 1,2 Kilometer.

Hühnerstein auf der Wanderroute

Der Aussichtsfels Hühnerstein liegt auf der Rundwanderung Wanderung Hauenstein: Backelstein, Hühnerstein, Wolfsfelsen & Lanzenfahrter Felsen – neun Kilometer durch fünf markante Felsformationen, mit Aussicht, Geschichte und pfälzischer Einkehr.

Image
auf Karte anzeigen

Lanzenfahrter Fels Hauenstein – Wilder Sandstein, weite Aussicht

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Lanzenfahrter Fels bei Hauenstein: Ein Fels, der fordert

Wer im Pfälzerwald auf der Suche nach einem Felsen ist, der mehr bietet als schöne Aussicht, findet am Lanzenfahrter Fels bei Hauenstein genau das Richtige. Rauer Buntsandstein, eine enge Metallleiter, der Duft von Harz und Erde – hier wartet ein eindrucksvoller Aussichtsfelsen im Wasgau.

Buntsandstein aus der Tiefe der Zeit

Der Lanzenfahrterfels besteht wie fast alle Felsen dieser Region aus Buntsandstein der Trifels-Schichten – vor etwa 250 Millionen Jahren abgelagert, heute durch Wind, Wasser und Zeit in bizarre Formen geformt. Man steht vor diesen Wänden und spürt das Gewicht dieser Zahl.

Der Name selbst trägt Geschichte in sich: Wahrscheinlich beschreibt er einen schmalen Passweg am Fels – so eng wie eine Lanze, oder einst genutzt zum Transport langen Holzes. Historisch nicht durch eine einzelne Urkunde gesichert, aber im Volksmund lebendig.

Der Aufstieg: Steil, eng, unvergesslich

Das Herzstück des Lanzenfahrter Felsens ist eine steile Metallleiter, die durch eine schmale Sicherung auf das Gipfelplateau führt. Nichts für Menschen mit ausgeprägter Höhenangst – wohl aber für alle, die ein bisschen Adrenalin mit ihrer Wanderung im Pfälzerwald verbinden wollen.

Praktischer Tipp: Die Sicherung ist schmal. Den Rucksack besser unten lassen oder vor der Brust tragen, sonst bleibt man an den Metallgittern hängen.

Sicherheitshinweis: Bei Nässe und im Winter werden die Metallstufen und Felsplatten schnell glatt. Festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind hier kein Luxus – sie sind Pflicht.

Oben angekommen: Blick über den Wasgau

Vom Gipfelplateau des Lanzenfahrterfelsens öffnet sich der Blick weit: Hauenstein zu Füßen, der Backelstein gegenüber, und dahinter die sanften Wellen des Pfälzerwaldes bis zum Horizont. Für diesen Moment lohnt sich der Aufstieg.

Wanderwege: Lanzenfahrter Fels am Burghalder Weg

Der Felsen liegt direkt am Burghalder Weg und ist Bestandteil der beliebten Rundwanderung Hauenstein: Backelstein, Hühnerstein, Wolfsfelsen & Lanzenfahrter Felsen – eine Tour, die das Beste des Wasgau auf engem Raum vereint.

Anreise und Ausgangspunkt

Mit dem Auto: Hauenstein liegt an der B10 zwischen Landau und Pirmasens. Der Parkplatz am Wasgaufreibad Hauenstein ist der ideale Ausgangspunkt – von hier erreicht man den Lanzenfahrter Fels in etwa 15 bis 20 Minuten über einen steilen Pfad (Markierung: Burghalder Weg).

Mit der Bahn: Hauenstein ist über den gleichnamigen Bahnhof erreichbar. Vom Bahnhof sind es nur wenige Gehminuten bis zum Startpunkt der Wanderung.

Image
auf Karte anzeigen

Sattelfelsen & Hasenteller Hauenstein – Naturdenkmal im Pfälzerwald

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer im Pfälzerwald unterwegs ist und wissen möchte, was Jahrmillionen aus Buntsandstein machen können, findet beim Sattelfelsen bei Hauenstein eine Antwort – und beim Hasenteller gleich nebenan noch eine zweite, rätselhaftere dazu.

Der Sattelfelsen: Ein geschütztes Naturdenkmal

Der Sattelfelsen Hauenstein ist offiziell als Naturdenkmal ausgewiesen – und das aus gutem Grund. Seine Silhouette erinnert unmittelbar an einen riesigen Reitsattel: zwei widerstandsfähige Felstürme, die „Sattelhörner", flankieren eine tiefe Einbuchtung. Weichere Gesteinsschichten wurden über Jahrtausende abgetragen, die härteren blieben. So einfach, so beeindruckend.

Wabenverwitterung: Der Fels als versteinerter Bienenstock

An den Flanken des Sattelfelsens zeigt der Buntsandstein eines seiner faszinierendsten Gesichter: die sogenannte Wabenverwitterung. Salze treten durch Feuchtigkeit an die Oberfläche, kristallisieren, sprengen den Stein von innen – zurück bleibt ein Muster wie aus einem Bienenstock.

Dunkle, fast schwarze Linien durchziehen das Gestein zusätzlich: Limonit- und Eisenkiesel-Einlagerungen, deutlich härter als der umliegende Sandstein. Sie wirken wie ein inneres Korsett – und haben dem Fels seine markante Form über die Jahrtausende bewahrt.

Rastplatz mit Aussicht ins Stephanstal

Wer rastet, rastet hier gut. Die natürliche Mulde des Sattels lädt zum Verweilen ein, die umliegenden Baumwipfel rahmen reizvolle Blicke auf das Stephanstal und die gegenüberliegenden Stephanstürme. Kein 360-Grad-Panorama – aber stille, grüne Tiefe.

Der Hasenteller: Eine Schale, viele Theorien

Unweit des Sattelfelsens liegt der Hasenteller – eine fast perfekt kreisrunde, flache Vertiefung in einer waagerecht liegenden Felsplatte. Die Wissenschaft nennt es nüchtern „Auskolkung": Regenwasser höhlt den Stein durch chemische und physikalische Verwitterung gleichmäßig aus.

Doch der Volksmund denkt weiter: Hasen des Waldes sollen hier gefressen haben, Heimatforscher spekulieren über historische Grenzmarkierungen oder gar prähistorische Kultstätten im Wasgau. Die Form lässt Raum für beides.

Geologischer Höhepunkt im Wasgau – für Naturfreunde und Fotografen

Die Kombination aus der bizarren Architektur des Sattelfelsens und der feinen, fast künstlich wirkenden Struktur des Hasentellers macht diesen Abschnitt zu einem der geologischen Höhepunkte im Pfälzerwald – für Wanderer, Naturfreunde und Fotografen gleichermaßen.

In unmittelbarer Nähe liegt zudem der Wolfsfelsen, auch „Eben-fällt-er" genannt – der nächste Grund, weiterzugehen.

Wanderwege

Der Sattelfelsen liegt versteckt im Wald nordwestlich von Hauenstein und ist Bestandteil folgender Routen:

Burghalder Weg – eine der bekanntesten Touren der Region, auf der der Sattelfelsen zu den geologischen Highlights zählt.

Sunhikes Wanderung: Hauenstein – Backelstein, Hühnerstein, Wolfsfelsen & Lanzenfahrter Felsen – auf dieser abwechslungsreichen Runde passiert man den Sattelfelsen und den Hasenteller.

Kürzester Zugang: Vom Paddelweiher

Vom Paddelweiher Hauenstein aus hat man einen der kürzesten und schönsten Zugänge zu Sattelfelsen und Hasenteller – je nach Gehtempo in etwa 20 bis 25 Minuten.

Image
auf Karte anzeigen

Hohe Loog & Hohe-Loog-Haus – Gipfel, Hütte und Panorama im Pfälzerwald

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

618 Meter. Weiter Blick. Gute Hütte. Die Hohe Loog gehört zu den lohnendsten Zielen der Haardt – und wer einmal oben war, kommt wieder. Die Hohe Loog ist kein Gipfel für Rekorde. Sie ist einer für Augenblicke.

Die Hohe Loog – Eckpfeiler der Haardt

Mit 618,7 Metern gehört die Hohe Loog zu den bedeutendsten Erhebungen der Haardt, dem östlichen Steilabfall des Pfälzerwalds. Geographisch thront sie als markanter Eckpfeiler über den Weinorten Hambach und Diedesfeld – und wer von unten hochschaut, ahnt schon, was oben wartet.

Der Name ist alt. Er leitet sich vom althochdeutschen „Loog" ab – Grenze, Grenzzeichen. Ein Hinweis auf die historische Rolle des Berges als Trennlinie zwischen verschiedenen Wald- und Gemarkungsgebieten. Die Grenze ist längst Geschichte. Der Blick geblieben.

Geologie: Buntsandstein, Felsenmeer und Krüppelkiefern

Geologisch trägt die Hohe Loog den Stempel des Buntsandsteins der Karlstal-Schichten – massiv, geschichtet, uralt. Am benachbarten Zwergberg zeigt sich das besonders eindrucksvoll: Ein weitläufiges Felsenmeer, entstanden durch eiszeitliche Frostsprengung, zieht sich den Hang hinab. Kantige Blöcke. Bizarres Gestein. Dazwischen windgepeitschte Krüppelkiefern, die dem Ort etwas Ursprüngliches geben.

Das Hohe-Loog-Haus – Hütte mit Geschichte und Panorama

Etwa 20 Höhenmeter unterhalb des Gipfels, auf einer großzügigen Lichtung, liegt das Hohe-Loog-Haus. Es ist das kulturelle und kulinarische Herz des Berges – betrieben von der Ortsgruppe Hambach des Pfälzerwald-Vereins (PWV) und fester Bestandteil der Pfälzer Hüttenkultur, die als Immaterielles Kulturerbe anerkannt ist.

Das Herzstück: die weitläufige Panoramaterrasse. Der Blick schweift über das Rebenmeer der Weinstraße hinweg, weit hinaus in die Oberrheinische Tiefebene. An klaren Tagen reicht er bis zum Schwarzwald.

Rund ums Hohe-Loog-Haus: Bürgermeisterstein, Kühungerquelle und Bildbaum

In unmittelbarer Nähe vervollständigen weitere Wegmarken das Bild dieser Sandsteinlandschaft: der Bürgermeisterstein, ein geschichtlich bedeutsamer Fels im Wald, die Kühungerquelle und der Bildbaum – stille Wegmarken, die zeigen, wie reich dieser Wald an Geschichte ist.

Wanderweg zur Hohen Loog – der Erlebnispfad über den Zwergberg

Die landschaftlich reizvollste Route startet am Wanderknotenpunkt Hahnenschritt und folgt der Markierung Roter Punkt. Der Pfad steigt direkt auf den Kamm des Zwergbergs – und wer hier läuft, hat das Beste vor sich.

Der Weg windet sich durch das Felsenmeer: massive Buntsandsteinblöcke, knorrige Kiefern, wurzelige Pfade.

Gehzeit: ca. 30–40 Minuten vom Hahnenschritt.

Ankunft auf der Lichtung – der Moment, auf den man gewartet hat

Beide Wege führen schließlich auf die große Lichtung des Hohe-Loog-Hauses. Erst hier öffnet sich der dichte Wald der Haardt. Die Terrasse. Das Panorama. Die Rheinebene. Weit. Still. Groß.

Der eigentliche Gipfelpunkt der Hohen Loog liegt nur wenige Gehminuten hinter der Hütte – ein sanfter Anstieg über einen Felsenpfad oder breiten Forstweg. 

Lage & Anreise – Hohe Loog im Pfälzerwald

Ausgangspunkt: Wanderparkplatz Hahnenschritt, Kalmitstraße (K 13), ab St. Martin Richtung Kalmit – Parkplatz ca. 1,5 km vor dem Gipfel, rechte Seite. An Wochenenden früh starten – der Parkplatz ist gut besucht.

Mit dem Wanderbus: Palatina-Buslinie 506 von Neustadt an der Weinstraße oder Maikammer, Haltestelle Hahnenschritt. In der Saison (Mai–Oktober) stündlich bis zweistündlich an Wochenenden und Feiertagen.

Image
auf Karte anzeigen

Felsenmeer Zwergberg & Hohe Loog – Sandstein, Moos und Pfälzerwald-Magie

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer den Pfälzerwald kennt, weiß: Manchmal sind es nicht die großen Gipfel, die bleiben – sondern die stillen Orte dazwischen. Das Felsenmeer am Zwergberg bei der Hohen Loog ist so ein Ort. Das Felsenmeer am Zwergberg ist kein Ausflugsziel für Rekorde. Es ist eines für Momente.

Was ist das Felsenmeer am Zwergberg?

Am Nordosthang des Zwergbergs (592 m), nur wenige Minuten vom Wanderknotenpunkt Hahnenschritt entfernt, liegen sie: hunderte von Buntsandsteinblöcken, wie von Riesenhand hingeworfen. Kantig. Bemoost. Stumm. Man geht direkt durch sie hindurch, auf dem Wanderweg zur Hohen Loog.

Im ersten Abschnitt quert der Pfad wild verstreute Felswürfel. Etwas weiter oben auf dem Bergrücken öffnen sich flächige Felsplattformen, durchzogen von tiefen Spalten.

Buntsandstein in seiner wildesten Form

Der Pfälzer Buntsandstein zeigt sich hier ungezähmt: rau, bemoost, gezeichnet von Jahrtausenden. Zwischen den Blöcken wachsen verkrüppelte Kiefern – Natur-Bonsais, geformt von nährstoffarmem Boden und dem stetigen Wind auf dem Kamm. 

Wer genau hinschaut, entdeckt auf manchen Felsblöcken kleine, runde Vertiefungen: sogenannte Auskohlungen. Einst hielt man sie für keltische Opferschalen – heute weiß man, dass die Natur hier selbst am Werk war. Natürliche Verwitterungsformen, entstanden über Jahrtausende.

Wie entstand das Felsenmeer? – Geologie am Zwergberg

Die Antwort liegt in der Kälte längst vergangener Zeiten. In den letzten Kaltzeiten drang Wasser in die Klüfte des Sandsteins, gefror, dehnte sich aus – und sprengte die Felsplatten auseinander. Das Auftauen des Bodens ließ die Blöcke langsam den Hang hinabgleiten: Solifluktion, so nennt die Geologie diesen Prozess. In der Karlstal-Schicht ist die Schichtung des Sandsteins besonders deutlich ablesbar. Manche Blöcke sehen aus wie versteinerte Blätterteigstücke – geschichtet, blättrig, uralt.

