Image
auf Karte anzeigen

Partnachklamm – Naturgewalt, Wasser & Fels bei Garmisch

Bayerische Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Der erste Schritt in die Partnachklamm fühlt sich an wie ein Übergang. Die Welt wird schmaler, kühler, lauter. Hohe Felswände rücken nah zusammen, das Licht fällt gefiltert herab, während tief unten das Wasser tosend seinen Weg sucht. Die Klamm liegt im Reintal nahe Garmisch-Partenkirchen und zählt zu den eindrucksvollsten Naturdenkmälern der Bayerischen Alpen. 

Auf rund 700 Metern Länge hat sich der Wildbach Partnach bis zu 80 Meter tief in den Fels geschnitten. Der Weg folgt stets der rechten Bachseite, auf etwa 800 Metern Höhe – sicher angelegt, aber immer nah am Geschehen. 

Eine Landschaft aus Zeit 

Was heute spektakulär wirkt, begann vor rund 240 Millionen Jahren. Damals bedeckte ein flaches Meer das Gebiet der heutigen Klamm. Auf seinem Grund lagerten sich dunkle, harte Muschelkalkschichten ab – der sogenannte Wurstel- oder Knollenkalk. Noch heute lassen sich darin Spuren urzeitlicher Meeresbewohner erkennen. 

Millionen Jahre später folgten weichere Mergel, die als Partnach-Schichten bekannt sind. Während der alpinen Gebirgsbildung entstand der Wamberger Sattel, und die vom Schneeferner auf dem Zugspitzplatt gespeiste Partnach begann, sich tief in das Gestein zu graben. 

Die Kraft des Wassers 

Das Wasser ist allgegenwärtig. Es rauscht, spritzt, tropft von den Felswänden. Über Jahrtausende hat es die Klamm geformt – geduldig, unaufhaltsam. Jeder Schritt eröffnet neue Perspektiven: schroffe Gesteinsmassive, enge Durchgänge, wechselnde Farben zwischen Grau, Grün und Blau. Die Naturgewalt der Partnachklamm zeigt sich nicht in einem Moment, sondern in der Dauer. 

Naturdenkmal seit über 100 Jahren 

Bereits 1912 wurde die Klamm unter Schutz gestellt. Seitdem gilt sie als eindrucksvolles Beispiel alpiner Erosionskraft. Der Besuch ist kein bloßer Spaziergang, sondern ein intensives Naturerlebnis – unmittelbar, roh und eindrucksvoll. 

Wichtige Hinweise für den Besuch 

Tickets werden vorab digital erworben und per QR-Code am Eingang gescannt. In der Klamm gibt es keinen Handyempfang, daher sollte das Ticket unbedingt vorher gespeichert werden. Kinderwägen, Buggys, Rollatoren sowie Drohnen sind nicht erlaubt. Das Gelände ist alpin, der Weg schmal – festes Schuhwerk und Aufmerksamkeit gehören dazu. 

Am Ausgang bleibt oft ein kurzer Moment des Innehaltens. Die Geräusche klingen nach, der Blick weitet sich wieder. Zurück bleibt das Gefühl, einem Ort begegnet zu sein, der Zeit sichtbar macht.

Image
auf Karte anzeigen

St. Barbara Tiefenbach – Gotische Kirche bei Oberstdorf

Allgäuer Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Die Pfarrkirche St. Barbara erhebt sich still im oberallgäuischen Tiefenbach, ein spätgotischer Bau mit Spuren aus dem Jahr 1458. In den Mauerpartien der Langhausnordwand sind noch Reste der ursprünglichen Marienkapelle sichtbar – ein Zeugnis jahrhundertelanger Geschichte. 

Zwischen 1499 und 1504 entstand aus Teilen der alten Kapelle die heutige Kirche, als Tiefenbach eine eigenständige Pfarrei wurde. Vollendet wurde der Chorbau 1504, die Weihe fand jedoch erst am 21. Juni 1513 durch den Konstanzer Weihbischof statt. 

Gotik trifft Barock 

Der Baustil der Kirche ist ursprünglich Frühgotik, erweitert unter Einbeziehung der alten Bauteile. Im 18. Jahrhundert erfuhr die Kirche eine umfassende Barockisierung, während das gotische Gewölbe des Chors unangetastet blieb. Das Langhaus erhielt eine mit Stuck verzierte Putzdecke, die Fenster wurden erneuert und vergrößert, und ein Oratorium entstand in der Nordwestecke des Chors. 

1824 folgte eine neue Altarausstattung, 1832 wanderte die reich verzierte Emporenbrüstung näher an den Altarraum. Restaurierungen in den Jahren 1843/44, 1879/83, 1933, 1938 und 1960 formten die Kirche in ihrer heutigen Gestalt. 

Künstlerische Kostbarkeiten 

Die Kirche beherbergt zahlreiche Schätze: einen alten Christopherus, die Figur des Hl. Teodul, Apostelbilder an der Emporenbrüstung, den gotischen Taufstein, vier barocke Medaillons, Freskoreste und einen barocken Kreuzweg. Auch das Kruzifix, die Orgel und die Kirchenfenster erzählen von der jahrhundertealten Kunstfertigkeit. 

Erinnerung und Geschichte 

St. Barbara birgt zudem eine Gedenktafel der Grafen von Königseck aus der Zeit des Spanischen Erbfolgekrieges. Die Kirche spiegelt nicht nur religiöse Geschichte wider, sondern auch die Entwicklung der Oberallgäuer Gemeinschaft – von der Marienkapelle über die spätgotische Pfarrkirche bis zur barocken Umgestaltung. 

Restaurierungen und Erhalt 

Zuletzt wurde die Kirche außen 1981 renoviert und im Inneren 1992 umfassend instand gesetzt. Jede Renovierung, jede Pflegeaktion trägt dazu bei, dass die Pfarrkirche St. Barbara bis heute als Zeitzeuge des Glaubens und der Kunst im Oberallgäu erhalten bleibt. 

Image
auf Karte anzeigen

Starzlachklamm Bayern – Tosende Wasserfälle & Naturerlebnis

Allgäuer Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Hoch am Fuß des Grünten zwischen Sonthofen-Winkel und der Topfenalpe erstreckt sich die Starzlachklamm, ein Meisterwerk der Natur. Jahrtausende des Wassers haben hier die Felsen geformt, kesselförmige Wassermühlen geschaffen und die tosenden Wasserfälle in die Schlucht getrieben. Die Starzlach, die hier entspringt, springt wie ihr Name verrät über die Felsen – ein lebendiger „Sturzbach“, der die Klamm in ein Naturtheater verwandelt. 

Entstehung und Geologie 

Die Starzlachklamm ist weit mehr als nur ein Wasserfall. Sie ist eine geologische Schatzkammer: Oberkreide- bis Alttertiär-Gestein, bruchtektonisch beanspruchte Schichten und die beeindruckenden Moränenablagerungen der Würmzeit erzählen von der Erdgeschichte der Alpen. Die Klamm gilt zudem als Nummulitenklamm, benannt nach den münzenförmigen Tierresten, die vor rund 30 Millionen Jahren im Meeresschlamm entstanden. Sogar seltene Fossilien wie die Krabbe Xanthopsis sonthofenensis lassen sich hier finden. 

Abenteuerliche Schluchtwanderung 

Der Einstieg erfolgt am 12 Meter hohen Schleierfall, wo das Wasser in schäumenden Strudeln über die Felsen springt. Über Brücken, Stege und Treppen windet sich der Weg durch die enge Schlucht, vorbei an beeindruckenden Wasserfällen und überhängenden Felsformationen. Kinder sind fasziniert von der tosenden Natur, Erwachsene genießen die Kraft des Wassers und die urwüchsige Landschaft. 

Für eine längere Wanderung führen Serpentinen zur Alpe Topfen oder zum Berggasthof Alpenblick. Wer möchte, kann einen Abstecher zur Erlebniswelt Erzgruben am Grünten machen und alles über die Bergbaugeschichte des „Wächters des Allgäus“ erfahren. 

Familienfreundlich und sicher 

Obwohl die Klamm schmale Pfade und Treppen bietet, ist sie für Familien geeignet. Kleinkinder können in Tragen mitgenommen werden; feste Schuhe sind empfehlenswert, da es an vielen Stellen rutschig ist. Wer die Klamm in Ruhe genießen möchte, sollte Stoßzeiten vermeiden. Für kürzere Ausflüge lässt sich die Klamm auch auf dem Hin- und Rückweg erkunden, ohne die gesamte Wanderung zu absolvieren. 

Anfahrt und Tipps 

Parkplätze gibt es am Wanderparkplatz Starzlachklamm in Sonthofen-Winkel. Toiletten stehen zur Verfügung, in den Wintermonaten jedoch geschlossen. Der Parkplatz ist mit Parkster (Zone 86720) buchbar. Von hier aus erreicht man die Klamm, den Bergbauernmuseum, die Sturmannshöhle und die Breitachklamm – ein perfekter Ausgangspunkt für Natur- und Familienerlebnisse im Allgäu. 

Die Magie der Starzlachklamm 

Wer durch die Starzlachklamm wandert, erlebt das Allgäu von seiner wildromantischsten Seite. Tosende Wasserfälle, schäumende Kaskaden und kesselförmige Wassermühlen lassen die Natur lebendig werden. Ein Ausflug hierher ist nicht nur ein Abenteuer für Kinder, sondern auch eine stille Begegnung mit der Urkraft der Natur – unvergesslich und faszinierend zugleich. 

Image
auf Karte anzeigen

Untere Firstalm Spitzingsee – Wandern, Skifahren & Rodelspaß

Mangfallgebirge
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Die Untere Firstalm liegt eingebettet im Firstgraben, umrahmt von Brecherspitz, Bodenschneid und Suttenstein. Ganzjährig geöffnet, ist sie ein beliebtes Ziel für Wanderer, Rodel-Fans und Skitourengeher. Am schnellsten erreichbar vom Parkplatz Kurvenlift östlich des Spitzingsees, führt ein breiter Forstweg in rund 45 Minuten hinauf. 

Im Winter wird die Forststraße zur beliebten Rodelbahn, ideal für Familien mit kleinen Kindern. Schlitten können direkt an der Alm ausgeliehen werden. Ein lohnendes Skitourenziel ist der Brecherspitz-Westgipfel (1.630 m), der in etwa einer Stunde erklommen werden kann. 

Wander-Highlights ab der Unteren Firstalm 

In der Sommer- und Wandersaison lockt der Hauptgipfel des Brecherspitz (1.683 m). Über den Westgipfel führt ein felsiger, teils ausgesetzter Grat zum Gipfel. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier erforderlich. 

Die Bodenschneid (1.669 m) lässt sich über den Suttenstein innerhalb von 1 ¼ Stunden erreichen. Die Obere Firstalm (1.375 m) liegt nur zehn Minuten entfernt. Wer weiter wandern möchte, erreicht das Bodenschneidhaus (1.365 m) oder die Albert-Link-Hütte (1.053 m) in jeweils etwa 1 ¼ Stunden. 

Kulinarisch werden auf der Alm bayerische Spezialitäten, Brotzeiten und süße Leckereien angeboten. Übernachtungen sind auf der Unteren Firstalm nicht möglich. 

Anfahrt & Parkmöglichkeiten 

Mit dem Auto: Über die Autobahn München – Salzburg (A8) bis Ausfahrt Weyarn. Weiter über Miesbach und Schliersee nach Neuhaus. Hinter dem Ortsende von Neuhaus rechts Richtung Spitzingsee und zum Spitzingsattel hinauf. Gleich danach rechts zum Kurvenlift abbiegen, Auto am großen Parkplatz abstellen. Entfernung von München: ca. 65–70 km. 

Mit Bus & Bahn: Mit der Bayerischen Oberlandbahn von München Hauptbahnhof bis Schliersee. Von dort mit Bus-Linie 9562 bis zur Haltestelle Spitzingsattel. Anschließend 10 Minuten Fußweg zum Parkplatz Kurvenlift. 

Aufstieg & Wegbeschreibung 

Vom Parkplatz Kurvenlift führt der breite Forstweg in 45 Minuten zur Unteren Firstalm (ca. 200 Höhenmeter). Am westlichen Ende des Parkplatzes zeigt ein großer Wegweiser Richtung Alm. Durch dichten Bergwald, vorbei an einzelnen Gebäuden, und über leicht ansteigende Wege erreicht man schließlich die Alm. 

Winter & Faschingstradition 

Die Untere Firstalm liegt im Skigebiet Spitzingsee und ist im Winter eine lebhafte Skihütte. Der Skialmfasching, älteste Tradition Oberbayerns seit 1925, findet jährlich am Faschingssonntag ab 10 Uhr statt. Maskierte genießen günstigere Liftpreise, Maskenprämierungen und das „Zipfäbobrenaz“, ein Rennen mit frisierten Kinderschlitten. 

Image
auf Karte anzeigen

Markus Wasmeier Freilichtmuseum: Historische Welt am Schliersee

Mangfallgebirge
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Das Markus Wasmeier Freilichtmuseum öffnet die Tore zu einer anderen Zeit. Zwischen den sanften Hügeln am Südufer des Schliersees breitet sich das ländliche Oberbayern des 18. und 19. Jahrhunderts in voller Pracht aus. Die weitläufige Anlage zeigt historische Bauernhöfe, Werkstätten und Stadel, die originalgetreu aus der Region zusammengetragen und restauriert wurden. Viele dieser Gebäude wären andernorts dem Verfall oder Abriss ausgeliefert gewesen. 

Auf den Wegen zwischen den Höfen offenbaren traditionelle Wohnstuben mit bemalten Möbeln, Kachelöfen und handwerkliche Werkstätten die Lebenswelt vergangener Generationen. Schmiede, Töpfer, Imker und andere Handwerker vermitteln das alte bayerische Handwerk authentisch und erlebbar. Die Details in jedem Gebäude erzählen Geschichten von einfacher Landwirtschaft, regionaler Kultur und handwerklicher Kunstfertigkeit. 

Die Gastwirtschaft „Beim Wofen“ bietet regionale Spezialitäten aus hochwertigen Zutaten. Frisches Bauernbrot, hausgemachter Obazdn, saftiger Schweinsbraten und ein kühles Helles aus der Brauerei laden zum Verweilen ein. Der Biergarten mit Blick auf die historischen Höfe und die Alpen sorgt an sonnigen Tagen für ein besonders stimmungsvolles Ambiente. 

Eine Wanderung zu den Josefsthaler Wasserfällen lässt sich ideal mit einem Besuch im Freilichtmuseum kombinieren, wodurch ein ganzer Tag voller Entdeckungen entsteht. Das Gelände, eingebettet in die malerische Bergkulisse, macht das Freilichtmuseum Schliersee zu einem Erlebnis, das Geschichte spürbar und sichtbar werden lässt. Alte Traditionen, bayerisches Landleben und handwerkliche Fertigkeiten verschmelzen hier zu einem lebendigen Bild vergangener Zeiten.

Image
auf Karte anzeigen

Gößweinstein – Barock, Burgen und fränkische Natur erleben

Fränkische Schweiz
, Fränkische Alb , Deutschland
auf Karte anzeigen

Zwischen den sanften Hügeln der Fränkischen Schweiz liegt Gößweinstein, ein Ort, der Vergangenheit und Gegenwart in einem leisen Flüstern vereint. Die Wallfahrtsbasilika zur Heiligen Dreifaltigkeit erhebt sich majestätisch über dem Markt, ihr Barock glänzt in der Sonne, während die vom Architekten Balthasar Neumann entworfenen Bögen und Kuppeln Geschichten aus dem 18. Jahrhundert erzählen. Besucher staunen über die präzisen Details, die das Licht in schimmernde Muster auf den Marmorböden wirft. 

Historische Sehenswürdigkeiten in Gößweinstein 

Die Burg Gößweinstein, ein stolzes Relikt vergangener Zeiten, thront auf dem Felsenrücken und bietet atemberaubende Ausblicke über das Wiesenttal. Zwischen Burgen, Ruinen und Schlössern entfaltet sich die Region wie ein lebendiges Geschichtsbuch. Zahlreiche Höhlen, darunter Tropfsteinhöhlen und Fossilienlager, machen die Fränkische Schweiz zu einem Paradies für Entdecker. Historische Mühlen und die nostalgische Dampfbahn Fränkische Schweiz ergänzen das kulturelle Erlebnis und lassen Technik und Tradition aufeinandertreffen. 

Naturerlebnis und Outdoor-Aktivitäten 

Die Landschaft rund um Gößweinstein ist ein Eldorado für Wanderer. Über 260 Kilometer markierte Wanderwege führen durch dolomitkalkreiche Felsen, zu Aussichtspunkten und idyllischen Tälern. Für Familien lockt der Walli-Maus-Weg mit interaktiven Stationen, während Abenteurer Klettern, Kajakfahren, Bogenschießen oder Discgolfen genießen können. Saisonal geführte Wanderungen und Nachtwächter-Rundgänge laden ein, das Natur- und Kulturerlebnis vertieft zu entdecken. 

Kultur und Brauchtum hautnah 

Osterbrunnen, Tanzlinden und traditionelle Feste vermitteln Einblicke in die fränkische Kultur. In der Basilika erwartet Gäste ein Orgelspiel nach der Führung, das die barocke Pracht akustisch unterstreicht. Wer auf der Burg steht, spürt die Geschichte unter den Füßen und den Atem der Zeit in den Mauern. Gößweinstein verbindet das rustikale Flair der Fränkischen Schweiz mit architektonischem Glanz und lädt zu einem unvergesslichen Ausflug ein.

Image
auf Karte anzeigen

Burg Gößweinstein: Mittelalterliche Gipfelburg in der Fränkischen Schweiz

Fränkische Schweiz
, Fränkische Alb , Deutschland
auf Karte anzeigen

Auf einem steilen Jurafelsen erhebt sich Burg Gößweinstein, überblickt das Wiesenttal und den Wallfahrtsort. Die Mauern der mittelalterlichen Gipfelburg erzählen von Jahrhunderten voller Konflikte, Wiederaufbau und neugotischer Pracht. Ein Ort, an dem Geschichte und Natur miteinander verschmelzen. 

