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Bildstein am Schluchsee – wo der Schwarzwald den Himmel berührt

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
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Wer einmal auf dem Bildstein am Schluchsee gestanden hat, weiß: Es gibt Orte, die man nicht einfach besucht – man erlebt sie. Auf 1.134 Metern Höhe öffnet sich das felsige Gipfelplateau wie eine Bühne. Der Blick fällt weit über das glitzernde Blau des Schluchsees, des größten Schwarzwaldsees, schweift hinüber zum Feldberg und verliert sich an klaren Tagen irgendwo in den Schweizer Alpen. Grandios, still, unvergesslich. 

Vier Wege hinauf – jeder ein Erlebnis für sich 

Der Bildstein Schwarzwald ist kein Geheimtipp mehr – und das zu Recht. Gleich mehrere zertifizierte Wanderwege zum Bildstein führen auf diesen Aussichtsberg. 

Wer das große Abenteuer sucht, wandert auf dem Schluchtensteig (Etappe 4) von Fischbach nach St. Blasien – der Bildstein liegt mittendrin wie ein natürlicher Höhepunkt. Der Genießerpfad „Schluchseer Jägersteig" schlängelt sich als rund 12 km langer Premiumweg durch geheimnisvolle Bannwälder hinauf zum Gipfel – Wandern am Schluchsee auf höchstem Niveau. 

Wer es kompakt mag, startet ab Bahnhof Aha: In rund 45 Minuten und 2,5 km ist der Gipfel erreicht. Lohnend auch die Zwei-Seen-Runde, die den Schluchsee über den Bildstein mit dem idyllischen Windgfällweiher verbindet – zwei Seen, ein Berg, ein perfekter Tag. 

Praktisch & gut vorbereitet auf den Gipfel 

Die Wanderung zum Bildstein fordert festes Schuhwerk – die Pfade sind felsig, verwurzelt und herrlich naturbelassen. Bequeme Turnschuhe bleiben besser zu Hause. 

Wer ohne Auto anreist, liegt richtig: Die Dreiseenbahn hält in Aha und Schluchsee und macht den Ausflug zum Bildstein zum entspannten Erlebnis ohne Parkplatzstress. Familien mit Kinderwagen oder Rollstuhlnutzer sollten beachten, dass der Aussichtspunkt Bildstein aufgrund seines felsigen Charakters nicht barrierefrei zugänglich ist. 

Fazit: Der schönste Aussichtspunkt über dem Schluchsee 

Der Bildstein am Schluchsee ist mehr als ein Wanderziel – er ist eine Aussicht, die sich ins Gedächtnis brennt. Ob auf dem Schluchtensteig, dem Jägersteig oder der schnellen Tour ab Aha: Wer hier oben ankommt, versteht sofort, warum der Schwarzwald Menschen aus aller Welt anzieht. 

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Lenzkirch: Wo der Schwarzwald seinen wilden Kern zeigt

Südlicher Schwarzwald
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Wer den Hochschwarzwald wirklich kennenlernen will, kommt an Lenzkirch nicht vorbei. Das Städtchen liegt mittendrin – geografisch, atmosphärisch und als Wanderknotenpunkt sowieso. Hier laufen der Schluchtensteig, der Querweg Freiburg–Bodensee und der Mittelweg zusammen, als hätten die alten Pfade hier eine stille Verabredung getroffen. 

Haslachschlucht: Die wilde Schwester der Wutach 

Direkt am Ortsrand beginnt eine der eindrucksvollsten Kurztouren der Region. Die Haslachschlucht gilt als die „kleine Schwester" der berühmten Wutachschlucht – und wer sie einmal durchquert hat, versteht warum. Felsformationen wie der Rechenfelsen und das geheimnisvolle Hölloch säumen den Weg, bevor man am Roodbach-Wasserfall innehält. Festes Schuhwerk ist kein optionales Zubehör, sondern echte Notwendigkeit: Die Pfade sind wurzelig, feucht und wunderschön. 

Auf dem Schluchtensteig markiert Lenzkirch das Ende der Etappe 3 und den Start der Etappe 4 – rund 18,3 Kilometer von Schattenmühle hierher, mit 6,5 Stunden Gehzeit und jeder Menge Höhenmetern, die man hinterher mit gutem Gewissen feiert. 

Ursee: Moorlandschaft aus einer anderen Zeit 

Wer es ruhiger mag, folgt dem Urseeweg in ein stilles Seitental. Der Ursee ist einer der letzten nacheiszeitlichen Hochmoorseen im Schwarzwald – ein Naturschutzgebiet, in dem Heideröschen und Fingerhut blühen und die Zeit sich spürbar verlangsamt. Die Rundwanderung ist mit etwa 8 bis 9 Kilometern und 2,5 Stunden Gehzeit für die meisten gut machbar, der Blick auf das Panorama von Lenzkirch inklusive. 

Burgruine Urach & Bähnle-Radweg 

Etwas oberhalb des Ortes, in Richtung Fischbach, thronen die Mauerreste der Burgruine Urach. Von hier oben öffnet sich ein weites Tal, das man am liebsten mit den Augen abschreitet. Wer lieber rollt als läuft, nimmt den Bähnle-Radweg: Die ehemalige Bahntrasse zwischen Titisee-Neustadt, Lenzkirch und Bonndorf ist nahezu steigungsfrei – ideal für Familien, entspannte Nachmittage oder alle, deren Beine nach der Schlucht schon genug gehabt haben. 

Kurpark, Kino & das Flair eines echten Schwarzwaldorts 

Im Ortszentrum lädt der Kurpark zur kurzen Pause ein – ein gepflegtes Stück Schwarzwald-Idylle zwischen zwei Etappen. Und wer abends noch Energie hat: Das ehrenamtlich betriebene Kino befindet sich direkt im Ortskern und ist eines der kleinsten und charmantesten Kinos der Region. Eintritt lohnt sich. 

Für Familien mit Kindern sei noch der Kuhnigundes Kuhle(h)rpfad am Kuhberg erwähnt – ein Erlebnispfad mit Spielstationen und grandiösem Gipfelpanorama direkt vor der Haustür. 

Abends essen: Zwei Adressen, zwei Stimmungen 

Nach einem langen Wandertag stellt sich die entscheidende Frage: wohin? 

Wer es gehoben und badisch möchte, ist im Adler Post richtig. Rinderfilet, hausgemachte Maultaschen, saisonale Wildgerichte – die Küche ist regional, der Service aufmerksam, das Ambiente gediegener Schwarzwald. Reservierung unter +49 7653 9692440. 

Deftig und gemütlich geht's im Brauereigasthof Rogg zu. Brauhaus-Schnitzel, Vesperplatten mit Schwarzwälder Speck, Kässpätzle – und dazu ein frisch gezapftes Rogg Spezial aus der lokalen Brauerei. Rustikale Holztische, große Portionen, kein Schnickschnack. Reservierung: +49 7653 96210. 

Mehr entdecken: Sunhikes-Touren rund um Lenzkirch 

Das Wanderportal Sunhikes listet mehrere Touren in der Umgebung, die das Beste der Region bündeln – von der anspruchsvollen Schluchtensteig-Etappe über den beschaulichen Urseeweg bis zur Drei-Schluchten-Tour bei Löffingen-Bachheim (ca. 15 Minuten entfernt), die Wutach-, Gauchach- und Engeschlucht auf rund 10 Kilometern verbindet. 

GPX-Daten herunterladen oder die Route selbst im 3D-Routenplaner planen? Weiter zu den Wanderzielen auf Sunhikes. 

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Wo ein Fluss seinen Namen bekommt – die Geburt der Wutach

Südlicher Schwarzwald
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Es gibt Momente in der Landschaft, an denen man spürt, dass hier etwas Besonderes passiert. Unterhalb von Lenzkirch-Kappel ist so ein Moment – still, fast unscheinbar, und doch von atemberaubender Wucht: Zwei Flüsse treffen aufeinander und werden zu einem einzigen, ungebändigten Strom. Die Wutach ist geboren. 

Der Zusammenfluss von Haslach und Gutach – ein stilles Drama 

An der Gutachbrücke bei Kappel vollzieht sich, was die Geografie nüchtern „Zusammenfluss" nennt – und was sich vor Ort wie eine Begegnung zweier Charaktere anfühlt. Die Gutach kommt vom Titisee herab, wo sie noch den Namen Seebach trägt, glatt und bedächtig. Die Haslach stößt aus Richtung Lenzkirch dazu, dunkler, entschlossener. 

Ab dem Punkt, an dem sie sich vereinen, ändert der Fluss seinen Namen – und seine Natur. Er heißt jetzt Wutach. Die „wütende Ach". Und er meint es ernst. 

Ein Fluss, der der Donau das Wasser stahl 

Wer am Ursprung der Wutach steht, steht an einem der spannendsten Schauplätze alpiner Flussgeschichte. Vor etwa 20.000 bis 70.000 Jahren floss das Wasser dieser Region noch Richtung Donau. Doch die Ur-Wutach hatte andere Pläne. 

Sie fraß sich – rückschreitend, unaufhaltsam – vom Rhein her durch das Schwarzwälder Urgestein und „stahl" der Donau kurzerhand das Wasser der Feldbergregion. Geologen nennen das Flussanzapfung. Man könnte es auch Rebellion nennen. 

Das Ergebnis dieser Kehrtwende: das charakteristische Wutachknie – eine radikale Richtungsänderung, durch die das Wasser seither mit enormer Erosionskraft in die Tiefe stürzt. Schicht für Schicht, Jahrtausend für Jahrtausend hat die Wutach sich so tief in die Landschaft gefressen, dass man heute vom „Grand Canyon des Schwarzwalds" spricht. 

Hier beginnt die Wutachschlucht 

Der Zusammenfluss von Haslach und Gutach markiert nicht nur die Namensgeburt eines Flusses – er markiert den Beginn der Wutachschlucht, einer der wildesten und ursprünglichsten Naturlandschaften Deutschlands. Direkt hier setzt das Hölloch an, jener enge, schroffe Abschnitt, in dem die Wutach tief in Granit und Gneis eingeschnitten ist, als hätte sie das Gestein mit bloßer Hartnäckigkeit ausgehöhlt. 

Wer hier steht und in die Tiefe blickt, versteht den Namen. Dieser Fluss war nie zahm. 

Wandern am Ursprung der Wutach – der perfekte Ausgangspunkt 

Der Zusammenfluss liegt direkt auf dem Schluchtensteig, dem großen Fernwanderweg durch den Schwarzwald. Auf der 3. Etappe von Schattenmühle nach Lenzkirch passiert man diesen geschichtsträchtigen Punkt – und wer Augen hat für das, was Landschaft erzählt, hält hier inne. 

Tipp für Aufmerksame: Nach starken Regenfällen lässt sich kurzzeitig beobachten, wie das hellere Wasser der einen Ach mit dem dunkleren der anderen verschmilzt – ein kurzes, sichtbares Zögern, bevor beide gemeinsam als Wutach weiterziehen. Ein Naturschauspiel, das keine Eintrittsgebühr kostet und kaum einer kennt.