Felsenmeer Zwergberg vs. Felsenmeer Hüttenberg – ein Vergleich

Das Felsenmeer am Hüttenberg ist spektakulärer: ein rund 400 Meter langes Sandsteinriff mit markanten Abbruchkanten links und rechts des Kamms. Am Zwergberg bei der Hohen Loog liegen die Blöcke weicher in der Landschaft – hingewürfelt am Hang, mal Einzelstein, mal Platte – weniger dramatisch aber greifbarer.

Wer beides erleben will: Der 9 km lange Rundwanderweg Hüttenhohl – Kalmit – Hohe Loog vereint beide Felsenmeere in einer Tour.

Was man am Felsenmeer Zwergberg machen kann

Durchwandern – Ein schmaler, wurzeliger Pfad führt mitten durch die Felsblöcke. Einer der urigsten Wege in der gesamten Region.

Kraxeln – Kinder (und alle, die es geblieben sind) finden hier einen natürlichen Abenteuerspielplatz. Die Blöcke lassen sich mühelos erklimmen, Die Spalten können begangen Werden.

Fotografieren – Rotes Gestein. Grünes Moos. Schief gewachsene Kiefern. Die Kombination ist ein klassisches Fotomotiv im Pfälzerwald – zu jeder Jahreszeit.

Sicherheitshinweis

Bei Nässe sind die Felsen extrem rutschig. Das Moos auf dem glatten Sandstein bietet kaum Halt – festes Schuhwerk und Vorsicht sind bei feuchtem Wetter Pflicht.

Lage, Anreise & Parken – Felsenmeer Zwergberg bei der Hohen Loog

Das Felsenmeer am Zwergberg liegt am Nordosthang, nahe dem Wanderknotenpunkt Hahnenschritt im Pfälzerwald.

Wegmarkierung: Grüner Baum (Pfälzerwald-Rundweg) oder Hüttenwanderweg-Logo Gehzeit vom Hahnenschritt: ca. 5–10 Minuten

Mit dem Auto – Wanderparkplatz Hahnenschritt

Der Wanderparkplatz Hahnenschritt liegt direkt an der Kalmitstraße (K 13), die von St. Martin serpentinenartig zum Kalmit-Gipfel hinaufführt. Von der A65 Ausfahrt Kirrweiler/Maikammer nehmen, durch Maikammer Richtung St. Martin fahren, dort der Beschilderung Richtung Kalmit folgen. Der Parkplatz liegt etwa 1,5 km vor dem Gipfel, in einer markanten Kurve auf der rechten Seite. 

Hinweis: Als zentraler Ausgangspunkt für Kalmit, Hohe Loog und Felsenmeer ist der Parkplatz an sonnigen Wochenenden oft bereits ab 10:00 Uhr voll belegt – früh starten lohnt sich.

Mit dem Wanderbus (ÖPNV)

Die entspanntere Variante – besonders für Streckenwanderungen. Die Palatina-Buslinie 506 fährt von Neustadt an der Weinstraße oder Maikammer direkt zur Haltestelle Hahnenschritt. In der Saison (Mai bis Oktober) verkehrt der Bus an Wochenenden und Feiertagen meist im Stunden- oder Zweistundentakt.

Image
auf Karte anzeigen

Ottenhöfener Felsenweg: Katzenschrofen – Felsen & Hexensagen

Nördlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Kein Aussichtspunkt, keine Tafel, kein Trubel. Riesige Granitblöcke, abgerundet von Millionen Jahren Erosion, stapeln sich wie übergroße Kissen aufeinander. Moos und Flechten überziehen das Gestein in satten Grüntönen.

Was ist der Katzenschrofen?

Der Katzenschrofen ist eine markante Felsformation bei Ottenhöfen im Schwarzwald – geografisch bereits auf der Gemarkung von Kappelrodeck gelegen. Das Gestein besteht aus dem sogenannten Oberkirch-Granit, einem für die Region typischen Hartgestein. Seine charakteristische Form verdankt er der Wollsackverwitterung: Erosion über erdgeschichtliche Zeiträume rundete die Kanten ab, sodass die Blöcke heute fast organisch wirken – gedrungen, bucklig, ein kleines Labyrinth aus Stein.

Ein schmaler Pfad schlängelt sich direkt zwischen den Felsblöcken hindurch. Kein Panorama, kein Aussichtspunkt – nur Wald, Stein, Stille.

Wandern am Katzenschrofen: Felsenweg & Hexensteig

Der Katzenschrofen ist fester Bestandteil zweier bekannter Wanderwege im Achertal:

  • Ottenhöfener Felsenweg (ca. 15 km): Premiumwanderweg mit mehreren markanten Felsformationen – Sesselfelsen, Rappenschrofen, Stierfelsen. Der Katzenschrofen gehört zu den eindrucksvollsten Stationen.
  • Kappelrodecker Hexensteig (ca. 18 km): Qualitätswanderweg, der ebenfalls direkt an der Formation vorbeiführt. In unmittelbarer Nähe liegt das Hexenhäuschen, ein Rastplatz für Wanderer.

Der Pfad durch den Katzenschrofen ist felsig, steil und bei Nässe rutschig. Festes Schuhwerk und gute Trittsicherheit sind Pflicht.

Kein Fernblick – dafür alles andere

Im Gegensatz zu den nahegelegenen Palmfelsen oder dem Sesselfelsen bietet der Katzenschrofen selbst kaum Fernsicht. Er liegt tief im Wald, direkt an der Gemeindegrenze zwischen Ottenhöfen (Ortsteil Lauenbach) und Kappelrodeck – im Waldgebiet Richtung Waldulm/Blaubronn. Sein Reiz ist ein anderer: die Nahansicht der Gesteinsblöcke, das Licht, das durch das Blätterdach fällt, Farne und Bäume, die auf den Felsen balancieren, das Moos unter den Händen, wenn man sich zwischen den Felsen hindurcharbeitet.

Tipp: Wer den Felsenweg geht, sollte den kurzen Abstecher zum Bürstenstein nicht auslassen. Von dort reicht der Blick über das Achertal bis zur Rheinebene und zu den Vogesen.

Was steckt hinter dem Namen Katzenschrofen?

Der Name erklärt sich auf zwei Ebenen.

„Schrofen" bezeichnet im süddeutschen Raum steil aufragende, zerklüftete Felsen – unwegsames, karges Gelände. Das Wort ist in den Alpen und im Schwarzwald weit verbreitet.

„Katzen" verweist weniger auf die Hauskatze als auf die Wildkatze, die in den Felsspalten des Nordschwarzwalds ideale Verstecke fand. Es gibt aber noch eine andere Lesart: Im Volksglauben des Achertals nahmen Hexen die Gestalt von Katzen an. Felsen wie der Katzenschrofen galten als ihre Versammlungsorte.

Mit viel Fantasie sieht man in der Silhouette der Granitblöcke die Form eines Katzenkopfes oder eines gekrümmten Katzenbuckels – was zur Namensgebung beigetragen haben könnte.

Katzenschrofen am Ottenhöfener Felsenweg – Praktische Infos im Überblick

  • Lage: Gemeindegrenze Ottenhöfen/Kappelrodeck, Waldgebiet Richtung Waldulm/Blaubronn
  • Eingebunden in: Ottenhöfener Felsenweg (ca. 15 km) & Kappelrodecker Hexensteig (ca. 18 km)
  • Schwierigkeit: Mittelschwer, Trittsicherheit erforderlich
  • Besonderheit: Wollsackverwitterung, Hexensagen, urwüchsige Waldatmosphäre
  • Kombinierbar mit: Bürstenstein (Aussicht über Achertal und Rheinebene)
  • Beste Bedingungen: Stabiles Wetter, trockene Pfade
Image
auf Karte anzeigen

Karlstein am Hauenstein – Gipfelfels am Westweg

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer den Westweg zwischen Pforzheim und Basel entlangwandert, stößt auf knapp 1.000 Metern Höhe auf einen Felsen, der sich schweigend über den Mittleren Schwarzwald erhebt: den Karlstein am Hauenstein. Granitblöcke, rau und verwittert, schichten sich hier zu einer Kuppe auf 968,9 Metern – einem der markantesten Aussichtspunkte am Westweg. Die Ostseite fällt etwa 20 Meter steil ab – ein jäher Rand, der die Wucht des Felsens erst spürbar macht.

Der Blick öffnet sich weit nach Osten und Süden. Waldhügel, Täler, Stille. Nach Norden und Westen schiebt sich dichter Wald vor den Horizont – der westliche Bergrücken läuft fast auf gleicher Höhe, ein stummer Gegenüber.

Der Karlstein: Ein Fürstenname für einen Gipfel

Ursprünglich trug der Felsen denselben Namen wie der Berg selbst: Hauenstein. Das änderte sich am 23. Juli 1770, als Herzog Carl Eugen von Württemberg den Gipfel bestieg. Zu seiner Zeit galt der Stein als höchster Punkt im Herzogtum – ein kurzer Ruhm, denn mit der Rheinbundakte von 1806 übernahm der Schwarze Grat diesen Rang. Der wahre Höhepunkt Württembergs lag ohnehin woanders: am Dreifürstenstein unterhalb des Hornisgrinde.

Der Name Carl Eugens blieb. Am 7. Juli 1991 betrat Carl Herzog von Württemberg denselben Fels und stiftete eine Metalltafel – ein Echo über Jahrhunderte, das die verwitterte Inschrift des alten Gedenksteins bewahrt.

Vierländereck: wo Grenzen sich trafen

Bis 1805 war der Karlstein mehr als ein Aussichtspunkt – er war ein politischer Kreuzungspunkt. Hier berührten sich die Territorien der Markgrafschaft Baden, Altwürttembergs, des Fürstentums Fürstenberg und Vorderösterreichs. 

Der Pressburger Frieden vom 26. Dezember 1805 löste die österreichischen und fürstenbergischen Anteile auf; sie fielen an Baden. Der Grenzvertrag vom 2. Oktober 1810 zwischen Württemberg und dem Großherzogtum Baden machte schließlich Hornberg – und mit ihm den württembergischen Teil des Karlsteins – badisch.

Geologie: Wollsäcke aus der Tiefe der Zeit

Der Granitfels zeigt, was Jahrmillionen Erosion aus hartem Gestein formen: gerundete Blöcke, die sogenannte Wollsackverwitterung. Der Karlstein steht als Geotop und Naturdenkmal unter besonderem Schutz – ein Stück geologisches Gedächtnis des Schwarzwalds.

Schalensteine: Rätsel aus der Jungsteinzeit

Im Granit sind schüsselförmige Vertiefungen zu erkennen – Schalensteine, wie sie im Volksmund heißen. In rund 200 Metern Umkreis wurden Steinwerkzeuge gefunden, was auf eine Nutzung in der Jungsteinzeit (Neolithikum) hindeutet: möglicherweise eine Kultstätte, vielleicht ein Siedlungsplatz. Doch die Forschung ist sich nicht einig – natürliche Erosion könnte dieselben Mulden geformt haben. Das Rätsel bleibt offen.

Wanderhinweis: Karlstein am Westweg

Der Karlstein liegt unmittelbar am Westweg (Etappe 7: Hausach nach Wilhelmshöhe) im Ortsteil Niederwasser der Gemeinde Hornberg. Wer den Fernwanderweg geht, passiert ihn zwangsläufig – und sollte hier innehalten. 

Image
auf Karte anzeigen

Palmfelsen Ottenhöfen – Aussichtspunkt am Felsenweg Schwarzwald

Nördlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Weiter Himmel, sanfte Hügel, blauer Horizont. Der Palmfelsen gehört zu den eindrucksvollsten Stationen des Ottenhöfener Felsenwegs – und belohnt den Aufstieg mit einem Panorama, das weit über den Schwarzwald hinausreicht.

Was ist der Palmfelsen?

Der Palmfelsen bei Ottenhöfen ist einer der spektakulärsten Aussichtspunkte im Nordschwarzwald. Von hier blickt man über das Achertal, in die Rheinebene und bis hin zu den Vogesen – an klaren Tagen ein Panorama, das kaum ein anderer Punkt des Felsenwegs bietet. Er liegt direkt am Schwarzwälder Genießerpfad, dem ca. 15 km langen Premiumwanderweg, der an insgesamt neun markanten Felsformationen vorbeiführt.

Geologie hautnah: Granit statt Porphyr

Während viele Felsen im Nordschwarzwald aus Porphyr bestehen, ist der Palmfelsen ein Paradebeispiel für Granit. Drei Verwitterungsprozesse haben den Fels über Millionen von Jahren geformt.

Wollsackverwitterung – Wasser und Frost greifen die Kanten der massiven Granitblöcke gleichmäßig an und runden sie ab. Das Ergebnis: Blöcke, die wie übereinandergestapelte Kissen wirken.

Absanden – Der Granit des Palmfelsens ist so homogen, dass er nicht in groben Schutt zerfällt. Stattdessen lösen sich einzelne Kristalle aus dem Gestein. Der entstehende Grus sammelt sich am Fuß des Felsens – Gestein auf dem langsamen Weg zu Sand.

Kalifeldspat-Einsprenglinge – Das markanteste Merkmal: große, oft rechteckige Kristalle, die zentimeterweit aus der Felswand herausragen. Härter als das umgebende Gestein, trotzen sie der Verwitterung – während der Rest des Felsens langsam absandet.

Der Boden rund um den Palmfelsen ist sandig-grobkörnig, kaum matschig – ein direktes Ergebnis dieser physikalischen, nicht chemischen Verwitterung.

Wandern am Palmfelsen: Tipps & Hinweise

Der Ottenhöfener Felsenweg ist ca. 15 km lang und verbindet neun markante Felsformationen miteinander – darunter Sesselfelsen, Katzenschrofen, Rappenschrofen und Stierfelsen. Der Palmfelsen gehört zu den Highlights.

Der Pfad im Felsbereich ist teils steil und felsig. Trittsicherheit und festes Schuhwerk sind erforderlich.