Historische Architektur und neugotische Umbauten 

Die Ursprünge der Burg Gößweinstein reichen ins frühe Mittelalter zurück, als Graf Goswin die Festung errichten ließ. Zerstörungen, Fehden und Wiederaufbauten prägen das Bild bis heute. Neugotische Umbauten von Edgar Freiherr von Sohlern verleihen dem Schloss die charakteristische Silhouette mit Treppengiebeln, Zinnenkranz und Balustrade. Diese architektonischen Details lassen die Burg als authentisches Ausflugsziel erscheinen. 

Panoramablicke über das Wiesenttal 

Von der Burg erstreckt sich ein beeindruckender Blick über die Fränkische Schweiz. Das Wiesenttal breitet sich aus, während die Basilika von Gößweinstein in der Ferne leuchtet. Besucher erleben die Region aus einer einzigartigen Perspektive, die selbst erfahrene Wanderer in Staunen versetzt. 

Historische Räume und Entdeckungen 

Die Burg bietet eine Vielfalt an Räumen: Verlies, Kapelle, Kemenate, romanisches Zimmer, Kellergewölbe und ehemalige Burgschänke laden zu eigenen Erkundungen ein. Die Kombination aus mittelalterlicher Baukunst und romantischer Neugotik macht die Burg Gößweinstein zu einem faszinierenden Ziel für Kulturliebhaber und Wanderfreunde. 

Idealer Startpunkt für Ausflüge 

Dank der zentralen Lage eignet sich die Burg perfekt als Ausgangspunkt für Wanderungen und Ausflüge in die Umgebung. Die Zufahrt erfolgt über einen Privatweg, Parkmöglichkeiten direkt auf der Burg sind nicht vorhanden. Zahlreiche Treppen erfordern Trittsicherheit, doch jede Stufe belohnt mit einem historischen Erlebnis und einem grandiosen Ausblick. 

Die Verbindung von Geschichte, Architektur und Natur macht Burg Gößweinstein zu einem Ort, an dem Vergangenheit lebendig wird. Zeitlose Mauern, beeindruckende Aussichten und die Umgebung der Fränkischen Schweiz schaffen Bilder im Kopf, die noch lange nachklingen.

Image
auf Karte anzeigen

Basilika Gößweinstein: Wallfahrtskirche der Heiligsten Dreifaltigkeit

Fränkische Schweiz
, Fränkische Alb , Deutschland
auf Karte anzeigen

Zwischen sanften Hügeln der Fränkischen Schweiz erhebt sich die Basilika Gößweinstein, deren doppelte Türme das Land majestätisch überblicken. Das Gotteshaus gilt als zweitgrößter Wallfahrtsort im Erzbistum Bamberg und als bedeutendster Dreifaltigkeitswallfahrtsort Deutschlands. Jahr für Jahr führen über 160 Wallfahrtsgruppen zum heiligen Ort. 

Barocke Pracht von Balthasar Neumann 

Errichtet zwischen 1730 und 1739, verkörpert die Basilika Gößweinstein die Höhepunkte spätbarocker Architektur. Der fränkische Baumeister Balthasar Neumann schuf ein sakrales Meisterwerk, dessen Innenraum durch prächtige Deckenfresken, Stuckaturen und lichtdurchflutete Altäre beeindruckt. Pilger und Kunstliebhaber gleichermaßen erleben hier die Symbiose von Spiritualität und barocker Baukunst. 

Mythen und Wallfahrtsgeschichte 

Das Gnadenbild der Heiligsten Dreifaltigkeit erzählt Legenden von unerschütterlicher Verehrung. Schon im 16. Jahrhundert zog das Bild Gläubige an, die seine Unbeweglichkeit als Zeichen göttlicher Präsenz deuteten. Wallfahrtsort Gößweinstein entwickelte sich so zu einem spirituellen Zentrum der Region, unterstützt von Franziskanern, die die Gläubigen betreuen. 

Wallfahrtsmuseum und sakrale Schätze 

Das 2008 eröffnete Wallfahrtsmuseum Gößweinstein bietet auf drei Stockwerken Einblicke in Pilgergeschichte, Votivgaben und Reliquien. Rosenkränze, Kreuzwege und kunstvolle Votivfiguren aus Wachs dokumentieren die jahrhundertelange Spiritualität. Führungen und Orgelkonzerte vertiefen das Erlebnis der Basilika und ihrer sakralen Umgebung. 

Spirituelles Zentrum der Fränkischen Schweiz 

Umgeben von den malerischen Orten und Wanderwegen der Fränkischen Schweiz, fungiert die Basilika als kulturelles und religiöses Herz der Region. Die Kombination aus barocker Architektur, bewegender Wallfahrtsgeschichte und der Ruhe des Ortes erzeugt Bilder im Kopf, die noch lange nachklingen. Pilger wie Besucher finden hier Inspiration, Einkehr und den unvergesslichen Ausblick auf den historischen Luftkurort Gößweinstein.

Image
auf Karte anzeigen

Fladensteine bei Bundenthal – Naturdenkmal im Dahner Felsenland

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Die Fladensteine liegen am östlichen Rand von Bundenthal, eingebettet ins Dahner Felsenland. Direkt nördlich davon erhebt sich der Jüngstberg. Zwischen Stämmen und Moos ragt die Felsgruppe aus dem Wald empor: kantig, verwittert, von der Zeit geformt.

Die Sieben Brüder – Buntsandstein mit Geschichte

Die Felsformation der Fladensteine wird auch die Sieben Brüder genannt. Sie ziehen sich langgestreckt durch den Wald, ein Grat aus Buntsandstein, insgesamt 52 Meter, von Wind und Wasser gezeichnet.

Der westlichste und höchste Fels trägt den Namen Bundenthaler Turm. Ihm folgen der Namenlose Turm, der Ilexturm, der Stuhl, der Jüngstturm, der Backofen und schließlich der Erlenbacher Turm. Jeder steht für sich, und doch gehören sie zusammen. Schmale Pfade führen rund um das Buntsandsteinriff. Schritt für Schritt eröffnen sich neue Perspektiven, neue Linien, neue Bilder.

Kletterfelsen mit Tradition

1904 wurde der Fladenstein erstmals bestiegen – von Friedrich und Karl Jung. Später lag hier ein Gipfelbuch, und über Jahrzehnte zog es Kletterer im Dahner Felsenland an diesen Ort. Bis heute gelten die Fladensteine als vielseitiger Kletterfelsen mit zahlreichen Touren.

Wege zwischen Fels und Wald

Die Fladensteine liegen direkt an bekannten Wanderwegen des Dahner Felsenlands. Der Felsenland Sagenweg führt an ihnen vorbei, ebenso die Jüngstberg-Tour. Man geht auf schmalen Pfaden, hört den eigenen Schritt, den Wind in den Kronen, das leise Arbeiten des Waldes.

Geopfad Fladensteine – Reise in die Erdgeschichte

Der etwa einstündige Geopfad Fladensteine führt rund um das Felsmassiv und entführt dabei mehr als 250 Millionen Jahre in die Vergangenheit. An Schautafeln wird über die Entstehung der Gesteine, ihre regionalen Vorkommen und ihre Nutzung als wertvolle Rohstoffe informiert.

Image
auf Karte anzeigen

Steinwand Rhön – Klang aus Stein im Herzen der Berge

Hohe Rhön
, UNESCO-Biosphärenreservat Rhön , Deutschland
auf Karte anzeigen

Zwischen Wald und Himmel erhebt sich die Steinwand Rhön wie eine steinerne Klinge. Zackig durchbricht der Fels das Grün der Landschaft, grau bis grünlich schimmernd, still und doch voller Spannung. Hoch über dem Tal, unweit von Poppenhausen und der Wasserkuppe, öffnet sich eines der eindrucksvollsten Naturdenkmäler der Region. 

Phonolith, der klingende Stein 

Die bis zu 28 Meter hohe und über 100 Meter lange Felswand besteht aus Phonolith, einem vulkanischen Gestein, das beim Anschlagen klingt. Sechseckige Säulen reihen sich aneinander, geformt durch vulkanische Kräfte vor Millionen Jahren. Als Ausläufer der Maulkuppe ragt die Wand bis auf rund 650 Meter über dem Meeresspiegel und gilt als höchste Felswand im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

Eines der bedeutendsten Klettergebiete Hessens 

An der steilen Vorderseite entfaltet sich ein wahres Kletterparadies in der Rhön. Rund 100 bis 150 Kletterrouten in den Schwierigkeitsgraden II bis VIII (UIAA) durchziehen den Fels. Risse, Kanten und Platten fordern Technik und Konzentration. Ergänzt wird das Gebiet durch die Teufelskanzel und die Hintere Steinwand. Als einziger Kletterfelsen der hessischen Rhön besitzt die Steinwand einen besonderen Stellenwert. 

Natur, Respekt und Geschichte 

Der Naturklettergarten, betreut von der DAV Sektion Fulda, liegt in Privatbesitz und verlangt achtsames Verhalten. Ein striktes Magnesiaverbot schützt den Fels und seine Umgebung. Seit der Auszeichnung als Nationales Geotop wird die Steinwand auch als Fenster in die Erdgeschichte verstanden – ein Ort, an dem vulkanische Vergangenheit, sportliche Gegenwart und stille Landschaft miteinander verschmelzen.

Image
auf Karte anzeigen

Zipfelsfall Bad Hindelang – Wasserfall & Wanderung erleben

Allgäuer Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Mit jedem Schritt durch Hinterstein, dem kleinen Ortsteil von Bad Hindelang, spürt man die frische Bergluft, die langsam den Kopf frei macht. Schon von der Kirche aus ist der Zipfelsfall in der Ferne zu erkennen: ein Wasserfall, der den Zipfelsbach über Felsen 300 Meter in die Tiefe stürzt. Das Rauschen des Wassers füllt die Luft mit einem belebenden, fast magischen Geräuschteppich. 

Ankunft am Zipfelsfall – Natur pur erleben 

Vom Parkplatz in Hinterstein führt der Weg zunächst durch einen schmalen Waldpfad, gesäumt von Moos und Farnen, hin zu einem der malerischsten Wasserfälle in Bayern. Der Zipfelsbachwasserfall wirkt wie ein lebendiges Gemälde, die Wassermassen stürzen unaufhaltsam über die Felsen, gleißendes Wasser trifft auf dunkle, nasse Steine. Die kühle, reine Luft lädt zum tiefen Einatmen ein, jeder Atemzug fühlt sich an wie eine kleine Bergbefreiung. 

Auf dem Weg spürt man den leisen Pulsschlag der Natur: das Rascheln der Blätter, der Duft feuchter Erde und der Sprühnebel des Wasserfalls, der im Sonnenlicht glitzert. Immer wieder öffnen sich kleine Blicke auf den tosenden Zipfelsbach, der sich seinen Weg durch das Tal bahnt. 

Aufstieg zum Köpfle – Panorama & Bergblick 

Weiter führt der Wanderweg bergauf Richtung Aussichtspunkt Köpfle, einem der schönsten Aussichtspunkte im Hintersteiner Tal. Jeder Schritt auf den idyllischen Pfaden belohnt mit neuen Perspektiven: die umliegenden Gipfel der Allgäuer Alpen, grüne Wiesen, dichte Wälder und das sanft geschwungene Tal. Oben angekommen, öffnet sich ein Panorama, das die Seele beruhigt und die Weite der Natur spürbar macht. 

Das Köpfle eignet sich perfekt für kurze Rastpausen, Fotos oder einfach nur, um den Blick über die Gipfel schweifen zu lassen. Hier verschmilzt die Bergwelt mit dem Rauschen des Zipfelsbachs in einer unvergesslichen Symphonie aus Wasser, Licht und Luft. 

Wildfräuleinstein – Legenden am Wegesrand 

Vom Köpfle aus geht es weiter zum Wildfräuleinstein, einer geheimnisvollen Felsformation nahe des Wasserfalls. Die Sage erzählt von einem wilden Fräulein, das in den Felsen versteinert wurde – ein Ort voller Mythen und Geschichten. Beim Anblick des imposanten Felsens fühlt man die Jahrhunderte alter Legenden und die mystische Kraft der Alpen. 

Die Pfade dahin winden sich durch blühende Wiesen und lichte Wälder, vorbei an Farnen und Bergblumen. Jeder Schritt lässt das Gefühl entstehen, Teil einer Landschaft zu sein, die zeitlos scheint. Der Wildfräuleinstein verbindet Natur, Kultur und Geschichte auf eine Weise, die den Aufenthalt zu einem besonderen Erlebnis macht. 

Rückweg durch Wälder & Wiesen 

Der Rückweg nach Hinterstein folgt idyllischen Pfaden durch den Wald, vorbei an kleinen Bächen und bunten Bergwiesen. Die Geräusche des Zipfelsbachs klingen noch lange nach, das Bild des Wasserfalls bleibt im Kopf. Die Wanderung ist leicht zu gehen, bietet jedoch zahlreiche Möglichkeiten für Pausen, Fotos oder einfach, die Natur in Ruhe zu genießen. 

Unterwegs lassen sich kleine Abenteuer entdecken: versteckte Felsen, Moose, alte Wurzeln, die über den Weg wachsen, und immer wieder der Ausblick auf den tosenden Zipfelsfall. Am Ende der Runde erreicht man wieder Hinterstein, erfüllt von Eindrücken, Naturgeräuschen und dem Duft frischer Bergluft. 

Tipps für Wanderer & Naturfreunde 

  • Parkplatz Hinterstein: Startpunkt der Wanderung, direkt hinter der Kirche 

  • Dauer: Rundgang zum Wasserfall, Köpfle und Wildfräuleinstein in 2–3 Stunden 

  • Schwierigkeitsgrad: Leicht bis moderat, familienfreundlich 

  • Besonderheiten: Zipfelsbachwasserfall, Köpfle-Aussicht, Wildfräuleinstein, Allgäuer Alpen 

  • Ausrüstung: Festes Schuhwerk, Kamera, Wasser, evtl. Wanderstöcke 

Fazit: Zipfelsfall – Natur, Wasser & Legenden erleben 

Die Wanderung zum Zipfelsfall Bad Hindelang ist ein Erlebnis für alle Sinne: das Rauschen des Wasserfalls, die klare Bergluft, das Panorama vom Köpfle und die mystische Aura des Wildfräuleinsteins schaffen ein unvergessliches Naturerlebnis. Für Wanderer, Familien oder Naturliebhaber ist der Zipfelsbachwasserfall ein Ziel, das die Schönheit der Allgäuer Alpen perfekt widerspiegelt.

Image
auf Karte anzeigen

Der Barenberg im Harz – Naturerlebnis mit beeindruckenden Ausblicken

Naturpark Harz
, Harz , Deutschland
auf Karte anzeigen

Der Barenberg ist ein Ausichtsberg im Oberharz, südlich von Schierke in Sachsen-Anhalt. Mit einer Höhe von etwa 695 Metern ist er zwar nicht der höchste Gipfel der Region, bietet jedoch spektakuläre Ausblicke auf das wildromantische Elendstal, das Brockenmassiv und das umliegende Harzvorland. Besonders bei Wanderern ist der Barenberg beliebt, da er über gut ausgeschilderte Wege erreichbar ist und entlang der Route zahlreiche Naturhighlights wie beeindruckende Granitklippen und stille Waldpfade zu entdecken sind.

Lage

Der Barenberg liegt im Nationalpark Harz, südlich des kleinen Ortes Elend und nordwestlich von Braunlage. Er befindet sich in der Nähe des Zusammenflusses der Kalten Bode und ist Nachbar zu weiteren bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Barenbergklippenpfad, den Schnarcherklippen und dem Aussichtspunkt Helenenruh.

Aussichtspunkte rund um den Barenberg

Rund um den Barenberg im Harz eröffnen sich bei guter Sicht zahlreiche eindrucksvolle Ausblicke auf die umliegende Berglandschaft. Besonders lohnenswert ist ein Abstecher zur Helenenruh, einem beliebten Aussichtspunkt mit freiem Blick ins tief eingeschnittene Elendstal, zur Kalten Bode und auf den sagenumwobenen Brocken.

Direkt am Barenberg selbst befinden sich die Granitklippen, eine wilde, zerklüftete Felsformation, von der man weit ins Tal und bis zum Brockenplateau schauen kann. Etwas weiter nordwestlich bei Schierke ragen die Schnarcherklippen aus dem Wald – bizarre Felsen, die nicht nur mit einer Rundumsicht beeindrucken, sondern auch Klettermöglichkeiten bieten.

Auch der Gipfelbereich des Barenbergs selbst hält besondere Momente bereit: Zwar gibt es keine offizielle Aussichtsplattform, doch bieten sich entlang lichtungsartiger Stellen natürliche Panoramablicke auf die bewaldeten Höhenzüge des Oberharzes.

Wanderwege rund um den Barenberg

Der Barenberg ist hervorragend an das Wanderwegenetz des Oberharzes angebunden und über mehrere gut ausgeschilderte Routen erreichbar. Besonders beliebt ist der Rundwanderweg „Von Elend zu den Granitklippen am Barenberg“, eine etwa 7 Kilometer lange Tour mit rund 250 Höhenmetern. Die Strecke führt durch dichte Wälder, vorbei an eindrucksvollen Felsformationen, und bietet unterwegs immer wieder herrliche Ausblicke.

Ein weiterer attraktiver Weg ist der Klippenweg, der die Orte Schierke, Elend, den Barenberg und den Aussichtspunkt Helenenruh miteinander verbindet. Diese Route folgt größtenteils dem Lauf der Kalten Bode und erschließt mehrere landschaftliche Höhepunkte.

Auch der bekannte Harzer-Hexen-Stieg verläuft in der Nähe. Vom Bahnhof Elend oder Schierke aus führen markierte Zubringerwege direkt hinauf zum Barenberg.

Für Naturfreunde besonders reizvoll ist der Themenpfad Elendstal, der das romantische Flusstal der Kalten Bode durchquert und hinauf zu den Granitklippen am Barenberg führt.