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Burgruine Zavelstein: Wo Steine Geschichten flüstern

Nördlicher Schwarzwald
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Wer einmal auf der Burgruine Zavelstein gestanden hat, versteht sofort, warum dieser Ort Menschen seit Jahrhunderten in seinen Bann zieht. Hoch über dem Teinachtal im Nordschwarzwald reckt sich der 28 Meter hohe Bergfried in den Himmel – stumm, trotzig, unvergänglich. Ringsum das malerische Fachwerkensemble des „Städtle" Zavelstein, eines Ortsteils von Bad Teinach-Zavelstein. Die Zeit scheint hier anders zu laufen. Langsamer. Bewusster. 

Die Burgruine Zavelstein ist kein Museum, das man hinter Glasscheiben betrachtet. Sie ist ein Ort, den man atmet. 

Eine Burg entsteht – Stauferzeit um 1200 

Alles beginnt um das Jahr 1200. Die Staufer, jene mächtige Herrscherdynastie, die das mittelalterliche Europa prägte, erkennen das strategische Potenzial einer Bergnase hoch über dem Teinachtal. Hier, wo der Blick weit über die Wälder des Nordschwarzwalds schweift, lassen sie die Burg Zavelstein errichten – eine klassische Höhenburg, gebaut zur Sicherung und Kontrolle des Gebiets. 

Was damals als nüchternes Militärprojekt beginnt, entwickelt sich zu einem der faszinierendsten Orte der Schwarzwald-Geschichte

1367: Die Flucht im Badehemd – und Stadtrechte als Dank 

Dann kommt das Jahr 1367. Graf Eberhard II. von Württemberg – im Volksmund „der Greiner" genannt, was so viel wie „der Streitsüchtige" bedeutet – weilt in Bad Wildbad im Bad. Entspannung, Erholung, Ruhe. Doch seine Feinde, die sogenannten Martinsvögel, ein kriegerischer Ritterbund, überraschen ihn. Nur knapp entwischt er – im Badehemd, so erzählt es die Überlieferung – und flüchtet auf die damals als uneinnehmbar geltende Burg Zavelstein

Die Burg rettet ihn. Und der Graf weiß, wie man sich bedankt: Noch im selben Jahr verleiht er der kleinen Siedlung vor der Burgmauer die Stadtrechte. Zavelstein wird damit zur kleinsten Stadt Württembergs – ein Titel, der das „Städtle" bis heute mit einem gewissen Stolz trägt. 

Diese Geschichte ist mehr als eine Anekdote. Sie ist der Ursprung des denkmalgeschützten Ortsbildes, das Zavelstein bis heute bewahrt hat. 

Das Renaissanceschloss des Heinrich Schickhardt 

Anfang des 17. Jahrhunderts weht ein neuer Wind durch die alten Mauern. Der Freiherr Benjamin Buwinghausen beauftragt niemand Geringeren als Heinrich Schickhardt, den berühmtesten württembergischen Baumeister seiner Zeit, mit einem kompletten Umbau. Aus der mittelalterlichen Wehrburg wird ein repräsentatives Spätrenaissanceschloss – elegant, weltläufig, dem Zeitgeist entsprechend. 

Man kann sich vorstellen, wie das Schloss damals geleuchtet haben muss. Heller Sandstein, symmetrische Fenster, der Bergfried als mächtiges Rückgrat. Eine Herrschaftsarchitektur, die Respekt einflößt – und gleichzeitig Schönheit ausstrahlt. 

1692: General Mélac und das Ende einer Ära 

Doch dann kommt der Pfälzische Erbfolgekrieg. Und mit ihm General Mélac, bekannt als einer der brutalsten Heerführer Ludwigs XIV. Im Jahr 1692 erreichen seine französischen Truppen das Teinachtal. Was folgt, brennt sich tief ins kollektive Gedächtnis der Region ein: Die Burg Zavelstein wird zerstört. Nahezu vollständig. Ebenso die Stadt darunter. 

Die Bürger bauen ihre Häuser wieder auf. Das Schloss aber bleibt Ruine – bis heute. 

In Stadtführungen wird diese Zerstörung noch immer als dramatischer Wendepunkt erzählt, fast wie eine dunkle Legende. Dabei ist sie bittere Realität – und Teil der europäischen Kriegsgeschichte. 

Der Bergfried: Aufstieg mit Aussicht 

Von all dem, was einst war, hat der Bergfried der Burgruine Zavelstein am meisten überlebt. 28 Meter aus solidem Mauerwerk, nahezu unversehrt. Wer den Aufstieg wagt – für eine kleine Gebühr von rund 50 Cent – wird mit einem Panoramablick über den Schwarzwald belohnt, der seinesgleichen sucht. 

Wälder, Täler, Höhenzüge – die Landschaft öffnet sich in alle Richtungen. Klar und ruhig an guten Tagen, dramatisch verhangen bei aufziehendem Wetter. Beides hat seinen Reiz. 

Wer die Burgruine Zavelstein besuchen möchte: Das Gelände ist frei zugänglich und zu jeder Jahreszeit geöffnet. Kein Eintritt, kein Voranmelden. Einfach hinkommen und staunen. 

Was die Mauern noch zu bieten haben 

Neben dem Bergfried sind weitere Teile der mittelalterlichen Burganlage erhalten geblieben: die Kernburg mit Palasruine, beeindruckende Kellergewölbe, eine mächtige Schildmauer sowie die historische Toranlage. Wer aufmerksam durch die Ruine streift, entdeckt überall Details, die Fragen aufwerfen – und die Fantasie beflügeln. 

Direkt im Vorbereich der Burg laden ein Spielplatz und Bänke zum Verweilen ein. Für Familien mit Kindern ist das ein echter Pluspunkt. 

Sagen, Spiele und mystische Abende 

Rund um die Burgruine Zavelstein ranken sich Geschichten. Manche sind historisch verbürgt, andere wandern zwischen Legende und Wirklichkeit. 

Das Outdoor-Escape-Spiel „Annis Schwarzwald Geheimnis" greift genau diese Atmosphäre auf. Familien lösen Rätsel, folgen Spuren, entschlüsseln lokale Legenden – und erleben die sagenumwobene Burgruine dabei auf eine ganz neue Art. 

In den weitläufigen Kellergewölben finden regelmäßig Märchenabende statt. Wenn die Kerzen flackern und die Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten durch die alten Mauern hallen, spürt man: Hier ist Geschichte lebendig. Nicht eingemottet, sondern atmend. 

Veranstaltungen, die den Besuch zum Erlebnis machen 

Die Burgruine Zavelstein ist kein Ort, der nur von seiner Vergangenheit lebt. Das ganze Jahr über gibt es Anlässe, die hierher locken. 

Krokusblüte im März: Zavelstein ist berühmt für seine wilde Krokusblüte. Ab Mitte März verwandeln Tausende violetter Blüten die Wiesen rund ums Dorf in ein leuchtendes Farbmeer. Ein Naturschauspiel, das jedes Jahr von Tausenden Menschen bestaunt wird – und das man einmal erlebt haben muss. 

Zavelsteiner Burgweihnacht: Am zweiten Adventswochenende wird die Ruine zum Weihnachtsmarkt. Zwischen alten Mauern, Lichterschein und Glühweinduft entsteht eine Stimmung, die man anderswo nicht findet. Nächster Termin: 5.–6. Dezember 2026

Zavelsteiner Burgsommer: Im Sommer dient die Ruinenkulisse als Bühne für Open-Air-Kino und weitere Kulturveranstaltungen. Kino unter freiem Himmel – mit Burgflair. 

Wandern rund um die Burgruine: Der Teinacher Premiumweg 

Wer Zavelstein wirklich verstehen will, sollte es erwandern. Der Schwarzwälder Genießerpfad „Der Teinacher" ist dafür die erste Wahl. Ein rund 12 Kilometer langer Rundweg, mittelschwer, mit 486 Höhenmetern – und die Burgruine Zavelstein als zentraler Höhepunkt mittendrin. 

Man startet am Freibadparkplatz in Bad Teinach, im Herzen des Nordschwarzwalds. Schon die ersten Schritte auf diesem zertifizierten Teinacher Premiumweg machen klar, dass dieser Pfad mehr ist als Sport. Er ist eine Einladung – hinaus in eine Landschaft, die nicht laut spricht, sondern erzählt. 

Der Beerenweg zu Beginn führt entlang des klaren Bachs durch ursprüngliche Wälder. Stille. Vogelstimmen. Leises Wasserplätschern. Hier zeigt sich der Schwarzwald klassisch und unverfälscht. 

Dann kommen die Mathildenstaffeln – über 600 Stufen, die Konzentration und Ausdauer fordern. Wer oben ankommt, blickt über die Höhenzüge rund um Emberg und versteht, warum Wanderer aus ganz Deutschland hierher kommen. 

Die Wolfsschlucht folgt: eine der eindrucksvollsten Passagen des gesamten Wegs. Schaurig-schön, geheimnisvoll, lebendig. Das Rauschen der Bäume, das Flüstern des Waldes – man geht schneller, ohne zu wissen warum. 

Dann, nach der Schlucht: Zavelstein. Das Fachwerkstädtchen empfängt einen mit Stille und Geschichte. Und über allem thront sie – die Burgruine Zavelstein, majestätisch und wachsam. 

Beim Abstieg ins Teinachtal begleitet die Teinach den letzten Abschnitt. Das Wasser, der Rhythmus der Schritte, die ruhiger werdenden Gedanken. Man geht langsamer, bleibt stehen. Atmet. Dieser letzte Teil des Genießerpfads ist kein Schlussstück – er ist ein Ausklingen. 

Der gesamte Weg ist dank des Schwarzwaldvereins hervorragend gepflegt und klar beschildert. Weitere Infos zur Route gibt es bei Sunhikes. 

Zavelstein: Klein, aber unvergesslich 

Die Burgruine Zavelstein ist kein Ort, den man mal eben abhakt. Sie ist ein Ort, zu dem man zurückkommt. Im März wegen der Krokusse. Im Advent wegen der Burgweihnacht. Im Sommer zum Wandern. Im Herbst, wenn der Schwarzwald golden leuchtet und die Mauern im Abendlicht glühen. 

Wer einmal oben auf dem Bergfried stand und den Blick über den Nordschwarzwald schweifen ließ, weiß: Manche Orte erklären sich nicht. Die muss man einfach erleben. 

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Was gibt's in Wehr? Das Ziel des Schluchtensteigs – und so viel mehr

Südlicher Schwarzwald
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Man hat 119 Kilometer in den Beinen. Die Schluchten des Hotzenwaldes liegen hinter einem, der Rhein glitzert irgendwo da unten – und dann steht man plötzlich in Wehr (Baden), am offiziellen Ziel des Schluchtensteigs. Was zunächst wie ein schlichter Ort wirkt, entpuppt sich als kleine Stadt mit erstaunlich viel Charakter, Geschichte und Leben. 

Am Zielstein: Das erste Foto nach 119 Kilometern 

Der markante Schluchtensteig-Zielstein im Stadtzentrum – unweit von Busbahnhof und Stadtkirche – ist das erste, was man sucht. Zu Recht. Hier holt man sich den finalen Stempel ins Wanderbuch, atmet durch und lässt den Moment sacken. Ein einfacher Stein, aber mit einer Menge emotionaler Wucht für alle, die ihn zu Fuß erreicht haben. 