Tipp: In direkter Nachbarschaft liegt der Bürstenstein – ein weiterer Aussichtspunkt mit ähnlich beeindruckendem Blick über das Achertal bis zur Rheinebene.

Was steckt hinter dem Namen Palmfelsen?

Der Name hat nichts mit Palmen zu tun – er ist das Ergebnis eines sprachlichen Wandels über Jahrhunderte.

Die wahrscheinlichste Erklärung führt auf das alte Wort „Balm" zurück, das im süddeutschen und schweizerischen Raum einen Felsüberhang, eine flache Höhle oder eine schützende Felswand bezeichnet. Aus dem dialektal gesprochenen „Balmen" wurde im offiziellen Sprachgebrauch schlicht „Palmfelsen" – das Wort wurde an einen bekannteren Begriff angepasst, den man zu kennen glaubte.

Ein kleiner sprachlicher Irrtum, der sich bis heute hält.

Palmfelsen Ottenhöfen – Praktische Infos im Überblick

  • Lage: Am Ottenhöfener Felsenweg, Nordschwarzwald
  • Highlight: Panorama über Achertal & Vogesen
  • Geologie: Granit, Wollsackverwitterung, Kalifeldspat-Einsprenglinge
  • Schwierigkeit: Mittelschwer, Trittsicherheit erforderlich
  • Weglänge: Ottenhöfener Felsenweg ca. 15 km, 9 Felsformationen
  • Kombinierbar mit: Bürstenstein, Katzenschrofen, Sesselfelsen
  • Beste Bedingungen: Stabiles Wetter, trockene Pfade
Image
auf Karte anzeigen

Bürstenstein Ottenhöfen – Panorama & Geologie am Felsenweg

Nördlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Weiter Himmel, freier Blick, stille Größe. Der Bürstenstein ist einer der eindrucksvollsten Aussichtspunkte im Nordschwarzwald – und für viele das stille Highlight des Ottenhöfener Felsenwegs.

Bürstenstein am Felsenweg Ottenhöfen – Panorama, Geologie & Wandertipps

Der Bürstenstein bei Ottenhöfen liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Palmfelsen und bildet zusammen mit diesem das Filetstück der Wanderung. Der Fels ist nach Westen ausgerichtet – direkt in Richtung Rheinebene, Straßburger Münster und Vogesen. Bei klarer Sicht ein Panorama, das seinesgleichen sucht.

Unter Wanderern gilt er als einer der besten Orte für Sonnenuntergangsfotos auf der gesamten Tour.

Aussicht: Schwarzwald trifft Rheinebene

Von der exponierten Felskante blickt man weit über die Weinberge von Waldulm und das Achertal. Bei guter Fernsicht reicht der Blick über die gesamte Oberrheinebene bis zum Straßburger Münster und zu den Vogesen in Frankreich.

Während viele Wanderer am bekannten Palmfelsen rasten, bietet der Bürstenstein durch seine Ausrichtung den noch freieren Blick in die Ebene.

Geologie: Der Rand einer Katastrophe

Der Bürstenstein steht auf dem festen Rand des Rheingrabens – und wer hier oben steht, blickt auf eines der gewaltigsten geologischen Ereignisse Europas.

Das Gestein unter den Füßen ist der Kappelrodecker Granit, eine lokale Ausprägung des Oberkirch-Granits. Auch hier lässt sich die Wollsackverwitterung beobachten: Die Felsen sind stark zerklüftet und bilden markante Rippen und Schroffen, die aus dem Waldboden ragen.

Der Rheingraben in drei Sätzen

Vor etwa 50 Millionen Jahren begann die Erdkruste hier zu reißen. Schwarzwald und Vogesen bildeten ursprünglich eine zusammenhängende Gebirgsplatte – durch die Dehnung der Kruste drifteten sie auseinander, das Mittelstück sank bis zu 3.000 Meter tief ab. Was heute als friedliche Rheinebene liegt, ist das aufgefüllte Innere dieses gewaltigen Einbruchs.

Die Vogesen drüben sind das Spiegelbild: gleiches Gestein, gleiche Geschichte, einst ein Gebirge.

Was steckt hinter dem Namen Bürstenstein?

Der Name ist eine treffende Beschreibung – und hat gleich mehrere mögliche Wurzeln.

Die wahrscheinlichste Erklärung ist eine visuelle: Durch das Absanden des Granits ragen harte Kalifeldspat-Kristalle und Quarze spitz und kantig aus dem Gestein heraus. Die Oberfläche wirkt rau, borstig – wie eine grobe Bürste. Im Volksmund hieß es: der Fels sei „bürstig".

Eine zweite Theorie verweist auf altes Forstarbeiterwissen: Dichte Büschel von Heidekraut und Ginster wurden früher als „Bürsten" bezeichnet. Felskanzeln mit struppigem Bewuchs auf nährstoffarmem Boden trugen diesen Namen oft.

Eine dritte Deutung führt auf das Wort „bersten" zurück – brechen, reißen. Direkt an der tektonischen Bruchkante gelegen, könnte der Bürstenstein ursprünglich der „geborstene Stein" gewesen sein.

Wandern am Bürstenstein: Tipps & Anreise

Der Bürstenstein liegt auf dem Ottenhöfener Felsenweg. Der Zugang erfolgt über schmale, wurzelige Pfade – Trittsicherheit ist erforderlich. Eine Holzaussichtsplattform ermöglicht den freien Blick über die Rheinebene.

Kurztour ab Blaubronn: Wer nicht die gesamte Runde gehen möchte, startet am Wanderparkplatz Grillplatz Blaubronn. Eine kleine Schleife von ca. 3–4 km verbindet Bürstenstein und Palmfelsen in etwa einer Stunde – ohne langen Aufstieg aus dem Tal.

Anfahrt: Von Ottenhöfen Richtung Blaubronn (K5371), kurvenreich bergauf bis zum Waldrand. Navi: „Blaubronn, 77833 Ottenhöfen" oder Koordinaten ca. 48.560, 8.138.

Bürstenstein Ottenhöfen – Praktische Infos im Überblick

  • Lage: Ottenhöfener Felsenweg, Nordschwarzwald, westlicher Rand
  • Highlight: Panorama über Achertal, Rheinebene, Straßburger Münster & Vogesen
  • Geologie: Kappelrodecker Granit, Wollsackverwitterung, Rheingraben-Tektonik
  • Schwierigkeit: Mittelschwer, Trittsicherheit erforderlich
  • Kurztour: Ca. 3–4 km ab Wanderparkplatz Blaubronn
  • Kombinierbar mit: Palmfelsen, Katzenschrofen, Sesselfelsen
  • Beste Zeit: Spätnachmittag für Sonnenuntergang
Image
auf Karte anzeigen

Breitfelsen Ottenhöfen – Aussichtspunkt & Porphyr am Felsenweg

Nördlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Massiv, rötlich-grau, fast trotzig. Der Breitfelsen ragt als markante Felsnase aus dem bewaldeten Hang – ein stiller Aussichtspunkt mit ganz eigener Atmosphäre. Im Vergleich zu den bekannteren Stationen wie Sesselfelsen oder Bürstenstein wirkt er auf den ersten Blick unscheinbarer – der Weg führt direkt über den Fels, Aussicht inklusive.

Breitfelsen am Ottenhöfener Felsenweg – Aussicht, Geologie & Wandertipps

Der Breitfelsen bei Ottenhöfen ist einer der charakteristischen Wegpunkte auf dem Ottenhöfener Felsenweg, dem zertifizierten Genießerpfad im Nordschwarzwald. Der Fels liegt im westlichen Teil des Achertals, von der Seite betrachtet wie eine massive Felsnase direkt am Pfad.

Aussicht: Achertal, Simmersbach & Hornisgrinde

Vom Breitfelsen blickt man über das obere Achertal und die Seitentäler von Ottenhöfen und Seebach. Bei klarer Sicht reicht das Panorama bis zur Hornisgrinde – dem höchsten Gipfel des Nordschwarzwalds – und über dichte Schwarzwaldtäler bis zum Horizont – Schwarzwald pur.

Der Aufstieg führt über eine Felsrinne – bei feuchtem Wetter rutschig. Trittsicherheit ist Pflicht.

Geologie: 270 Millionen Jahre in Stein

Während die Felsen rund um Palmfelsen und Bürstenstein aus Granit bestehen, ist der Breitfelsen aus Porphyr, in der Fachsprache auch Rhyolith genannt. Ein geologisch seltenes Nebeneinander auf engem Raum.

Dieses Gestein entstand vor etwa 270 bis 300 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität – zu einer Zeit, als die ersten Saurier begannen, das Festland zu besiedeln. Die glutflüssige Masse schob sich zwischen ältere Sedimentschichten, erstarrte und blieb als harter Riegel zurück – während die weicheren Gesteine ringsum längst abgetragen wurden.

Porphyr vs. Granit – der Unterschied auf einen Blick

Der Quarzporphyr des Breitfelsens ist kantig und schroff – kein abgerundetes Wollsack-Gestein wie beim Granit, sondern scharfe Kanten, rötlich-graue Färbung, eine feinkörnige Grundmasse mit größeren Einsprenglingen aus Quarz und Feldspat. Genau diese Struktur gibt dem Felsenweg seinen alpinen Charakter – und unterscheidet ihn deutlich von den sanfteren Granit-Rundungen anderer Schwarzwaldgipfel.

Der Porphyr-Zug zieht sich entlang des gesamten Westrandes des Schwarzwalds – von Baden-Baden im Norden bis Badenweiler im Süden.

Was steckt hinter dem Namen Breitfelsen?

Der Name ist Programm. „Breit" beschreibt die markante horizontale Ausdehnung der Formation – keine spitze Nadel, kein schmaler Grat, sondern ein massiv gelagerter Gesteinsriegel.

Solche beschreibenden Namen wurden in der Region von Landwirten, Waldarbeitern und Hirten geprägt – lange vor dem Tourismus. Sie dienten als Orientierung im Gelände, als Grenzmarken für Waldstücke. Im lokalen alemannischen Dialekt heißt er schlicht „Breitfels".

Wandern am Breitfelsen: Tipps & Hinweise

Der Breitfelsen liegt auf dem Felsenweg Ottenhöfen. In unmittelbarer Nähe befinden sich der Rappenschrofen, der Pfennigfelsen und der Spitzfelsen.

Wer eine Pause einlegen möchte: Nur ca. 1–2 km entfernt liegt die Bergvesperstube „Zum Fiesemichel" – eine der beliebtesten Einkehrmöglichkeiten auf der gesamten Tour.

Beste Jahreszeit: Im Herbst, wenn Nebel im Tal liegt und die Felsen darüber herausragen. Im Frühling, wenn die frischen Wiesen des Achertals für leuchtende Kontraste sorgen.

Breitfelsen Ottenhöfen – Praktische Infos im Überblick

  • Lage: Ottenhöfener Felsenweg, westliches Achertal, Nordschwarzwald
  • Gestein: Quarzporphyr (Rhyolith), ca. 270–300 Mio. Jahre alt
  • Aussicht: Achertal, Simmersbach, Hornisgrinde, Schwarzwald
  • Schwierigkeit: Mittelschwer, Felsrinne, Trittsicherheit erforderlich
  • Nachbarn: Rappenschrofen, Pfennigfelsen, Spitzfelsen
  • Einkehr: Bergvesperstube Zum Fiesemichel (ca. 1–2 km)
  • Beste Zeit: Herbst & Frühling
Image
auf Karte anzeigen

Rappenschrofen Ottenhöfen – Wilder Porphyrfels am Felsenweg

Nördlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Schroff und urgewaltig. Der Rappenschrofen ist der wildeste Punkt des Ottenhöfener Felsenwegs – eine aufragende Porphyrwand mit einem Blockmeer zu Füßen, das von jahrtausendealten Felsstürzen erzählt. Er gilt als „große Bruder" des Breitfelsens – verwandtes Gestein, aber wilder, zerklüfteter, alpiner. Der Rappenschrofen ist kein Aussichtspunkt mit Geländer und Plattform – der Fels fällt steil und unvermittelt ab. Vorsicht ist geboten, vor allem mit Kindern.

Rappenschrofen am Ottenhöfener Felsenweg – Porphyrwand, Blockmeer & Panorama

Der Rappenschrofen bei Ottenhöfen gilt als einer der spektakulärsten Aussichtspunkte des Felsenwegs im Nordschwarzwald. Mit ca. 667 m ü. NHN ist er einer der höchsten Punkte der Tour. Der Pfad führt direkt an die Kante – der Blick öffnet sich unvermittelt über das obere Achertal und die Gemeinde Ottenhöfen.

Aussicht: Achertal, Simmersbach & Hornisgrinde

Von der Felskante blickt man weit über das obere Achertal, die Dächer von Ottenhöfen und die umliegenden Schwarzwaldtäler. Bei guter Sicht reicht der Blick bis in den Ortsteil Simmersbach, tief in die bewaldeten Schwarzwaldtäler und hinauf zur Hornisgrinde (1.164 m) – dem höchsten Gipfel des Nordschwarzwalds.

Geologie: Härtling aus Quarzporphyr

Wie der Breitfelsen besteht der Rappenschrofen aus Quarzporphyr (Rhyolith) – vulkanisches Ergussgestein, etwa 260 bis 280 Millionen Jahre alt. Er widerstand der Erosion, während das weichere Gestein ringsum längst abgetragen wurde. Was blieb, ist ein sogenannter Härtling – der harte Kern, den die Zeit nicht bezwingen konnte.

Das Blockmeer – Zeugen vergangener Felsstürze

Das markanteste Merkmal des Rappenschrofens liegt nicht oben, sondern unten: Ein gewaltiges Blockmeer aus riesigen Porphyr-Brocken bedeckt den Hang unterhalb der Wand. Über Jahrtausende sprengten Frost, Wurzeln und Temperaturschwankungen den Fels Stück für Stück auf – die Trümmer blieben liegen.

Drei Kräfte arbeiten unaufhörlich am Gestein: Frostsprengung – Wasser gefriert in Klüften und dehnt sich um neun Prozent aus. Wurzelsprengung – Baumwurzeln wirken wie biologische Keile. Wärmedehnung – Sonne und Kälte erzeugen Spannungen im Gefüge.