Geschichte

Der Name „Barenberg“ stammt vermutlich vom mittelhochdeutschen Wort „ber“ für „Bär“ ab, was auf frühere Bärenvorkommen in der Region hinweisen könnte. Der Berg selbst spielte keine bedeutende militärische oder wirtschaftliche Rolle, entwickelte sich jedoch seit dem 19. Jahrhundert zu einem beliebten Ziel für Naturfreunde und Harzreisende. Auch während der DDR-Zeit war der Barenberg ein geschätztes Wanderziel. Heute gehört er zum Schutzgebiet des Nationalparks Harz und bietet Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere.

Anreise

Mit dem Auto: Über die Bundesstraße B27 gelangt man bequem nach Elend oder Schierke. In beiden Orten sind Parkmöglichkeiten vorhanden. 
Mit der Bahn: Der Bahnhof Elend wird von der Harzer Schmalspurbahn angefahren. Von dort dauert der Aufstieg zum Gipfel etwa eine Stunde. 
Wandern: Empfehlenswerte Wanderungen starten in Elend oder Schierke, beispielsweise der Rundweg „Von Elend zu den Granitklippen am Barenberg“, der abwechslungsreiche Naturerlebnisse bietet.

Der Barenberg ist ein lohnendes Ziel für alle, die die Natur des Harzes genießen und dabei beeindruckende Ausblicke und geologische Besonderheiten erleben möchten.

Image
auf Karte anzeigen

Die Kalmit: Höchster Berg im Pfälzerwald mit Panoramablick & Geschichte

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Die Kalmit ist mit 673,64 m ü. NHN der höchste Berg im Pfälzerwald und nach dem Donnersberg der zweithöchste Gipfel der gesamten Pfalz. Wer hier oben steht, versteht sofort, warum zeitgenössische Wanderer die Kalmit einst als »den schönsten Aussichtsberg der Pfalz« bezeichneten: Der Blick reicht weit über die Rheinebene, an klaren Tagen bis zum Schwarzwald.

Die Kalmit liegt im Naturpark Pfälzerwald und im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord – einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas. Ihr Gipfel erhebt sich rund 3,8 km westnordwestlich von Maikammer und 5,5 km südwestlich von Neustadt an der Weinstraße.

Lage und Umgebung

Die Kalmit liegt in der Haardt, dem steilen Ostrand des Pfälzerwalds. Um den Gipfel gruppieren sich mehrere Vorberge, darunter der Hüttenberg (620 m) im Südwesten – auf dem das bekannte Felsenmeer am Hüttenberg liegt – sowie der Taubenkopf (603 m) im Nordosten und der Stotz (603 m) im Süden.

Das Kalmitmassiv ist von mehreren Quellen umgeben. Im Osthang entspringt der Alsterweiler Bach, der nach Maikammer fließt. Nordwestlich des Gipfels hat der Kaltenbrunnertalbach seinen Ursprung. Das Einzugsgebiet der Kalmit speist über verschiedene Bäche schließlich den Speyerbach und damit das Rheintal.

Natur erleben: Wald, Wasser und Weitsicht

Der Pfälzerwald rund um die Kalmit ist vorwiegend von Mischwald bedeckt. Kiefern dominieren den Baumbestand, Buchen und Eichen sorgen im Herbst für ein leuchtendes Farbenspiel. Wer ruhig und aufmerksam unterwegs ist, kann auf den Wegen zur Kalmit Rehen, Wildschweinen und einer Vielzahl von Waldvögeln begegnen.

Das Kalmitmassiv liegt vollständig im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord – einem UNESCO-anerkannten Schutzgebiet, das sich grenzüberschreitend bis in die französischen Vogesen erstreckt. Für Naturliebhaber ist das eine Garantie: Hier ist die Natur noch weitgehend intakt, die Wege sind ruhig und das Erlebnis echt.

Was steckt im Namen »Kalmit«?

Der Ursprung des Namens ist nicht eindeutig geklärt – und das macht ihn umso faszinierender. Eine Deutung leitet ihn vom lateinischen calvus mons»kahler Berg« – ab. Eine andere sieht einen indogermanischen Ursprung in kel/qel für »hoch, ragen«, was den Namen als »Höhenberg« oder »Gipfelberg« erklären würde. Vergleichbare Namen wie Calmont, Kallmünz oder Kalsmunt werden als verwandte Beispiele genannt. Welche Deutung die richtige ist, bleibt offen – vielleicht ist gerade das der Reiz.

Auf dem Gipfel: Was erwartet einen oben?

Kalmithaus – höchste und älteste Wanderhütte im Pfälzerwald

Das Kalmithaus – früher Ludwigshafener Hütte – wurde 1908 von der PWV-Ortsgruppe Ludwigshafen als bewirtschaftete Wanderhütte errichtet. Es ist damit nicht nur die höchstgelegene, sondern auch eine der ältesten Wanderhütten im Pfälzerwald.

Seine Geschichte ist bewegt: Nach dem Zweiten Weltkrieg von der französischen Besatzungsmacht genutzt, 1953 freigegeben, 1957 durch einen Neubau ersetzt. Am 13. November 1981 zerstörte eine Gasexplosion den vorderen Teil des Hauses – der Wiederaufbau dauerte bis 1983. Seit 2012 wird das Kalmithaus nicht mehr ehrenamtlich, sondern durch fest angestelltes Personal bewirtschaftet.

Heute bietet das Kalmithaus auf Terrasse und im Innenbereich pfälzische Küche, Wildspezialitäten und wechselnde Tagesgerichte. Das Haus liegt direkt am Pfälzer Weinsteig und ist zu jahreszeitlich wechselnden Zeiten geöffnet.

Aussichtsturm und Sendeturm

Der Aussichtsturm Kalmit wurde 1928/29 vom Hauptverein des Pfälzerwald-Vereins errichtet – als Ersatz für einen 1868 erbauten und später eingestürzten Vorgänger. Der 21 m hohe Turm war von Anfang an mit Wohnräumen, elektrischem Licht und fließendem Wasser ausgestattet. Heute beherbergt er Relaisfunkstelle, Wetterstation und Fernsicht-Messstation und ist leider für die Öffentlichkeit gesperrt.

Der Königstein – ältestes Bauwerk auf der Kalmit

Auf dem Gipfel steht ein 5,5 m hohes Sandsteindenkmal für König Maximilian I. Joseph von Bayern. Es wurde 1824 von den Bürgern Maikammers und Alsterweilers anlässlich seines 25. Regierungsjubiläums errichtet und ist damit das älteste Bauwerk auf der Kalmit. Volkstümlich wird es »Königstein« genannt. Das Denkmal wurde 2025 saniert.

Höchster Weinberg in Rheinland-Pfalz

Eine Besonderheit der jüngeren Geschichte: Am 25. April 2023 wurde auf der Kalmit der höchstgelegene Weinberg in Rheinland-Pfalz angelegt – eine schöne Verbindung zwischen dem höchsten Berg des Pfälzerwalds und der Weinkultur der Region.

Panoramablick: Was sieht man von der Kalmit?

Von der Terrasse des Kalmithauses reicht der Blick rund 500 Höhenmeter hinab in die Oberrheinische Tiefebene. Gut zu sehen sind die bergnahen Weinbaugemeinden Maikammer (170 m) und St. Martin (225 m), weiter entfernt die Städte Ludwigshafen, Mannheim, Speyer und Philippsburg.

Bei klarer Sicht reicht die Fernsicht bis zum Odenwald bei Heidelberg mit dem Königstuhl (570 m), weiter zum Nordschwarzwald mit der Hornisgrinde (1164 m) – dem höchsten Berg des Nordschwarzwalds – und der Badener Höhe (1002 m). Ein Panorama, das man sich ruhig eine Weile gönnen sollte – am besten mit einem Glas Pfälzer Wein in der Hand.

Im Nordnordwesten ist der Donnersberg (686 m) zu sehen, der höchste Gipfel der Pfalz. Eine besondere Blickachse verbindet die Kalmit mit dem Schloss Schwetzingen (36 km entfernt), dessen Hauptachse exakt auf den Kalmitgipfel ausgerichtet ist.

Wanderwege auf die Kalmit

Die Kalmit ist Etappenziel mehrerer zertifizierter Wander- und Fernwege:

Der Pfälzer Weinsteig – ein seit 2010 zertifizierter Prädikatsweg des Deutschen Wanderverbandes – führt auf seiner vierten Etappe von Neustadt über das Hambacher Schloss und die Hohe Loog auf den Kalmitgipfel. Anschließend verläuft der Weg durch das Felsenmeer am Hüttenberg hinunter nach St. Martin.

Der Wanderweg mit der Markierung Roter Punkt führt vom Hauptbahnhof Neustadt über die Hohe Loog auf die Kalmit – alternativ von St. Martin über Wolselquelle und Felsenmeer.

Der Weg mit der Markierung Weiß-Grün führt von Maikammer direkt auf die Kalmit – eine rund 11 km lange Rundwanderung mit etwa 500 Höhenmetern, die teilweise auf der Route der Kleinen Kalmit Runde verläuft und Weinromantik mit Pfälzerwald-Idylle verbindet. Wer es kürzer und familienfreundlicher mag, ist mit der Kleinen Kalmit Runde (4,9 km) vom Wanderparkplatz Hüttenhohl bestens bedient – ideal auch für Kinder.

Kalmit-Klapprad-Cup – Kult seit 1992

Seit 1992 findet jährlich der Kalmit-Klapprad-Cup statt – ein Radrennen, bei dem ausschließlich Klappräder ohne Schaltung erlaubt sind. Die rund 6 km lange Strecke führt von Maikammer auf den Gipfel. Ein Pflichttermin für alle, die den Pfälzerwald auch von seiner humorvollen Seite kennenlernen wollen.

FAQ: Häufige Fragen zur Kalmit

Wie hoch ist die Kalmit? 

Die Kalmit ist 673,64 m ü. NHN hoch und damit der höchste Berg im Pfälzerwald.

Wie komme ich auf die Kalmit? 

Der kürzeste Weg führt vom Parkplatz Kalmit direkt unterhalb des Gipfels – von dort sind es nur rund 300 m bis zum Kalmithaus. Wer jedoch das Beste der Region erleben möchte, startet am Wanderparkplatz Hüttenhohl: Die Kleine Kalmit Runde (4,9 km) führt durch das Felsenmeer am Hüttenberg und über lohnenswerte Waldwege auf den Gipfel – und ist damit die deutlich schönere Wahl. Alternativ geht es von Maikammer oder Neustadt über den Pfälzer Weinsteig.

Hat das Kalmithaus geöffnet? 

Das Kalmithaus ist zu jahreszeitlich wechselnden Zeiten geöffnet. Aktuelle Öffnungszeiten direkt auf kalmithaus.de.

Kann man auf dem Kalmit-Aussichtsturm hochgehen? 

Leider nein – der Aussichtsturm ist für Besucher gesperrt, da er heute als Relaisfunkstelle und Wetterstation genutzt wird.

Ist die Kalmit mit Kindern machbar? 

Ja – die Kleine Kalmit Runde ist ausdrücklich familienfreundlich. Das Felsenmeer begeistert Kinder, und der Aufstieg ist gut machbar.

Was ist die Kleine Kalmit? 

Die Kleine Kalmit ist eine völlig andere Erhebung – nur 270,5 m hoch, rund 15 km südsüdwestlich der Kalmit zwischen Ilbesheim und Arzheim gelegen. Sie gehört zur Vorhügelzone des Pfälzerwalds und liegt geologisch im Oberrheingraben.

Image
auf Karte anzeigen

Felsenmeer am Hüttenberg: Wandern & Natur an der Kalmit im Pfälzerwald

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Ein Meer aus Stein mitten im Wald: Wer zum ersten Mal ins Felsenmeer am Hüttenberg tritt, bleibt unweigerlich stehen. Mächtige Felsbrocken aus rotem Buntsandstein, überzogen von samtigem Moos, türmen sich zu bizarren Formationen auf – übereinander, nebeneinander, manchmal scheinbar schwebend. Der Wald ringsum ist still, das Licht fällt in schmalen Streifen durch die Kiefern. Es wirkt wie eine andere Welt.

Das Felsenmeer am Hüttenberg ist eines der eindrucksvollsten Naturdenkmäler im Pfälzerwald – mit mächtigen Buntsandstein-Felsen, überzogen von samtigem Moos, die sich zu bizarren Formationen türmen. Bekannte Felsen wie der Hausfelsen und der Kugelfelsen prägen das Bild. Dabei lohnt sich ein Besuch zu jeder Jahreszeit.

Lage: Wo liegt das Felsenmeer am Hüttenberg?

Das Felsenmeer am Hüttenberg liegt auf dem gleichnamigen Vorberg der Kalmit – dem höchsten Berg im Pfälzerwald – innerhalb der Haardt, dem Ostrand des Pfälzerwalds. Geografisch befindet es sich im Nordwesten des Landkreises Südliche Weinstraße, auf den Waldgemarkungen der Ortsgemeinden Maikammer im Norden und Sankt Martin im Süden.

Der Hüttenberg selbst erhebt sich auf 620 m Höhe und ist als Südwestsporn der Kalmit deren direkter Vorberg. Am südlichen Ende des Felsenmeers, auf 591 m, steht die Hüttenberghütte – ein beliebter Rastplatz mit Blick über die Rheinebene.

Geologie: Entstehung in der Eiszeit

Die Felsen des Felsenmeers bestehen aus Buntsandstein – einem der typischen Gesteine des Pfälzerwalds, das vor rund 250 Millionen Jahren in der frühen Trias abgelagert wurde. Ihre heutige Form verdanken sie den Eiszeiten: Frostsprengung zerlegte die einst geschlossene Felsschicht in einzelne Trümmer. In den kurzen Tauphasen der Sommermonate trieb Schmelzwasser die durchnässten Gesteinsmassen die Hänge hinab – ein Prozess, der über Jahrtausende immer wieder ablief.

Das Ergebnis ist ein weitläufiges Blockfeld, das sich vom Gipfelgrat des Hüttenbergs – rund 700 m in Nord-Süd-Richtung – bis auf die Berghänge erstreckt. Die Felsformationen reichen von kleinen Blöcken bis zu bis zu 10 m hohen Felsgebilden. Besonders charakteristisch sind die sogenannten Gletschermühlen – rundliche Verwitterungsformen im Buntsandstein, die dem Felsenmeer sein unverwechselbares Gesicht geben.

Das Felsenmeer ist als flächenhaftes Naturdenkmal klassifiziert und steht unter besonderem Schutz.

Felsformationen: Stein in allen Formen

Das Felsenmeer bietet eine beeindruckende Vielfalt an Felsformationen. Manche ragen wie natürliche Monumente meterhoch aus dem Waldboden – wie der Hausfelsen mit knapp 19 m Höhe. Andere wirken durch gleichmäßige Verwitterung fast skulptural gerundet, wie der Kugelfelsen. Jeder Felsen erzählt auf seine Weise von Jahrtausenden aus Frost, Wasser und Zeit.

Wer durch das Felsenmeer wandert, erlebt Natur hautnah: Moospolster in sattem Grün, das Zwitschern der Vögel im Kiefernwald ringsum, der kühle Schatten zwischen den Felsblöcken an warmen Sommertagen. Im Herbst leuchten die Farben des Waldes besonders schön zwischen dem roten Buntsandstein. Im Winter, wenn Schnee auf den Blöcken liegt, wirkt das Felsenmeer wie eine andere Welt.

Bouldern und Klettern im Felsenmeer

Das Felsenmeer am Hüttenberg gehört zum Klettergebiet Pfälzerwald und ist unter Boulderern und Sportkletterern aus der ganzen Region bekannt. Die Felsen bieten abwechslungsreiche Züge auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen – von einsteigerfreundlichen Blöcken bis zu anspruchsvollen Überhängen.

Wer nur wandert, kann dennoch hautnah dabei sein: Der Wanderpfad führt mitten durch das Blockfeld, man passiert die Kletterfelsen auf Armlänge und kann den Boulderern beim Training zusehen.

Wandern durch das Felsenmeer

Der Weg durch das Felsenmeer lässt sich auf zwei Arten erleben: als Gratweg über die Felsen oder unterhalb der Formationen, von wo man die mächtigen Blöcke von unten betrachten kann. Abenteuerlustige wählen den Weg oben oder suchen sich ihren eigenen Weg zwischen den Felsen hindurch, Ruhesuchende gehen den Weg unten. Beide lohnen sich.

Die rund 800 Meter durch das Felsenmeer sind das Herzstück der Kleinen Kalmit Runde – und vergehen immer viel zu schnell. Überall gibt es etwas zu entdecken: enge Felsgassen, moosbedeckte Blöcke, bizarre Felsnasen und immer wieder neue Ausblicke durch das Gestein.

Das Felsenmeer ist Teil des Pfälzer Weinsteigs, eines zertifizierten Prädikatswegs, dessen vierte Etappe unterhalb der Felsen entlangführt.

Hüttenberghütte – Rast am Rand des Felsenmeers

Am südlichen Ausläufer des Felsenmeers, auf 591 m Höhe, steht die Hüttenberghütte – ein einfacher, nicht bewirtschafteter Rastplatz, der einen schönen Blick über die Oberrheinische Tiefebene bietet. Ein guter Ort, um durchzuatmen, die Aussicht zu genießen und Kräfte für den weiteren Aufstieg zur Kalmit zu sammeln. Wer anschließend einkehren möchte: Das Kalmithaus auf dem Gipfel wartet mit pfälzischer Küche und Panoramablick.

FAQ: Häufige Fragen zum Felsenmeer am Hüttenberg

Wie komme ich zum Felsenmeer am Hüttenberg? 

Der kürzeste Weg führt vom Parkplatz Kalmit direkt unterhalb des Gipfels – von dort sind es nur rund 300 m bis zum Felsenmeer. Wer jedoch das Beste der Region erleben möchte, startet weiter unten am Wanderparkplatz Hüttenhohl und folgt dem mit weiß-grünem Balken markierten Wanderweg. Nach etwa 20–30 Minuten erreicht man das Felsenmeer. Das Felsenmeer ist auch Teil der Kleinen Kalmit Runde.

