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Bildstein am Schluchsee – wo der Schwarzwald den Himmel berührt

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
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Wer einmal auf dem Bildstein am Schluchsee gestanden hat, weiß: Es gibt Orte, die man nicht einfach besucht – man erlebt sie. Auf 1.134 Metern Höhe öffnet sich das felsige Gipfelplateau wie eine Bühne. Der Blick fällt weit über das glitzernde Blau des Schluchsees, des größten Schwarzwaldsees, schweift hinüber zum Feldberg und verliert sich an klaren Tagen irgendwo in den Schweizer Alpen. Grandios, still, unvergesslich. 

Vier Wege hinauf – jeder ein Erlebnis für sich 

Der Bildstein Schwarzwald ist kein Geheimtipp mehr – und das zu Recht. Gleich mehrere zertifizierte Wanderwege zum Bildstein führen auf diesen Aussichtsberg. 

Wer das große Abenteuer sucht, wandert auf dem Schluchtensteig (Etappe 4) von Fischbach nach St. Blasien – der Bildstein liegt mittendrin wie ein natürlicher Höhepunkt. Der Genießerpfad „Schluchseer Jägersteig" schlängelt sich als rund 12 km langer Premiumweg durch geheimnisvolle Bannwälder hinauf zum Gipfel – Wandern am Schluchsee auf höchstem Niveau. 

Wer es kompakt mag, startet ab Bahnhof Aha: In rund 45 Minuten und 2,5 km ist der Gipfel erreicht. Lohnend auch die Zwei-Seen-Runde, die den Schluchsee über den Bildstein mit dem idyllischen Windgfällweiher verbindet – zwei Seen, ein Berg, ein perfekter Tag. 

Praktisch & gut vorbereitet auf den Gipfel 

Die Wanderung zum Bildstein fordert festes Schuhwerk – die Pfade sind felsig, verwurzelt und herrlich naturbelassen. Bequeme Turnschuhe bleiben besser zu Hause. 

Wer ohne Auto anreist, liegt richtig: Die Dreiseenbahn hält in Aha und Schluchsee und macht den Ausflug zum Bildstein zum entspannten Erlebnis ohne Parkplatzstress. Familien mit Kinderwagen oder Rollstuhlnutzer sollten beachten, dass der Aussichtspunkt Bildstein aufgrund seines felsigen Charakters nicht barrierefrei zugänglich ist. 

Fazit: Der schönste Aussichtspunkt über dem Schluchsee 

Der Bildstein am Schluchsee ist mehr als ein Wanderziel – er ist eine Aussicht, die sich ins Gedächtnis brennt. Ob auf dem Schluchtensteig, dem Jägersteig oder der schnellen Tour ab Aha: Wer hier oben ankommt, versteht sofort, warum der Schwarzwald Menschen aus aller Welt anzieht. 

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Lenzkirch: Wo der Schwarzwald seinen wilden Kern zeigt

Südlicher Schwarzwald
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Wer den Hochschwarzwald wirklich kennenlernen will, kommt an Lenzkirch nicht vorbei. Das Städtchen liegt mittendrin – geografisch, atmosphärisch und als Wanderknotenpunkt sowieso. Hier laufen der Schluchtensteig, der Querweg Freiburg–Bodensee und der Mittelweg zusammen, als hätten die alten Pfade hier eine stille Verabredung getroffen. 

Haslachschlucht: Die wilde Schwester der Wutach 

Direkt am Ortsrand beginnt eine der eindrucksvollsten Kurztouren der Region. Die Haslachschlucht gilt als die „kleine Schwester" der berühmten Wutachschlucht – und wer sie einmal durchquert hat, versteht warum. Felsformationen wie der Rechenfelsen und das geheimnisvolle Hölloch säumen den Weg, bevor man am Roodbach-Wasserfall innehält. Festes Schuhwerk ist kein optionales Zubehör, sondern echte Notwendigkeit: Die Pfade sind wurzelig, feucht und wunderschön. 

Auf dem Schluchtensteig markiert Lenzkirch das Ende der Etappe 3 und den Start der Etappe 4 – rund 18,3 Kilometer von Schattenmühle hierher, mit 6,5 Stunden Gehzeit und jeder Menge Höhenmetern, die man hinterher mit gutem Gewissen feiert. 

Ursee: Moorlandschaft aus einer anderen Zeit 

Wer es ruhiger mag, folgt dem Urseeweg in ein stilles Seitental. Der Ursee ist einer der letzten nacheiszeitlichen Hochmoorseen im Schwarzwald – ein Naturschutzgebiet, in dem Heideröschen und Fingerhut blühen und die Zeit sich spürbar verlangsamt. Die Rundwanderung ist mit etwa 8 bis 9 Kilometern und 2,5 Stunden Gehzeit für die meisten gut machbar, der Blick auf das Panorama von Lenzkirch inklusive. 

Burgruine Urach & Bähnle-Radweg 

Etwas oberhalb des Ortes, in Richtung Fischbach, thronen die Mauerreste der Burgruine Urach. Von hier oben öffnet sich ein weites Tal, das man am liebsten mit den Augen abschreitet. Wer lieber rollt als läuft, nimmt den Bähnle-Radweg: Die ehemalige Bahntrasse zwischen Titisee-Neustadt, Lenzkirch und Bonndorf ist nahezu steigungsfrei – ideal für Familien, entspannte Nachmittage oder alle, deren Beine nach der Schlucht schon genug gehabt haben. 