Das Blockmeer ist das Ergebnis – wild, urzeitlich, unberührt. Es liegt unterhalb des Felsens – aus der Vogelperspektive erahnbar, wild und urzeitlich.

Was steckt hinter dem Namen Rappenschrofen?

Der Name trägt sein Wesen im Wort.

„Rappen" verweist auf Schwarz – wie das schwarze Pferd, wie der Kolkrabe. Der Porphyr des Rappenschrofens wirkt feucht und im Schatten fast schwarz. Solche dunklen, exponierten Felswände waren im Schwarzwald klassische Nistplätze für Kolkraben – und wurden entsprechend benannt.

„Schrofen" bezeichnet im süddeutschen Raum eine steil abfallende, zerklüftete Felswand – wilder und brüchiger als ein glatter „Fels". Kein kompakter Block, sondern ein von Rissen, Spalten und vorstehenden Kanten durchzogenes Gestein.

Der Rappenschrofen ist also der schwarze, zerklüftete Felsabsturz – und selten hat ein Name einen Ort so treffend beschrieben.

Wandern am Rappenschrofen: Tipps & Hinweise

Der Rappenschrofen liegt auf dem Ottenhöfener Felsenweg, nahe dem Breitfelsen. Die Abfolge in diesem Abschnitt: Sesselfelsen – Spitzfelsen – Breitfelsen – Rappenschrofen. Der Fels ist deutlich alpiner als andere Stationen des Weges – festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind Pflicht. Mit Kindern besondere Vorsicht.

Rappenschrofen Ottenhöfen – Praktische Infos im Überblick

  • Lage: Ottenhöfener Felsenweg, Nordschwarzwald, ca. 667 m ü. NHN
  • Gestein: Quarzporphyr (Rhyolith), ca. 260–280 Mio. Jahre alt
  • Aussicht: Oberes Achertal, Ottenhöfen, Simmersbach, Hornisgrinde (1.164 m)
  • Besonderheit: Blockmeer, Fließstrukturen, Härtling
  • Schwierigkeit: Anspruchsvoll, kein Geländer
  • Abfolge: Sesselfelsen – Spitzfelsen – Breitfelsen – Rappenschrofen
  • Beste Zeit: Herbst & Frühjahr
Image
auf Karte anzeigen

Spitzfelsen Ottenhöfen – Markanter Porphyrfels am Felsenweg

Nördlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Scharf, steil, versteckt. Der Spitzfelsen ragt wie ein steinerner Zahn aus dem bewaldeten Hang – markanter Wegpunkt und geologisches Fenster in eine feurige Vergangenheit. Schon im 19. Jahrhundert sollen Holzhauer die markante Spitze zur Orientierung im Gelände genutzt haben.

Spitzfelsen am Ottenhöfener Felsenweg – Porphyr, Vulkangeschichte & Aussicht

Der Spitzfelsen bei Ottenhöfen ist eine der charakteristischsten Stationen auf dem Ottenhöfener Felsenweg. Sein Name ist Programm: Während der Breitfelsen massig und lagernd wirkt, tritt der Spitzfelsen steil und scharfkantig aus dem Hang – eine fast senkrechte Felskante. 

Aussicht: Ottenhöfen & die Seitentäler

Ein schmaler Pfad führt durch den Wald zum Fels. Der Aufstieg über bemooste Steine endet in einer markanten Einsattelung – einer natürlichen Kerbe im Porphyr. Vom Spitzfelsen öffnet sich dann der Blick über das Dorf Ottenhöfen und die umliegenden Seitentäler – exponiert, kein breites Plateau, sondern eine schmale, luftige Kante.

Geologie: Ein versiegelter Vulkan

Der Spitzfelsen besteht wie seine Nachbarn aus Quarzporphyr – vulkanischem Ergussgestein, etwa 260 Millionen Jahre alt. Doch hinter seiner Form steckt eine geologische Geschichte.

Der gesamte Abschnitt vom Sesselfelsen bis zum Rappenschrofen war einst ein gigantischer Vulkanschlot – die Hauptröhre, durch die Magma direkt aus dem Erdinneren aufstieg.

Das geologische Drama in zwei Akten

Erst erstarrte das Magma am Rand des Schlots langsam zu einem zähflüssigen Pfropfen – die feinen Schlieren und Bänderungen, die man heute im Gestein sieht, sind Überreste dieser Fließtextur. Dann baute sich unter dem Pfropfen ein gewaltiger Gasdruck auf. Die Folge: eine Explosion, die den Schlot sprengte. Trümmer des alten Gesteins vermischten sich mit frischer Schmelze – das Ergebnis ist die sogenannte Schlotbrekzie: ein natürlicher Verbundwerkstoff aus Bruchstücken und erstarrter Lava, hart wie kein anderes Gestein der Region.

Wer genau hinsieht, erkennt am Fels noch heute die eckigen Gesteinsfragmente, die wie eingemauert in der jüngeren Schmelze stecken.

Warum der Spitzfelsen so steil aufragt

Die fast senkrechten Klüfte im Gestein entstanden beim Erstarren der Lava. Diese vertikale Struktur lässt den Fels in die Höhe wachsen statt in die Breite – und gibt ihm seine unverwechselbare, zackige Silhouette. Das weichere Gestein ringsum wurde längst abgetragen. Der Härtling blieb.

Wandern am Spitzfelsen: Tipps & Hinweise

Der Spitzfelsen liegt auf dem Ottenhöfener Felsenweg, zwischen Sesselfelsen und Breitfelsen. Der Anstieg führt über steile, wurzelige Pfade – eine der Passagen, auf denen der Felsenweg seinen Ruf als anspruchsvoller Premiumwanderweg verdient.

Festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind Pflicht - kein Geländer. Wer hier oben steht und in die Tiefe blickt, versteht: Der Nordschwarzwald kann sich alpin anfühlen.

Spitzfelsen Ottenhöfen – Praktische Infos im Überblick

  • Lage: Ottenhöfener Felsenweg, Nordschwarzwald
  • Gestein: Quarzporphyr, Schlotbrekzie, ca. 260 Mio. Jahre alt
  • Aussicht: Ottenhöfen, Seitentäler, exponierte Felskante
  • Besonderheit: Vulkanschlot, Fließtextur, Einsattelung im Fels
  • Schwierigkeit: Anspruchsvoll, steile wurzelige Pfade, Trittsicherheit erforderlich
  • Abfolge: Sesselfelsen – Spitzfelsen – Breitfelsen – Rappenschrofen
  • Beste Zeit: Herbst & Frühling
Image
auf Karte anzeigen

Sesselfelsen Ottenhöfen – Erstes Highlight am Felsenweg Schwarzwald

Nördlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Rast, Aussicht, Aufbruch. Der Sesselfelsen empfängt jeden, der den Ottenhöfener Felsenweg in klassischer Richtung beginnt – und setzt das Thema für die gesamte Tour. Der Sesselfelsen bei Ottenhöfen liegt auf ca. 560 m ü. NHN und ist meist die erste große Felsformation, der man auf dem Felsenweg im Nordschwarzwald begegnet. 

Sesselfelsen am Ottenhöfener Felsenweg – Felsplattform, Aussicht & Vulkangeschichte

Die großzügige Felsplattform des Sesselfelsens lädt zum Verweilen ein – Raum zum Bewegen, Sitzen, Innehalten. Eine Aussichtsbank und ein markantes Holzkreuz prägen das Bild. Eines der beliebtesten Fotomotive am Felsenweg.

Von der Felskanzel blickt man auf Ottenhöfen, bekannt als das „Dorf der sieben Mühlen" – gepflegte Schwarzwaldhöfe, steile Wiesenflanken, das weite Achertal bis zur Hornisgrinde. Ein Blick, der die Mühe des Aufstiegs sofort vergessen lässt.

Direkt am Fels wachsen knorrige Kiefern, Farne und Ginsterbüsche, die in den Klüften des Gesteins Halt finden – lebendige Beispiele der Wurzelsprengung, die den Porphyr über Jahrtausende langsam aufbricht. An warmen Tagen sonnen sich Eidechsen auf dem Felsplateau.

Geologie: Wo der Vulkanschlot beginnt

Der Sesselfelsen bildet den südwestlichen Beginn einer Kette von Felsformationen, die alle aus demselben urzeitlichen Vulkanschlot entstanden – von hier über Spitzfelsen, Breitfelsen bis zum Rappenschrofen. Das Magma stieg durch diese Röhre aus dem Erdinneren, erstarrte, explodierte, und hinterließ das harte Gestein, das wir heute sehen.

Am Sesselfelsen lässt sich die Schlotbrekzie erkennen: eckige Gesteinsfragmente, eingebettet in eine feinere, einst glutflüssige Masse – der steingewordene Beweis einer gewaltigen Explosion vor 260 Millionen Jahren.

Was der Fels erzählt – Geologie zum Anfassen

Wer genau hinsieht, liest am Sesselfelsen die Geschichte eines Lavastroms.

Fließtextur – Schlieren und Linien im Gestein, fast wie Holzmaserung. Die zähflüssige Lava erstarrte mitten in der Bewegung. 
Einsprenglinge – Kleine, helle Feldspat-Kristalle, oft parallel ausgerichtet – Kompassnadeln, die noch heute die Fließrichtung des Lavastroms anzeigen. 
Entglasung – Was heute als matter Porphyr erscheint, war einst schwarzes Vulkanglas. Über Jahrmillionen wuchsen darin winzige Kristalle: Punkte und Flecken im Stein.

Wandern am Sesselfelsen: Tipps & Hinweise

Der Sesselfelsen markiert den Übergang von sanften Waldwegen hin zum schroffen, pfadigen Abschnitt des Ottenhöfener Felsenwegs. Die Abfolge der Felsen: Sesselfelsen – Spitzfelsen – Breitfelsen – Rappenschrofen.

Festes Schuhwerk ist notwendig, sobald der Pfad felsiger wird.

Sesselfelsen Ottenhöfen – Praktische Infos im Überblick

  • Lage: Ottenhöfener Felsenweg, Nordschwarzwald, ca. 560 m ü. NHN
  • Gestein: Quarzporphyr, Schlotbrekzie, ca. 260 Mio. Jahre alt
  • Aussicht: Ottenhöfen, Achertal, Schwarzwaldhöfe
  • Besonderheit: Felsplattform, Aussichtsbank, Holzkreuz, Fließtextur
  • Schwierigkeit: Moderat, erster Einstieg in den Felsenweg
  • Abfolge: Sesselfelsen – Spitzfelsen – Breitfelsen – Rappenschrofen
  • Beste Zeit: Ganzjährig, besonders schön im Frühling & Herbst
Image
auf Karte anzeigen

Hexentanzplatz & Hexenhaus am Hexensteig Kappelrodeck

Nördlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Eine schiefe Hütte, ein riesiger Besen, dichter Wald. Mehr braucht es nicht. Der Hexentanzplatz ist ein idyllischer Rastplatz tief im Wald auf der Gemarkung von Kappelrodeck – genauer: im Bereich der Waldulmer Gemarkung, Ortsteil von Kappelrodeck. 

Hexentanzplatz & Hexenhaus am Kappelrodecker Hexensteig – Sagen, Wald & Wandern

Das Hexenhaus, eine schiefe, märchenhafte Schutzhütte, wurde 2013/2014 errichtet. Direkt daneben steht ein überdimensionaler Hexenbesen – Sitzbank, Fotomotiv und Wegmarke in einem.

Der Ort ist kein touristisches Beiwerk, sondern ein symbolischer Punkt, an dem alte mündliche Überlieferungen des Achertals lebendig gehalten werden. Der Hexentanzplatz liegt hoch oben im Wald, fernab der Weinberge, direkt am Bergrücken.

Schnittpunkt zweier Wanderwege im Nordschwarzwald:

  • Kappelrodecker Hexensteig (ca. 18 km): Der Hauptweg, der den Ort als eines seiner Highlights führt.
  • Ottenhöfener Felsenweg: Der Platz liegt direkt an der Route des bekannten Felsenwegs in der Nähe des Katzenschrofen.

Die Sage: Die beschlagene Hexe

Ein Bauer hatte zwei Knechte – einen dicken, einen dürren. Zum dürren kam nachts eine Hexe. Drei Wörter, und er war ein Ross. Die Hexe saß auf und ritt zum Hexentanz. Der Knecht wurde immer magerer. Als der Bauer fragte, erzählte er alles – auch die drei Zauberwörter. Da legte sich der dicke Knecht in sein Bett.

Als die Hexe wiederkam, sprach er die Wörter. Jetzt war sie das Ross. Er ritt schnurstracks zum Schmied, ließ sie beschlagen und ritt heim. Drei Wörter zurück – und aus dem Ross wurde wieder eine Hexe.

Am nächsten Morgen lag die Nachbarstochter, 15 oder 16 Jahre alt, krank im Bett und wollte die Hände nicht zeigen. Man schaute nach: Hufeisen an Händen und Füßen. Man nahm sie ab – und die Hexe erschien nie mehr. – Aus den Achertalsagen, Adolf Hirth

Kappelrodecker Hexensteig – Wandertipps

Der Kappelrodecker Hexensteig ist mit ca. 18 km und rund 700 Höhenmetern im Auf- und Abstieg ein anspruchsvoller Qualitätswanderweg. Start und Ziel ist das Zuckerbergschloss in Kappelrodeck.

Highlights unterwegs: Bürstenstein (Panorama über Rheinebene und Vogesen), mehrere Schnaps- und Getränkebrunnen (u. a. am Ganzeckerhof und Baßlerhof), der Hexentanzplatz mit Hexenhaus – und die Weinlagen des Waldulmer Pfarrbergs, deren roter Wein und dunkle Sagen eine eigentümliche Atmosphäre erzeugen.