Ist das Felsenmeer für Kinder geeignet? 

Ja – Kinder lieben das Felsenmeer. Klettern, balancieren, entdecken: Die Felsen laden zum Spielen ein. Festes Schuhwerk wird empfohlen.

Darf man im Felsenmeer klettern? 

Ja, das Felsenmeer gehört zum Klettergebiet Pfälzerwald und wird aktiv zum Bouldern genutzt. Das Betreten der Felsen ist erlaubt, es gilt jedoch Rücksicht auf das Naturdenkmal zu nehmen.

Zu welcher Jahreszeit ist das Felsenmeer am schönsten? 

Zu jeder Jahreszeit sehenswert – besonders schön ist es jedoch im Frühling: Die Blätter treiben frisch aus, das Moos erwacht in sattem Grün und die Felsen sind noch nicht von dichtem Blattwerk verdeckt. Im Herbst leuchten die Waldfarben zwischen den Felsen, im Winter liegt manchmal Schnee auf den Blöcken.

Wie lang ist der Weg durch das Felsenmeer? 

Der Abschnitt durch das Blockfeld ist rund 800 Meter lang.

Image
auf Karte anzeigen

Renchtalhütte Bad Peterstal-Griesbach – Wo der Schwarzwald sein Herz zeigt

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Irgendwo zwischen dem Rauschen der Tannen und dem weichen Licht eines Spätnachmittags liegt sie, als hätte man sie schon immer hier vermutet: die Renchtalhütte in Bad Peterstal-Griesbach, mitten im mittleren Schwarzwald, auf rund 800 Metern Höhe, mit einem Panoramablick, der die Gedanken weit werden lässt. Eine urige Schwarzwälder Berghütte, die mehr ist als eine bloße Einkehr – sie ist ein Ort, an dem man verweilt, atmet und für einen Moment vergisst, dass es eine Welt jenseits der dunkelgrünen Hügel gibt. 

Die Renchtalhütte gehört als Dependance zum renommierten 5-Sterne-Hotel Dollenberg und verbindet auf bemerkenswerte Weise den Charme des rustikalen Schwarzwalderbes mit dem Anspruch gehobener Gastlichkeit. Wer hier ankommt – ob nach einer ausgedehnten Wanderung oder einfach auf der Suche nach einem besonderen Ausflugsziel im Schwarzwald – spürt sofort: Hier stimmt etwas. 

200 Jahre altes Scheunenholz – Atmosphäre zum Anfassen 

Man tritt ein und der Raum empfängt einen mit der warmen Wucht vergangener Jahrzehnte. 200 Jahre altes Scheunenholz trägt die Decken und Wände, der Kachelofen strahlt eine Wärme aus, die sich tief in die Knochen legt – jene wohltuende Art von Wärme, die man aus Kindheitserinnerungen kennt. Die Balken erzählen Geschichten, die kein Reiseführer je vollständig wiedergeben könnte. 

Draußen, auf der großen Aussichtsterrasse, öffnet sich das Renchtal in seiner ganzen Weite. Man sitzt, hält die Kaffeetasse in beiden Händen und schaut über die Täler des mittleren Schwarzwaldes – ein Panorama, das keine Kamera wirklich einzufangen vermag. Es ist einer jener Momente, für die man reist. 

Schwarzwälder Küche auf höchstem Niveau 

Die Küche der Renchtalhütte ist ein Bekenntnis zur Region – ehrlich, aromatisch und mit jenem Eigensinn, den gute Schwarzwälder Küche verdient. Die Speisekarte bewegt sich zwischen rustikaler Schwarzwälder Vesper und elsässischen Einflüssen, zwischen traditionellen Hausrezepten und gehobenen Hüttengerichten. 

Wer die hausgemachten Maultaschen mit Kartoffelsalat bestellt, bekommt genau das, was er sich erhofft hat: eine Portion Heimat auf dem Teller. Der Wurstsalat, hier oft mit frischen Tomaten serviert, ist von jener unkomplizierten Güte, die man in der Stadt so selten findet. Und der Bibeleskäse – jener cremige Schwarzwälder Kräuterquark – erinnert daran, dass wahre Genüsse manchmal die einfachsten sind. 

Wer es herzhafter mag, findet im Elsässer Bäckeoffe (ca. 16 €) einen wärmenden Eintopf, der mit seinen zarten Fleisch- und Gemüseschichten die Seele tröstet wie ein alter Freund. Das Rumpsteak vom Brett (ca. 23 €) überzeugt durch Qualität, das Holzfällersteak vom Schwein (ca. 18 €) durch Charakter. Tagesgerichte wechseln regelmäßig und halten die Karte lebendig – meist um die 24,50 €. 

Schwarzwälder Kirschtorte – Eine Legende in Kuchenform 

Kein Besuch der Renchtalhütte wäre vollständig ohne ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte. Unter Kennern gilt sie als eine der besten der gesamten Region – und wer einmal in diese schmelzende Schichtung aus Biskuit, Sahne, Kirschen und Kirschwasser gebissen hat, versteht, warum. Dazu ein Espresso oder ein cremiger Latte Macchiato – und die Welt hat wieder Ordnung. 

Die Kuchenauswahl ist groß, die Kaffeespezialitäten vielfältig, und wer einen badischen Qualitätswein zum Abschluss wünscht, findet in der exzellenten Weinkarte – dem Erbe des Hotel Dollenberg – beste Gesellschaft. Auch Sekt und Champagner stehen bereit für jene Momente, die nach Feier verlangen. 

Raclette & Fondue – Wenn die Hütte zum Erlebnis wird 

Es gibt Gerichte, die mehr sind als Essen – sie sind Ritual. In der Renchtalhütte gehören Raclette und Fondue dazu. Das Raclette à volonté, serviert mit herzhaftem Schwarzwälder Rauchfleisch, kostet ca. 33,00 € pro Person und wird tischweise ab mindestens zwei Personen angeboten. Man schmilzt, wartet, redet – und genießt in einem Tempo, das der Schwarzwald selbst vorgibt: besonnen und ohne Hast. 

Das Fondue Bourguignonne – klassisch in Öl oder Brühe, begleitet von verschiedenen Saucen, Pommes Frites und einem frischen Salatteller – ist ebenfalls ab zwei Personen erhältlich, meist auf Vorbestellung. Wer plant, plant gut: Eine frühzeitige Reservierung wird empfohlen, besonders an Wochenenden und zu besonderen Abenden. 

Hüttenabend mit Musik – Mittwochs lebt die Hütte auf 

Jeden Mittwoch ab 19:00 Uhr verwandelt sich die Renchtalhütte in einen Ort echter Gemeinschaft: Der Hüttenabend lockt mit Live-Musik und einem Rahmenprogramm, das an vergangene Zeiten erinnert, ohne kitschig zu wirken. Fondue und Raclette sind an diesen Abenden oft zentrale Bestandteile des Menüs. Wer einmal dabei war, kommt wieder. 

Die Öffnungszeiten der Renchtalhütte sind großzügig: täglich von 11:00 bis 22:00 Uhr, durchgehend warme Küche – ein Segen für alle, die nach einer langen Wanderung auch außerhalb der klassischen Mittagszeit Hunger verspüren. 

Wandern rund um die Renchtalhütte – Premiumwege im mittleren Schwarzwald 

Die Renchtalhütte ist nicht nur Ziel, sie ist Ausgangspunkt. Direkt an der Hütte kreuzen einige der schönsten Premiumwanderwege des Schwarzwaldes, und wer einmal die gut markierten Pfade durch das Renchtal beschritten hat, versteht, warum diese Region immer mehr Wanderfreunde aus ganz Deutschland und dem benachbarten Elsass anzieht. 

Buchkopfturm – 360-Grad-Aussicht in 2 km Entfernung 

Kaum zwei Kilometer von der Hütte entfernt erhebt sich der Buchkopfturm – und wer den kurzen Anstieg auf sich nimmt, wird mit einer 360-Grad-Aussicht belohnt, die den Atem verschlägt. Das gesamte mittlere Schwarzwaldpanorama liegt zu Füßen, bei klarer Sicht reicht der Blick bis zu den Vogesen. Ein Pflichtprogramm für jeden Besucher. 

Rundwanderung: Von der Zuflucht zum Buchkopfturm & Renchtalhütte 

Auf dem Wanderportal Sunhikes wird diese Tour als eine der attraktivsten der Region gelistet. Die Rundwanderung führt vom Hochplateau der Zuflucht über den Buchkopfturm zur Renchtalhütte – eine aussichtsreiche, naturnahe Route mit folgenden Eckdaten: 

  • Distanz: ca. 8,0 km 

  • Dauer: ca. 2,5 – 3 Stunden 

  • Höhenmeter: ca. 250 hm im Auf- und Abstieg 

  • Schwierigkeit: Leicht bis moderat 

Für GPS-Geräte und Smartphones können auf Sunhikes GPX-Dateien direkt heruntergeladen werden – eine echte Erleichterung auf den teils verzweigten Waldpfaden. → Informationen zur Tour

Schwarzwälder Genießerpfade – Preisgekrönte Wege direkt an der Hütte 

Wer länger bleiben oder tiefer in den Schwarzwald eintauchen möchte, findet rund um die Renchtalhütte gleich mehrere ausgezeichnete Schwarzwälder Genießerpfade

  • Wiesensteig (11 km): Naturbelassene Pfade, weite Aussichten über das obere Renchtal – Wandern im Schwarzwald in seiner schönsten Form.  → Informationen zur Tour

  • Himmelssteig (10 km): Steilere Anstiege, die sich lohnen – mit der „Himmelsbank" und dem „Himmelsfelsen" als besondere Highlights. 
    → Informationen zur Tour

  • Schwarzwaldsteig (ca. 11 km): Für geologisch Neugierige – der sogenannte „Ibacher Schliff" zeigt Spuren der Eiszeit in Fels und Landschaft. → Informationen zur Tour

  • Renchtalsteig, Etappe 4 (ca. 23 km): Für ambitionierte Fernwanderer führt die Strecke von der Alexanderschanze über die Renchtalhütte bis zu den stimmungsvollen Klosterruinen Allerheiligen – ein Weg, der Geschichte atmet. 

Familienausflug in den Schwarzwald – Auch für die Kleinen ein Erlebnis 

Die Renchtalhütte ist kein Ort nur für Erwachsene. Direkt an der Hütte gibt es einen Abenteuerspielplatz, der Kinderherzen höherschlagen lässt, und einen Streichelzoo mit Ziegen, bei dem selbst die Kleinsten sofort auftauen. Ein Familienausflug in den Schwarzwald führt hier zu einem Ort, an dem jeder – vom Kleinkind bis zum Großelternteil – seinen Platz findet. 

Hunde sind übrigens herzlich willkommen, solange sie an der Leine bleiben. Auch das ist Schwarzwald: unkompliziert, naturnah und gastfreundlich. 

Anreise & Praktisches – So erreicht man die Renchtalhütte 

Die Renchtalhütte liegt auf ca. 800 Metern Höhe oberhalb von Bad Peterstal-Griesbach im Ortenaukreis. Die Anreise ist auf mehreren Wegen möglich: 

  • Zu Fuß: Wer im Hotel Dollenberg logiert, erreicht die Hütte in rund einer Stunde auf ausgeschilderten Wanderwegen – ein perfekter Morgenspaziergang. 

  • Mit dem PKW: Eine asphaltierte Straße führt direkt zur Hütte. Ein Wanderparkplatz befindet sich ca. 100 Meter hinter der Hütte. 

Wichtig zu wissen: Eine Übernachtung direkt in der Renchtalhütte ist nicht möglich. Wer länger verweilen möchte, bucht am besten im nahegelegenen Hotel Dollenberg – einem der renommiertesten Häuser der Region. 

Fazit – Die Renchtalhütte: Ein Stück echter Schwarzwald 

Es gibt Orte, die man nicht erklärt, sondern erlebt. Die Renchtalhütte in Bad Peterstal-Griesbach ist so ein Ort. Eine urige Schwarzwälder Berghütte auf 800 Metern, mit allem, was das Herz begehrt: hervorragende regionale Küche, ehrliches Ambiente, unvergessliche Wanderwege im Schwarzwald und jene besondere Stille, die man nur in den Bergen findet. 

Ob als Ziel einer Rundwanderung über den Buchkopfturm, als Kulisse für einen unvergesslichen Hüttenabend mit Musik, als Familienausflug mit Kindern und Hund oder einfach als Ort zum Innehalten – die Renchtalhütte hält, was der Schwarzwald verspricht. Und manchmal sogar ein bisschen mehr. 

Reservierung empfohlen – besonders für Raclette, Fondue und Hüttenabende. 

Image
auf Karte anzeigen

Riesenburg Höhle: Stein, Licht und vergangenes Meer

Fränkische Schweiz
, Fränkische Alb , Deutschland
auf Karte anzeigen

Zwischen schroffen Felsen der Fränkischen Schweiz öffnet sich ein Ort, an dem Zeit sichtbar geworden ist. Die Riesenburg erhebt sich nicht als Bauwerk, sondern als Erinnerung an eine verschwundene Welt. Felsbögen spannen sich über leere Räume, als hätte das Gestein selbst den Atem angehalten. Wind streicht durch Öffnungen, Licht fällt gebrochen auf grauen Frankendolomit

Höhle oder Burg – die Versturzhöhle Riesenburg 

Als Versturzhöhle erzählt die Höhlenruine Riesenburg von Einsturz und Bestand zugleich. Drei mächtige Naturbrücken mit Spannweiten von bis zu 11,5 Metern sind die letzten Reste eines ehemaligen Höhlendaches. Über 43 Meter zieht sich der erhaltene Teil der Höhle, durchzogen von einer Höhendifferenz von 25 Metern. Einer der Bögen lässt sich betreten – Stein unter den Füßen, Himmel darüber. 

Entstehung aus Meer und Tropen 

Vor rund 160 Millionen Jahren lag hier ein flaches Meer. Schicht um Schicht lagerten sich Sedimente ab, aus denen später die Gesteine der Frankenalb entstanden. Nach dem Rückzug des Meeres folgten tropische Bedingungen. Wasser formte den Kalk, löste ihn auf, schuf Hohlräume. Die Karsthöhle Riesenburg entstand tief im Untergrund. 

Später füllten Sedimente die Höhle, ehe der Fluss Wiesent eindrang und alles wieder austrug. Ohne stützende Füllung verlor die Decke ihre Stabilität. Einsturz folgte – zurück blieben Bögen, Überhänge und offene Weite. 

Balmen, Pflanzen und stille Räume 

Ausladende Überhänge, sogenannte Balmen, bieten heute seltenen Pflanzengesellschaften Schutz. Diese Balmenfluren gehören zu den stillen Besonderheiten des Ortes. Im hinteren Bereich existiert noch ein kleiner Teil der ursprünglichen Höhle, während unterhalb eine weitere, kleinere Höhle verborgen liegt. 

Geschichte und Bedeutung 

Bereits im frühen 19. Jahrhundert wurde die Riesenburg ein Ausflugsziel. König Ludwig I. stand hier, wie der in den Fels gemeißelte Zweizeiler bezeugt. Seit 2007 zählt dieses Naturdenkmal offiziell zu den 100 bedeutendsten geologischen Naturwundern Bayerns. Ein Ort, an dem Wolken kommen und weichen – und der Fels bleibt.

Image
auf Karte anzeigen

Abseits des Trubels: die Talsperre Kleine Kinzig bei Alpirsbach-Reinerzau

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Kein Handyempfang. Keine Liegestühle. Kein Softeis-Stand. Und trotzdem – oder genau deswegen – einer der schönsten Orte im ganzen Schwarzwald. Die Talsperre Kleine Kinzig bei Alpirsbach-Reinerzau ist das Gegenprogramm zur übertouristischen Schwarzwald-Postkarte: ursprünglich, ruhig, echt. 

Wer hier ankommt, schaltet runter. Nicht weil er muss – sondern weil der Ort es einem einfach macht. 

Und ja, dieser Stausee im Schwarzwald ist gleichzeitig die einzige Trinkwassertalsperre in Baden-Württemberg. Stilles Wasser mit großer Verantwortung. 

Kein Baden, kein Lärm – und das ist der Punkt 

Das Wasser hier ist Trinkwasser. Zukünftiges Leitungswasser für eine ganze Region. Deshalb gilt: kein Baden, kein Bootfahren, kein Angeln – und auch Hunde bleiben bitte aus dem Wasser raus. 

Was erstmal nach Einschränkung klingt, ist in Wahrheit das Beste an diesem Ort. Denn genau dieser Schutzstatus hält den Trubel fern. Keine Jetskis. Keine Campingstühle am Ufer. Nur Wald, Wasser, Wind. 

Für alle, die Natur nicht konsumieren, sondern wirklich erleben wollen – genau richtig. 

Wandern an der Talsperre: einfach, schön, unaufgeregt 

Der Rundwanderweg Kleine Kinzig ist rund 12 bis 13 Kilometer lang, breit, gut befestigt und größtenteils kinderwagentauglich. Drei bis vier Stunden sollte man einplanen – weniger wegen der Anstrengung, mehr wegen der Pausen, die man unweigerlich einlegen wird. 

Wer kürzer unterwegs sein will: Die 450 Meter lange Staumauer bietet eine direkte Abkürzung auf 5 bis 6 Kilometer. Und den besten Blick auf den gesamten See gleich dazu. Panorama pur, ohne großen Aufwand. 

Wasserpfad Reinerzau – Naturerlebnis für die ganze Familie 

Für Familien mit Kindern ist der Wasserpfad Reinerzau ein echtes Highlight. Der lehrreiche Pfad startet am Wanderparkplatz und führt direkt zur Talsperre – mit Stationen, die Wasser nicht erklären, sondern erfahrbar machen. 

Kein Museum. Kein Erklärfilm. Einfach draußen sein und verstehen. 

E-Bike oder Fahrrad – die Runde läuft auch auf zwei Rädern 

Die Strecke rund um den Stausee Kleine Kinzig ist nicht nur für Wanderer gemacht. Breite, befestigte Wege machen den Rundkurs auch für Fahrräder und E-Bikes richtig gut befahrbar. Entspanntes Radeln, frische Luft, kein Gegenverkehr – das ist Schwarzwald, wie er sein sollte. 