Ritter, Habsburger, Textilbarone – die Geschichte von Wehr 

Wer einen Moment länger bleibt, merkt: Wehr hat Schichten. Im 11. Jahrhundert war die Stadt Stammsitz der Freiherren von Wehra, bewacht von Burgen wie der Burg Werrach (heute Ruine Altschloss) und der Burg Bärenfels, die strategisch über dem Rheintal thront. Später gehörte Wehr Jahrhunderte lang zu Vorderösterreich – die habsburgische Prägung steckt noch heute in der Architektur und der katholischen Tradition der Stadt. 

Im 19. Jahrhundert dann der nächste Umbruch: Die Wasserkraft der Wehra machte Wehr zu einem bedeutenden Zentrum der Textilindustrie im Schwarzwald. Unternehmerfamilien wie die Brennets hinterließen herrschaftliche Villen und mächtige Fabrikareale – eine Kulisse, die heute noch das Stadtbild prägt. 

Altes Schloss & Neues Schloss: Barock trifft Mittelalter 

Mitten im Ort erzählen zwei Schlösser die Stadtgeschichte auf engstem Raum. Das Alte Schloss, ein spätmittelalterlicher Bau, beherbergt heute das Textilmuseum Wehr – ein Ort, an dem Webstühle, Druckmaschinen und Stoffmuster von zwei Jahrhunderten Industriegeschichte erzählen. Gleich daneben das Neue Schloss: ein barocker Prachtbau, der heute als Rathaus dient, umgeben von einem gepflegten Schlosspark – ideal für eine entspannte Runde nach langer Wanderung. 

Der Kontrast zwischen Barockfassade und massiven Fabrikgebäuden ist kein Zufall, sondern das eigentliche Markenzeichen dieser Stadt am Fluss

Wehratalsperre und Kavernenkraftwerk: Technik im Großformat 

Kurz vor dem Ortseingang liegt die Wehratalsperre – ein 40 Meter hoher Staudamm, von dem aus man nochmal zurückblickt in die Schlucht, durch die man gerade gewandert ist. Darunter, tief im Fels, arbeitet das Kavernenkraftwerk Wehr, seit 1976 eines der wichtigsten Pumpspeicherwerke Deutschlands. Regenerative Energie im XXL-Format – unsichtbar, aber beeindruckend. 

Mediathek in der alten Fabrikhalle: Architektur mit Haltung 

Wer noch einen Moment der Ruhe sucht, findet ihn in der preisgekrönten Mediathek Wehr – untergebracht in einer umgebauten Fabrikhalle. Industriecharme trifft auf moderne Bibliothekskultur. Ein schöner Ort, um in Wanderführern zu blättern oder einfach anzukommen. 

Essen, Trinken, Feiern – der verdiente Abschluss 

Auf 119 Kilometer folgt ein kühles Bier. In der Innenstadt laden Cafés und Gasthöfe zum Verweilen ein – wer einen klassischen Anlaufpunkt sucht, ist im Gasthaus Zum Ochsen gut aufgehoben. Auf die geschafften Kilometer, auf die Schluchten, auf den Hotzenwald. 

Wer noch Kraft übrig hat: Der Aufstieg zur Burgruine Bärenfels dauert vom Ortszentrum rund 45 Minuten und belohnt mit einem letzten weiten Blick über das Rheintal bis in die Schweiz. Ein Abschluss, der sitzt. 

Fazit: Wehr lohnt sich – vor und nach dem Weg 

Wehr (Baden) ist mehr als ein Zielort. Es ist eine Stadt, die ihre Widersprüche trägt – mittelalterliche Burgen, habsburgische Tradition, industrielle Vergangenheit und moderner Wandertourismus –, und dabei erstaunlich lebendig bleibt. Wer hier ankommt, hat nicht nur den Schluchtensteig beendet. Man hat eine Region erlebt, die sich lohnt. 

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Was gibt's an der Wehratalsperre? Stausee, Kraft & Stille am Ende der Schlucht

Südlicher Schwarzwald
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Wer durch die Wehratalschlucht gewandert ist, kennt das Gefühl: enger Fels, tosende Wildheit, das Rauschen des Wassers als ständiger Begleiter. Und dann – fast abrupt – öffnet sich das Tal. Der Blick weitet sich. Vor einem liegt die Wehratalsperre, ruhig und gewaltig zugleich, auch bekannt als Stausee Wehr. Ein Ort, der Natur und Ingenieurskunst auf beeindruckende Weise vereint. 

Die Staumauer – 40 Meter Beton, unendlich viel Perspektive 

Der Wanderweg führt direkt über die Krone der 40 Meter hohen Staumauer – und dieser Moment hat etwas Theatralisches. Auf der einen Seite das weite, spiegelnde Wasser des Stausees. Auf der anderen ein Tiefblick zurück in die wilde Wehratalschlucht, aus der man gerade herausgetreten ist. Der Kontrast könnte kaum größer sein. 

Auf der Mauerkrone warten Informationstafeln, die erklären, was sich unsichtbar im Berg verbirgt: das Kavernenkraftwerk Wehr, eines der leistungsstärksten Pumpspeicherwerke Deutschlands

Unter Tage: Das Kavernenkraftwerk Wehr 

Was außen unscheinbar wirkt, ist innen ein technologisches Meisterwerk. Die gesamte Maschinenhalle des Kraftwerks wurde in den Fels gesprengt – 219 Meter lang, 19 Meter breit, 35 Meter hoch. Vier Francisturbinen erzeugen eine Spitzenleistung von rund 910 Megawatt und stabilisieren damit maßgeblich das deutsche Stromnetz. 

Das Prinzip dahinter ist so simpel wie faszinierend: Bei Stromüberschuss pumpt das Werk Wasser aus dem Wehrabecken durch einen 1,3 Kilometer langen Druckstollen hinauf ins Hornbergbecken – satte 625 Höhenmeter. Wird der Strom gebraucht, stürzt das Wasser zurück und treibt die Generatoren an. Ein gigantischer Akku aus Wasser, verborgen im Schwarzwälder Granit. 

Betrieben wird das Ganze von der Schluchseewerk AG, die nach Voranmeldung auch Gruppenführungen durch den Zufahrtsstollen in die unterirdische Kaverne anbietet – ein absolutes Highlight für alle, die Technik nicht nur lesen, sondern erleben wollen. 

Der Rundweg – wo Jogger, Spaziergänger und Wasservögel friedlich koexistieren 

Wer den Stausee Wehr lieber im gemächlichen Tempo kennenlernen möchte, findet rund um den See einen flachen, rund 6 Kilometer langen Rundweg. Er ist bei Joggern ebenso beliebt wie bei Familien am Wochenendausflug. Nach der engen Schlucht wirkt das weite, glatte Wasser fast meditativ – und nicht selten tauchen Wasservögel auf, die das Ufer in aller Ruhe absuchen. 

Wichtig: Baden und Wassersport sind im gesamten Stauseebereich streng verboten. Der Kraftwerksbetrieb erzeugt starke, unsichtbare Strömungen – das Verbot ist absoluter Ernst. 

Etappe 6 des Schluchtensteigs – fast am Ziel 

Die Wehratalsperre markiert auf dem Schluchtensteig den Übergang von der Wildnis in die Zivilisation. Von der Staumauer sind es noch rund 3 Kilometer – etwa 45 Minuten – bis zum offiziellen Zielstein mitten in der Stadt Wehr. Der letzte Abschnitt: flach, entspannt, mit dem guten Gefühl im Gepäck, die Schlucht bezwungen zu haben. 

Mehr Informationen zur Schluchtensteig Etappe 6

Das Hornbergbecken – der Balkon des Hotzenwaldes 

Wer Zeit und Kondition hat, sollte den steilen Abstecher auf den Öflesberg (Dachsberg) nicht scheuen. Dort oben, auf 1.050 Metern über dem Meeresspiegel, liegt das Hornbergbecken – das Oberbecken des Pumpspeicherwerks und eines der am höchsten gelegenen Kunstgewässer Deutschlands. 

Die Dammkrone lässt sich auf einem rund 1,7 Kilometer langen Rundweg vollständig umrunden. Was man dabei sieht: auf der einen Seite das tiefblaue Wasser, auf der anderen den steilen Abfall ins Tal – und rundum einen 360-Grad-Panoramablick, der den Feldberg im Norden, das Wehratal in der Tiefe und bei klarer Sicht die gesamte Schweizer Alpenkette im Süden zeigt. 

Wer das Alpenglühen erleben will, sollte den Abend hier oben einplanen. Wenn die Sonne versinkt, spiegelt sich der Himmel im stillen Wasser, während die Alpen rosa aufleuchten. Kaum ein Ort im Schwarzwald bietet dieses Schauspiel so ungestört wie das Hornbergbecken. 

Das Becken liegt nicht direkt am Schluchtensteig, ist aber über einen etwa 3 Kilometer langen Pfad von der Wehratalschlucht erreichbar – oder bequem per Auto bis zum Wanderparkplatz Hornbergbecken. Der Albsteig führt ebenfalls in unmittelbarer Nähe vorbei. 

Auch hier gilt: Kein Baden, kein Wassersport. Die Pumpen erzeugen lebensgefährliche Strömungen, die von außen nicht sichtbar sind. 

Fazit: Ein Ort, der mehr ist als ein See 

Die Wehratalsperre ist kein gewöhnliches Wanderziel. Sie ist Finale, Ruhepunkt und technisches Wunder in einem. Wer hierher kommt, erlebt den Schwarzwald nicht nur als Naturkulisse, sondern als Ort, an dem Natur und menschlicher Erfindungsgeist seit Jahrzehnten Hand in Hand arbeiten – unsichtbar, leise, kraftvoll. 

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Ibacher Kreuz: Wo der Hotzenwald seinen wilden Kern zeigt

Südlicher Schwarzwald
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Wer hier oben ankommt, merkt sofort: Das ist kein Ort für halbe Sachen. Das Ibacher Kreuz auf rund 1.050 Metern über NHN ist kein romantischer Aussichtsgipfel – es ist ein echter Knotenpunkt, rau, zugig, mit einem Panorama, das einen kurz verstummen lässt. Denn direkt zu Füßen öffnet sich die Hochwehraschlucht, der wildeste Abschnitt des gesamten Wehratals

Aussicht, die Bilder hinterlässt 

Man tritt ans Kreuz, und plötzlich fällt das Gelände ab – steil, dramatisch, fast unverschämt schön. Die Hochwehraschlucht liegt da unten wie ein dunkler Spalt im Schwarzwald, eng, felsig, vom Bannwald Wehratal eingerahmt. Die Vegetation ist karg, moosig, oft von Nebel durchwirkt – genau das, was man sich unter „mystischer Hochlage im Hotzenwald" vorstellt. Hier verbindet das Ibacher Kreuz das Ibacher Hochtal mit dem oberen Wehratal – geografisch, aber auch atmosphärisch. 

Wander-Knotenpunkt am Schluchtensteig 

Das Ibacher Kreuz ist kein zufälliger Wegpunkt. Hier treffen drei bedeutende Routen aufeinander: der Schluchtensteig Etappe 5, der Albsteig und regionale Wanderwege. Man muss sich entscheiden – hinunter nach Todtmoos oder weiter Richtung Ibach und Bernau. Diese Entscheidung fühlt sich an wie eine aus einem anderen Jahrhundert: Tal oder Kamm? 