Hexentanzplatz Kappelrodeck – Praktische Infos im Überblick

  • Lage: Waldulmer Gemarkung, Kappelrodeck, Nordschwarzwald
  • Highlight: Hexenhaus, überdimensionaler Hexenbesen, Rastplatz
  • Wegverbindung: Kappelrodecker Hexensteig & Ottenhöfener Felsenweg
  • Hexensteig: Ca. 18 km, ca. 700 Hm, Start/Ziel Zuckerbergschloss
  • Sage: Die beschlagene Hexe, Achertalsagen (Adolf Hirth)
  • Kombinierbar mit: Bürstenstein, Felsenweg Ottenhöfen
  • Beste Zeit: Herbst & Nebeltage für maximale Atmosphäre
Image
auf Karte anzeigen

Dicke Eiche Pfälzerwald: Naturdenkmal & stilles Mahnmal

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Drei Jahrhunderte, eine Eiche: Tief im Pfälzerwald, auf dem Sorgenberg zwischen Hauenstein, Erfweiler und Schwanheim, stand sie: die Dicke Eiche – eine rund 300 Jahre alte Traubeneiche von enormem Stammdurchmesser, über Generationen hinweg Wahrzeichen der Region. Ein Baum, der Kriege überdauert hatte, Holzfäller und Forstarbeiter, Kinder und Enkel – bis in der Nacht zum 25. März 1994 unbekannte Täter mit einer Motorsäge in den Wald kamen.  

Die Chronik eines Umweltverbrechens 

Ein Ringelschnitt – und ein langsamer Tod: Was die Täter taten, nennt sich Ringelschnitt: Sie sägten den Baum tief und vollständig ringsherum ein und trennten dabei Rinde und Kambium – die lebenswichtige Leitungsbahn des Baumes – vollständig durch. Kein Nährstofftransport mehr möglich. Ein todesurteil, still und unsichtbar. 

Die Bestürzung in der Bevölkerung war groß. Baumspezialisten versuchten zu retten, was zu retten war: Schnittstellen mit Spezialharz versiegelt, künstliche Rindenbrücken eingesetzt. Doch der Anschlag war zu schwer. Die Eiche starb langsam ab. 

Jahrelang stand sie als totes Skelett im Wald. 2011 musste der Baum aus Sicherheitsgründen gefällt werden – das Holz war zu morsch geworden.  

Der liegende Riese – ein Mahnmal im Pfälzerwald 

Was geblieben ist: Wer das Naturdenkmal Dicke Eiche heute besucht, steht vor einem stillen, eindringlichen Ort. Die mächtigen Überreste des Stammes wurden bewusst liegen gelassen – als Mahnmal gegen blinde Zerstörungswut. Direkt daneben wächst eine junge Nachfolge-Eiche. Bis sie die Ausmaße ihres Vorgängers erreicht, werden Jahrhunderte vergehen. 

Schautafeln dokumentieren die Geschichte des Baumes und des Verbrechens. Eine Bank lädt zur Rast ein. Stille, Wald, ein liegender Riese.  

Wanderheim Dicke Eiche – Einkehr mit Weitblick 

Ganz in der Nähe liegt das Wanderheim Dicke Eiche (405 m), auch als Hauensteiner Hütte bekannt. Die ehrenamtlich betriebene PWV-Hütte liegt hoch über dem Stephanstal, wo die Queich entspringt, und bietet schön gelegene Freisitzplätze mit Blick auf die Felsbastion des Stephansturms und des Wolfsfelsens. Gutbürgerliche Pfälzer Küche – ein wohlverdienter Halt auf jeder Wanderung in der Umgebung. 

So erreicht man die Dicke Eiche 

Das Naturdenkmal Dicke Eiche liegt an mehreren Wanderwegen im südlichen Pfälzerwald: 

Am Wanderheim Dicke Eiche laufen alle drei Routen zusammen. 

Image
auf Karte anzeigen

Queichquelle Hauenstein: Ursprung im Stephanstal

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wo die Queich beginnt: Am Ende des Stephanstals, südlich von Hauenstein, liegt einer der stillen Höhepunkte des südlichen Pfälzerwalds: die Queichquelle. Hier tritt Wasser aus dem Buntsandstein – kühl, klar, unbeirrt – und beginnt seinen 52 Kilometer langen Weg durch Pfälzerwald und Südpfalz, bis die Queich bei Germersheim in den Rhein mündet. 

Über dem Talschluss ragen die Stephanstürme auf, zwei markante Buntsandsteinfelsen am Nordhang. Ein Ort, den man einmal gesehen hat und nicht vergisst.  

Die Quellfassung – Sandstein, Ritterstein, Quellwasser 

Der Ursprung der Queich wurde liebevoll mit rotem Pfälzer Sandstein eingefasst. Ein offizieller Ritterstein (Nr. 214) des Pfälzerwald-Vereins trägt die schlichte Inschrift: „Queich-Ursprung". 

Unmittelbar an der Quelle befindet sich eine Kneipp-Wassertretanlage – dauerhaft gespeist mit eiskaltem Quellwasser und im Sommer ausgiebig genutzt. Ein Holzpavillon und mehrere Picknickbänke laden im schattigen Talschluss zur Rast ein. 

Familienspaziergang zur Queichquelle – barrierefrei und kinderwagengerecht 

Der kürzeste Weg ins Quelltal 

Startpunkt ist der Wanderparkplatz Farrenwiese am Ende der Dahner Straße in Hauenstein. Von dort führt der Weg flach und kinderwagengerecht am Paddelweiher vorbei, tiefer hinein ins idyllische Wiesental des Stephanstals. Nach rund 2,5 Kilometern – etwa 45 Minuten Gehzeit – erreicht man die Quelle am Talende. 

Rundweg Queichquellenweg 

Über die gegenüberliegende Talseite führt der ebene Queichquellenweg (Markierung „9") zurück zum Parkplatz. Die Gesamtlänge der Runde beträgt rund 5 Kilometer – ideal für Familien mit Kindern oder als entspannter Nachmittagsspaziergang. 

Weiterführende Wanderungen über die Queichquelle 

Wer mehr Höhe sucht, findet sie direkt an der Quelle: Steiler bergauf führt der Pfad zum Wanderheim Dicke Eiche (405 m) – mit Pfälzer Küche und Aussicht auf Stephansturm und Wolfsfelsen. Ein weiterer Abzweig leitet zu den Aussichtspunkten rund um das Felsmassiv der Stephanstürme. 

Weitere Touren ab Hauenstein: 

Image
auf Karte anzeigen

Winterkirchel Hauenstein: Waldkapelle im Pfälzerwald

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Waldkapelle Maria Himmelspforte – Stille auf dem Winterberg: Auf einem Bergsattel zwischen Erfweiler und Hauenstein, tief im Pfälzerwald, steht das Winterkirchel – offiziell: Waldkapelle Maria Himmelspforte. Eine unter Denkmalschutz stehende Wallfahrtskapelle, die mehr ist als ein Wegpunkt. Wer hier ankommt, spürt es sofort: Stille, Wald, Geschichte. 

Die Kapelle gilt als eines der emotionalsten Kulturdenkmäler der Region – weil ihre Entstehung eng mit der Not zweier Weltkriege und dem harten Alltag der pfälzischen Schuharbeiter verknüpft ist.  

1748 bis 1789 – die erste Kapelle auf dem Winterberg 

Bereits 1748 wurde an dieser Stelle eine erste Marienwallfahrtskapelle urkundlich erwähnt. Ihr Ende kam 1789 – nicht durch französische Revolutionstruppen, wie alte Mythen behaupten, sondern durch akute Einsturzgefahr. Der Bergsattel blieb danach über 150 Jahre lang leer. 

Das Gelöbnis – ein Versprechen aus dem Krieg 

Soldaten schwören, Arbeiter schleppen Steine: Die Existenz des heutigen Winterkirchels ist das Ergebnis eines feierlichen Versprechens: Soldaten aus Erfweiler schworen während der Weltkriege, die Kapelle als Dank für eine gesunde Heimkehr wiederaufzubauen. 

1948 begann der Bau – unter Leitung des Erfweilerer Pfarrers Eugen Barudio und mit der handwerklichen Hilfe des Hauensteiner Steinmetzes Hermann Seibel. Das Baumaterial schleppten die Arbeiter selbst den Berg hinauf: Täglich rund 250 Frauen und Männer, die ohnehin auf dem Weg von Erfweiler zu den Schuhfabriken in Hauenstein am Winterberg vorbeikamen, trugen Stein um Stein bergauf. 

Ein stiller Kraftakt, der sich in jeder Mauer zeigt. 

Am 14. August 1949 weihte der Speyerer Bischof Dr. Josef Wendel die Kapelle im Beisein von rund 5.000 Pilgern ein. Den Engel auf der Dachspitze fertigte Pfarrer Barudio eigenhändig aus Stahlblech. 

Das Winterkirchel heute – Gnadenort und Rastplatz 

Kerze, Glocke, Waldluft: Auch heute ist das Winterkirchel ein aktiver Gnaden- und Wallfahrtsort. Traditionelle Waldgottesdienste finden jährlich am 1. Mai und am 15. August (Mariä Himmelfahrt) statt. 

Wer möchte, zündet im Inneren eine Kerze an – gegen eine kleine Spende – und läutet die Kapellenglocke von Hand. Ihr Klang trägt weit durch den Wald. 

Wie erreicht man das Winterkirchel – Wanderwege im Pfälzerwald 

Das Winterkirchel liegt direkt am Hauensteiner Schusterpfad (Premiumwanderweg) und ist ein beliebter Rastplatz auf mehreren Wanderrouten im südlichen Pfälzerwald: 

Image
auf Karte anzeigen

Paddelweiher Hauenstein: Ausflug im Pfälzerwald

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Tor zum Stephanstal – der Paddelweiher in Hauenstein: Wasser, Wald, Pfälzer Gastlichkeit. Der Paddelweiher liegt idyllisch im Queichtal am südlichen Ortsrand von Hauenstein – rund 250 Meter lang, bis zu 50 Meter breit, künstlich angelegt und längst eines der beliebtesten Ausflugsziele der Südpfalz. Er bildet das Tor zum Stephanstal und ist gleichzeitig Startpunkt für Spaziergänge und Wanderungen tief in den Pfälzerwald. 

Paddelweiher-Hütte – Biergarten mit Weitblick 

Direkt am Ufer liegt die Paddelweiher-Hütte – eine urige Waldgaststätte mit einem der schönsten Biergärten der Südpfalz. Wurstsalat, Flammkuchen, Forelle, hausgemachter Kuchen. Selbstbedienung an der Theke, Schatten über den Bänken, das Wasser gleich nebenan. 

Hinweis: Nur Barzahlung, keine Kartenzahlung möglich. 

Öffnungszeiten: 1. März bis 1. November, täglich ab 11:00 Uhr (außer montags, sofern kein Feiertag). 

Weitere Infos und aktuelle Öffnungszeiten: paddelweiher.de 

Bootsverleih, Spielplatz, Angeln – Freizeit am Weiher 

Tretboot, Ruderboot, Kanu – von April bis Oktober können Boote direkt an der Hütte gemietet werden. Ein Tretboot kostet 7,50 € für eine halbe Stunde (max. 4 Personen). Wer lieber an Land bleibt: Der weitläufige, komplett umzäunte Holzspielplatz direkt neben dem Biergarten ist sicher und gut einsehbar. Und wer Angel und Schein dabei hat, findet nach Absprache auch Angelmöglichkeiten am bewirtschafteten Weiher. 

Spaziergang und Anreise – familienfreundlich und kinderwagengerecht 

Ein flacher Rundweg führt in rund 20 Minuten einmal um den Paddelweiher – kinderwagengerecht, barrierefrei, ohne Höhenmeter. 

Der Weiher liegt nur 300 Meter vom kostenfreien Wanderparkplatz Farrenwiese (Dahner Straße, 76846 Hauenstein) entfernt und ist idealer Ausgangspunkt für den Spaziergang zur Queichquelle im Stephanstal. 

Weitere Wanderungen ab Paddelweiher: 

Image
auf Karte anzeigen

Wanderheim Dicke Eiche: Hütte im Pfälzerwald

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wanderheim Dicke Eiche – Hütte mit Geschichte im Wasgau: Wer im Pfälzerwald wandert und einen Ort sucht, an dem Rast mehr ist als Pause, findet im Wanderheim Dicke Eiche genau das Richtige. Die Hauensteiner Hütte, wie sie im Volksmund heißt, ist eine der bekanntesten und größten bewirtschafteten Schutzhütten des Pfälzerwald-Vereins (PWV) – auf 405 Metern Höhe tief im Wasgau gelegen, mit Blick auf Stephansturm und Wolfsfelsen. 

Die Hüttenkultur des Pfälzerwaldes, zu der das Wanderheim gehört, wurde von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet. Holz, Waldluft, Pfälzer Stille. 

Pfälzer Küche, hausgemachter Kuchen, regionaler Wein 

Auf Basis ehrenamtlicher Arbeit bietet die Hütte typische pfälzische Spezialitäten, hausgemachten Kuchen sowie regionale Weine und Schorle. Im Gastraum wie im großzügigen Biergarten gilt Selbstbedienung. 

Hinweis: Hunde sind im gesamten Wanderheim – Gastraum und Übernachtungsbereich – nicht erlaubt. 

Öffnungszeiten (jeweils 10:00–18:00 Uhr): 

  • Ganzjährig: jeden Samstag, Sonntag und an gesetzlichen Feiertagen 

  • Mai bis Oktober: zusätzlich jeden Mittwoch 

  • Zwischen den Jahren: täglich geöffnet (Heiligabend und Silvester bis 16:00 Uhr) 

Übernachten im Pfälzerwald – Wanderheim für Gruppen und Familien 

Das Wanderheim Dicke Eiche eignet sich hervorragend für Mehrtagestouren und Gruppenaufenthalte. 34 Betten in sieben rustikalen Mehrbettzimmern, Zentralheizung, moderne Waschräume mit Etagenduschen und WC, ein Aufenthaltsraum mit 50 Sitzplätzen sowie ein Wickel- und Stillraum. 

Direkt am Haus: ein eigener Waldspielplatz für Kinder.  

Nur zu Fuß erreichbar – Wanderwege zur Hauensteiner Hütte 

Eine direkte Autozufahrt ist nicht möglich – das Wanderheim kann ausschließlich erwandert werden. Es liegt an mehreren markierten Wegen des Pfälzerwald-Vereins: 

Vom Wanderparkplatz Farrenwiese in Hauenstein beträgt die Gehzeit rund eine Stunde. 