Unter dem See: Führungen, die man nicht vergisst 

Hier wird's richtig besonders. Der Zweckverband Wasserversorgung Kleine Kinzig bietet Führungen durch die technischen Anlagen an – und die haben es in sich: Man läuft unter dem Stausee hindurch und steigt in den 70 Meter hohen Entnahmeturm auf. 

Oben angekommen, schaut man auf stilles Wasser, dichten Wald und eine Mauer, die alles zusammenhält. Ein Moment, der sitzt. Und der zeigt, was passiert, wenn Ingenieurskunst und Naturschutz an einem Strang ziehen. 

Praktisches – kurz & knapp 

Parken: Wanderparkplatz Kleine Kinzig, Berneckstraße 16 (Oberes Dörfle), Reinerzau. Von dort ca. 2 km Fußweg zur Staumauer – eine gute Einstimmung. 

Essen & Trinken: Keine Gastronomie direkt an der Talsperre Alpirsbach-Reinerzau. Rucksack packen, Thermoskanne mitnehmen. Einkehrmöglichkeiten gibt's in Alpirsbach oder Reinerzau

Bester Aussichtspunkt: Die Staumauer. Auf dem Rundweg versteckt sich der See oft hinter Bäumen – was die Waldstimmung aber eher noch besser macht. 

Tipp: Burgbachwasserfall direkt dazu kombinieren 

Wer noch nicht genug hat: Der Burgbachwasserfall liegt nur rund 15 Minuten Fahrzeit entfernt und zählt zu den höchsten freifallenden Wasserfällen im Schwarzwald. Stiller Stausee am Vormittag, tosender Wasserfall am Nachmittag – ein perfekter Kontrast für einen vollen Ausflugstag. 

Fazit: Nicht für jeden – aber für die Richtigen 

Die Talsperre Kleine Kinzig bei Alpirsbach-Reinerzau ist kein überlaufener Fotomotiv-Hotspot. Sie ist ein Ort für Menschen, die Ruhe nicht suchen, weil es gerade Trend ist – sondern weil sie sie wirklich brauchen. 

Man kommt einmal. Und kommt wieder. Garantiert. 

Image
auf Karte anzeigen

Der Harkhof am Westweg – Rast mit echtem Schwarzwald-Feeling

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Beine, die brennen. Ein Rucksack, der schwerer wird mit jeder Kurve. Und dann – auf 700 Metern, irgendwo zwischen Baumkronen und Bergrücken – taucht er auf: der Harkhof. Kein Instagram-Filter nötig, kein Konzept. Nur echter Schwarzwald, direkt an der 6. Etappe des Westwegs bei Oberharmersbach

Wer hier ankommt, bleibt länger als geplant. Meistens. 

Wo der Harkhof liegt – und warum das zählt 

Der Harkhof liegt nicht zufällig genau hier. Er markiert einen der schönsten Rastpunkte zwischen der Littweger Höhe und dem Brandenkopf – und das gleich an zwei Wegen: dem Fernwanderweg Westweg und dem Harmersbacher Vesperweg, einem der beliebtesten Premiumwanderwege im Schwarzwald. 

Mit dem Auto kommt man über eine steile, asphaltierte Straße von Oberharmersbach aus hoch. Aber ehrlich gesagt – zu Fuß ist besser. Dann weiß man, was man sich verdient hat. 

Die Vesperstube: hausgemacht, ehrlich, gut 

Die Vesperstube am Harkhof funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Was auf den Tisch kommt, kommt vom Hof. Keine langen Karten, keine Fusion-Küche. Dafür Schwarzwälder Vesper in Reinform. 

Das gibt's: 

  • Hausmacher Wurstplatten & Speckvesper – deftig, sättigend, genau richtig 

  • Bibeleskäse mit frischen Kräutern und selbstgebackenem Holzofenbrot 

  • Bauernbratwürste mit Zwiebeln & Kartoffelsalat – der Klassiker unter den warmen Gerichten 

  • Flädlesuppe – besonders nach einer langen Etappe ein echter Seelenwärmer 

  • Hausgemachter Käsekuchen und Schwarzwälder Kirsch zum Abschluss 

Die Küche ist bis ca. 20:30 Uhr geöffnet – was für Wanderer kein unwichtiges Detail ist. 

Hofeigene Brennerei & Apfelmost – kein Supermarkt, sondern Hof 

Was viele unterschätzen: Der Harkhof hat eine eigene Schwarzwälder Brennerei. Die hofeigenen Schnäpse haben Charakter – den man schmeckt. Dazu gibt es frischen Apfelmost, der nach genau dem schmeckt, wonach er klingt: nach Apfel, nach Hof, nach Schwarzwald. 

Preise? Fair. Bezahlung? Bar – also Scheine mitnehmen. 

Öffnungszeiten auf einen Blick 

  • Di–So ab 10:00 Uhr geöffnet 

  • Warme Küche bis ca. 20:30 Uhr 

  • Montag Ruhetag 

  • Übernachtung möglich: Gästezimmer & Mehrbettschlafräume für Wanderer 

Wer die nächste Westweg-Etappe ausgeruht angehen will, schläft hier – und frühstückt vermutlich besser als zuhause. 

Das Highlight: Drei riesige Holzstühle mit Weitblick 

Direkt oberhalb des Hofes stehen drei überdimensionale Holzstühle – und ja, man klettert rauf. Das Fotomotiv ist das eine. Der Blick das andere: Bei klarem Wetter schweift er weit über die Schwarzwälder Hügelketten bis ins Rheintal. Eine Aussicht, die man sich gemerkt hat – lange nach der Wanderung. 

Fazit: Der Harkhof ist kein Geheimtipp mehr – aber ein Muss 

Der Harkhof bei Oberharmersbach ist das Gegenteil von austauschbar. Bodenständig, gastfreundlich, mit Substanz. Ob als Wanderrast auf dem Westweg, Tagesausflug oder Übernachtung mit Programm – hier trifft man Schwarzwald so, wie er sein sollte. 

Tipp: Nur Barzahlung. Kein Kartenterminal, dafür alles andere, was zählt. 

Image
auf Karte anzeigen

Hausach – Das Kinzigtal von seiner besten Seite

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Man steigt aus dem Zug – und der Schwarzwald trifft einen sofort. Frische Tannenluft, das Rauschen der Kinzig, und hoch über den Dächern: die Silhouette von Burg Husen. Hausach, das „Herz im Kinzigtal", ist kein Ort, der laut nach Aufmerksamkeit ruft. Aber wer eine Nacht bleibt, kommt selten am nächsten Morgen los. 

Burg Husen: Kurzer Aufstieg, großes Panorama 

Der Weg nach oben dauert nicht lange – aber er verändert die Perspektive. Durch lichten Mischwald, vorbei an moosbedeckten Felsen, dann plötzlich: Weite. Der Blick vom Aussichtspunkt Burg Husen reicht weit ins Kinzigtal und Gutachtal hinein. Man begreift sofort, warum hier oben einst eine Burg stand. 

Die Ruine Burg Husen ist das Wahrzeichen der Stadt – und einer der schönsten Aussichtspunkte im Schwarzwald überhaupt. Familien mit Kindern, Paare, Solo-Wanderer: Hier oben findet jeder seinen Moment. 

Abenteuerpfad Einbach: Wo Kinder (und Erwachsene) ausrasten dürfen 

Vom Burgberg runter, Richtung Einbach – und schon beginnt das nächste Kapitel. Der Abenteuerpfad Hausach ist kein gewöhnlicher Wanderweg. Auf rund 3 Kilometern warten 20 Mitmach-Stationen zum Klettern, Balancieren und Entdecken. 

Man sieht Kinder, die mit vollem Körpereinsatz über Baumstämme balancieren – und Eltern, die leise mitfiebern (und insgeheim selbst ausprobieren wollen). Der Erlebnispfad Einbach ist genau das, was ein Familienausflug in den Schwarzwald sein sollte: draußen, aktiv, ungeplant gut. Dazwischen: typische Schwarzwaldhöfe, die das Tal so aussehen lassen, als hätte die Zeit hier einen anderen Rhythmus. 

Wandern in Hausach: Westweg, Bergsteig & Spitzfelsen 

Hausach ist ein echter Etappenort am Westweg – dem Klassiker unter den deutschen Fernwanderwegen. Die Westweg-Etappe 6 führt vom Harkhof hinab ins Kinzigtal: 15,6 Kilometer, ein steiler Abstieg, und Ausblicke, die man nicht so schnell vergisst. 

Wer es ruhiger mag: Der Hausacher Bergsteig ist ein zertifizierter Genießerpfad Schwarzwald auf der sonnigen Talseite – mit cleveren Ideen am Wegrand und einem Abschnitt über den Abenteuerpfad. Etwas sportlicher wird's am Spitzfelsen, einem markanten Aussichtspunkt, der in viele Rundtouren ab Hausach eingebunden ist. Und wer den inneren Pilger spürt: Der Kinzigtäler Jakobusweg führt direkt durch die Stadt. 

Bergbau, Badefreuden & mehr 

Hausach hat auch eine Tiefe, die man nicht sofort sieht. Das Freilichtmuseum Erzhof erzählt von einer Zeit, als hier Silber und Blei aus dem Berg geholt wurden. Wer noch tiefer will: Das Besucherbergwerk Grube Segen Gottes im benachbarten Haslach-Schnellingen beeindruckt mit riesigen Kristallformationen. 

Nach dem letzten Anstieg wartet das Kinzigtalbad Hausach – Freibad, Hallenbad, wohlverdiente Abkühlung. Kein schlechter Abschluss für einen Tag im Schwarzwald

Fazit: Hausach lohnt sich – wirklich 

Hausach ist kein Instagram-Hotspot. Keine überlaufene Sehenswürdigkeit, kein Selfie-Pflichtprogramm. Es ist ein Ort, der einfach funktioniert: Burg Husen, Abenteuerpfad Einbach, Westweg, Bergbaugeschichte, Schwarzwaldluft. Wer einmal anhält, kommt auf den Geschmack – und plant beim Abfahren schon die Rückkehr. 

Image
auf Karte anzeigen

Wo die Donau wirklich beginnt

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Vergiss die Postkarten. Vergiss den Schlosspark in Donaueschingen. Wer den echten Ursprung der Donau sucht, der verlässt die ausgetretenen Pfade – und folgt einem schmalen Waldweg hinauf auf 1.078 Meter. Dort oben, am Kolmenhof bei Furtwangen im Schwarzwald, tritt Wasser still aus dem Boden. Unspektakulär. Leise. Und doch: Das hier ist der Anfang von allem. 

Die Bregquelle beim Kolmenhof gilt geografisch und hydrologisch als die wahre Donauquelle – und wer einmal hier gestanden hat, versteht warum. 

Der Quell, der Europa verändert 

Ein Rinnsal. Mehr ist es nicht, was man sieht. Und doch trägt dieses Wasser eine Reise vor sich, die erst am Schwarzen Meer endet – über 2.800 Kilometer entfernt. Die Breg, Quellfluss der Donau, entspringt genau hier, direkt hinter dem Kolmenhof. Eine schlichte Bronzetafel markiert die Stelle, als wolle man dem Wasser sagen: Ja. Du bist gemeint. 

Was viele nicht wissen: Es gibt zwei Quellflüsse der Donau – die Brigach und die Breg. Beide treffen sich in Donaueschingen. Der alte Merksatz kennt das jeder: „Brigach und Breg bringen die Donau zuweg."  

Doch welcher Fluss ist der eigentliche Ursprung? 

Die Hydrologie ist eindeutig: Die Breg ist mit 46 Kilometern der längere und wasserreichere der beiden. Ihre Quelle liegt weiter vom Meer entfernt als die der Brigach. Damit ist die Bregquelle – hydrologisch korrekt – der eigentliche Donauursprung. Kein Schlosspark. Kein Brunnen mit Skulptur. Sondern dieser stille Fleck im Schwarzwald. 

Ein Regentropfen, zwei Weltmeere 

Was diesen Ort noch surrealer macht: Nur wenige Schritte vom Kolmenhof entfernt verläuft die Europäische Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Donau. Wer hier einen Stein ins Gras wirft, entscheidet über Weltmeere. Links – Nordsee. Rechts – Schwarzes Meer

Rund 200 Meter entfernt steht die historische Martinskapelle, exakt auf dieser Wasserscheide. Eine Dachhälfte entwässert gen Norden, die andere gen Südosten. Selten ist Geografie so spürbar wie an diesem Ort. Man steht buchstäblich auf der Kippe zwischen zwei Kontinentalabflüssen – und merkt: Natur hat eine ziemlich gute Dramaturgie. 

Kolmenhof: Ankommen, essen, bleiben 

So ein Ort verdient eine gute Einkehr. Und die gibt es. Der Kolmenhof ist kein Museum – er ist ein lebendiges Berggasthaus mit Seele. Rustikal, herzlich, direkt. Die Küche läuft durchgehend: Schwarzwälder Vesper, hausgemachter Kuchen, Wildspezialitäten. Dazu eine Sonnenterrasse, die den Blick in den Schwarzwald freigibt wie eine ruhige Hand, die einen Vorhang beiseite schiebt. 

Für Westweg-Wanderer ist der Kolmenhof ohnehin Pflichtprogramm – er liegt direkt auf Etappe 8 (Wilhelmshöhe → Kalte Herberge). Gästezimmer in Einzel- und Doppelbelegung sowie ein Wanderlager sorgen dafür, dass man nicht weitermuss, wenn man nicht will. Und meistens will man nicht. 

Raus in den Schwarzwald – Was noch wartet 

Die Bregquelle ist kein Endpunkt. Sie ist ein Aufbruch. Wer hier oben ankommt, hat noch viel vor sich – im besten Sinne. 

Günterfelsen: Rund 30 Gehminuten entfernt ragen mächtige Granitformationen aus dem Wald. Riesige Felsblöcke, bemooste Oberflächen, Stille. Ein Ausflug, der sich für jeden lohnt – ob Gelegenheitswanderer oder Ausdauerläufer. 

Westweg: Wer den Schwarzwald-Fernwanderweg in seiner ganzen Länge begehen will, kommt am Kolmenhof sowieso vorbei. Hier tankt man auf – kulinarisch und emotional. 

Winter im Hochschwarzwald: Auf knapp 1.100 Metern Höhe ist Schnee keine Überraschung, sondern Programm. Das Loipennetz Schonach–Belchen verläuft direkt am Haus. Stille, Weiß, Winterluft – und danach ein heißer Kaffee im Gasthaus. So geht Schwarzwald. 

Der Anfang eines Stroms – und einer Reise 

Es gibt Orte, die man kennt, weil alle davon reden. Und es gibt Orte, die man kennt, weil man selbst dort war. Die Bregquelle am Kolmenhof gehört zur zweiten Kategorie. 

Kein Gedränge. Kein Touristenrummel. Nur ein kleiner Quell, ein altes Gasthaus, dunkle Tannen und das leise Wissen: Hier beginnt die Donau. Wirklich. Hier – und nirgendwo sonst.

Praktische Infos 

Adresse: Kolmenhof, Martinskapelle, Furtwangen im Schwarzwald Höhe: 1.078 m ü. NHN Wanderweg: Westweg, Etappe 8 Gastronomie: Durchgehend warme Küche, Vesper, Kuchen, Wildspezialitäten Übernachtung: Gästezimmer (EZ/DZ) & Wanderlager Winter: Loipennetz Schonach–Belchen direkt am Haus In der Nähe: Martinskapelle (200 m), Günterfelsen (30 min), Europäische Wasserscheide 

Image
auf Karte anzeigen

Griesbacher Wasserfälle – wo der Schwarzwald sein stilles Herz zeigt

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer dem Rauschen des Alltags entfliehen will, muss nicht weit fahren. Tief im bewaldeten Seitental von Bad Peterstal-Griesbach warten die Griesbacher Wasserfälle – ein Naturschauspiel, das man nicht laut ankündigt, sondern leise entdeckt. Über mehr als 30 Meter Fallhöhe stürzt das Wasser in mehreren Kaskaden und Felsstufen in die Tiefe, umrahmt von Moos, Fels und dem unverwechselbaren Duft des Schwarzwaldes

Ein Wasserfall, der Geheimtipp geblieben ist 

Während andere Schwarzwald-Wasserfälle von Besuchermassen belagert werden, gehören die Griesbacher Wasserfälle noch immer zu den stillen Entdeckungen der Region. Man steht hier nicht in der Schlange – man steht im Rauschen. Treppen und Holzstege führen direkt entlang der Schlucht nach oben und ermöglichen Ausblicke, die man sonst nur von Postkarten kennt: schäumendes Wasser, moosbedeckter Fels, ein Lichtspiel, das durch die Baumkronen bricht. 

Dieser Kaskadenwasserfall im Schwarzwald ist kein Spektakel für die große Bühne – er ist eines für alle, die genau hinschauen. 

Wandern zu den Griesbacher Wasserfällen – drei Wege, ein Ziel 

→ Teufelskanzelsteig – der direkteste Weg ins Herz der Schlucht 

Rund 7 Kilometer misst dieser Premiumwanderweg, der an der Kreuzkopfschanze beginnt und schnurstracks zum Wasserfall führt. Auf moosbewachsenen Steinstufen und über Holztreppen arbeitet man sich am tosenden Wasser empor – jeder Schritt ein kleines Abenteuer. Für alle, die wandern rund um Bad Peterstal-Griesbach neu entdecken wollen, ist dies die erste Wahl. 

→ Wiesensteig – Genuss auf 13,5 Kilometern 

Wer es etwas ausgedehnter mag, wählt den Wiesensteig – ein rund 13,5 km langer Genießerpfad, der Abschnitte entlang der Wilden Rench und kleiner Bachläufe einbindet. Hier wandert man durch eine Landschaft, die sich wie ein Bilderbuch liest. 

→ Renchtalsteig – der große Bogen durch das Tal 

Auf der Etappe zwischen Kurhaus Bad Peterstal und der Alexanderschanze ist der Wasserfall ein fester Orientierungspunkt des Renchtalsteigs. Wer diese Route wählt, erlebt das gesamte Renchtalpanorama – und bekommt den Wasserfall gleichsam als Belohnung serviert. 