Wer von Todtmoos startet, braucht rund 45 bis 60 Minuten für den Aufstieg. Der Weg ist knackig, aber lohnend. Am Ibacher Kreuz markiert man den Übergang von der Wehraquelle zum Abstieg in die Schlucht – der Schluchtensteig führt spektakulär am oberen Rand entlang, bevor er tiefer eintaucht. 

Tipp: Direkt am Ibacher Kreuz gibt es eine Schutzhütte mit Bänken. Hier oben pfeift oft der Wind – eine Jacke einpacken, auch wenn es unten in Todtmoos noch angenehm warm war. 

Sagen, Nebel und die Geister der Schlucht 

Wer durch den Nebel wandert, der sich zwischen den Tannen verfängt, versteht sofort, warum die Menschen hier früher an Geister glaubten. Rund um das Ibacher Kreuz und die finstere Hochwehraschlucht rankten sich Geschichten, so rau wie das Gelände selbst. 

Der Graue Mann soll lautlos an den Felswänden der Schlucht entlanggeschwebt sein – ein Wächter des Tals, der unehrliche Holzfrevler in die Tiefe lockte. Nahe der Wehraquelle sollen Irrlichter Wanderer vom sicheren Pfad in sumpfige Wiesen geführt haben – die Seelen derer, so hieß es, die in der Schlucht verunglückten. 

Verborgene Schätze im Bannwald 

Im Bannwald Wehratal, wo keine Axt angesetzt werden darf, blüht der Aberglaube besonders gut. Eine Sage erzählt vom Gold der Wehra: ein verborgener Stollen in der Hochwehraschlucht, nur zur Geisterstunde sichtbar, gefüllt mit den Schätzen der alten Ritter von Wehr. Wer etwas mitnimmt, findet am Morgen nur Kieselsteine in der Tasche. 

Und unter der ältesten Tanne der Schlucht? Ein Kessel voller Goldmünzen – bewacht von einer riesigen Schlange. Ob man's glaubt oder nicht: Diese Orte erzählen ihre Geschichten ganz von selbst. 

Der Hirschsprung – die bekannteste Legende 

Die wohl berühmteste Geschichte trägt der Fels selbst im Namen: Der Hirschsprung. Ein Hirsch, auf der Flucht vor Jägern, soll an der engsten Stelle der Hochwehraschlucht mit einem gewaltigen Satz über den Abgrund gesprungen sein. Die Jäger wagten es nicht, ihm zu folgen. Der Hirsch war frei – und die Stelle hat seitdem ihren Namen. 

Fazit: Ein Ort, der bleibt 

Das Ibacher Kreuz oberhalb der Hochwehraschlucht ist kein Selfie-Spot und kein touristisches Highlight mit Café und Parkplatz direkt daneben. Es ist ein echter Ort des Schwarzwalds – wild, offen, ein bisschen unheimlich. Wer den Schluchtensteig geht, wer die Hotzenwald-Landschaft spüren will, wer versteht, warum alte Sagen in rauem Gelände entstehen: hier ist der richtige Platz. 

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Sturzdobel inmitten der Wutachflühen – wo der Schwarzwald seine Zähne zeigt

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Es gibt Orte, die man nicht besucht – die man erlebt. Der Sturzdobel ist so ein Ort. Tief eingeschnitten in die Wutachflühen, umgeben von bis zu hundert Meter hohen Muschelkalkwänden und dem Rauschen des Sturzdobel-Wasserfalls, öffnet sich hier eine Welt, die sich anfühlt, als hätte sie auf den Menschen nie gewartet – und gerade deshalb so unwiderstehlich ist. 

Was ist der Sturzdobel – und warum lohnt er sich? 

Der Begriff „Dobel" steht im Schwarzwald für eine tief ins Gestein gefressene Schlucht. Beim Sturzdobel im Wutachtal hat sich der gleichnamige Bach rückschreitend in den harten Muschelkalk vorgearbeitet – und dabei einen Wasserfall von beachtlicher Wucht geschaffen. Der Sturzdobel-Wasserfall stürzt senkrecht über die Felskante in die Tiefe, direkt vom Wanderweg Wutachflühen aus sichtbar, ohne Umweg, ohne Inszenierung. 

Geografisch liegt der Sturzdobel zwischen dem markanten Mannheimer Felsen und dem Sackpfeiferdobel, auf dem Gemeindegebiet von Blumberg und Stühlingen im Landkreis Schwarzwald-Baar. Er zählt zu den beeindruckendsten Punkten im Naturschutzgebiet Wutachflühen – einem der wildesten und artenreichsten Gebiete im gesamten Südschwarzwald

Wandern in den Wutachflühen – nichts für die Sonnenbrille allein 

Wer den Sturzdobel erwandern will, sollte wissen, worauf er sich einlässt. Der Pfad durch die Flühen ist schmal, oft feucht, manchmal rutschig – und genau das macht ihn zum Erlebnis. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind keine Empfehlung, sondern Voraussetzung. Festes Schuhwerk ist Pflicht. 

Der Schluchtensteig, eine der bekanntesten Wanderrouten im Südschwarzwald, führt direkt durch dieses Terrain. Der Sturzdobel ist eine zentrale Station der ersten Etappe des Schluchtensteigs von Stühlingen nach Blumberg – und wer diese Route geht, versteht schnell, warum sie Kultstatus hat. 

Eine besonders empfehlenswerte Option ist die Rundwanderung Wutachflühen, die am Wanderparkplatz Wutachflühen bei Fützen/Achdorf startet. In rund drei Stunden führt die Tour entlang der Wutach, vorbei an senkrechten Felskulissen, bis zum Sturzdobel – und wieder zurück. Moderat im Anspruch, maximal in der Wirkung. 

Tipp für das beste Erlebnis: Im Frühjahr, März und April, verwandeln die Flühen sich in ein Blütenmeer. Die Märzenbecher stehen dann in dichten Teppichen unter den Felsen – ein Anblick, der sich ins Gedächtnis brennt. 

Geologische Zeitreise: 240 Millionen Jahre in Stein 

Was die Wutachflühen von vielen anderen Wanderzielen unterscheidet, ist ihre geologische Tiefe – im wörtlichsten Sinne. Wer hier durch die Schlucht läuft, bewegt sich durch oberen Muschelkalk, der vor etwa 235 bis 243 Millionen Jahren unter einem flachen Meer abgelagert wurde, das damals weite Teile Mitteleuropas bedeckte. 

Die Muschelkalkwände der Wutachflühen sind bis zu hundert Meter hoch und von vertikalen Klüften und horizontalen Schichten durchzogen. Frost und Wasser arbeiten seit Jahrtausenden an diesem Gestein – das Ergebnis sind kantige Felsnadeln, Türme und Vorsprünge wie der Mannheimer Felsen, eine der markantesten Felsformationen der gesamten Region. 

Das Gebiet liegt zudem am Rand des Bonndorfer Grabens, einer tektonischen Störungszone, deren Spannungen die wilden Brüche und Verwerfungen im Gestein erklären. Tektonik, Erosion, Wasser – hier ist alles im Gange, und das seit Äonen. 

Am Sturzdobel selbst zeigt die Natur noch ein weiteres Phänomen: Kalktuffsinter. Das kalkreiche Wasser des Sturzdobel-Bachs lagert an feuchten Stellen weißliche Krusten ab – moosbewachsen, glänzend, wie aus der Zeit gefallen. Wer genau hinschaut, entdeckt diese stillen Zeugen des geologischen Prozesses an Bachläufen und Felsspalten. 

Wichtiger Hinweis: Der bröckelige Kalkstein macht die Steinschlaggefahr in den Wutachflühen real – besonders nach Frost oder Starkregen. Helm ist zwar kein Standard, Wachsamkeit aber schon. 

Mehr als Wandern: Die Sauschwänzlebahn als perfekte Ergänzung 

Wer den Tag abrunden will, kombiniert die Wanderung Wutachflühen mit einer Fahrt auf der historischen Sauschwänzlebahn. Die Strecke verläuft spektakulär oberhalb der Flühen und bietet Ausblicke, die man aus der Schlucht selbst nicht bekommt. Zwei Perspektiven auf denselben Ort – ein echter Mehrwert für jeden Besuch. 

Seltene Natur zwischen Fels und Wasser 

Zwischen den Muschelkalkwänden der Wutachflühen hat sich im Laufe der Jahrtausende eine außergewöhnliche Flora und Fauna entwickelt. Seltene Tier- und Pflanzenarten nutzen die Felsnischen, schattigen Schluchten und feuchten Bachabschnitte als Rückzugsräume. Das Naturschutzgebiet Wutachflühen ist kein Kulissennaturpark – es ist echter, lebendiger Lebensraum. 

Der Sturzdobel mittendrin ist mehr als ein Wasserfall. Er ist ein Punkt, an dem Geologie, Ökologie und Ästhetik zusammentreffen – und man für einen Moment das Gefühl bekommt, dass die Welt älter ist, stiller und schöner, als der Alltag vermuten lässt. 

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Ravenna-Eisenbahnviadukt – Stein, Stille und die Magie des Höllentals

Südlicher Schwarzwald
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Wer zum ersten Mal unter den gewaltigen Bögen des Ravenna-Viadukts steht, begreift sofort: Hier ist nicht einfach eine Brücke. Hier ist ein Denkmal. Massiv. Stumm. Aus grauem Schwarzwälder Granit gehauen, überspannt das Ravenna-Eisenbahnviadukt den Ausgang der Ravennaschlucht bei Breitnau und Hinterzarten – und gilt als eines der meistfotografierten Bauwerke Deutschlands. 

Vom Holzgerüst zum Granitriesen – die Geschichte des Viadukts 

Die Geschichte beginnt 1885, als die Höllentalbahn durch den Schwarzwald gebaut wird. Man errichtet zunächst eine Stahl-Fachwerkbrücke auf drei gemauerten Pfeilern – solide genug für die damaligen Züge, aber bald am Limit. Die Lokomotiven werden schwerer, die Anforderungen größer. 

1926–1928: Der Neubau aus Stein 

Man entscheidet sich für einen Neuanfang. Das heutige Ravenna-Viadukt entsteht als massive Steinbogenbrücke aus heimischem Granit – 224 Meter lang, 36 Meter hoch über dem Talgrund. Ein Bauwerk, das wirkt, als wäre es schon immer da gewesen. 

1945: Sprengung und Wiederaufbau 

Kurz vor Kriegsende lassen deutsche Truppen das Viadukt sprengen, um den Vormarsch der Alliierten zu bremsen. Was Jahrzehnte Ingenieursarbeit geschaffen hat, liegt innerhalb von Sekunden in Trümmern. Doch bereits 1947/48 wird das Viadukt im Schwarzwald unter großen Anstrengungen in seiner heutigen Form wiederaufgebaut – ein beeindruckendes Zeugnis des Wiederaufbauwillens. 

Heute: Teil der steilsten Hauptbahnstrecke Deutschlands 

Das Ravenna-Viadukt ist heute Teil der steilsten Hauptbahnstrecke Deutschlands – mit bis zu 57 ‰ Steigung. Die Höllentalbahn ist elektrifiziert und verbindet Freiburg mit dem Hochschwarzwald. Wer im Zug sitzt, spürt beim Überqueren des Viadukts einen kurzen Moment der Schwerelosigkeit. 