Alle Infos, Öffnungszeiten und Speisekarte: pwv-hauenstein.de/wanderheim 

Image
auf Karte anzeigen

Stephanstürme Hauenstein: Klettern im Pfälzerwald

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Zwei Türme, ein Tal: Im hinteren Queichtal südlich von Hauenstein ragen sie auf: die Stephanstürme – zwei freistehende Buntsandsteinfelsen, die das Tal dominieren wie sonst kaum eine Formation im Wasgau. Kletterer kennen sie, Wanderer fotografieren sie, und wer einmal am Fuß der Südwand auf der Bank gesessen hat, kommt wieder. 

Geologie: 250 Millionen Jahre in Stein 

Der rötliche Pfälzer Buntsandstein der Stephanstürme entstand vor rund 250 Millionen Jahren durch Sedimentablagerungen in einer Wüstenlandschaft. Was heute als steile, freistehende Türme aus dem Wald ragt, sind die härtesten Kerne des Gesteins – Wind und Wasser haben die weicheren Schichten Jahrtausende lang abgetragen und die widerstandsfähigen Felskerne freigelegt. 

Die Formation liegt am Südwestkamm des Hohen Kopf (442,6 m ü. NHN) und teilt sich in den Großen Stephansturm mit markanter Talseite und den Kleinen Stephansturm. Die Felswände ragen bis zu 40 Meter steil empor; am Hauptgipfel des Großen Turms sind nach DAV-Angaben punktuell bis zu 54 Meter vertikale Felsstruktur möglich. 

Klettern an den Stephanstürmen – klassischer Sandsteinfels 

Die Stephanstürme gehören zum Klettergebiet Südpfalz (Bereich Hauenstein) und bieten klassischen Sandsteinfels mit Rissen, Kanten und Reibungsplatten.

Klassiker am Großen Stephansturm: 

  • Beide Normalwege – solide Einstiege für den Berg 

  • Westkante – ausgesetzt, lohnend 

  • Nordseite – schattig, mittlerer Schwierigkeitsgrad 

Im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen gilt das Prinzip des sanften, naturschonenden Kletterns. Im Frühjahr sind zeitweise Sperrungen wegen Vogelschutz (Wanderfalkenbrut) möglich – Hinweisschilder unbedingt beachten. 

Wandern & Aussicht an den Stephanstürmen 

Auch ohne Seil lohnt sich der Weg. Die Stephanstürme sind ein hervorragendes Fotomotiv und ein ruhiger Rastplatz mitten im Wald. Am Fuß der Südwand lädt eine Wanderbank zu einer Pause mit Blick über das bewaldete Queichtal ein. 

Die Felsen liegen direkt an mehreren Wanderwegen: 

  • Felsensteig Hauenstein – sportlich, nah an den Felsen 

  • Queichtal-Rundweg – flach, familienfreundlich 

  • Pfälzer Waldpfad – verläuft in unmittelbarer Nähe 

  • Burghalderweg Hauenstein – Felsentour mit Aussichten und Felsformationen 

  • Wandern in Hauenstein: Paddelweiher, Winterkirchel, Dicke Eiche und Queichquelle 

Eine beliebte Halbtagestour startet in Hauenstein, führt an den Stephanstürmen vorbei und bergauf zum Wanderheim Dicke Eiche (Hauensteiner Hütte, 405 m) – mit Pfälzer Küche und Aussicht auf Wolfsfelsen und Stephansturm. 

Anreise & Startpunkt 

Die Stephanstürme liegen südlich von Hauenstein im Wasgau. Touren beginnen direkt in Hauenstein, etwa am Talwanderweg oder am Wanderparkplatz Farrenwiese (Dahner Straße, 76846 Hauenstein). 

Image
auf Karte anzeigen

Martinskapelle an der Donauquelle – Wo Europa sich das Wasser teilt

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Kurzfakten

  • Lage: Hochschwarzwald, Gemarkung Furtwangen im Schwarzwald-Baar-Kreis, Baden-Württemberg
  • Höhe: 1.094 m ü. NN
  • Erste urkundliche Erwähnung/Ursprung: um 800 n. Chr. (Holzkapelle als Raststation für Mönche des Klosters St. Gallen)
  • Heutiger Steinbau: Kern um 1450 (Spätgotik)
  • Renovierungen: um 1900 sowie umfassende Sanierung 1995–1997
  • Patrozinium: Heiliger Martin, Schutzpatron der Reisenden und Wanderer
  • Besonderheit: liegt exakt auf der Europäischen Hauptwasserscheide (Rhein/Nordsee – Donau/Schwarzes Meer)
  • In der Nähe: Bregquelle (ca. 200 m), Günterfelsen (ca. 1,5 km)
  • Wanderweg: markanter Punkt auf der 8. Etappe des Westwegs
  • Anfahrt PKW: über die Kreisstraße K 5730, Wanderparkplatz Martinskapelle direkt vor Ort (Neuweg 10, ca. 1.100 m ü. NN)
  • Anfahrt ÖPNV: keine Direktverbindung; nächste Bushaltestellen (Linien 502/510) im Furtwanger Stadtgebiet, letztes Stück zu Fuß oder per Taxi
  • Zugänglichkeit: Außenbereich, Passhöhe und Bregquelle ganzjährig frei zugänglich; Innenraum der Kapelle tagsüber in der Regel geöffnet
  • Barrierefreiheit: teilweise – rollstuhlgerechte Parkplätze und flache, teils asphaltierte Rundwege vorhanden, Zugang ins historische Kapelleninnere aber ggf. durch Stufen/Schwellen eingeschränkt

Ein Ort, an dem die Stille spürbar wird

Wer hier oben steht, spürt es sofort: Diese Stille ist keine gewöhnliche. Auf 1.094 Metern über dem Meeresspiegel, mitten im Hochschwarzwald, erhebt sich die Martinskapelle bei Furtwangen – ein schlichter Steinbau, der mehr Geschichte in seinen Mauern trägt, als man ihm auf den ersten Blick zutraut. Kein Prunk, kein Lärm. Nur Wald, Wind und ein leises Gefühl, dass dieser Ort schon sehr lange besteht. 

Eine der ältesten Christlichen Stätten im Schwarzwald 

Vermutlich stand hier bereits im 9. Jahrhundert eine kleine Holzkapelle – eine Raststation für Mönche des Klosters St. Gallen, die auf beschwerlichen Wegen durch das Mittelgebirge zogen. Die Geschichte der Martinskapelle reicht damit bis um das Jahr 800 zurück, was sie zu einer der ältesten christlichen Stätten im Hochschwarzwald macht. Der heutige Steinbau entstand im Kern um 1450, in der Blütezeit der Spätgotik. Nach Jahrhunderten des Verfalls wurde die Kapelle um 1900 renoviert und zwischen 1995 und 1997 umfassend saniert – behutsam, respektvoll, so dass der Charakter erhalten blieb. 

Im Inneren empfängt einen das Altarbild des Heiligen Martin, dem Schutzpatron der Reisenden und Wanderer. Ein stiller Wink an alle, die hier vorbeikommen. 

Die Europäische Wasserscheide – Ein Dach, zwei Meere 

Was die Martinskapelle an der Donauquelle so einzigartig macht, ist ihre Lage auf der Europäischen Hauptwasserscheide. Kein geografisches Konstrukt, sondern physisch erfahrbar: Der Regen, der auf die westliche Dachseite fällt, findet seinen Weg über die Elz in den Rhein – und endet in der Nordsee. Das Wasser der östlichen Dachseite dagegen fließt über die Breg in die Donau – bis ins Schwarze Meer. Ein einziges Gebäude, das zwei Kontinentalschicksale teilt. Kaum irgendwo sonst lässt sich Europas Wasserscheide im Schwarzwald so greifbar erleben. 

Die Bregquelle – Die geografische Donauquelle liegt nebenan 

Nur rund 200 Meter entfernt, beim Kolmenhof, sprudelt die Bregquelle – die geografische Donauquelle im Schwarzwald. Wer an der Martinskapelle Halt macht, sollte diesen kurzen Abstecher nicht auslassen. Hier beginnt einer der längsten Ströme Europas, unscheinbar und leise, als würde er die Größe, die vor ihm liegt, noch nicht ahnen. 

Günterfelsen und Westweg – Rund um die Kapelle entdecken 

Etwa 1,5 Kilometer entfernt warten die Günterfelsen: mächtige Granitblöcke, geformt durch Jahrmillionen der Wollsackverwitterung, die aus dem Waldboden ragen wie schlafende Riesen. Manche lassen sich erklettern – der Ausblick belohnt jeden Schritt. 

Die Martinskapelle ist zugleich ein markanter Orientierungspunkt auf der 8. Etappe des Westwegs, einem der bekanntesten Fernwanderwege Deutschlands. Wer den Schwarzwald von Nord nach Süd durchquert, passiert sie zwangsläufig – und bleibt meistens länger als geplant. 

Anfahrt und Zugänglichkeit

Anfahrt PKW: Die Martinskapelle ist über die Kreisstraße K 5730 erreichbar. Ab Furtwangen folgt man der Beschilderung Richtung Donauquelle, Martinskapelle und Kolmenhof. Direkt an der Kapelle befindet sich der Wanderparkplatz Martinskapelle (Neuweg 10, ca. 1.100 m ü. NN).

Anfahrt ÖPNV: Es gibt keine direkten öffentlichen Verkehrsmittel zur Kapelle. Die nächsten regulären Busverbindungen (z. B. Linien 502 oder 510) enden im Stadtgebiet oder in den Tälern von Furtwangen (etwa an den Haltestellen Katzensteig Alte Schule oder Rössleplatz). Von dort aus ist die Weiterreise nur zu Fuß oder per Taxi möglich.

Zu Fuß erreichbar ab:

  • Kolmenhof: direkt nebenan, ca. 100–200 Meter Fußweg
  • Brend (Aussichtsturm): über den Westweg oder lokale Wanderwege, ca. 2,5–3 km
  • Wilhelmshöhe (Schonach): über den Fernskiwanderweg bzw. Westweg, ca. 6–7 km

Zugänglichkeit der Kapelle: Der Außenbereich, die historische Passhöhe und die direkt danebengelegene Bregquelle (Donauursprung) sind ganzjährig frei zugänglich. Der Innenraum der Kapelle ist in der Regel tagsüber für Besucher geöffnet.

Barrierefreiheit: teilweise. Der Wanderparkplatz verfügt über ausgewiesene, rollstuhlgerechte Parkflächen. Das Gelände rund um die Kapelle und den Kolmenhof ist relativ flach, dort starten asphaltierte bzw. fest planierte, barrierefreie Rundwanderwege (etwa die Tour zur Käsmatte). Der direkte Zugang in das historische Kapellengebäude selbst kann jedoch durch Stufen oder enge Schwellen für Rollstühle eingeschränkt sein.

Sommer, Winter, immer einen Besuch wert 

Im Winter wird die Kapelle zum Ausgangspunkt für den Fernskiwanderweg Schonach–Belchen. Schnee liegt hier oben oft bis weit in den Frühling hinein. Im Sommer zieht der Ort Mountainbiker und Wanderer an, die von der Wilhelmshöhe oder vom Brend heraufkommen. 

Ein letzter Tipp: In der Kapelle liegt oft ein Wanderbuch aus. Wer möchte, trägt sich ein – eine schlichte, schöne Tradition, die zeigt, dass dieser Ort Menschen seit Jahrhunderten verbindet.

Image
auf Karte anzeigen

Der Rappenschliff – wo der Schwarzwald seine Tiefe zeigt

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer einmal am Rand einer fast 100 Meter tief abfallenden Steilrinne aus rotem Buntsandstein gestanden hat, weiß: Der Rappenschliff bei Bad Peterstal-Griesbach ist kein gewöhnlicher Aussichtspunkt. Es ist eine der dramatischsten Naturformationen im oberen Renchtal – ein Ort, der einem den Atem verschlägt, bevor man überhaupt einen Schritt nach vorne wagt. 

Rotes Gestein, steile Wände, tiefe Geschichte 

Die Felsen sprechen hier eine alte Sprache. Der charakteristische Buntsandstein, der das Renchtal und weite Teile des nördlichen Schwarzwalds prägt, hat sich über Jahrmillionen zu dieser gewaltigen Felsschlucht geformt. Markante Abbrüche, scharfe Kanten, Wände, die senkrecht in die Tiefe stürzen – der Rappenschliff gilt zu Recht als eines der bedeutendsten geologischen Highlights im Schwarzwald. 

Ein Wasserfall, der in die Tiefe springt 

Direkt neben der Steilrinne gibt es ein weiteres Naturschauspiel: Ein Wasserfall, der ungezähmt in die Tiefe der Schlucht fällt. Das Rauschen des Wassers mischt sich mit dem Wind, der durch die Felsspalten zieht – ein sinnliches Erlebnis, das Besucher noch lange nach der Wanderung begleitet. 

Brutplatz der Vögel – Natur im Verborgenen 

Was für Menschen unzugänglich ist, ist für die Tierwelt ein Rückzugsort. Die steilen Felswände des Rappenschliffs bieten zahlreichen Vogelarten einen geschützten Brutplatz fernab jeder Störung. Wer aufmerksam lauscht, hört sie – sieht sie vielleicht sogar kreisen, hoch über der Schlucht. 

Wanderwege am Rappenschliff – Premium pur 

Der Rappenschliff liegt an gleich mehreren prämierten Wanderrouten im Schwarzwald: 

→ Teufelskanzelsteig – Auf diesem Premiumwanderweg führt der Abstieg direkt am Rappenschliff vorbei. Dramatische Ausblicke inklusive. 

Renchtalsteig, 3. Etappe – Von Bad Peterstal zur Alexanderschanze: Wanderer passieren die Steilrinne und steigen dann auf schmalen Pfaden hinauf zur Sexauer Hütte – ein Abschnitt, der konditionell fordert und landschaftlich belohnt. 

Anreise & Ausgangspunkt 

Ein idealer Startpunkt für die Wanderung zum Rappenschliff ist der Wanderparkplatz an der Kreuzkopfschanze in Bad Griesbach. Von dort lassen sich verschiedene Routen kombinieren – je nach Lust, Laune und Kondition. 

