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Frühmittelalterliche Spornburg Backelstein bei Hauenstein im Pfälzerwald

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
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Wer den schmalen Pfad vom Parkplatz Wasgaufreibad Hauenstein einschlägt, spürt es schnell: Hier beginnt etwas Altes. Steil, direkt, ohne Umschweife führt der Aufstieg hinauf – nach etwa zehn Minuten steht man auf dem Backelstein.

Ein Fels, der Geschichte trägt

Auf der Südseite erhebt sich der Backelstein fast 60 Meter aus dem Berg. Seine Steilwand hält den Blick fest – wuchtig, aufrecht, unverhandelbar. Hier stand einst eine frühmittelalterliche Spornburg, eine Holzburg, die den natürlichen Felssporn nutzte, so wie Burgenbauer es in dieser Epoche verstanden: das Gelände als erste Mauer.

Urkundliche Nachweise sind nicht überliefert. Bau, Geschichte, Bewohner – alles liegt im Dunkel. Was bleibt, ist die Sage: Kaiser Friedrich Barbarossa soll hier sein Jagdschloss gehabt haben. Ob Legende oder Erinnerung an etwas Wirkliches, lässt sich nicht sagen. Scherbenfunde gelber Drehscheibenware aber deuten auf eine Nutzung vor dem 13. Jahrhundert hin – ein stiller Beleg dafür, dass der Fels bewohnt war, ehe das Vergessen kam.

Was von der Burg geblieben ist

Die Burgstelle Backelstein zeigt heute nur noch wenige Spuren: kaum mehr als Pfostenlöcher im Fels, eingeschlagen von Händen, deren Namen niemand kennt. An der Nordseite öffnen sich eine Felsenkammer und ein in den Sandstein gehauener Aufgang – Mauerreste fehlen vollständig.

Der Felsen steht unter Naturschutz – ausgewiesen als Naturdenkmal im Gemeindegebiet von Hauenstein – und liegt am Südwesthang des Weimersberges.

Eine Metalltreppe führt Gipfelstürmer auf den Oberfelsen. Oben wartet eine weite Fernsicht über Wälder und Täler des Pfälzerwalds.

Klettern am Backelstein – Sandstein, Stille und Schwierigkeitsgrad

Wer den Backelstein nicht nur betrachten, sondern bezwingen möchte, findet hier einen der markantesten Kletterfelsen im Pfälzerwald. Am Südwesthang des Weimersbergs gelegen, zieht der Fels vor allem fortgeschrittene Kletterer an.

Der Kletterfelsen Backelstein misst bis zu 58 Meter in der Höhe und ist in fünf Sektoren gegliedert: Vorgipfel, linke Südseite, rechte Südseite, Ostwand und Nordseite. Jeder Sektor hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Linie durch den Buntsandstein.

Die meisten Routen bewegen sich im mittelschweren bis anspruchsvollen Bereich. Einige wenige Touren laden auch Einsteiger ein, die ersten Meter Fels unter die Finger zu nehmen. Ein Gipfelbuch wartet oben auf Einträge.

Wie kommt man zum Backelstein?

Der Backelstein Hauenstein ist ausschließlich zu Fuß erreichbar.

Vom Wasgaufreibad Hauenstein: Wenige Meter am Freibad entlang talaufwärts, dann zweigt links ein schmaler Pfad ab – ein Schild weist zum Backelstein. In rund 600 Metern steht man auf der Burgruine Backelstein.

Vom Hauensteiner Schusterpfad: An der Wegkreuzung Backelsteinhalde / Abzweig Backelstein sind es nur noch knapp 200 Meter zur Burgstelle.

Backelstein auf der Wanderroute

Der Backelstein liegt auf der Rundwanderung Wanderung Hauenstein: Backelstein, Hühnerstein, Wolfsfelsen & Lanzenfahrter Felsen – neun Kilometer durch fünf markante Felsformationen, mit Aussicht, Geschichte und pfälzischer Einkehr.

Ein Fels, eine Sage, ein Stück frühmittelalterlicher Geschichte mitten im Pfälzerwald.

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Wolfsfelsen „Ebenfällter" bei Hauenstein im Pfälzerwald

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
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Oberhalb des Stephanstals, links der Queichquelle, erhebt sich der Wolfsfelsen – ein Buntsandsteinriff, das seit Jahrtausenden aus dem Wald ragt – still, wuchtig, unbeeindruckt von der Zeit.

Ein Massiv in drei Akten

Der Wolfsfels gehört zum Wolfsfelsenmassiv, das sich auf einer Länge von 300 Metern in drei Abschnitten erstreckt – bis hin zum schlanken Felsturm „Ebenfällter" am Burghalderweg. Ursprünglich war das Massiv ein zusammenhängendes, mächtiges Buntsandsteinriff. Jahrtausende Erosion und Abbrüche haben den mittleren Teil herausgebrochen – was blieb, sind drei eigenständige Charaktere aus Sandstein.