Wandern rund ums Ravenna-Viadukt – die besten Sunhikes Touren 

Für Sunhikes ist das Viadukt kein bloßes Postkartenmotiv – es ist der Dreh- und Angelpunkt für Wandertouren durch das Höllental und die Ravennaschlucht. Drei Routen stechen dabei besonders heraus. 

Der Klassiker: Heimatpfad Hochschwarzwald 

Die Route führt von Hinterzarten durchs Löffeltal direkt zum Ravenna-Viadukt, weiter durch die Ravennaschlucht und zurück nach Hinterzarten. Wer direkt unter den Steinbögen hindurchläuft, versteht erst dann, was 36 Meter wirklich bedeuten. Die Bögen wölben sich so weit in den Himmel, dass man unwillkürlich den Kopf in den Nacken legt. 

Ca. 7,5 km | ca. 2,5 Std. | moderat  Mehr Informationen zur Route

Panoramatour: Pikettfelsen-Blick 

Vom Hofgut Sternen geht es hinauf zum Pikettfelsen – einem der besten Aussichtspunkte auf das Ravenna-Eisenbahnviadukt. Sunhikes empfiehlt diesen Spot ausdrücklich für das klassische Profilfoto. Wer Glück hat, rollt genau in diesem Moment ein Zug über die Bögen – und der Auslöser klickt von selbst. 

Kurzer, steiler Abstecher | ca. 20 Min. ab Parkplatz 

Winterzauber: Weihnachtsmarkt-Tour 

In der Adventszeit wird das Ravenna-Viadukt zur Kulisse eines besonderen Weihnachtsmarkts. Direkt unter den illuminierten Bögen flackern Lichter, duftet Glühwein, liegt Stille über dem Schwarzwald. Sunhikes bietet spezielle Winterrouten an, die diese einzigartige Atmosphäre gezielt einschließen – ein Erlebnis, das man so nirgendwo sonst findet. 

Das Ravenna-Viadukt ist mehr als Infrastruktur. Es ist Geschichte, die man anfassen kann – und mit den Sunhikes Wandertouren erlebt man sie aus jedem Blickwinkel. 

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Was gibt's in Todtmoos? Ein Ort, der mehr ist als Schwarzwald-Kulisse

Südlicher Schwarzwald
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Wer das Wehratal hinaufsteigt, spürt es schon von Weitem: Todtmoos hat eine eigene Schwerkraft. Nicht jene träge, die müde macht – sondern die stille Anziehungskraft eines Ortes, der seit Jahrhunderten Menschen aus aller Welt auf sich zieht. Wallfahrtsort, heilklimatischer Kurort und Natur-Hotspot in einem – tief eingebettet ins tief eingeschnittene Wehratal, fernab der Alltagshektik. 

Das Wahrzeichen: Wallfahrtskirche Todtmoos 

Zwei barocke Zwiebeltürme ragen über die Dächer – und wer einmal vor der Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frau" steht, versteht sofort, warum dieser Ort seit dem 13. Jahrhundert Pilger anzieht. Die Kirche ist kein Museum, sondern lebendig. Sie prägt nicht nur das Ortsbild, sie prägt das Gefühl des gesamten Schwarzwald-Kurorts Todtmoos. Andächtige Stille trifft auf barocke Pracht – ein Kontrast, der unter die Haut geht. 

Naturspektakel direkt vor der Tür 

Todtmooser Wasserfall – Kraft in Kaskaden 

Nur ein kurzer Spaziergang vom Zentrum entfernt, im Ortsteil Strick, stürzt das Wasser über mehrere Stufen rund 40 Meter in die Tiefe. Der Wasserfall Todtmoos ist kein zahmes Postkartenmotiv – er ist laut, kühl und eindrucksvoll. Ideal für eine spontane Auszeit zwischen zwei Wanderetappen. 

Wehraquelle & Wehratalschlucht – wilde Schwarzwälder Natur 

Wer etwas weiter denkt, wandert zur Wehraquelle: Oberhalb des Ortes entspringt die Wehra in einem idyllischen Hochmoor – still, moorig, beinahe mystisch. Und wer dann noch weiterwill, begibt sich ins furiose Finale des Schluchtensteigs durch die Wehratalschlucht – eine der wildesten Schluchten des gesamten Schwarzwalds. 

Todtmoos am Schluchtensteig 

Für Wanderinnen und Wanderer ist Todtmoos kein Durchgangspunkt – es ist ein strategischer Knotenpunkt. Der Ort markiert das Ziel der 5. Etappe und den Start der 6. Etappe des Schluchtensteigs. Wer hier ankommt, hat Großes geleistet. Wer hier aufbricht, erwartet noch Größeres. 

Schaubergwerk Hoffnungsstollen – Geschichte unter der Erde 

An Regentagen, wenn der Schwarzwald seine graue Seite zeigt, lohnt sich ein Abstecher ins Schaubergwerk Hoffnungsstollen. Hier erfährt man alles über den ehemaligen Magnetkies- und Nickelabbau im Hotzenwald – ein Stück Industriegeschichte, das überraschend packend erzählt wird. 

Kurpark & Musikpavillon – Entschleunigung auf Schwarzwälder Art 

Das Herzstück der Erholung liegt mitten im Ort: Der Kurpark Todtmoos mit seinem Musikpavillon lädt zu Kurkonzerten, Spaziergängen und jener wohltuenden Langsamkeit ein, die man in der Stadt so verzweifelt sucht. 

Lebkuchen & Kaffeehauskultur: Genuss mit Geschichte 

Todtmooser Lebkuchen – die Zelge 

Ein Pflichtprogramm: Todtmooser Lebkuchen, auch Zelge genannt, gebacken nach einem jahrhundertealten Wallfahrtsrezept. Diese kulinarische Tradition lebt bis heute – und wer einmal in ein frisches Stück gebissen hat, weiß warum. 

Café & Konditorei Zimmermann 

Direkt bei der Wallfahrtskirche am Kirchberg 2 befindet sich das Café Zimmermann – der Klassiker schlechthin. Die Glastheke ist ein kleines Kunstwerk: Schwarzwälder Kirschtorte, Zelge, handgemachte Konditoreiware. Klassisches Kaffeehaus-Ambiente, das zu nichts eilt. 

Café Bockstaller 

Herzlicher, manchmal ruhiger: Das Café Bockstaller an der Hauptstraße 16 ist ein echter Familienbetrieb. Sahnetorten, feine Pralinen, und ein Apfelkuchen, für den Wanderer schon früh aufgestanden sein sollen. Kein Schnickschnack – dafür echtes Handwerk. 

Winter-Highlight: Schlittenhunderennen Todtmoos 

Wer Todtmoos im Winter erlebt, erlebt ein Spektakel der besonderen Art: Das Schlittenhunderennen zieht jedes Jahr Tausende Besucherinnen und Besucher in den verschneiten Schwarzwald. Gespanngebell, Pulverschnee, Aufregung – ein Event, das in keinem Reiseführer fehlen darf. 

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Was gibts in St. Blasien? Kuppel, Schlucht & Schwarzwaldseele

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Man nähert sich St. Blasien und fragt sich kurz, ob man richtig ist. Dichter Tannenwald, ein enges Tal, die Alb rauscht irgendwo unten – und dann: Diese Kuppel. Weiß. Riesig. Vollkommen fehl am Platz und doch wie selbstverständlich hier. Willkommen in einem der seltsamsten und schönsten Flecken des Schwarzwalds

Der Dom – ein Gigant mitten im Wald 

Der Dom St. Blasien ist kein Gebäude, das man erwartet. Mit 36 Metern Kuppeldurchmesser ist er nach dem Petersdom in Rom und dem Invalidendom in Paris die drittgrößte Kirchenkuppel Europas – und er steht nicht in einer Metropole, sondern zwischen Schwarzwaldhängen und Mischwäldern. 

Der Innenraum ist komplett in strahlendem Weiß gehalten. Keine goldenen Altäre, keine dunklen Holzbänke, die das Licht schlucken – stattdessen eine fast schwebende Helligkeit, die den Raum größer macht, als er ohnehin schon ist. Man tritt ein und hält unwillkürlich die Luft an. 

Der Eintritt ist frei. Wer Glück hat, erwischt ein Orgelkonzert – die Akustik ist legendär, das Echo phänomenal. 

Der Brand, der den Dom formte 

Die heutige Kuppel ist nicht die ursprüngliche. Am 7. Februar 1874 brach in einer im Klosterkomplex ansässigen Baumwollspinnerei Feuer aus – ein glimmender Docht reichte, um die hölzerne Originalkuppel und weite Teile der Klostergebäude in Schutt zu legen. Was danach entstand, ist die markante Eisenkonstruktion, die 1883 fertiggestellt wurde, ergänzt durch eine moderne Innenkuppel aus Eisenbeton. Ein Unglück, das dem Dom seine endgültige Gestalt gab. 

Geschichte, die man spürt 

St. Blasien ist kein Ort, der seine Vergangenheit versteckt. Alles begann im 9. Jahrhundert mit einer kleinen Einsiedelei – Benediktinermönche aus dem Kloster Rheinau brachten Reliquien des heiligen Blasius hierher. Daraus wuchs eines der mächtigsten Klöster im deutschsprachigen Raum. 

Seinen Höhepunkt erlebte der Ort im 18. Jahrhundert unter Fürstabt Martin Gerbert: St. Blasien wurde zum Zentrum für Wissenschaft und Musik. Nach dem verheerenden Brand von 1768 ließ Gerbert den heutigen Dom im frühklassizistischen Stil errichten – Einweihung 1783. 

Mit der Säkularisation 1806 war es vorbei mit dem Klosterleben. Die Mönche zogen mitsamt Kunstschätzen und den Gebeinen früher Habsburger ins Stift St. Paul in Kärnten. Im 19. Jahrhundert übernahm die Industrie – eine Spinnerei zog ein. Später wurde St. Blasien zum exklusiven Lungenkurort, in dem sich die europäische Elite erholte. Etwas davon spürt man noch heute. 

Das Kolleg – Jesuiten mitten im Schwarzwald 

Direkt an den Dom schmiegt sich die ehemalige Benediktinerabtei, heute Heimat des Kolleg St. Blasien – eines der renommiertesten Jesuiten-Internate Deutschlands. Die barocke Klosteranlage prägt das gesamte Stadtbild und gibt dem Ort seine eigentümliche Mischung aus Strenge und Weiträumigkeit. 

Windbergschlucht – wo der Weg dramatisch wird 

Nur wenige Gehminuten vom Domplatz entfernt beginnt eine andere Welt. Die Windbergschlucht ist eng, feucht, laut – Wasser überall, bemoose Felsen, Holzstege über rauschenden Rinnsalen. Der Weg führt über Brücken und Treppen hinauf zum Windbergwasserfall, einem der schönsten Wegziele rund um St. Blasien. 

Es ist auch der krönende Abschluss der 4. Etappe des Schluchtensteigs: Man steigt durch die Schlucht ab, und plötzlich öffnet sich der Wald – und da steht dieser Dom. 

Hinweis Ausrüstung: Die Holzstege in der Schlucht sind durch die Gischt oft feucht – auch bei trockenem Wetter ist trittsicheres Schuhwerk Pflicht. 