Gut zu wissen

Image
auf Karte anzeigen

Die Marienruhe – wo der Schwarzwald durchatmet

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer einmal über den Dächern von Bad Griesbach im Schwarzwald gestanden und ins weite Renchtal geschaut hat, versteht sofort, warum dieser Ort seinen Namen trägt. Die Marienruhe liegt auf knapp 900 Metern Höhe, hoch über dem Kurort, und ist genau das, was ihr Name verspricht: ein Ort, an dem man zur Ruhe kommt.

Kurz zusammengefasst: Die Marienruhe ist ein Aussichtspunkt auf knapp 900 Metern Höhe (ca. 878 m) oberhalb von Bad Griesbach im Renchtal, direkt an den Teufelskanzelsteig angebunden und für den Aufstieg vom Ortskern bzw. Kurhaus sollte man rund 1 bis 1,5 Stunden einplanen.

Ein Aussichtspunkt, der Bilder schenkt 

Der Anstieg beginnt am Ortskern, vielleicht ab dem Kurhaus, und führt über gut 1 bis 1,5 Stunden stetig bergauf, bis sich der Wald öffnet – Bad Griesbach liegt darunter wie ein Miniaturgemälde. Die Kreuzkopfschanze ragt markant ins Bild, dahinter staffeln sich die sanft geschwungenen Kämme des Schwarzwalds in blaugrauer Ferne.

Ein kleiner, offener Holzpavillon steht bereit: Schutz bei sommerlichem Gewitter, Schatten an heißen Tagen, und an klaren Herbstnachmittagen ein Platz für die Stille.

Wandern zum Ruhepol im oberen Renchtal 

Die Marienruhe ist mehr als nur ein Aussichtspunkt im Schwarzwald – sie ist eine feste Station auf dem Wiesensteig, dem 14 Kilometer langen Genießerpfad rund um Bad Peterstal-Griesbach. Wer lieber etwas Abwechslung ins Programm bringt, kombiniert den Besuch mit dem Teufelskanzelsteig: Von der Kreuzkopfschanze kommend lässt sich die Marienruhe wunderbar als kleiner Umweg einplanen. 

Abseits der größeren Wanderströme ist es hier angenehm ruhig. Kein Gedränge, kein Lärm – ideal für eine kurze Meditation, ein spontanes Picknick im Schwarzwald oder einfach für den bewussten Moment des Nichtstuns. 

Das kleine Extra: der Wander-Kühlschrank 

Typisch für die Genießerpfade in Bad Peterstal-Griesbach findet man in der Nähe der Marienruhe ein sogenanntes Getränkedepot – einen Wander-Kühlschrank, aus dem man sich gegen einen kleinen Obolus mit einem kühlen Getränk erfrischen kann. Eine herzliche Geste, die perfekt zum Charakter dieser Region passt: unkompliziert, gastfreundlich, ehrlich. 

Kurz & klar: Das bietet die Marienruhe 

Die Marienruhe bei Bad Griesbach ist ein Wanderziel im Schwarzwald, das keine große Inszenierung braucht. Kein Gipfelkreuz, kein Rummel – dafür ein Panoramablick ins Renchtal, ein schattiger Rastplatz und die Gewissheit, dass man genau am richtigen Ort ist. 

Wer den Schwarzwald abseits der ausgetretenen Pfade erleben möchte, findet hier einen seiner charmantesten Haltepunkte. 

Gut zu wissen

Image
auf Karte anzeigen

Teufelskanzel Bad Peterstal-Griesbach – Wo der Schwarzwald seine wilde Seite zeigt

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Manche Orte haben eine Energie, die man nicht erklären kann. Die Teufelskanzel bei Bad Peterstal-Griesbach ist so ein Ort. Hoch über dem oberen Renchtal ragt eine markante Felsformation aus Buntsandstein steil in den Schwarzwaldhimmel – schroffe Kanten, tiefe Stille, und das leise Gefühl, dass hier mehr in der Luft liegt als nur Harzduft und Tannennadeln.

Kurz zusammengefasst: Die Teufelskanzel ist eine Felsplattform aus Buntsandstein im oberen Renchtal bei Bad Peterstal-Griesbach mit Blick bis in die Rheinebene. Erreichbar ist sie über den Teufelskanzelsteig ab der Kreuzkopfschanze in rund 45 bis 60 Minuten, vorbei an den Griesbacher Wasserfällen und der Sexauer Hütte.

Ein Fels mit Geschichte – und einem dunklen Namen

Der Name kommt nicht von ungefähr. Der Legende nach soll der Teufel persönlich auf diesem Felsen gestanden und Predigten gehalten haben – verführerisch, eindringlich, direkt an die Waldbewohner gerichtet. Ob man daran glaubt oder nicht: Auf der Aussichtsplattform Teufelskanzel, das Tal unter sich und den Wind im Gesicht, versteht man, warum dieser Ort Geschichten gebiert.

Das Panorama: Schwarzwaldhöhen, Dorf und Rheinebene

Der Blick von der Felskanzel ist eine Belohnung, die man sich erarbeiten muss. Bad Griesbach liegt wie hingeworfen im Tal, die Schwarzwaldhöhen ziehen sich in Wellen bis zum Horizont – und bei klarer Luft schweift der Blick weit hinaus in die Rheinebene. Kein Baum stört, kein Dach versperrt. Ein Geländer sichert die Plattform am Steilhang – die Natur bleibt trotzdem rau und ungezähmt.

Wandern zur Teufelskanzel: Der Teufelskanzelsteig

Der Weg dorthin ist Teil des Erlebnisses. Der Teufelskanzelsteig gilt als Premiumwanderweg im Schwarzwald – und er hält, was der Name verspricht. Start und Ziel: der Wanderparkplatz an der Kreuzkopfschanze in Bad Griesbach. Von dort führt der Pfad steil bergauf, durch dichten Mischwald, zunächst vorbei an den Griesbacher Wasserfällen und der gemütlichen Sexauer Hütte als Raststation auf halber Strecke – und erst danach weiter hinauf zum Felsen.

Schmal, naturbelassen, teils anspruchsvoll: Wer trittsicher ist und ein gutes Schuhwerk mitbringt, erreicht die Teufelskanzel in rund 45 bis 60 Minuten. Ein knackiger Aufstieg – aber einer, der sich lohnt.

Die Sexauer Hütte als Raststation

Auf halbem Weg zwischen der Kreuzkopfschanze und der Teufelskanzel, nach den Griesbacher Wasserfällen, liegt die Sexauer Hütte – ein idealer Rastplatz vor dem letzten, steileren Anstieg zum Felsen. Viele Wanderer legen hier eine Pause ein, bevor sie sich der Teufelskanzel und im Anschluss der weiterführenden Route zur Marienruhe zuwenden.

Gut zu wissen

Fazit: Mystik trifft Schwarzwald-Panorama

Die Teufelskanzel bei Bad Peterstal-Griesbach ist kein gewöhnlicher Aussichtspunkt. Sie ist ein Ort, der Geschichten erzählt – von Buntsandstein, von Legenden und weiten Blicken. Wer den Schwarzwald abseits der üblichen Routen erleben will, findet hier Wildheit, Stille und ein Panorama, das im Gedächtnis bleibt.

Image
auf Karte anzeigen

Die Sexauer Hütte – wo der Schwarzwald tief Luft holt

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer tief in den Schwarzwald eintaucht, wer die breiten Forstwege hinter sich lässt und sich auf schmale Pfade durch dunkle Tannen vorwagt, der stößt irgendwann auf sie: die Sexauer Hütte. Kein Gasthaus mit dampfenden Suppenkesseln, kein Trubel, keine Speisekarte – sondern ein stiller, ehrlicher Rastplatz auf rund 776 Metern Höhe, mitten im oberen Renchtal, unweit von Bad Peterstal-Griesbach. 

Und genau das ist ihre Stärke. 

Rustikale Schutzhütte mit echtem Charakter 

Die Sexauer Hütte ist eine klassische Schutzhütte im Schwarzwald – keine bewirtschaftete Station wie viele andere Punkte am Westweg, sondern ein Ort zum Durchatmen. Man findet hier einen Innenraum für Regentage sowie einen vollständig überdachten Außenbereich mit Sitzgelegenheiten, der bei jedem Wetter Schutz bietet. 

Was die Hütte besonders macht: Direkt daneben entspringt eine frische Wasserquelle – ein stilles, verlässliches Geschenk des Waldes. Für Wanderer auf langen Etappen ist sie oft der erste Orientierungspunkt, das erste Aufatmen, der erste Schluck kaltes Wasser nach einem langen Aufstieg. 

Herzstück des Teufelskanzelsteigs 

Die bekannteste Route, die an der Sexauer Hütte vorbeiführt, ist der Teufelskanzelsteig – ein abenteuerlicher Premiumwanderweg durch dichten Wald, vorbei an bizarren Felsformationen, rauschenden Wasserfällen und einer Landschaft, die man so schnell nicht vergisst. 

Eckdaten: ca. 7 km | ca. 3 Stunden | moderat 

Highlights der Route: der markante Aussichtsfelsen Teufelskanzel, die Griesbacher Wasserfälle – und die Sexauer Hütte selbst, als idealer Brotzeitplatz auf halber Strecke. Hier legt man den Rucksack ab, streckt die Beine aus, hört dem Wald zu. 

Für alle, die mehr wollen: Die große Wasserfall-Runde 

Wer eine ausgedehnte Schwarzwald-Tagestour sucht, findet in der Großen Wasserfall-Runde eine der schönsten Optionen der Region. Die Route führt von der Kreuzkopfschanze hinunter zu den Griesbacher Wasserfällen, weiter aufwärts zur Sexauer Hütte und schließlich zum Kreuzkopf, bevor es wieder ins Tal geht. 

Eckdaten: ca. 13,7 km | ca. 5 Stunden | anspruchsvoll 

Die Sexauer Hütte markiert auf dieser Tour den höchsten Punkt – strategischer Umkehrpunkt, stiller Moment, lohnende Pause vor dem Abstieg. 

Weiter zur Renchtalhütte – das beste aus beiden Welten 

Wer die Ruhe der Schutzhütte schätzt, aber nach einer warmen Einkehr verlangt, dem bietet sich ein nahtloser Übergang: Von der Sexauer Hütte zur Renchtalhütte sind es nur rund 4 bis 5 Kilometer – eine machbare Verbindungsetappe mit großem Belohnungspotenzial. An der Renchtalhütte wartet ein rustikales Vesper, ein wärmendes Fondue, Bewirtschaftung mit Charakter. 

Der Rhythmus der Tour ergibt sich dann fast von selbst: Rucksackverpflegung an der Sexauer Hütte – warme Einkehr an der Renchtalhütte. 

Praktisch gedacht: So gelingt der Ausflug 

Der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen zur Sexauer Hütte ist der Wanderparkplatz an der Kreuzkopfschanze in Bad Griesbach. Von dort erschließen sich alle beschriebenen Routen – kurze wie lange, leichte wie anspruchsvolle. 

Wer auf den Pfaden rund um die Hütte unterwegs ist, sollte auf gutes Schuhwerk mit Profil setzen: Die Wege sind schmal, bei Feuchtigkeit rutschig – und schöner als jede asphaltierte Straße. Rucksackverpflegung ist Pflicht, denn an der Sexauer Hütte selbst gibt es keine Gastronomie. Wer eine komfortable Alternative sucht: Das Hotel Dollenberg in der Nähe bietet sich als gehobene Einkehrmöglichkeit an. 

Wanderungen im Überblick 

 

Ein Ort, der nicht erklärt werden muss 

Die Sexauer Hütte ist kein Ziel, das man vermarkten müsste. Sie ist einfach da – ruhig, verlässlich, unprätentiös. Ein Ort, an dem man versteht, warum Menschen immer wieder in den Schwarzwald kommen. Nicht für die großen Gesten. Sondern für diese kleinen, stillen Momente, in denen der Wald einem kurz die Hand auf die Schulter legt. 

Rucksack packen. Loslaufen. Die Hütte wartet. 

Image
auf Karte anzeigen

Kalte Herberge am Westweg – wo der Wind die Geschichte erzählt

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Windgepeitscht, weit, traditionsreich: Die Kalte Herberge auf knapp 1.100 Metern Höhe ist einer dieser legendären Rastpunkte am Westweg, wo die Bäume zurückweichen und der Schwarzwald plötzlich ganz groß wird.

Ein Name mit Geschichte 

Auf 1.029 Metern Höhe, exponiert auf dem Bergrücken zwischen Furtwangen und Titisee, liegt dieses Haus schon seit der Zeit der Postkutschen wie ein trotziger Fels in der Landschaft. Der Name war damals keine Poesie, sondern Programm: Hier pfiff der Wind gnadenlos, die Kälte kroch durch jede Ritze – eine kalte Herberge eben. Heute trägt das Gasthaus Kalte Herberge diesen Namen mit Stolz, und wer einmal hier eingekehrt ist, weiß: Was draußen kalt ist, ist drinnen umso wärmer. 

Zwischen Etappe 8 und 9 des Westwegs 

Wer den Westweg läuft, kennt diesen Moment: Der Körper ist müde, die Aussicht ist grandios, und irgendwo muss es eine Einkehr geben. Die Kalte Herberge markiert genau diesen Punkt – sie beendet die 8. Etappe von der Wilhelmshöhe und eröffnet die 9. Etappe Richtung Hinterzarten und Titisee. 

Direkt an der B500, der Schwarzwaldhochstraße, gelegen, ist sie für Fernwanderer, Motorradfahrer und Ausflügler gleichermaßen ein Magnet. Bei gutem Wetter an Wochenenden ist die Terrasse entsprechend begehrt – eine Tischreservierung ist dann keine Faustregel, sondern ein kluger Schachzug. 

Der Weg hierher: entspannt durch den Hochschwarzwald 

Vom Kolmenhof an der Bregquelle aus ist die Kalte Herberge in rund 2,5 bis 3 Stunden zu erreichen. Die Strecke misst knapp 9,5 Kilometer und zählt zu den flachsten, entspanntesten Teilabschnitten des gesamten Westwegs. Die rote Raute führt über weite Hochflächen des Südschwarzwalds – ideal für alle, die den Rhythmus des Waldes genießen wollen, ohne sich verausgaben zu müssen. 