Der Name und seine Geschichte

Die Namensgebung des Wolfsfelsens reicht zurück in eine Zeit, als Wölfe im Pfälzerwald noch heimisch waren. Der Fels trug ihren Namen, ehe der letzte Wolf längst verschwunden war.

Auf der dem Berg zugewandten Nordseite trägt der Wolfsfels einen zweiten Namen: „Ebenfällter". Dahinter steckt eine Legende mit Augenzwinkern. Zwei Hauensteiner Wanderer sollen nach einer ausgiebigen Einkehr auf dem Bärenbrunnerhof auf dem Heimweg am Felsen vorbeigekommen sein. In ihrer vom Alkohol benebelten Wahrnehmung sahen sie in der schroffen Felswand plötzlich Gefahr – und riefen sich gegenseitig zu: „Schnell weg do, äwe fällt er." So wurde aus dem Fels der Eben-fällt-er.

Aussicht zwischen den Felsen

Ein schmaler Pfad führt vom Wanderweg entlang der Felsgruppe Wolfsfelsen zu einer natürlichen Aussicht zwischen den Felsen. Der Blick öffnet sich auf die Stephanstürme – Sandstein vor Wald, Tiefe vor Stille.

Wer den südlichen Weg um die Queichquelle wählt, hat sowohl den Vorturm des Wolfsfelsens als auch den Stephansturm – im Volksmund „Kamel" genannt – in freier Sicht. Zwei Felsgestalten, die einander seit Jahrtausenden gegenüberstehen.

Wie kommt man zum Wolfsfelsen?

Der Wolfsfels bei Hauenstein ist ausschließlich zu Fuß erreichbar. Er liegt direkt am Burghalder Weg.

Vom Paddelweiher: Der steilste, aber auch direkteste Aufstieg. Man folgt der Markierung des Burghalder-Wegs. Distanz: ca. 1,5 km, Dauer: ca. 20 bis 30 Minuten.

Wolfsfelsen auf der Wanderroute

Der Wolfsfelsen liegt auf der Rundwanderung Hauenstein: Backelstein, Hühnerstein, Wolfsfelsen & Lanzenfahrter Felsen – neun Kilometer durch fünf markante Felsformationen, mit Aussicht, Geschichte und pfälzischer Einkehr.

Sandstein, Sage und Stille – der Wolfsfels bei Hauenstein ist einer jener Orte im Pfälzerwald, die man einmal gesehen haben sollte.

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Der Hühnerstein bei Hauenstein im Pfälzerwald

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
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Wer den Hühnerstein besucht, entdeckt zweierlei: einen 455 Meter hohen Berg im südlichen Pfälzerwald – und auf seinem Kamm einen zwölf Meter hohen Sandsteinfels mit Aussichtsplattform, markant, unübersehbar, wie aus dem Berg gewachsen.

Der Gipfel – Leiter, Plattform, Panorama

Über eine gesicherte Metallleiter mit 40 Sprossen steigt man steil hinauf zur Aussichtsplattform des Hühnersteins. Oben wartet ein 360-Grad-Panoramablick über Hauenstein und die Berge und Täler der Südwestpfalz – weit, offen, in alle Himmelsrichtungen.

Der Pfälzerwald-Verein Hauenstein errichtete die erste Leiter bereits 1970. 1997 kam eine Windrose auf der Plattform hinzu. Die heutige, mit Absturzsicherung ausgestattete Leiter wurde 2007 erneuert – steil, direkt, nichts für schwache Nerven.

Grenzstein zwischen Kurpfalz und Speyer

Der Hühnerstein trug einst eine politische Rolle: Er markierte die Grenze zwischen der Kurpfalz im Westen und dem Fürstbistum Speyer im Osten. Noch heute verläuft hier die Gemarkungsgrenze zwischen Hauenstein und Schwanheim.

Sein Name trägt ebenfalls Geschichte in sich: „Hühnerstein" leitet sich vermutlich von „Hunnenstein" oder „Hünenstein" ab – Echos längst vergangener Zeiten.

Wanderwege zum Hühnerstein

Der Hühnerstein liegt am Hauensteiner Schusterpfad und auf der Route des Rimbach-Steigs – zwei der bekanntesten Wanderwege in der Region. In der Nähe laden die bewirtschaftete Wasgauhütte des Pfälzerwald-Vereins und das Wanderheim Dicke Eiche zur Einkehr ein.

Von Schwanheim: Der kürzeste Aufstieg beträgt rund 1,2 Kilometer.

Hühnerstein auf der Wanderroute

Der Aussichtsfels Hühnerstein liegt auf der Rundwanderung Wanderung Hauenstein: Backelstein, Hühnerstein, Wolfsfelsen & Lanzenfahrter Felsen – neun Kilometer durch fünf markante Felsformationen, mit Aussicht, Geschichte und pfälzischer Einkehr.