Albtal & Albstausee – Stille flussabwärts 

St. Blasien liegt im tief eingeschnittenen Tal der Alb. Wer flussabwärts wandert, erreicht den Albstausee – ein ruhiges Gewässer, eingefasst von steilen Waldhängen. Hier ist es still auf eine andere Art als im Dom: keine Stille aus Stein, sondern eine aus Wasser, Wind und Wald. 

Die Strecke Richtung Häusern bietet dabei tolle Blicke auf die Staumauer des Albstausees – ein Geheimtipp, den viele Durchreisende verpassen. 

Kurpark & Wildgehege – für alle, die es ruhiger mögen 

Wer nach Kilometern im Gelände einfach ankommen will, findet im Kurpark an der Alb den richtigen Ort. Bänke, Bäume, Wasser. Wer noch etwas Energie hat, wandert zum Wildgehege am Haus des Gastes – Rotwild und Steinböcke lassen sich aus nächster Nähe beobachten. 

St. Blasien als Wanderknotenpunkt 

Kaum eine Stadt im Südschwarzwald ist so gut erschlossen wie St. Blasien. Drei große Routen kreuzen sich hier: 

Der Schluchtensteig – einer der spektakulärsten Fernwanderwege Deutschlands – nutzt St. Blasien als Übergang zwischen seiner 4. und 5. Etappe. Der Albsteig folgt dem Flusslauf der Alb vom Feldberg bis zum Rhein, mit St. Blasien als Herzstück. Dazu kommt der klassische Fernwanderweg Pforzheim–Waldshut

→ Schluchtensteig Etappe 4: Fischbach – St. Blasien 

Rund 20 km, etwa 6 Stunden, mittelschwer. Das Highlight: der Abstieg durch die Windbergschlucht direkt in die Stadt – und der Moment, wenn zwischen den Tannen plötzlich die Domkuppel auftaucht. 

Schluchtensteig Etappe 5: St. Blasien – Todtmoos 

Rund 19 km, etwa 6 Stunden, schwer. Viel Aussicht, stille Waldpfade hoch über dem Albtal. Die Etappe führt am Albstausee vorbei und über den felsigen Bildstein zum Lehenwieser Stein – einem einsamen Aussichtspunkt mit Schutzhütte, ideal für eine Rast mit Blick ins Tal. 

Kleine Runde für Kurzentschlossene 

Wer nicht den ganzen Schluchtensteig läuft: Die Windbergschlucht-Runde ab dem Domplatz ist mit rund 4 km überschaubar, aber eindrucksvoll. 

Einkehren & Ankommen 

In der verkehrsberuhigten Innenstadt rund um den Domplatz gibt es Cafés und Restaurants für jeden Geschmack – das Dom-Hotel und das Café Ell sind bewährte Anlaufstellen nach einer langen Etappe. 

St. Blasien – mehr als eine Durchgangsstation 

Man könnte St. Blasien als Etappenort abhaken. Dom anschauen, weiterziehen. Aber das wäre schade. Denn dieser Ort hat etwas, das man nicht sofort benennen kann: eine Mischung aus Größe und Abgelegenheit, aus Geschichte und Wildnis, aus Stille und Rauschen. Man braucht ein bisschen Zeit, um das zu spüren. 

Und spätestens beim Abstieg aus der Windbergschlucht, wenn die Kuppel zwischen den Bäumen auftaucht – dann versteht man es. 

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Kanadiersteg an der Gauchachmündung – wo zwei Schluchten aufeinandertreffen

Südlicher Schwarzwald
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Wasser, das keine Wahl hat, findet seinen Weg. Hier, an der Gauchachmündung im Herzen des Schwarzwalds, tut es das mit Getöse und Eleganz zugleich: Die wilde Gauchach wirft sich in die Wutach, die Strömungen verzahnen sich, das Rauschen verdoppelt sich – und mittendrin steht, seit Jahrzehnten unerschütterlich, der Kanadiersteg

Wer über seine Bohlen geht, geht über Geschichte. Über internationale Zusammenarbeit. Und über eines der schönsten Fotomotive, die der Schwarzwald zu bieten hat. 

Eine Holzbrücke mit Herkunft 

Der Kanadiersteg ist keine gewöhnliche Wanderbrücke. Seinen Namen trägt er aus gutem Grund: 1976 wurde er von einer Einheit kanadischer Pioniere errichtet – Soldaten, die im Rahmen einer NATO-Übung in Deutschland stationiert waren und ein handfestes Projekt suchten. Was sie hinterließen, ist bis heute in Betrieb. 

Anlass für den Neubau war eine Katastrophe. In den frühen 1970er Jahren hatte ein Hochwasser der Wutach die damalige Holzbrücke schlicht mitgenommen. Ein Punkt auf der Karte war damit verschwunden, der für Wanderer strategisch unverzichtbar ist: die Verbindung zwischen Wutachschlucht und Gauchachschlucht

Die Kanadier lösten das Problem mit Akribie und Holz: Sie bauten eine massive, überdachte Holzkonstruktion in traditioneller Blockbauweise. Das Dach ist kein Schmuck, sondern Methode – es schützt die tragenden Balken vor Nässe und verlängert die Lebensdauer der Brücke erheblich. Dass der Steg zudem deutlich höher als sein Vorgänger angelegt wurde, war eine bewusste Entscheidung: Er sollte beim nächsten Hochwasser nicht wieder „auf Reisen gehen". 

Ein Eingangstor in eine andere Welt 

Wer von der Wutachmühle aufbricht, erreicht den Kanadiersteg nach etwa 20 bis 30 Minuten auf einem flachen, entspannten Weg entlang der Wutach – rund 1,5 Kilometer, die man genießen kann, bevor es wilder wird. 

Denn ab hier ändert sich der Charakter der Landschaft. Der Steg ist das Eingangstor zur Gauchachschlucht: enger, schroffer, schattiger. Die Pfade werden schmaler, die Wurzeln dickknufriger, die Felsen rücken enger zusammen. Nach Regen ist besonderes Gespür gefragt – die Trails sind dann rutschig, die Atmosphäre dafür noch dichter. 

Wer eine Pause braucht, bevor er weitergeht: Direkt am Steg laden oft flache Kiesbänke an der Wutach zur Rast ein. Füße ins Wasser, Blick auf den Zusammenfluss, Atem holen. Besser geht es kaum. 

Saniert, aber nicht verbogen 

Holz in einer feuchten Schlucht – das ist keine einfache Kombination. Der Steg musste über die Jahrzehnte mehrfach instand gesetzt werden. 2010 erfolgte eine umfassende Sanierung, um die Verkehrssicherheit für die tausenden Wanderer zu gewährleisten, die seitdem den Schluchtensteig begehen. 

Heute gilt der Kanadiersteg als eines der meistfotografierten Motive der gesamten Wutachschlucht – und als stilles Symbol für die Verbundenheit der Region mit den einstigen alliierten Schutzkräften. 

Wanderrouten ab dem Kanadiersteg 

Drei-Schluchten-Wanderung 

Die Klassikerroute ab der Wutachmühle führt direkt über den Kanadiersteg in die Gauchachschlucht, weiter zur Burgmühle und zurück über die Engeschlucht. Rund 10 Kilometer, 3,5 bis 4 Stunden, moderat bis anspruchsvoll – abwechslungsreich, schattig, wasserreich. Wer nur eine Tour in dieser Ecke des Schwarzwalds macht, sollte es diese sein. 

→ Schluchtensteig Etappe 2: Blumberg – Schattenmühle 

Der Kanadiersteg markiert auf dieser „Königsetappe" des Schluchtensteigs den Einstieg in den wildesten Abschnitt. Flussaufwärts geht es vorbei an den Flühen, dem Räuberschlössle und mächtigen Muschelkalkwänden. Rund 20 Kilometer, 6,5 Stunden, anspruchsvoll – aber landschaftlich ohne Konkurrenz. 

→ Rundweg Wutachmühle – Kanadiersteg – Gauchachschlucht 

Eine kürzere Variante für heiße Tage: Der Weg verläuft fast durchgehend im Schatten, konzentriert sich auf die unteren Schluchtenabschnitte und bleibt dabei dicht, grün und ruhig. 

Praktische Hinweise für deine Tour 

Die Burgmühle in der Gauchachschlucht – rund 45 Minuten ab dem Kanadiersteg – ist ein klassisches Einkehrziel auf diesen Routen. Wer Einweg-Touren plant, dem empfiehlt sich der Wanderbus, der regelmäßig an der Wutachmühle hält. Trittsicherheit ist ab dem Steg in die Schlucht hinein Pflicht, kein Nice-to-have. 

Warum der Kanadiersteg bleibt, was er ist 

Manche Orte brauchen keine große Inszenierung. Der Kanadiersteg an der Gauchachmündung ist so ein Ort. Er ist aus einer Not entstanden, von fremden Händen gebaut und von einer Region angenommen worden, als wäre er schon immer da gewesen. Er verbindet nicht nur Wanderwege – er verbindet Geschichten. 

Wer ihn überquert, hört das Wasser unter sich, sieht, wie sich zwei Flusswelten vereinen, und versteht: Hier beginnt etwas. Die Schlucht. Der Weg. Der Moment. 

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Pikettfelsen im Höllental – wo der Schwarzwald seinen dramatischsten Auftritt hat

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Manche Orte trifft man unvermittelt. Man biegt ab, folgt einem schmalen Pfad bergauf, und plötzlich öffnet sich die Welt. Der Pikettfelsen im Höllental ist so ein Ort – ein Felsvorsprung mit Postkarten-Potenzial, der einen atemlos zurücklässt. Nicht nur wegen des Aufstiegs. 

Der Aufstieg: kurz, knackig, lohnenswert 

Direkt beim Hofgut Sternen im Höllental beginnt der Weg. Der Parkplatz Hofgut Sternen ist der Startpunkt – gut erreichbar, gut beschildert. Von dort folgt man der Ausschilderung steil bergauf, vorbei an Wurzeln, schmalen Passagen und dem Duft feuchten Waldbodens. Zehn bis fünfzehn Minuten braucht man für den Aufstieg zum Pikettfelsen – aber die sind es wert. 

Trittsicherheit sollte man mitbringen, besonders wenn die Wege nass sind. Wer das beherzigt, wird mit einer der eindrucksvollsten Aussichten des Hochschwarzwalds belohnt. 

Der Blick: Felskanzel trifft Steinbogenbrücke 

Oben angekommen, steht man auf einer natürlichen Felskanzel direkt gegenüber dem Ravenna-Viadukt – jener 36 Meter hohen Steinbogenbrücke, die sich mit stiller Eleganz über die Ravennaschlucht spannt. Wenn dann die rote Höllentalbahn über die Brücke gleitet, ist das der Moment, auf den man gewartet hat. Kamera raus. Moment festhalten. Durchatmen. 

Eine Bank lädt dazu ein, den Blick in Ruhe zu genießen – auf das Viadukt Höllental, die steilen Felswände und das leise Rauschen des Bachs tief unten. Der Pikettfelsen liegt am Eingang der Ravennaschlucht und ist Teil des Heimatpfads Hochschwarzwald, einem der schönsten Wanderwege der Region. 