Besucherinfos – das sollte man vor dem Besuch wissen 

Der ideale Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz an der Kreuzkopfschanze in Bad Griesbach. Von dort führt ein weitgehend ebener Forstweg in etwa 1,5 Kilometern direkt zum Wasserfall Bad Peterstal-Griesbach. Der Eintritt ist kostenlos, der Zugang ganzjährig rund um die Uhr möglich. 

Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Wasserfall nach starken Regenfällen oder zur Schneeschmelze – dann entfaltet er seine volle Wucht. In trockenen Sommerperioden hingegen kann die Wassermenge spürbar nachlassen. Das Gelände ist oft feucht und moosbedeckt: trittsicheres Schuhwerk ist kein Luxus, sondern Pflicht. 

Tipp: Aussichtspunkt Marienruhe kombinieren 

Wer den Ausflug abrunden möchte, kombiniert den Wasserfall mit dem Aussichtspunkt Marienruhe auf rund 900 Metern Höhe. Von dort öffnet sich ein Panoramablick über das Renchtal, der nach dem Aufstieg durch die Schlucht wie eine Belohnung wirkt – weit, still und atemraubend schön.

Image
auf Karte anzeigen

Burgruine Rötteln: Wo 900 Jahre Geschichte auf den Horizont treffen

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer von einem Bergrücken über das Wiesental schaut und plötzlich diese mächtigen Mauern aus dem Wald ragen sieht, versteht sofort, warum die Burgruine Rötteln seit Jahrhunderten Menschen in ihren Bann zieht. Sie ist kein museales Relikt, das man pflichtbewusst abhakt. Sie ist lebendig – rau, dramatisch, mit einem Hauch Geheimnis in jeder verwitterten Steinfuge. 

Als Wahrzeichen von Lörrach und eine der größten Burganlagen ganz Südbadens thront das Röttler Schloss auf einem Bergsporn hoch über dem Tal. Wer hier steht, steht auf fast 900 Jahren Geschichte. 

Von Rittern und Markgrafen – die Geschichte der Burg Rötteln 

Die Anfänge: Ein Name, der bleibt (11.–14. Jahrhundert) 

1102 taucht ein gewisser Dietrich von Rötteln erstmals in einer Urkunde auf. Die Burg, die er bewohnt, ist damals noch überschaubar – doch ihr Standort ist klug gewählt: strategisch günstig, den Zugang zum Wiesental kontrollierend, von Wald und Fels geschützt. 

Im 13. Jahrhundert entsteht die Oberburg in ihrer heutigen Form. Die Herren von Rötteln sind zu diesem Zeitpunkt längst keine unbedeutenden Lokalherrscher mehr – sie stellen Bischöfe in Basel und gehören zu den einflussreichsten Geschlechtern am Oberrhein. Macht, die man in Stein gemeißelt sieht. 

Die Markgrafen übernehmen das Ruder (1315–1678) 

1315 ändert sich alles. Der letzte Röttler stirbt ohne männlichen Erben – die Burg fällt an die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg. Rötteln wird Residenz, Verwaltungszentrum, Machtsymbol. 

Das Erdbeben von Basel 1356 trifft die Anlage hart. Doch anstatt sie verfallen zu lassen, bauen die Markgrafen sie prächtiger und wehrhafter wieder auf – als wollten sie dem Schicksal trotzen. 

1503 wechselt die Burg durch Erbschaft erneut den Besitzer: Das Haus Baden übernimmt. Rötteln wird Sitz der Landschreiberei, militärischer Stützpunkt an der Grenze zur Schweiz, ein Ort, an dem Geschichte nicht beschrieben, sondern gemacht wird. 

Das Ende einer Festung (17. Jahrhundert) 

Der Dreißigjährige Krieg macht auch vor der Burg Rötteln nicht halt. Schwedische, kaiserliche und französische Truppen belagern die Festung im Wechsel – sie hält stand. 

Dann kommt der 29. Juni 1678. Im Holländischen Krieg rücken die Truppen Ludwig XIV. unter Marschall Créqui an. Die Festung wird besetzt, gesprengt, niedergebrannt. Seitdem ist die Burgruine Rötteln das, was sie heute ist: ein Fragment aus einer anderen Zeit, das trotzdem nichts von seiner Wucht verloren hat. 

Rettung in letzter Minute 

Im 18. und 19. Jahrhundert droht der Ruine ein stiller Tod als Steinbruch – Quader um Quader wandert ins Tal, in Keller und Hausfundamente. Erst der Röttelnbund e.V., gegründet 1925, stoppt den Verfall. Der Verein saniert die Mauern, richtet ein Museum ein und betreibt die Anlage bis heute mit großem Engagement. 

Heute gehört die Burg dem Land Baden-Württemberg, verwaltet von den Staatlichen Schlössern und Gärten, und gilt als eine der am besten erschlossenen Ruinen Süddeutschlands.  

Die Weiße Frau von Rötteln – ein Geist, der keine Ruhe findet 

Natürlich hat eine Burg wie diese ihre Sage. Und die Weiße Frau von Rötteln ist keine gewöhnliche Spukgeschichte – sie ist die bekannteste Geisterlegende des Markgräflerlands. 

Es heißt, eine Tochter eines Markgrafen habe auf der Burg gelebt: wunderschön, hochmütig, herzlos gegenüber allen Verehrern. Zur Strafe für ihre Lieblosigkeit fand sie nach dem Tod keine Ruhe. Seither wandelt sie in mondhellen Nächten als blasse Gestalt im langen weißen Gewand durch die Oberburg – einen schweren goldenen Schlüsselbund am Gürtel, lautlos und allein. 

Wer ihr begegnet, dem tut sie nichts. Aber ihr Erscheinen gilt als Vorbote großer Veränderungen. 

Eine zweite Version der Sage erzählt von einer unglücklichen Geliebten, die in der Burg eingemauert wurde oder aus Kummer starb. Sie wartet auf Erlösung – durch einen Wanderer, der sie dreimal küsst, ohne zu erschrecken. Bisher ist das noch niemandem gelungen. 

Bei Abendführungen und den beliebten Burgfestspielen Rötteln berichten Besucher immer wieder von einem merkwürdigen Frösteln, wenn sie nachts allein im Schatten des Bergfrieds stehen. Ob das die Abendluft ist oder doch etwas anderes – diese Frage lässt sich beim Besuch der Ruine vortrefflich selbst beantworten. 

Tipp: Bei Dämmerung lohnt sich ein besonders aufmerksamer Blick in die Fensterhöhlen des alten Palas – dort soll sie am häufigsten gesehen werden. 

Was es zu sehen gibt – Highlights der Burgruine Rötteln 

Der Bergfried: Aussicht, die sprachlos macht 

Zwei begehbare Türme hat die Burgruine Lörrach zu bieten. Wer sich die Stufen des großen Bergfrieds hinaufkämpft, wird belohnt: Der Panoramablick reicht über das gesamte Wiesental, erfasst das Rheinknie bei Basel, schweift über den Schwarzwald – und an klaren Tagen bis zu den Schweizer Alpen. Einer der beeindruckendsten Aussichtspunkte Südbadens, ohne Frage. 

Das Burgmuseum 

In der wiederhergestellten Landschreiberei befindet sich ein kleines, feines Museum, das die Geschichte der Anlage und der Region anschaulich aufbereitet. Auch für Kinder geeignet – hier wird Geschichte nicht gelesen, sondern erlebt. 

Burgfestspiele Rötteln 

Jeden Sommer verwandelt sich die Ruine in eine Freilichtbühne. Theater unter freiem Himmel, mit mittelalterlichen Gemäuern als Kulisse – das ist die Art von Kulturerlebnis, die man so schnell nicht vergisst. Die Burgfestspiele Rötteln haben sich längst als feste Größe im regionalen Kulturkalender etabliert. 

BurgLiebe – Einkehr mit Charakter 

Burgruine besichtigt, Hunger mitgebracht – das passt gut zusammen. In der Unterburg wartet die BurgLiebe, die Burgschenke mit Biergarten, auf hungrige Wanderer und entspannte Tagesgäste. 

Die Küche verbindet rustikale Biergartenklassiker mit einer feineren Abendkarte unter dem Motto „BURG. WALD. WILD." – regionaler Wildküche, die dem Ort mehr als gerecht wird. 

Auf der Karte stehen unter anderem Rindergulasch mit Paprika, Nudeln und Mandelbrokkoli (ca. 26,90 €) und Kalbsröllchen aus der Keule, gefüllt mit Schwarzwälder Schinken, Emmentaler und Champignons, dazu Honigmöhrchen und Spätzle (ca. 31,90 €). Dazu kommen Flammkuchen, Schnitzel und Currywurst für alle, die es unkompliziert mögen – sowie hausgemachte Kuchen zum Kaffee und ein beliebter Sonntagsbrunch. Getrunken wird Pils vom Fass oder Hefeweizen der Brauerei Lasser, dazu badische Weine und Spezialitäten. 

Öffnungszeiten BurgLiebe (Sommersaison): Freitag 12–18 Uhr · Samstag 9–18 Uhr · Sonntag 10–18 Uhr · Mo–Do in der Regel geschlossen (Ausnahme: Events und Feiertage) 

Tipp: Für die „BURG. WALD. WILD."-Abende und den Sonntagsbrunch ist eine Reservierung dringend empfohlen. 

Wer lieber selbst grillt: Direkt hinter der Burg gibt es einen gepflegten Grill- und Picknickplatz für Selbstversorger. 

Wandern rund um die Burgruine Rötteln 

→ Westweg Etappe 12: Kandern – Basel 

Für Fernwanderer auf dem Westweg ist die Burgruine Rötteln der letzte große kulturelle Höhepunkt vor dem Ziel. Die zwölfte Etappe von Kandern nach Basel führt durch die wildromantische Wolfsschlucht, durch majestätische Buchenwälder und über malerische Weinberge – direkt zur Burg.

Von dort geht es weiter über den aussichtsreichen Tüllinger Berg mit Panoramablick auf das Dreiländereck und schließlich durch den Tierpark „Lange Erlen" ins Basler Stadtzentrum. 

Eckdaten: ca. 26 km · ca. 7 Stunden · moderat bis fordernd 

Rundweg: Burg Rötteln – Rümminger Moos 

Wer es ruhiger mag, startet die Rundwanderung am Fuße der Burg und taucht bald in das Naturschutzgebiet Rümminger Moos ein – ein feuchter Eichen-Hainbuchenwald, der eine ganz andere Atmosphäre als die Burganlage selbst mitbringt. Stille, Vogelstimmen, dichtes Grün. Nach der Runde bietet sich die Einkehr im Biergarten geradezu an. 

Eckdaten: ca. 8,7 km · ca. 2,5 Stunden · moderat 

Burg Rötteln nach Basel 

Wer direkt an der Burg startet und die Grenze zur Schweiz überqueren möchte, folgt dem Weg stetig südwärts – vorbei am Rhein, bis ins Basler Stadtzentrum. Eine kompakte, lohnende Route zwischen zwei Welten. 

Eckdaten: ca. 13,7 km · ca. 3,5 Stunden · moderat 

Ausrüstungstipp: Auf den Pfaden der Wolfsschlucht und am Tüllinger Berg kann es bei Feuchtigkeit rutschig werden. Festes Schuhwerk ist Pflicht, keine Option.  

Praktische Informationen auf einen Blick 

Öffnungszeiten Burgruine Rötteln: April bis Oktober: täglich 10–18 Uhr November bis März: samstags und sonntags ca. 11–16 Uhr (bei Glättegefahr geschlossen) 

Eintritt: ca. 2,50 € pro Erwachsenem – eine der günstigsten Eintrittspreise für eine Anlage dieser Größe in ganz Süddeutschland. 

Anfahrt & Parken: Es gibt einen Parkplatz direkt bei der Burg. Wer lieber zu Fuß ankommt, startet am Wanderparkplatz „Stern" und erreicht die Ruine nach rund 25 Minuten durch den Rötteler Wald. 

Öffentliche Verkehrsmittel: Lörrach und Basel sind hervorragend ans Schienennetz angebunden – ideal für Einweg-Wanderungen wie die Westweg-Etappe 12. 

Fazit: Einmal hinauf, und man versteht, warum 

Die Burgruine Rötteln ist mehr als ein Ausflugsziel. Sie ist ein Ort, der etwas mit einem macht. Die Mauern erzählen von Macht und Verfall, die Aussicht weitet den Blick, die Sage lässt die Fantasie arbeiten – und der Biergarten sorgt dafür, dass man am Ende trotzdem mit einem Lächeln nach Hause fährt. 

Ob als Ziel einer kurzen Runde durch das Rümminger Moos, als krönender Abschluss des Westwegs oder einfach als Nachmittagsausflug aus Lörrach oder Basel: Die Burg Rötteln gehört auf jede Liste, die das Markgräflerland ernst nimmt. 

Image
auf Karte anzeigen

Wolfsschlucht Kandern – wo der Schwarzwald seine wilde Seite zeigt

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Es gibt Orte, die man nicht vergisst. Die Wolfsschlucht bei Kandern ist so ein Ort. Kein breites Wandertal, kein braver Forstweg – sondern ein urwaldartiges Naturwunder direkt vor den Toren der kleinen Markgräfler Stadt. Wer hier einmal zwischen moosbewachsenen Jurakalk-Felsen hindurchgewandert ist, trägt dieses Bild lange mit sich. 

Geologisches Highlight: Kalkfelsen mit Charakter 

Was die Wolfsschlucht Kandern so besonders macht, ist ihre Geologie. Die verwitterten Kalksteinformationen ragen meterhoch auf und haben durch Jahrtausende der Erosion skurrile, fast surreale Formen angenommen. Wer genau hinschaut, entdeckt das berühmte „Gesicht" – ein Fels, dem die Natur ein Antlitz eingeschrieben hat. Man meint, der Stein beobachte einen. 

Das Mikroklima im Taleinschnitt verstärkt die Atmosphäre: Es ist kühler hier, feuchter, stiller. Fast mystisch. Die mächtigen Buchen filtern das Licht in Streifen, der Boden ist weich unter den Sohlen, und von irgendwo tropft Wasser über Moos und Stein. 

Wandern durch die Wolfsschlucht – Zugang & Rundweg 

Der Einstieg ins Abenteuer beginnt ganz entspannt: Vom Kanderner Marktplatz aus ist man in etwa 15 bis 20 Minuten zu Fuß am Eingang der Schlucht – Richtung Hammerstein, immer dem Schildern nach. Ein 4 km langer Rundweg führt durch das Kernstück des Geländes und eignet sich ideal für einen ausgedehnten Nachmittagsspaziergang. 

Die Pfade sind naturbelassen, schmal und verschlungen. Bei Nässe können sie rutschig werden – festes Schuhwerk ist kein Luxus, sondern Pflicht. Alpine Erfahrung braucht man nicht, aber Trittsicherheit ist hilfreich. Der Weg belohnt mit kleinen Nischen, verborgenen Felsüberhängen und immer wieder überraschenden Ausblicken auf die bizarren Gesteinsformationen. 

→ Auf dem Westweg: Etappe 12 von Kandern nach Basel 

Die Wolfsschlucht ist kein Geheimtipp unter Insidern – sie ist fester Bestandteil der 12. Etappe des Westwegs, dem berühmtesten Fernwanderweg Deutschlands. Wer die gesamte Etappe von Kandern nach Basel läuft, wandert direkt durch das Herzstück dieser wilden Schlucht. Das verleiht der Tour eine besondere Note: Man bewegt sich auf einem Weg, der Geschichte hat. 

Kombiroute mit Burg Rötteln – das perfekte Duo 

Wer mehr Kilometer und mehr Geschichte will, kombiniert die Wanderung Wolfsschlucht mit einem Abstecher zur Burgruine Rötteln – und hat damit einen der schönsten Halbtagestouren im südlichen Schwarzwald gefunden. 

Die Route führt von Kandern durch das stille Kandertal, vorbei an Hammerstein und Wollbach durch idyllische Buchenwälder und offene Wiesenlandschaften. Über die Wittlinger Höhe öffnet sich der Blick weit über die Rheinebene – bei klarem Wetter bis in die Schweizer Berge. 

Eckdaten der Kombiroute: 

  • Distanz: ca. 14 bis 16 km (bis zur Burg Rötteln) 

  • Gehzeit: ca. 4 bis 5 Stunden, je nach Pausen 

  • Höhenmeter: rund 400 bis 450 m im Aufstieg 

  • Schwierigkeit: moderat 

Kurz vor Lörrach taucht dann die Ruine Rötteln auf – imposant, weitläufig, von der Geschichte gezeichnet. Man kann die Festungsanlage direkt erkunden oder im Biergarten einkehren und den Tag bei einem kühlen Getränk ausklingen lassen. 

Rückweg & praktische Tipps 

Wer nicht die gesamte Westweg-Etappe bis Basel (rund 26 km) abschließen möchte, steigt einfach von der Burg Rötteln nach Lörrach ab und nimmt dort die S-Bahn zurück nach Haltingen oder Kandern. Unkompliziert, gut getaktet, familientauglich. 

Für Familien gilt: Die Felsformationen der Wolfsschlucht sind ein natürlicher Abenteuerspielplatz. Kinder (und alle, die innerlich jung geblieben sind) klettern vorsichtig über Steine, entdecken kleine Nischen und lugen in Felshöhlen – echtes Naturerlebnis ohne App und Bildschirm.  

Fazit: Die Wolfsschlucht Kandern lohnt sich immer 

Ob als kurzer Rundwanderer Wolfsschlucht, als Teil des legendären Westwegs oder als Auftakt zur Burgruine Rötteln – dieses urwaldartige Naturjuwel im Markgräflerland hinterlässt Eindruck. Nicht laut, nicht spektakulär im touristischen Sinne, aber auf eine stille, kraftvolle Art unvergesslich. Man kommt als Spaziergänger und geht als jemand, der etwas gesehen hat, das die meisten Menschen verpassen. 