Und dann: der erste Blick aufs Haus. Und, bei klarer Sicht, direkt dahinter – Alpenpanorama. Ein Geschenk für jeden, der es verdient hat. 

Dunkles Holz, volle Teller, echte Schwarzwälder Küche 

Die Gaststube der Kalten Herberge ist das, was man sich unter einem echten Schwarzwälder Wirtshaus vorstellt: viel dunkles Holz, gemütliche Enge, der Duft von Hausmannskost. Hier wird nicht inszeniert – hier wird gekocht. 

Die Küche setzt auf regionale Schwarzwälder Spezialitäten und saisonale Klassiker. Der Zwiebelrostbraten hat sich längst einen Ruf erarbeitet, der über den Westweg hinausgeht. Dazu Rehschnitzel und Wildgerichte aus heimischer Jagd, hausgemachtes Kalbs-Cordon-Bleu oder die deftige Knoblauchsuppe, die man hier liebevoll Knobisuppe nennt. 

Wer es klassischer mag, findet Kässpätzle, Bratwurst mit Zwiebeln oder ein schlichtes Schnitzel mit Pommes Frites. Das Preis-Leistungs-Verhältnis gilt als fair – für die Region, für die Qualität, für den Moment. 

Und wer glaubt, nach dem Hauptgang sei Schluss: Die hausgemachten Kuchen – allen voran die berühmte Schwarzwälder Kirschtorte – sind ein Argument für sich. 

Übernachten auf dem Bergrücken 

Die Kalte Herberge ist mehr als eine Raststätte. Für Westweg-Fernwanderer ist sie eine echte Unterkunft: mit gemütlichen Zimmern im Haupthaus und im Gästehaus, mit Frühstück ab 8:00 Uhr – früh genug, um die nächste Etappe in der Stille des Morgens zu beginnen, bevor der erste Tagesausflügler die B500 hochrauscht. 

Öffnungszeiten & praktische Infos 

Im Sommer – grob von April bis November – ist das Gasthaus meist täglich ab 10:00 Uhr geöffnet. Die warme Küche läuft durchgehend von 11:30 bis ca. 20:00 Uhr. Einen festen Ruhetag gibt es im Sommer kaum; wenn, dann ist es der Montag. Ein kurzer Anruf vorab ist dennoch ratsam – Personalplanung auf dem Bergrücken folgt eigenen Gesetzen. 

Die Kalte Herberge am Westweg ist kein Ziel, das man erklärt. Es ist eines, das man erlebt. Einmal angekommen, einmal eingekehrt – und man versteht, warum manche Wanderer diese Etappe immer wieder gehen.

Image
auf Karte anzeigen

Naturfreundehaus Brend – Wo der Schwarzwald den Himmel berührt

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer auf dem Westweg unterwegs ist, kennt dieses Gefühl: Man tritt aus dem Wald, und plötzlich weitet sich alles. Luft, Licht, Weite. Genau hier, auf 1.150 Metern Höhe direkt unterhalb des Brendturms bei Furtwangen, steht das Naturfreundehaus Brend – ein Ort, der Wandererherzen seit Generationen höherschlagen lässt. 

Der Brend – mehr als nur eine Hütte 

Das Naturfreundehaus Brend ist kein gewöhnlicher Rastplatz. Es ist Etappenziel, Panoramapunkt und Refugium in einem. Bei klarer Sicht schweift der Blick über den gesamten Schwarzwald hinaus – bis zu den Alpen, den Vogesen und dem Feldberg. Ein Ausblick, der einen atemlos zurücklässt, selbst wenn man den Anstieg längst vergessen hat. 

Direkt neben dem Haus ragt der Brendturm in den Himmel – ein 17 Meter hoher Steinturm, dessen enge Wendeltreppe oben mit einem vollständigen 360-Grad-Panorama belohnt. Wer ihn nicht besteigt, lässt die halbe Erfahrung liegen. 

Rast mit Schwarzwälder Charakter 

Drinnen wartet rustikale Gastlichkeit: typische Schwarzwälder Vesper, warme Tagesgerichte und hausgemachte Kuchen, die nach langen Etappen besonders gut schmecken. Im Sommer verwandelt sich die Sonnenterrasse in einen Magneten – man sitzt, schaut, und vergisst für einen Moment, wie viele Kilometer noch vor einem liegen. 

Für alle, die länger bleiben wollen: Das Haus bietet einfache Einzel- und Doppelzimmer sowie Mehrbettzimmer und Lager, ideal für Gruppen, Schulklassen oder hartgesottene Westweg-Wanderer, die die Nacht auf der Höhe verbringen möchten. 

Von der Hütte zu den Günterfelsen – mystische Granitriesen 

Wer vom Naturfreundehaus Brend aufbricht, hat es nicht weit bis zu einem der eindrucksvollsten Naturphänomene dieser Region: die Günterfelsen. Rund 1,5 Kilometer bergab, dem Westweg mit seiner roten Raute folgend, taucht man nach etwa 20 bis 30 Minuten in eine andere Welt ein. 

Riesige Granitblöcke, geformt durch jahrtausendealte Wollsackverwitterung, stapeln sich hier wie von Riesen aufgetürmt. Viele lassen sich ohne Kletterausrüstung erklimmen – und wer oben steht, blickt über ein Meer aus Baumwipfeln. Ein Ort, an dem man versteht, warum der Schwarzwald seit je Geschichten und Legenden gebiert. 

Weiter zur Bregquelle – das Ziel lohnt sich 

Vom Naturfreundehaus Brend zur Bregquelle ist es eine kompakte, aber wunderschöne Etappe: rund 3 Kilometer, knapp 55 Minuten reine Gehzeit, fast durchgehend bergab mit etwa 80 Höhenmetern Gefälle. Ein Spaziergang im besten Sinne – mit großem Ziel. 

Der Weg führt über das Hochplateau, durch lichten Schwarzwaldwald, vorbei an den Günterfelsen, bis man schließlich direkt an der Martinskapelle und dem Kolmenhof herauskommt – dort, wo die Breg, einer der Quellflüsse der Donau, entspringt. 

Etappenverlauf im Überblick: 

Start: Naturfreundehaus Brend (1.150 m) → nach ca. 25 Min. Günterfelsen (Klettern & Rasten) → weitere 15–20 Min. durch den Wald → Ziel: Martinskapelle / Kolmenhof / Bregquelle 

Tipp: Der Rückweg führt bergauf – wer klug plant, stärkt sich vorher im Kolmenhof, bevor der Anstieg zurück zum Brend beginnt. 

Anreise – ob zu Fuß oder mit dem Auto 

Das Naturfreundehaus Brend ist klassischer Westweg-Stützpunkt: Wer von der Martinskapelle oder dem Kolmenhof startet, wandert rund 1,5 Stunden bis ans Haus. Wer lieber fährt: Eine asphaltierte Straße führt direkt von Furtwangen auf den Brend, mit großem Parkplatz direkt am Haus. 

Winter auf dem Brend – Langlauf und Stille 

Wenn der Schwarzwald unter Schnee versinkt, verwandelt sich der Brend in ein stilles Winterparadies. Direkt am Haus startet der Fernskiwanderweg Schonach–Belchen – einer der längsten Langlaufwege der Region. Wer auf Brettern unterwegs ist, findet hier den perfekten Ausgangspunkt. 

Praktischer Hinweis 

Das Naturfreundehaus Brend wird oft ehrenamtlich oder von Pächtern geführt. Öffnungszeiten und Ruhetage können je nach Saison variieren – ein kurzer Check vorab ist empfehlenswert. 

Gut zu wissen

Image
auf Karte anzeigen

Was gibt's in Kandern? Das Schwarzwald-Städtchen, das mehr ist als ein Etappenziel

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer auf dem Westweg unterwegs ist, kennt das Gefühl: Nach Stunden im Wald taucht plötzlich ein Städtchen auf, das einem nicht mehr so schnell loslässt. Kandern im Markgräflerland ist so ein Ort. Hier riecht es nach Holzrauch, nassem Ton und – wenn man Glück hat – nach frisch gebackenem Kuchen aus einem der Cafés am Marktplatz. Ein Stopp, der sich lohnt. Garantiert. 

Die Töpferstadt: Wo Handwerk zur Kunst wird 

Man nennt Kandern nicht ohne Grund das „Töpferstädtle". In den Gassen dieses Schwarzwald-Städtchens finden sich Ateliers und Werkstätten, die das Handwerk seit Generationen lebendig halten. Das Heimat- und Keramikmuseum Kandern erzählt dabei nicht nur die Geschichte des Tons, sondern auch die der ganzen Region – inklusive der dramatischen Schlacht bei Schliengen von 1796, bei der Erzherzog Karl von Österreich die französischen Revolutionstruppen unter General Moreau zurückschlug. Kanonenkugeln und Ausrüstungsgegenstände aus dieser Zeit sind noch heute zu besichtigen. 

Dass ausgerechnet August Macke, einer der bedeutendsten deutschen Expressionisten, hier Zeit verbrachte und die Töpfereien in seinen Skizzen verewigte, sagt viel aus über die Ausstrahlung dieses Ortes. Jedes Jahr zieht der Internationale Keramikmarkt Kandern Kunsthandwerker und Liebhaber aus ganz Europa an – ein Fest für alle, die mehr suchen als Massenware. 

Kandertalbahn „s'Chanderli": Volldampf durchs Tal 

Es gibt Momente, in denen die Zeit einfach stehen bleibt. Einer davon ist der Anblick der historischen Kandertalbahn, wenn sie mit einem weißen Dampfstoß aus dem Bahnhof rollt. „S'Chanderli" – so nennen die Einheimischen ihre geliebte Museumsbahn zärtlich – ist eine der letzten Dampfeisenbahnen in Baden-Württemberg und seit 1895 Teil der regionalen Seele. 

Von Mai bis Oktober schnauft die Bahn an jedem Sonntag sowie an Feiertagen wie dem 1. Mai und Vatertag über die 13 Kilometer lange Strecke von Kandern bis nach Haltingen – mit Halt in Hammerstein, Wollbach, Wittlingen, Rümmingen und Binzen. Eine einfache Fahrt dauert rund 45 Minuten und fühlt sich an wie eine kleine Zeitreise. 

Fahrplan 2026 (1. Mai – 25. Oktober, sonntags & Feiertage) 

Ab Kandern: 09:10 · 13:00 · 16:00 Uhr Ab Haltingen: 10:15 · 14:15 · 17:00 Uhr 

Tickets gibt es direkt am Bahnhof Kandern oder am Bahnhäuschen in Haltingen – jeweils etwa 30 Minuten vor Abfahrt. Online-Reservierungen sind erst ab Gruppen von 10 Personen möglich. Viele Züge führen einen Barwagen mit, was die Fahrt gleich noch geselliger macht. Bei extremer Trockenheit kann aus Brandschutzgründen eine historische Diesellok zum Einsatz kommen – Charme hat auch sie. 

Wolfsschlucht: Natur, die einen sprachlos macht 

Nur wenige Gehminuten vom Ortszentrum entfernt wartet ein Naturdenkmal, das man so nicht erwartet: die Wolfsschlucht Kandern. Bizarre Felsformationen aus Jurakalk türmen sich hier auf, manche sehen aus wie versteinerte Gesichter, andere wie Gestalten aus einem alten Märchen. Der Westweg führt auf seiner vorletzten Etappe direkt hindurch – wer also auf der Fernwanderstrecke unterwegs ist, bekommt dieses Highlight ganz nebenbei geschenkt. 

Marktplatz & Blumenplatz: Ankommen und Durchatmen 

Das Herz von Kandern schlägt am Marktplatz. Historische Gasthöfe wie der „Goldene Engel" und gemütliche Cafés laden ein, die Beine hochzulegen und das Treiben zu beobachten. Wer zuvor von der Sausenburg abgestiegen ist, wird den Blumenplatz zu schätzen wissen – ein hübscher, ruhiger Ort zum Verschnaufen, der genau das richtige Tempo für dieses Städtchen hat. 

Golf & Weinberge: Das Beste der Region 

Sporttreibende kommen rund um Kandern ebenfalls auf ihre Kosten. Der Golfplatz Kandern am Wasserschloss Schopfheim gilt als einer der schönsten in ganz Süddeutschland, eingebettet in die sanfte Hügellandschaft des Markgräflerlands. Rundherum ziehen sich die Weinberge, aus denen einer der charaktervollsten deutschen Weißweine entsteht: der Gutedel. Wer in Kandern übernachtet, sollte ihn unbedingt probieren – am besten auf einer Terrasse mit Blick in die Rebzeilen. 

Kandern Geschichte: Eisen, Revolution & Ton 

Was Kandern heute ist, wurde über Jahrhunderte geformt. Im Mittelalter war die Stadt ein Zentrum des Bohnerz-Abbaus – schon die Römer wussten, dass die Erde hier Schätze birgt. Das Eisen wurde in den Schmelzwerken des Markgräflerlands verarbeitet; alte Bergwerksschächte in den umliegenden Wäldern erinnern noch heute daran.  

Als das Erz erschöpft war, besann man sich auf den Ton – und damit begann der Aufstieg zur Töpferstadt. Parallel dazu schrieb Kandern politische Geschichte: Im Revolutionsjahr 1848 zog Friedrich Hecker mit seinem berühmten „Heckerzug" durch die Stadt. Am nahen Scheideck-Pass unterlagen die Aufständischen den Regierungstruppen – ein Kapitel, das bis heute Teil des kollektiven Gedächtnisses ist. 

Die enge Verbindung zur Burg Rötteln und zur Sausenburg schließt diesen historischen Bogen: Lange gehörte Kandern zum Herrschaftsgebiet der Herren von Rötteln, und wer die Ruinen besucht, versteht, wie tief die Geschichte dieser Landschaft verwurzelt ist.

Fazit: Kandern ist mehr als ein Etappenziel 

Kandern im Schwarzwald ist kein Ort, den man einfach durchquert. Es ist ein Ort, an dem man bleibt – zumindest eine Nacht länger als geplant. Töpferkunst, Dampfbahn, Naturdenkmäler, Geschichte und ein Glas Gutedel beim Sonnenuntergang: Das ist Kandern. Und das ist mehr als genug.