Achtung: Nicht verwechseln mit dem Piketfelsen im Wehratal – der Pikettfelsen im Höllental ist ein eigener, eigenständiger Aussichtspunkt. 

Weiter wandern: die große Runde durch die Ravennaschlucht 

Wer nicht nur kurz innehalten, sondern richtig wandern möchte, nutzt den Pikettfelsen als Startpunkt für die große Runde durch die Ravennaschlucht Richtung Breitnau. So empfiehlt es auch Sunhikes: erst der beste Ausblick, dann gemütlich am Bachlauf entlang nach oben. Eine Wanderung mit Dramaturgie. 

Geheimtipp: Pikettfelsen zur Adventszeit 

Zur Weihnachtszeit verwandelt sich das Tal darunter. Der Weihnachtsmarkt unter dem Ravenna-Viadukt zieht Besucher aus der ganzen Region an – und wer vom Pikettfelsen auf das beleuchtete Spektakel hinunterschaut, erlebt etwas, das man so schnell nicht vergisst. Allerdings: Dann ist es voll. Wer Stille sucht, kommt besser an einem ruhigen Novembermorgen. 

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Wo ein Fluss seine Seele findet – die Wehraquelle im Südschwarzwald

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Es gibt Orte, die man nicht sucht – man findet sie einfach. Die Wehraquelle ist so ein Ort. Auf rund 1.050 m ü. NHN, eingebettet in ein stilles Hochmoorbecken zwischen Todtmoos und Bernau im Schwarzwald, sprudelt hier das Wasser aus einer gefassten Steinbeckenfassung ins Freie. Unspektakulär auf den ersten Blick – und doch der Beginn von etwas Großem. 

Ein stiller Kraftort im Hochmoor 

Die Quelle der Wehra liegt in einer sanften, oft feuchten Wiesenmulde. Das Gelände ringsherum ist moorig, der Boden federt unter den Füßen, die Luft riecht nach Erde und Kiefer. Wer hier ankommt, hält unwillkürlich inne. Es ist ein fast mystischer Ort – einer dieser raren Plätze, an denen die Natur im Schwarzwald noch vollständig bei sich ist. 

An der gefassten Quelle kann man sich an heißen Wandertagen im Schwarzwald das Gesicht kühlen. Eine Bank lädt zur kurzen Rast ein. Bitte: unbedingt auf dem Pfad bleiben, das Moor drumherum ist empfindlich. 

Wanderknoten und Schluchtensteig-Highlight 

Die Wehraquelle ist kein Geheimtipp mehr – sie ist ein zentraler Wegpunkt, an dem wichtige Fernwanderwege aufeinandertreffen. Vor allem der Schluchtensteig Baden führt hier entlang: Auf der finalen 6. Etappe des Schluchtensteigs von Todtmoos nach Wehr passiert man die Quelle als eines der eindrucksvollsten Highlights der gesamten Route. 

Von Todtmoos-Zentrum aus erreicht man die Quelle nach einem moderaten Aufstieg in etwa 45 bis 60 Minuten. Danach folgt der Weg dem noch jungen Bachlauf hinunter Richtung Todtmoos-Au – bevor die eigentliche Wehratalschlucht beginnt und der Fluss sein wahres Gesicht zeigt. Auch der Albsteig verläuft in der Nähe und verbindet das Wehratal mit dem Albtal

Die Wehra – „wilder Bruder" der Alb 

Aus dem stillen Hochmoor wird binnen Kilometern ein anderer Fluss. Die Wehra im Südschwarzwald legt auf 26 km einen wilden Weg zurück: Sie gräbt sich tief in das Urgestein des Hotzenwaldes, bricht durch Granit und Buntsandstein, stürzt über riesige Gesteinsblöcke in unzähligen kleinen Kaskaden – und gilt dabei als eine der ursprünglichsten Schluchten Deutschlands. 

Die Wehratalschlucht ist das Herzstück dieser Reise. Felswände ragen bis zu 200 Meter steil auf. Der Weg führt auf schmalen, in den Fels gehauenen Pfaden mit spektakulären Tiefblicken auf das rauschende Wasser. An der Hirschsprung-Engstelle rücken die Felsen so nah zusammen, dass man meint, die Schlucht halte die Luft an. 

Große Teile des Tals stehen als Bannwald Schwarzwald unter strengem Naturschutz: kein Eingriff, kein Aufräumen – umgestürzte Bäume, wilder Bewuchs, echtes Urwaldfeeling mitten in Baden-Württemberg

Sunhikes-Check: Das sollte man wissen 

Wer die 6. Etappe Schluchtensteig mit Sunhikes plant, bekommt hier vorab den ehrlichen Check: Die rund 22 km von Todtmoos nach Wehr (Baden) sind anspruchsvoll. Die Felsenpfade am Wehratal verlangen trittsichere Schuhe und volle Aufmerksamkeit. Dafür liefert die Tour ein Panorama, das lange im Gedächtnis bleibt. 

Kurz vor dem Ziel in Wehr am Rhein wird der Fluss von der Wehratalsperre aufgestaut – der Stausee speist das Kavernenkraftwerk Wehr, eine beeindruckende Ingenieursleistung direkt am Wanderweg. Dann mündet die Wehra in den Rhein, und die Etappe endet so dramatisch, wie sie begonnen hat. 

Fazit: Ein Ursprung, der nicht loslässt 

Die Wehraquelle ist mehr als ein Wegpunkt auf einer Wanderkarte. Sie ist der Ursprung eines Flusses, der sich durch Jahrhunderte Gestein gefressen hat – still, beharrlich, unaufhaltsam. Wer hier steht, begreift: Wandern im Schwarzwald ist kein Sport. Es ist ein Gespräch mit der Landschaft. 

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Blasiwald-Althütte: Wo der Hochschwarzwald noch atmet

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Wer den Hochschwarzwald kennt, denkt zuerst an den Feldberg, den Titisee, den Schluchsee. Aber wer wirklich ankommen will – in sich und in der Landschaft – der biegt irgendwann ab. Rauf auf das Plateau. Rein nach Blasiwald-Althütte

Auf rund 1.100 Metern, zwischen Schluchsee und St. Blasien, liegt ein Flecken, den man nur findet, wenn man ihn sucht. Oder wenn man ihn geht. Und genau das ist das Schöne daran. 

Kapelle St. Pantaleon: Ein Kleinod auf dem Hochplateau 

Mitten in die Weite hineingesetzt, als hätte jemand genau gewusst, dass dieser Ort etwas Bleibendes braucht – so steht die Kapelle St. Pantaleon auf dem Hochplateau von Blasiwald-Althütte. 1746 erbaut, denkmalgeschützt, und noch heute von einer Stille umhüllt, die man kaum beschreiben kann. 

Der heilige Pantaleon, einer der 14 Nothelfer und Schutzpatron der Ärzte und Hebammen, gab ihr den Namen. Den Schwarzwaldhöfen ringsum gab sie früher den religiösen Mittelpunkt – denn der Weg hinunter nach St. Blasien war lang, und im Winter oft unpassierbar. 

Von außen ist es ein schlichter Schwarzwälder Kapellenbau mit kleinem Dachreiter, wie aus einer anderen Zeit. Innen empfängt ein barocker Altar, volkstümliche Heiligenfiguren, gedämpftes Licht. Wer kurz innehält, spürt, warum dieser Ort bis heute Hochzeiten und kleine Andachten anzieht. Zwischen alten Schwarzwaldhöfen und weiten Bergwiesen wirkt er schlicht unwiderstehlich. 

Und wer den Blick hebt: Bei klarer Sicht öffnet sich direkt neben der Althütter Kapelle ein Alpenpanorama, das den Atem stocken lässt. Vom Säntis bis zum Mont Blanc – das ist keine Übertreibung, das ist Geografie. 

Schluchtensteig Etappe 4: Der stille Pol der Wanderung 

Blasiwald-Althütte liegt direkt auf der 4. Etappe des Schluchtensteigs (Fischbach – St. Blasien). Wer hier ankommt, hat den anstrengendsten Abschnitt hinter sich – den Aufstieg vom Schluchsee-Ufer hinauf auf das Hochplateau. Was folgt, ist einer jener seltenen Momente, in denen Wandern zur Meditation wird. 

Die Kapelle St. Pantaleon ist ein markanter Orientierungspunkt am Schluchtensteig, kurz bevor der Abstieg durch die Windbergschlucht beginnt. Von hier sind es noch rund 6 Kilometer und etwa anderthalb bis zwei Stunden hinunter zum Dom von St. Blasien – spektakulär, schattig, in sich versunken. 

Wer auf Sunhikes recherchiert, stößt schnell auf eine Beschreibung, die trifft: Althütte ist der stille Pol der Schluchtensteig-Tour. Ein Ort, an dem man noch einmal tief durchatmet, bevor die Welt wieder beginnt. 

Gasthof Althütte: Einkehr mit Seele 

Direkt neben der Kapelle steht der Gasthof Althütte – ein Familienbetrieb, der nicht mehr verspricht, als er hält, und damit genau das Richtige ist. 

Die Küche ist rustikale badische Hausmannskost in ihrer besten Form: Vesperplatten mit hausmacher Wurst, Kässpätzle, Schäufele. Dazu hausgemachter Kuchen – klassischerweise Schwarzwälder Kirsch. Die Gaststube ist aus viel Holz gemacht und viel Gemütlichkeit. Die Terrasse gibt den Blick frei über das gesamte Hochplateau. 

Der Gasthof ist der einzige Einkehrstopp direkt auf diesem Plateau – und damit strategisch unverzichtbar. Öffnung in der Hauptsaison meist ab 11 Uhr, Ruhetag häufig Montag und Dienstag (vorab kurz prüfen). Wer mit einer Gruppe kommt, reserviert am Wochenende lieber einmal kurz. 

Für alle, die die Etappe aufteilen wollen: Es gibt einfache, gemütliche Gästezimmer – ideal für Wanderer auf dem Schluchtensteig, die sich Zeit lassen möchten. 

Geheimtipp: Blasiwald-Althütte im Winter 

Während am Feldberg die Schlangen wachsen, liegt Blasiwald-Althütte im Winterschlaf der Entschleunigung. Die Loipen Richtung Schluchsee und Häusern sind sorgfältig gespurt, die Winterwanderwege ruhig und gepflegt. Wer Langlauf im Hochschwarzwald abseits des Trubels sucht, findet ihn hier. 

Und wer mit etwas Glück an einem Inversionstag kommt – wenn das Tal im Nebel versinkt und die Gipfel in der Sonne schwimmen – der versteht, warum manche Orte nicht berühmt sein müssen, um unvergesslich zu sein. 

Blasiwald-Althütte. Ruhig. Ursprünglich. Hochschwarzwald pur.

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Roodbach-Wasserfall: Wo der Schwarzwald noch wild ist

Südlicher Schwarzwald
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Wer dem Trubel der bekannten Touristenpfade entfliehen möchte, dem flüstert der Hochschwarzwald manchmal leise Geheimnisse zu. Eines davon trägt den Namen Roodbach-Wasserfall – versteckt in der wildromantischen Haslachschlucht bei Lenzkirch, auf knapp 800 Metern Höhe, wo das Wasser seit jeher seinen eigenen Weg kennt. 