Image
auf Karte anzeigen

Bahnhof Weizen und die Sauschwänzlebahn – wo der Schwarzwald dampft

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Es gibt Orte, die man nicht googlet. Man findet sie, weil man irgendwo eine alte Landkarte aufschlägt, weil ein Großvater davon erzählt hat, oder weil man an einem Sonntagnachmittag einfach der Nase folgt. Bahnhof Weizen ist so ein Ort. Klein, unscheinbar, irgendwo im südlichen Schwarzwald bei Stühlingen – und doch der Startpunkt für eines der unvergesslichsten Eisenbahnerlebnisse in ganz Deutschland. 

Hier beginnt und endet die Sauschwänzlebahn, offiziell Wutachtalbahn, inoffiziell Legende. 

Warum heißt sie eigentlich Sauschwänzlebahn? 

Wer zum ersten Mal auf eine Karte der Strecke schaut, versteht sofort, woher der Name kommt. Die Bahnlinie ringelt sich durch das Wutachtal wie ein Schweinsschwanz – mit Kehrtunneln, Schleifen und Brücken, die man so anderswo kaum findet. Auf nur 26 Kilometern überwindet die historische Eisenbahn sage und schreibe 231 Höhenmeter. Ohne Zahnrad. Rein durch ingenieurtechnische Raffinesse. 

Das ist kein Zug. Das ist ein Kunststück. 

Die Wutachtalbahn gilt heute als technisches Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung – und wer einmal mitgefahren ist, versteht warum. Dampf quillt aus dem Schornstein, der Wald rückt nah ans Fenster, und irgendwo im Tunnel wird es plötzlich dunkel, bevor die Welt wieder hell und grün aufflackert. 

Bahnhof Weizen: Das südliche Ende der Welt 

Der Bahnhof Weizen in 79780 Stühlingen ist die südliche Endstation der Sauschwänzlebahn. Hier kehren die Nostalgie-Züge um, hier steigt man aus, reckt den Rücken, atmet tief durch – und spürt, dass man gerade etwas Besonderes erlebt hat. 

Der Bahnhof liegt direkt an der B314, ist gut mit dem Auto erreichbar und verfügt über einen rollstuhlgerechten Parkplatz. Wer mit dem eigenen Rad anreist, kann es für 12 Euro (Hin- und Rückfahrt) im Zug mitnehmen lassen – was die Sauschwänzlebahn auch für Fahrradausflüge im Schwarzwald attraktiv macht. 

Kulinarisch ist man ebenfalls versorgt: Das nahegelegene Gasthaus Kreuz sorgt dafür, dass kein Magen knurrt. Am anderen Ende der Strecke, in Blumberg-Zollhaus, steht sogar ein Speisewagen bereit. 

Familientheater, Wanderpfade und Eisenbahn-Romantik 

Was den Bahnhof Weizen von einem gewöhnlichen Haltepunkt unterscheidet, ist das Leben, das hier zwischen den Abfahrten pulsiert. Saisonal finden direkt am Bahnhofsgelände Familientheater-Aufführungen statt – ein echtes Highlight für Kinder, die nicht nur Zug fahren, sondern auch staunen wollen. 

Wer lieber die Beine bewegt, startet hier eine Wanderung in die Wutachflühen, eine der wildesten und eindrucksvollsten Schluchtlandschaften des Schwarzwalds. Oder man folgt dem Eisenbahn-Lehrpfad nach Blumberg – eine entspannte Route, die Naturgenuss und Eisenbahngeschichte auf charmante Weise verknüpft. 

Die Sauschwänzlebahn als Ausflugsziel für Familien trifft hier ins Schwarze: Fahrt, Wandern, Museum, Theater – das reicht locker für einen ganzen Tag. 

Sauschwänzlebahn Fahrplan 2026: Wann dampft, wann rattert's? 

Die Sauschwänzlebahn fährt saisonal – und wer mitdampfen will, sollte den Fahrplan 2026 vorab genau studieren. Denn nicht an jedem Fahrtag schnauft die Dampflok. Manchmal übernimmt eine historische Diesellok, und der ist etwas günstiger im Tarif. 

In der Hauptsaison Sommer 2026 gilt folgendes Muster: Donnerstag, Samstag und Sonntag gehören der Dampflok – meist zwei Fahrten pro Tag, vormittags und nachmittags. In den Ferienzeiten (Pfingsten, Sommer) kommen vereinzelt Mittwoche dazu. Freitags fährt häufig die Dieselvariante. Montag und Dienstag ruht der Betrieb planmäßig. 

Am Bahnhof Weizen kommen die Züge aus Blumberg-Zollhaus üblicherweise gegen 11:07 Uhr und 15:07 Uhr an – die Rückfahrt startet jeweils ca. 28 Minuten später, also um 11:35 Uhr und 15:35 Uhr. 

Wichtig: Bei extremer Trockenheit und Waldbrandgefahr kann die Dampflok kurzfristig gegen eine Diesellok getauscht werden. Das ist kein Bürokratismus, das ist Vernunft im Schwarzwald-Sommer. 

Den interaktiven Fahrplan mit tagesgenauen Angaben – inklusive Symbol, ob Dampf oder Diesel – gibt es auf der offiziellen Website

Tickets & Preise 2026: Was kostet der Dampf-Spaß? 

Eine Fahrt auf der Sauschwänzlebahn ist kein Schnäppchen – aber ein echtes Erlebnis, das seinen Preis wert ist. Die Tickets beinhalten den Eintritt in das Eisenbahnmuseum Blumberg-Zollhaus, was den Ausflug nochmal runder macht. 

Für die Dampfzugfahrt Hin- und Rückfahrt zahlen Erwachsene 35 Euro, Kinder zwischen 4 und 15 Jahren 19,50 Euro. Die einfache Fahrt kostet 30 Euro (Erwachsene) bzw. 16,50 Euro (Kinder). Wer als Familie reist: Eine Familienkarte (2 Erwachsene + Kinder) kostet 85 Euro hin und zurück, 73 Euro einfach. Hunde dürfen für 6 Euro mit – egal ob hin, zurück oder beides. 

Für Spontanentscheider, die nur eine Teilstrecke von Haltepunkt zu Haltepunkt fahren möchten, fällt ein Dampfzug-Zuschlag von 6 Euro an. Kleinkinder unter 4 Jahren reisen kostenlos, haben aber keinen Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz. Gruppen ab 15 Personen profitieren von ermäßigten Gruppenpreisen – Erwachsene zahlen dann rund 35 Euro für Hin- und Rückfahrt. 

Hinweis: Das Deutschland-Ticket gilt auf der Sauschwänzlebahn nicht. Tickets gibt es ausschließlich über das offizielle Buchungsportal – und eine Reservierung wird dringend empfohlen, besonders für Dampfzug-Termine. Die sind oft Wochen im Voraus ausgebucht. 

Das Eisenbahnmuseum in Blumberg: Geschichte zum Anfassen 

Am anderen Ende der Strecke, im Bahnhof Blumberg-Zollhaus, wartet das kostenlose Eisenbahnmuseum. Wer hier ein wenig stöbert, taucht ein in die Geschichte einer Bahn, die ursprünglich als strategische Militärverbindung geplant war – für den Bau wurden einst 21,3 Millionen Reichsmark aufgewendet. Heute ist sie ein Denkmal, das lebt und atmet und dampft. 

Die Ausstellung zeigt historische Fahrzeuge, Dokumente und Exponate, die die außergewöhnliche Entstehungsgeschichte der Wutachtalbahn greifbar machen. Perfekt als Abschluss vor der Rückfahrt nach Weizen. 

Tipps für den perfekten Tag an der Sauschwänzlebahn 

Man bucht früh – besonders Dampfzug-Samstage im Sommer sind schnell vergriffen. Man prüft vorab den interaktiven Fahrplan, um sicher zu gehen, ob die Dampflok oder die Dieselvariante fährt. Man plant Zeit für das Eisenbahnmuseum in Blumberg ein. Und man startet am besten von Bahnhof Weizen aus – mit einem kurzen Abstecher in die Wutachflühen oder einfach einem Kaffee im Gasthaus Kreuz, bevor der Zug pfeift. 

Denn hier, wo der Schwarzwald am wildesten und die Schluchten am tiefsten sind, rattert eine Bahn, die das 21. Jahrhundert höflich ignoriert. Und wer einmal in diesem Dampf gesessen hat, weiß: Das ist kein Ausflug. Das ist eine Reise zurück in eine Zeit, als Reisen noch nach Abenteuer roch. 

Alle Preise und Fahrzeiten beziehen sich auf die Saison 2026 und können sich kurzfristig ändern. Aktuelle Informationen und Buchungen ausschließlich über die offizielle Website der Wutachtalbahn/Sauschwänzlebahn. 

Image
auf Karte anzeigen

Wutachflühen: Das wilde Herz der Wutachschlucht

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Man hört sie, bevor man sie sieht. Ein Rauschen, das aus dem Fels zu kommen scheint. Dann biegt der Pfad um eine Ecke – und plötzlich stehen sie da: senkrechte Muschelkalkwände, die wie versteinerte Riesen aus dem Wald ragen, bis zu hundert Meter hoch, bemoost, rissig, zeitlos. Willkommen in den Wutachflühen, dem wildesten Abschnitt der berühmten Wutachschlucht

Was bedeutet „Flühen" eigentlich? 

Der Name kommt nicht von ungefähr. Flühen ist ein alemannischer Begriff für steile Felswände oder schroffe Felsabstürze – und er beschreibt diesen Ort besser als jedes Tourismusprospekt es könnte. Die Wutachflühen liegen im unteren Teil der Wutachschlucht, zwischen Stühlingen und Blumberg, und bilden dort eine eigene, rauere Welt. Schroffer als die obere Schlucht, einsamer, ursprünglicher. 

Kalkfelsen, die den Horizont zerreißen 

Das Rückgrat der Flühen sind die gewaltigen Muschelkalkwände. Auf mehreren Kilometern Länge ragen sie senkrecht empor, hell leuchtend im Sonnenlicht, dunkel und feucht im Schatten. Sie sind nicht nur ein optisches Spektakel – sie sind der Grund, warum hier ein einzigartiger Schluchtwald entstehen konnte. 

Weil die Hänge zu steil und für die Forstwirtschaft schlicht unzugänglich sind, hat die Natur hier ihren eigenen Weg gefunden. Mächtige Baumruinen liegen quer über dem Gelände. Riesige Farne wachsen aus Felsspalten. Moospolster bedecken jeden Stein. Man spürt förmlich, dass hier seit Jahrhunderten keine menschliche Hand eingegriffen hat. 

Markanter Wegpunkt: Der Mannheimer Felsen 

Wer die Flühen läuft, begegnet irgendwann dem Mannheimer Felsen – einer imposanten Felsnadel, die wie ein einsamer Wächter mitten über dem Pfad thront. Er ist einer jener Momente, wo man kurz anhält, den Kopf in den Nacken legt und einfach nur staunt. 

Sturzdobel: Wo das Wasser die Felskante hinunterjagt 

Wenige Schritte weiter wartet der Sturzdobel, eine tief eingeschnittene Rinne, durch die das Wasser spektakulär über die Kalksteinkante in die Wutach stürzt. Das Geräusch ist unverwechselbar – ein Grollen, das den Boden vibrieren lässt. Wer zur richtigen Jahreszeit kommt, erlebt den Sturzdobel als tosende Wasserschau. 

Der Wanderweg: Nichts für schwache Nerven 

Der Pfad durch die Flühen ist Teil des Schluchtensteigs, einem der schönsten Fernwanderwege Deutschlands – und auf diesem Abschnitt auch einer der anspruchsvollsten. Schmal, oft wurzelig, windet er sich direkt am Abgrund entlang oder zwängt sich unter überhängenden Felsen hindurch. Man braucht Trittsicherheit und Schwindelfreiheit

Bei Nässe wird's heikel: Die Kalksteine werden rutschig wie Eis. Wanderschuhe mit gutem Profil sind keine Empfehlung, sondern Pflicht. 

Der beste Einstieg gelingt am Wanderparkplatz Wutachflühen bei Fützen oder ab dem Bahnhof Weizen. Von dort aus ist man schnell mitten drin. 

Mehr Informationen zur Schluchtensteig Etappe 1

Frühjahrsmagie: Der Märzenbecher-Teppich 

Zwischen März und April passiert in den Wutachflühen etwas Außergewöhnliches. Der Waldboden verwandelt sich in ein schier endloses, weißes Blütenmeer – Tausende von Märzenbechern, so weit das Auge reicht. 

Die schattigen, feuchten Hänge und der kalkhaltige Boden bieten diesen seltenen Wildblumen den perfekten Lebensraum. Besonders dicht stehen sie im Bereich des Sturzdobels und unterhalb der Muschelkalkwände – wer auf dem Weg vom Parkplatz Fützen Richtung Stühlingen unterwegs ist, kommt direkt an den schönsten Teppichen vorbei. 

Die Märzenbecher sind streng geschützt. Pflücken oder Ausgraben ist verboten. Und der Hinweis gilt es ernst zu nehmen: Bitte unbedingt auf den Pfaden bleiben. Die empfindlichen Zwiebeln der Pflanzen reagieren auf Bodenverdichtung – ein paar Schritte abseits des Weges können einem ganzen Bestand schaden. 

Die Blütezeit hängt vom Wetter ab. Nach einem milden Winter geht es oft schon Anfang März los, bei spätem Frost kann sich die Blüte bis Mitte April ziehen. 

Botanische Raritäten abseits der Blüte 

Auch außerhalb der Märzenbecherzeit hat die Flora der Flühen einiges zu bieten. Das feuchte Mikroklima der Schlucht schafft Bedingungen, unter denen seltene Farne und Moosarten gedeihen, die man andernorts kaum noch findet. Wer langsam geht und genau hinschaut, entdeckt eine stille Vielfalt, die man so nicht erwartet hätte. 

Blick nach oben: Die Sauschwänzlebahn 

Manchmal hört man sie schon von weitem – ein fernes Pfeifen, das von oben durch die Schlucht hallt. Wer den Blick nach oben richtet, sieht die gewaltigen Steinviadukte der Sauschwänzlebahn, jener legendären Schmalspurbahn, deren Gleise am oberen Rand der Flühen entlangführen. Sie überspannen die Seitentäler in schwindelerregender Höhe – ein Kontrast, der kaum größer sein könnte: unten der uralte Wald, oben die Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts. 

Das Wichtigste auf einen Blick 

Wer in die Wutachflühen wandert, sollte trittsicher sein, gutes Schuhwerk mitbringen und – gerade im Frühjahr – früh starten, bevor der Parkplatz voll ist. Der Abschnitt ist kein Spaziergang, aber er belohnt mit einer Landschaft, die man so schnell nicht vergisst: Kalkfelsen, Urwaldatmosphäre, Wasserfälle und ein Blütenmeer, das einem den Atem verschlägt. 

Die Wutachschlucht Wanderung durch die Flühen ist eine der eindrücklichsten Touren im Schwarzwald – roh, still und auf eine ganz eigene Art atemberaubend. 

Image
auf Karte anzeigen

Otilienhöhe bei Epfenhofen – wo Dampf, Stille und Weite aufeinandertreffen

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer auf knapp 785 Metern Höhe steht und den Blick schweifen lässt, begreift sofort, warum die Otilienhöhe bei Epfenhofen zu den außergewöhnlichsten Aussichtspunkten im Schwarzwald zählt. Hier, hoch über dem Wutachtal, verschmilzt die Stille der Natur mit dem Donnern einer längst vergangenen Eisenbahnepoche – und das auf eine Art, die man so schnell nicht vergisst. 

Panoramablick der Extraklasse 

Man muss nicht lange suchen, um zu verstehen, worum es geht. Der erste Blick von der Ottilienhöhe trifft einen fast wie ein Schlag: Tief unter einem schwingt sich das Biesenbach-Viadukt durch das Tal, daneben das Wutach-Viadukt – zwei steinerne Meisterwerke, die die Landschaft dramatisch rahmen. An klaren Tagen reicht das Panorama bis zur Schweizer Alpenkette, ein Horizont, der jeden Atemzug ein bisschen tiefer macht. 

Dampf, Tunnel und ein magischer Moment 

Die Sauschwänzlebahn schreibt hier ihre schönsten Kapitel. Wer den richtigen Moment erwischt, erlebt, wie der Dampfzug aus dem Tunnel bricht und schnaufend über die Viadukte zieht – Rauch, Stahl, Technik und Natur in einem einzigen, unwirklichen Bild. Kein Wunder, dass die Otilienhöhe ein absoluter Hotspot für Eisenbahnfotografen und Schwarzwald-Enthusiasten ist. Der Sauschwänzle-Weg, ein Themenweg direkt am Aussichtspunkt, erklärt die ingenieurtechnische Meisterleistung hinter dem berühmten Kreiskehrviadukt – Bahngeschichte zum Anfassen. 

Ottilienkapelle – Stille mitten im Spektakel 

Abseits des Panoramas wartet ein kleines Juwel: die Ottilienkapelle, ein schlichtes, idyllisches Gotteshaus, das dem Ort eine fast mystische Ruhe verleiht. Man tritt ein, lässt den Blick nach draußen schweifen und fragt sich, ob dieser Platz nicht schon immer eine besondere Anziehungskraft hatte – lange bevor die ersten Dampfloks die Täler durchquerten. 

Rasten, genießen, ankommen 

Bänke und Panoramaliegen laden dazu ein, die Aussicht auf Epfenhofen, die Kehren der Bahnstrecke und das weite Tal in aller Ruhe aufzusaugen. Man lehnt sich zurück, hört den Wind – und wartet vielleicht auf den nächsten Zug. 

Wandern zur Otilienhöhe – Wege & Anfahrt 

Die Otilienhöhe liegt auf dem Schluchtensteig, konkret auf Etappe 1 zwischen Bielwasenhütte und Buchberg. Nach dem kräftezehrenden Aufstieg aus den Flühen ist sie der erste Moment, an dem sich der Horizont wieder weit öffnet – eine natürliche Belohnung. Von Epfenhofen aus erreicht man den Aussichtspunkt in rund 20 bis 30 Minuten über einen steilen Wanderweg; wer möchte, nutzt den nahegelegenen Wanderparkplatz

Insider-Tipp: Den Fahrplan der Sauschwänzlebahn vorher checken und gezielt zur Durchfahrt des Dampfzugs auf der Höhe sein – das ist kein Foto, das man zweimal verpasst.