Kurpark, Kino & das Flair eines echten Schwarzwaldorts 

Im Ortszentrum lädt der Kurpark zur kurzen Pause ein – ein gepflegtes Stück Schwarzwald-Idylle zwischen zwei Etappen. Und wer abends noch Energie hat: Das ehrenamtlich betriebene Kino befindet sich direkt im Ortskern und ist eines der kleinsten und charmantesten Kinos der Region. Eintritt lohnt sich. 

Für Familien mit Kindern sei noch der Kuhnigundes Kuhle(h)rpfad am Kuhberg erwähnt – ein Erlebnispfad mit Spielstationen und grandiösem Gipfelpanorama direkt vor der Haustür. 

Abends essen: Zwei Adressen, zwei Stimmungen 

Nach einem langen Wandertag stellt sich die entscheidende Frage: wohin? 

Wer es gehoben und badisch möchte, ist im Adler Post richtig. Rinderfilet, hausgemachte Maultaschen, saisonale Wildgerichte – die Küche ist regional, der Service aufmerksam, das Ambiente gediegener Schwarzwald. Reservierung unter +49 7653 9692440. 

Deftig und gemütlich geht's im Brauereigasthof Rogg zu. Brauhaus-Schnitzel, Vesperplatten mit Schwarzwälder Speck, Kässpätzle – und dazu ein frisch gezapftes Rogg Spezial aus der lokalen Brauerei. Rustikale Holztische, große Portionen, kein Schnickschnack. Reservierung: +49 7653 96210. 

Mehr entdecken: Sunhikes-Touren rund um Lenzkirch 

Das Wanderportal Sunhikes listet mehrere Touren in der Umgebung, die das Beste der Region bündeln – von der anspruchsvollen Schluchtensteig-Etappe über den beschaulichen Urseeweg bis zur Drei-Schluchten-Tour bei Löffingen-Bachheim (ca. 15 Minuten entfernt), die Wutach-, Gauchach- und Engeschlucht auf rund 10 Kilometern verbindet. 

GPX-Daten herunterladen oder die Route selbst im 3D-Routenplaner planen? Weiter zu den Wanderzielen auf Sunhikes. 

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Wo ein Fluss seinen Namen bekommt – die Geburt der Wutach

Südlicher Schwarzwald
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Es gibt Momente in der Landschaft, an denen man spürt, dass hier etwas Besonderes passiert. Unterhalb von Lenzkirch-Kappel ist so ein Moment – still, fast unscheinbar, und doch von atemberaubender Wucht: Zwei Flüsse treffen aufeinander und werden zu einem einzigen, ungebändigten Strom. Die Wutach ist geboren. 

Der Zusammenfluss von Haslach und Gutach – ein stilles Drama 

An der Gutachbrücke bei Kappel vollzieht sich, was die Geografie nüchtern „Zusammenfluss" nennt – und was sich vor Ort wie eine Begegnung zweier Charaktere anfühlt. Die Gutach kommt vom Titisee herab, wo sie noch den Namen Seebach trägt, glatt und bedächtig. Die Haslach stößt aus Richtung Lenzkirch dazu, dunkler, entschlossener. 

Ab dem Punkt, an dem sie sich vereinen, ändert der Fluss seinen Namen – und seine Natur. Er heißt jetzt Wutach. Die „wütende Ach". Und er meint es ernst. 

Ein Fluss, der der Donau das Wasser stahl 

Wer am Ursprung der Wutach steht, steht an einem der spannendsten Schauplätze alpiner Flussgeschichte. Vor etwa 20.000 bis 70.000 Jahren floss das Wasser dieser Region noch Richtung Donau. Doch die Ur-Wutach hatte andere Pläne. 

Sie fraß sich – rückschreitend, unaufhaltsam – vom Rhein her durch das Schwarzwälder Urgestein und „stahl" der Donau kurzerhand das Wasser der Feldbergregion. Geologen nennen das Flussanzapfung. Man könnte es auch Rebellion nennen. 

Das Ergebnis dieser Kehrtwende: das charakteristische Wutachknie – eine radikale Richtungsänderung, durch die das Wasser seither mit enormer Erosionskraft in die Tiefe stürzt. Schicht für Schicht, Jahrtausend für Jahrtausend hat die Wutach sich so tief in die Landschaft gefressen, dass man heute vom „Grand Canyon des Schwarzwalds" spricht. 

Hier beginnt die Wutachschlucht 

Der Zusammenfluss von Haslach und Gutach markiert nicht nur die Namensgeburt eines Flusses – er markiert den Beginn der Wutachschlucht, einer der wildesten und ursprünglichsten Naturlandschaften Deutschlands. Direkt hier setzt das Hölloch an, jener enge, schroffe Abschnitt, in dem die Wutach tief in Granit und Gneis eingeschnitten ist, als hätte sie das Gestein mit bloßer Hartnäckigkeit ausgehöhlt. 

Wer hier steht und in die Tiefe blickt, versteht den Namen. Dieser Fluss war nie zahm. 

Wandern am Ursprung der Wutach – der perfekte Ausgangspunkt 

Der Zusammenfluss liegt direkt auf dem Schluchtensteig, dem großen Fernwanderweg durch den Schwarzwald. Auf der 3. Etappe von Schattenmühle nach Lenzkirch passiert man diesen geschichtsträchtigen Punkt – und wer Augen hat für das, was Landschaft erzählt, hält hier inne. 

Tipp für Aufmerksame: Nach starken Regenfällen lässt sich kurzzeitig beobachten, wie das hellere Wasser der einen Ach mit dem dunkleren der anderen verschmilzt – ein kurzes, sichtbares Zögern, bevor beide gemeinsam als Wutach weiterziehen. Ein Naturschauspiel, das keine Eintrittsgebühr kostet und kaum einer kennt.