Image
auf Karte anzeigen

Der Sackpfeiferdobel – wo der Wald zu flüstern beginnt

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Es gibt Orte, die man nicht einfach besucht – man taucht in sie ein. Der Sackpfeiferdobel ist so ein Ort. Eine tief eingeschnittene, wildromantische Schlucht in den Wutachflühen, direkt benachbart zum Sturzdobel, empfängt einen mit kühler Luft, feuchtem Moos und dem leisen Rauschen von Wasser über altem Stein. 

Was ist eigentlich ein Dobel? 

Im süddeutschen Sprachraum – vor allem im Schwarzwald und in Schwaben – nennt man ein tief eingeschnittenes, enges Waldtal einen Dobel. Steile, bewaldete Hänge, ein schmaler Talgrund, ein Bach, der sich über Jahrtausende ins Gestein gefressen hat: Das ist das Wesen dieser Orte. In einem Dobel herrscht ein eigenes Klima – schattig, feucht, kühl. Farne wachsen hier, wo anderswo längst die Sonne regiert. Moose überziehen die Felsen wie grüner Samt. 

Bekannte Beispiele finden sich gleich in der Nachbarschaft: das Monbachtal bei Bad Liebenzell, das Gaistal rund um Bad Herrenalb – und natürlich Sackpfeifer- und Sturzdobel als wilde Doppelnatur in den Wutachflühen. 

Muschelkalk und Jahrmillionen Geduld 

Geologisch gesehen ist der Sackpfeiferdobel ein Zeugnis stiller Beharrlichkeit: Das Wasser hat sich hier durch den oberen Muschelkalk gearbeitet – hart, grau, unnachgiebig. Und doch liegt die Schlucht heute offen vor einem, als hätte die Erde tief Luft geholt. Der Fels erzählt, wer länger atmet. 

Der Schluchtensteig führt mittendurch 

Wer die Wutachflühen erwandern will, kommt am Sackpfeiferdobel nicht vorbei – im wörtlichsten Sinne. Die erste Etappe des Schluchtensteigs führt auf schmalen, teils ausgesetzten Pfaden genau durch diesen Abschnitt. Es ist einer der schattigsten, urwaldartigsten Momente der gesamten Wanderung. Der Weg zwischen dem Wanderparkplatz Fützen und dem Bahnhof Weizen passiert den Dobel zwischen dem Mannheimer Felsen und dem Sturzdobel – eine Passage, die man so schnell nicht vergisst. 

Trittsicherheit ist Pflicht. Bei feuchtem Wetter werden die kalkhaltigen Steine und freiliegenden Wurzeln zur rutschigen Herausforderung. 

Märzenbecher, Farne und ein Hauch Urwald 

Im Frühjahr, wenn der März sich in den April schiebt, explodiert der Dobel in zartem Weiß: Märzenbecher bedecken den Boden in dichten Beständen – ein Schauspiel, das nur wenige Wochen währt. Die hohe Luftfeuchtigkeit im Dobel sorgt dafür, dass seltene Farne und Moose an den Felswänden gedeihen, die andernorts längst verschwunden wären. 

Warum heißt er eigentlich Sackpfeiferdobel? 

„Sackpfeifer" ist ein alter Begriff für Dudelsackspieler. Ob eine lokale Legende diesen Namen geprägt hat oder ob es der Wind war, der durch die engen Felsspalten pfeift wie ein altes Instrument – man weiß es nicht genau. Aber wer still genug steht und lauscht, kann es vielleicht selbst hören. 

Image
auf Karte anzeigen

Der Haberer-Turm – wo der Schwarzwald seine Weite zeigt

Nördlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer einmal auf dem Burgberg bei Bad Peterstal-Griesbach gestanden hat, weiß: Es gibt Aussichten, die man nicht vergisst. Der Haberer-Turm ist so ein Ort. Sechzehn Meter massiver Buntsandstein, der sich seit 1899 in den Nordschwarzwald-Himmel reckt – und wer oben ankommt, begreift sofort, warum dieser Aussichtsturm im Schwarzwald bis heute Menschen anzieht. 

Ein Denkmal mit Geschichte – der Turm und sein Namensgeber 

Es war der Schwarzwaldverein, der den Turm baute. Am 9. Juli 1899 wurde er feierlich eingeweiht, benannt nach Dr. Albert Haberer (1828–1893) – Badearzt, Visionär, Förderer. Haberer war es, der die Renchtalbäder im 19. Jahrhundert aus der regionalen Stille in internationales Ansehen führte. Ein Mann, dem das Tal so viel verdankt, dass man ihm Stein auf Stein setzte, hoch über den Dächern von Bad Griesbach

Der historische Aussichtsturm wurde 1955 und 1983 grundlegend saniert – heute steht er unter Denkmalschutz und ist festes Glied auf dem Teufelskanzelsteig, einem der schönsten Premiumwanderwege im Nordschwarzwald

Der Blick, der einen atemlos macht 

Wer die schmale Wendeltreppe hochsteigt, wird belohnt. Der Blick reicht weit über das obere Renchtal, über die Höhenzüge des Schwarzwalds, bis zum Buchkopfturm am Horizont. Tief unten liegt Bad Griesbach, eingebettet in sanfte Hügel und dunkle Tannenwälder. Man versteht an diesem Ort, warum die Kurgäste des 19. Jahrhunderts hierher pilgerten – für Luft, Weite, Stille. 

Der Aussichtspunkt Haberer-Turm ist ganzjährig und rund um die Uhr zugänglich. Der Eintritt ist kostenfrei. Es braucht nur Beine – und die Lust auf einen Anstieg. 

Wandern zum Haberer-Turm: drei Wege, eine Belohnung 

Direkter Aufstieg vom Bahnhof Bad Griesbach 

Rund 1,6 Kilometer, aber mit 250 Höhenmetern hat es der direkte Weg vom Bahnhof in sich. Der Pfad ist kurz, aber klar: Wer ihn geht, spürt jeden Schritt – und genießt oben umso mehr. 

→ Der Teufelskanzelsteig 

Der Haberer-Turm liegt mittendrin auf diesem markanten Wanderweg – zwischen der mystisch klingenden Teufelskanzel und dem Abstieg zurück ins Tal. Wer diesen Premiumwanderweg Schwarzwald geht, taucht tief ein in die Eigenart dieser Landschaft. 

→ Die große Runde: Glaswaldsee und Marienruhe 

Für alle, die mehr wollen: Eine anspruchsvolle Rundwanderung im Renchtal verbindet den Glaswaldsee mit dem Haberer-Turm und der Marienruhe – rund 20 Kilometer, die alles bieten, was der Nordschwarzwald zu geben hat. 

Was liegt noch in der Nähe? 

Der nächste Aussichtspunkt im Schwarzwald ist die Marienruhe – mit eigenem Bergpanorama und ruhiger Atmosphäre. Wer die umliegenden Pfade erkundet, kommt auch an der Kreuzkopfschanze vorbei, von wo aus man auf die Sommerskisprunganlage blickt – ein überraschender Kontrast in dieser stillen Waldwelt. 

Fazit: Ein Turm, der erzählt 

Der Haberer-Turm bei Bad Peterstal-Griesbach ist mehr als ein Aussichtspunkt. Er ist ein Stück Kurgeschichte des Renchtals, ein Monument für einen Mann, der das Tal formte, und ein Ort, an dem Wandern im Schwarzwald seine schönste Form annimmt. Kostenlos, ganzjährig offen, unvergesslich – der Aufstieg lohnt sich zu jeder Jahreszeit. 

Image
auf Karte anzeigen

Burg Husen in Hausach – 800 Jahre Geschichte, eine verdammt gute Aussicht und kein Eintritt

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Steil. Steinalt. Atemberaubend. Die Burgruine Husen thront seit dem 13. Jahrhundert auf dem Schlossberg über Hausach – und macht dabei noch immer eine richtig gute Figur. Zinnengekrönt, von Jahrhunderten geformt, ist sie das unübersehbare Wahrzeichen von Hausach und einer der coolsten Aussichtspunkte im ganzen Schwarzwald. Das Beste? Kostenlos. 

Gegründet von Zähringern, geliebt von allen – die Ursprünge der Burg Husen 

Um 1220 ließen die Zähringer hier oben bauen – nicht für die Optik, sondern aus knallhartem Kalkül: Die Silbergruben rund um Hausach waren bares Geld wert, und wer sie schützte, hatte die Macht. Die erste urkundliche Erwähnung als „castrum husen" stammt aus dem Jahr 1246 – die Burg war also schon ein Begriff, als anderswo noch Schlammpfade als Straßen galten. 

1303 wechselte sie auf romantischem Weg den Besitzer: Gräfin Verena von Freiburg brachte die Burg als Mitgift in ihre Ehe mit Graf Heinrich II. von Fürstenberg – ein Hochzeitsgeschenk, das über 500 Jahre Bestand hatte. Zwischen 1453 und 1477 erlebte die Anlage dann ihre Glanzzeit: Graf Heinrich VI. ließ großzügig ausbauen, und so entstanden Palas, Halsgraben und Bergfried in der Form, die man heute noch sehen kann. 

Krieg, Feuer, Ruine – und trotzdem noch da 

Das 17. Jahrhundert war kein Spaß. 1632 brannte die Burg nieder – ein harter Schlag, der zunächst noch überwunden wurde. Doch 1643 kamen die Weimarischen Truppen und machten kurzen Prozess: Die Festung Husen wurde endgültig zerstört. Ein Wiederaufbau? Kam nicht mehr. Was blieb, waren dicke Mauern, trotzige Steine – und eine Ruine mit Charakter. 

Interessantes Detail am Rande: Nach dem Krieg war die Ruine noch lange nicht aus dem Spiel. Sie wurde in ein militärisches Verteidigungssystem eingebunden – ein Netz aus Schanzen, das sich quer durchs Kinzigtal zog, um feindliche Truppen aufzuhalten. Selbst als Wrack hatte Burg Husen noch strategischen Wert. Respekt. 

Was heute noch steht – und beeindruckt 

Wer die Burgruine Hausach besucht, erlebt mehr als Steine und Moos. Der Bergfried mit seiner markanten Zinnenkrone – die 1896 den ursprünglichen Turmhelm ablöste – dominiert die Silhouette und ist aus dem Kinzigtal weithin sichtbar. Dazu: Reste des Palas und der gut erhaltene Halsgraben, einst die letzte Hürde für jeden Angreifer. 

1968 kaufte die Stadt Hausach die Ruine von der Familie zu Fürstenberg. Von 1985 bis 1989 wurde saniert, gesichert und fit für Besucher gemacht. Heute kann man frei durch die Anlage laufen – ohne Kassenhäuschen, ohne Wartezeit, ohne schlechtes Gewissen. 

Die Aussicht? Ein echtes Highlight 

Der Aufstieg ist kurz und steil – der Blick oben oben macht ihn mehr als wett. Von der Burgruine Husen aus öffnet sich ein weites Panorama über Hausach, das Kinzigtal, das Einbachtal und bis hin zum Brandenkopf. An klaren Tagen wirkt die Welt von hier oben erstaunlich ruhig – ein schöner Kontrast zur bewegten Geschichte des Ortes. 

BURGerLEBEN – wenn die Ruine wieder lebendig wird 

Von Mai bis Oktober passiert hier jeden ersten Sonntag etwas Besonderes: Beim „BURGerLEBEN" erwacht die Burg zum Mittelalterspektakel. Handwerk, Vorführungen, Lagerfeuer-Atmosphäre – und endlich ist auch der Aussichtsturm im Bergfried offen, der ein kleines Museum beherbergt und sonst geschlossen bleibt. Für Familien, Geschichtsnerds und alle, die einfach mal Lust auf etwas anderes haben: ein echter Tipp. 

So kommt man hin 

Zu Fuß: Von der Hausacher Innenstadt oder dem Bahnhof geht es in rund 20 Minuten bergauf zur Ruine – steil, aber machbar. Wer lieber eine schönere Route wählt: Der 3 km lange Abenteuerpfad Hausach führt direkt an der Burg vorbei und macht auch mit Kindern Spaß. 

Mit dem Auto: Aus Richtung Offenburg am Ortseingang der Beschilderung zum Waldparkplatz folgen – von dort ist es nur ein kurzer Spaziergang. 

Eintritt: Kostenlos. Das Gelände ist frei zugänglich und das ganze Jahr über offen. 

Fazit: Einfach hingehen. 

Man verlässt die Burgruine Husen in Hausach mit dem Gefühl, dass manche Orte keine große Inszenierung brauchen. Keine Eintrittskasse, kein Audioguide, kein Rummel. Nur 800 Jahre Geschichte, ein fantastischer Blick übers Kinzigtal – und Mauern, die schon einiges gesehen haben und offensichtlich noch lange nicht fertig sind. 

Image
auf Karte anzeigen

Hotel & Restaurant Schöne Aussicht – Aussicht auf alles, was zählt

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Es gibt Orte, die man nicht googelt – die man irgendwann einfach findet. Das Hotel & Restaurant Schöne Aussicht auf dem Rensberg zwischen Schonach und Hornberg ist so ein Ort. Panoramalage, Familienbetrieb, echter Schwarzwald – kein Filter nötig. Die Familie Duffner hat hier etwas gebaut, das selten geworden ist: ein Haus mit Haltung, direkt am Westweg, mit Blick auf alles, was man im Alltag vermisst. 

Karlstein – 968 Meter pure Dramatik 

Bevor man sich ins Hotel fallen lässt, lohnt sich der Abstecher. Nur 10 bis 15 Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt schiebt sich der Karlstein (968 m) aus dem Waldboden – ein gewaltiges Ensemble aus Granitblöcken, geformt durch Millionen Jahre Wollsackverwitterung. Oben angekommen: Panorama über den Mittleren Schwarzwald, das Gutachtal, und bei klarer Sicht bis zu den Vogesen. Das ist kein Aussichtspunkt. Das ist ein Argument. 

Der Karlstein markiert die Grenze zwischen Hornberg, Triberg und Schonach – und trägt eine Gedenktafel für den Besuch von Großherzog Karl von Baden im Jahr 1814. Geschichte inklusive, ohne Eintritt. 

Für Westweg-Wanderer hat der Felsen eine besondere Bedeutung: Er liegt am Ende der anspruchsvollen 7. Etappe von Hausach zur Wilhelmshöhe – nach rund 700 Höhenmetern Aufstieg aus dem Kinzigtal ist er die stille Belohnung kurz vor dem Ziel. Da das benachbarte Gasthaus Karlstein häufig geschlossen bleibt, ist das Hotel Schöne Aussicht die verlässliche Anlaufstelle. Der „Finisher-Kaffee" hier oben trifft anders. 

Küche, die nicht erklärt werden muss 

Man tritt ein – und versteht sofort. Das Restaurant Schöne Aussicht serviert gehobene gutbürgerliche Schwarzwälder Küche, täglich und ohne Ruhetag. Keine Ausreden, keine Schließtage. Dafür echte Zutaten, klare Handschrift und Gerichte, die man am nächsten Tag noch kennt. 

Öffnungszeiten: 

  • Frühstück: 07:30 – 10:00 Uhr 

  • Mittagessen: 12:00 – 14:00 Uhr 

  • Kaffee & Kuchen: 14:30 – 17:00 Uhr 

  • Warme Küche: 18:00 – 20:30 Uhr 

Highlight am Nachmittag: die Schwarzwälder Kirschtorte. Kein Klischee – sondern genau das Richtige nach einem langen Wandertag. 

Was auf den Tisch kommt 

Die Speisekarte ist ehrlich und treffsicher: regionale Zutaten, klassische Technik, gelegentlich ein moderner Dreh. Das Wiener Schnitzel vom Kalb mit Petersilienkartoffeln (ca. 30 €) ist Handwerk in Bestform – wer es günstiger mag, greift zur Schweinsvariante (ca. 19 €). Der Rostbraten mit Püree und Speckbohnen (ca. 30 €) ist das, was Schwarzwald schmeckt. Die Spanferkelstelze mit Krautsalat macht keine Kompromisse. Und der Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster (ca. 14 €) ist kein Dessert – er ist der Schlusspunkt, auf den man hinarbeitet. 

Wichtig: Reservierung wird dringend empfohlen. Hunde sind im Restaurant nicht gestattet. 

Zimmer mit Aussicht – und das wörtlich 

48 Zimmer, viele davon mit Balkon und direktem Blick in die Schwarzwaldberge. Man öffnet morgens die Tür, und der Tag fängt schon gut an – Tanne, Stille, Weitblick. Das ist kein Hotelprospekt-Versprechen, das ist Realität auf dem Rensberg. Für Wanderurlaub im Schwarzwald direkt am Westweg gibt es kaum eine bessere Basis. 

1.000 m² Wellness – weil man sich das verdient hat 

Nach der 6. Etappe Westweg oder einem ausgedehnten Tag in den Schwarzwaldbergen wartet ein 1.000 m² großer Spa-Bereich – exklusiv für Hotelgäste. Schwimmbad, Whirlpool, mehrere Saunen: Das ist kein Bonus, das ist der Plan. 

Preise 2026: Übernachtung mit Halbpension ab ca. 107 € bis 116 € pro Person – je nach Saison und Zimmerlage. Für Panorama, Küche und Wellness in Kombination ein fairer Deal. 

Kurz gesagt 

Das Hotel & Restaurant Schöne Aussicht auf dem Rensberg ist kein Zwischenstopp. Es ist das Ziel. Für Wanderer am Westweg, für Schwarzwald-Entdecker, für alle, die wissen wollen, wie es sich anfühlt, wenn Lage, Küche und Gastfreundschaft auf einmal stimmen. Die Familie Duffner hat dem Haus einen Namen gegeben, der hält, was er verspricht. 

Schöne Aussicht. In jede Richtung.