Fernab des Trubels: Die Haslachschlucht entdecken 

Man folgt dem Ruf des Wassers. Vom Rathaus Lenzkirch aus führt der Weg zunächst durch den Kurpark, vorbei an der historischen Lochmühle, dann weiter entlang des Mühlenwegs – bis das Rauschen lauter wird und die Bäume enger zusammenrücken. Rund 2,9 km südöstlich von Lenzkirch und 2,4 km von Holzschlag entfernt öffnet sich die Schlucht und gibt den Blick frei auf die Kaskaden des Roodbachs, einem Zufluss der Haslach. 

Kaskaden, Fels und feuchte Pfade 

Der Abstieg zum Wasserfall Hochschwarzwald hat Charakter: steil, feucht, unverfälscht. Kein Geländer, kein Wegweiser-Wald – nur schmale Steige, moosbedeckte Steine und das konstante Gischtgefühl auf der Haut. Festes Schuhwerk ist hier kein optionaler Luxus, sondern schlicht vernünftig. Wer gut ausgestattet kommt, wird mit einem Naturerlebnis Schwarzwald belohnt, das die großen, vielbesuchten Wasserfälle der Region an Ursprünglichkeit mühelos übertrifft. 

Highlights: Felsen, Schluchten und die Geburt der Wutach 

Ein kurzes Stück weiter flussabwärts geschieht etwas Bemerkenswertes: Haslach und Gutach vereinigen sich zur Wutach – die Geburtsstunde der legendären Wutachschlucht. Wer möchte, kann diesen Moment erleben und versteht sofort, warum die Haslachschlucht als „kleine Schwester" des berühmten Fernwanderwegs Schluchtensteig gilt. In der direkten Nachbarschaft warten zudem die spektakulären Hölloch- und Rechenfelsen – über schmale Steige erreichbar, wildromantisch und kaum überlaufen. 

Geheimtipp mit Substanz 

Der Roodbach-Wasserfall ist kein Ort für Selfie-Stationen und Eiscafés. Er ist ein Ort, an dem man innehalten kann, dem Wasser zusieht und begreift, warum Menschen den Schwarzwald seit Generationen lieben. Eine Wanderung Lenzkirch durch die Haslachschlucht ist kein Ausflug – sie ist eine kleine Reise zurück zur Natur. 

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Großjockenmühle: Wo das Wasser durchs Dach fließt

Südlicher Schwarzwald
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Tief in der Ravennaschlucht bei Breitnau verbirgt sich ein Ort, der einen irgendwie nicht mehr loslässt. Die Großjockenmühle – auch unter dem Namen Großjockenhofmühle bekannt – steht dort, wo das Gelände so steil wird, dass selbst Wasser andere Wege nehmen muss als üblich. Moosige Steine, das Rauschen des Ravennabachs, jahrhundertealtes Holz: Wer hier ankommt, begreift sofort, warum dieser Fleck zu den fotogensten historischen Mühlen im Hochschwarzwald zählt. 

Ein Ingenieurskunstwerk aus dem Jahr 1883 

Was die Großjockenmühle von gewöhnlichen Mahlmühlen unterscheidet, steckt im Detail – und das Detail hat es in sich. 

Weil das Gelände schlicht zu steil ist, wird das Wasser des Ravennabachs über eine hölzerne Rinne direkt durch das Dach auf das oberschlächtige Wasserrad geleitet. Ein Anblick, der Besucher bis heute verblüfft. 

Noch raffinierter: Über eine Drahtseiltransmission wurde die Wasserkraft einst rund 400 Meter weit – bergauf – auf den Großjockenhof übertragen, wo sie Sägen und andere landwirtschaftliche Geräte antrieb. Mechanisches Denken in Reinform, lange bevor das Wort „Ingenieurskunst" zum Modebegriff wurde. 

Denkmalschutz & Geschichte 

Bis etwa 1956 drehte sich hier das Rad noch im echten Betrieb – als Hof- und Mahlmühle für den Eigenbedarf des Großjockenhofs. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und wurde Ende der 1970er Jahre aufwendig restauriert. 

Besichtigen lässt sich die Mühle jederzeit von außen – wer Glück hat, erwischt einen der Aktionstage, etwa den Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag, wenn das Mahlwerk wieder in Bewegung gesetzt wird. Ein seltenes Schauspiel. 

Die Mühle ist zudem fester Bestandteil des Heimatpfads Hochschwarzwald – einem der schönsten thematischen Wanderwege der Region. 

Wandern zur Großjockenmühle: Die besten Touren 

Da die Mühle mitten im steilsten Abschnitt der Schlucht liegt, führen die schönsten Wege zu ihr als Rundtouren vorbei. 

→ Ravennaschlucht & Löffeltal – Der Heimatpfad Route: Hinterzarten – Löffeltal – Hofgut Sternen – Ravennaschlucht – Großjockenmühle – Hinterzarten | ca. 7,5 km | 2,5 Std. | moderat Unterwegs wartet ein Technikparcours aus einem anderen Jahrhundert: Seilerei, Klopfsäge, das mächtige Ravennaviadukt – und am Ende die Mühle mit dem Wasser im Dach. 

Kleiner Schluchtencheck ab Hofgut Sternen Route: Parkplatz Hofgut Sternen – Ravennaviadukt – Großjockenmühle – retour | ca. 3 km | 1 Std. | moderat (trittsicher sein!) Die Kurzversion für alle, die wenig Zeit, aber einen guten Blick wollen. Spektakuläre Meter, kein Umweg. 

Große Panorama-Runde über Breitnau Route: Hinterzarten – Ravennaschlucht – Großjockenmühle – Breitnau (Kirche) – Hinterzarten | ca. 11 km | 3,5 Std. | mittelschwer Nach dem kühlen Aufstieg durch die Schlucht öffnet sich oben ein weiter Blick über den Schwarzwald bis zum Feldberg. Großes Kino. 

Tipps, bevor man loswandert 

Bestes Licht für Fotos: Vormittags, wenn die Sonne in die Schlucht fällt – die Großjockenmühle gehört zu den meistfotografierten Motiven im Hochschwarzwald

Schuhwerk: Der Pfad direkt bei der Mühle ist oft feucht und moosig, die Holzstufen können rutschig sein. Profilsohlen sind Pflicht, keine Verhandlungssache. 

Saisonal checken: Nach dem Winter lohnt ein kurzer Blick, ob die Schlucht schon eisfrei und offiziell freigegeben ist – das ist meist ab Ende März / April der Fall. 

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Lehenkopfturm am Schluchtensteig – ein Balkon über dem Schwarzwald

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Man verlässt St. Blasien, den Rücken zur mächtigen Domkuppel, und der Wald schließt sich sofort um einen. Schritt für Schritt, 270 Höhenmeter bergauf, durch das ruhige Grün des Hotzenwalds. Wer die Schluchtensteig Etappe 5 läuft, hat hier sein erstes großes Ziel klar vor Augen – den Lehenkopfturm auf 1.039 Metern

Ein Turm mit Geschichte – seit 1886 

Schon Ende des 19. Jahrhunderts erkannte der Schwarzwaldverein (Ortsgruppe St. Blasien), was dieser Gipfel zu bieten hat: eine der schönsten Aussichten im südlichen Schwarzwald. 1886 wurde der erste Aussichtsturm auf dem Lehenkopf errichtet – einer der frühen Zeugen des aufkeimenden Schwarzwald-Tourismus. 

Der heutige Holzturm auf massivem Steinfundament, mit seinem unverwechselbaren Pyramidendach, ist das Ergebnis mehrerer Renovierungen und Wiederaufbauten nach Sturmschäden. Gedrungen, robust, ehrlich – wie der Schwarzwald selbst. 

Der Lehenkopf war einst auch eine wichtige Landmarke der Klosterwirtschaft St. Blasiens. Man erzählt sich, dass Waldarbeiter früher vom Turm aus die Glocken des Doms so klar hörten, dass sie damit die Vesperzeit einläuteten. 

Blitzschlag 2023 – und die Rückkehr 

Im August 2023 traf ein Blitzeinschlag den Turm und hinterließ erhebliche Schäden an Holzkonstruktion und Elektrik. Für fast ein Jahr war der Lehenkopfturm gesperrt. Seit Sommer 2024 ist er wieder vollständig begehbar – und empfängt Wandernde auf dem Fernwanderweg Schluchtensteig wie eh und je. 

Das Panorama, das einen sprachlos macht 

Wer die Stufen erklimmt – bei feuchtem Wetter bitte mit Bedacht, die Holzstufen können rutschig sein – wird belohnt. Im Norden schaut man zurück auf die Kuppel des Doms von St. Blasien und, bei guter Sicht, bis zum Feldberg. Im Süden, bei Föhn oder Inversion, zieht sich eine Alpenkette fast über den gesamten Horizont – ein Anblick, der selbst erfahrene Schwarzwaldwanderer immer wieder verblüfft. 

Direkt am Turmfuß lädt ein klassischer Rastplatz zur Rast ein: Holzbänke, Tische, eine offene Schutzhütte und sogar eine Himmelsliege – ideal, um nach dem Aufstieg die Beine hochzulegen und das Alpenpanorama Schwarzwald auf sich wirken zu lassen. 

Weiter auf dem Schluchtensteig 

Nach der Rast führt der Fernwanderweg Schluchtensteig weiter – bergab zum Albstausee und nach Häusern, dem nächsten Etappenziel Richtung Todtmoos. Auch der Albsteig kreuzt hier den Lehenkopf, was den Turm zu einem echten Knotenpunkt der Schwarzwald-Fernwanderwege macht. 

Sunhikes-Tipp: Wer nicht die komplette Etappe gehen will, startet eine Rundwanderung ab dem Dom St. Blasien – rund 7 km, die sich mehr als lohnen. Der Lehenkopfturm ist dabei das emotionale Herzstück der Tour. 

Praktische Infos auf einen Blick 

Aufstieg: ca. 45–60 Min. ab St. Blasien | ca. 3 km | 270 Höhenmeter Nächster Stopp: Albstausee (ca. 45 Min. vom Turm) Tipp: Oben kann es deutlich windiger und kühler sein – eine Windjacke gehört in den Rucksack. 

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Mühledobel-Wasserfall – wo der Schwarzwald flüstert

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Wer die Wutachschlucht kennt, kennt ihre lauten Momente: tosende Stromschnellen, überwältigende Schluchten, Wanderer Schulter an Schulter. Doch wer genauer hinsieht – wer den schmalen Pfad in den Mühledobel hinabsteigt – findet etwas Selteneres: absolute Stille, unterbrochen nur vom Rauschen des Wassers. 

Ein Wasserfall mit Charakter 

Auf rund 756 Metern Höhe, versteckt in einem Seitental der mittleren Wutachschlucht, stürzt der Mühledobel-Wasserfall über terrassenförmige Muschelkalk-Kaskaden in die Tiefe. Stufe für Stufe, fast wie eine Naturtreppe – als hätte die Erde hier selbst Architektur betrieben. Das markante Muschelkalkgestein gibt dem Wasserfall sein unverwechselbares, fast skulpturales Gesicht und macht ihn zu einem geologischen Highlight im Schwarzwald

Stiller Star am Schluchtensteig 

Man muss ihn verdienen, diesen Ort. Der Mühledobelwasserfall liegt direkt an der Etappe 3 des Schluchtensteigs – einer der spektakulärsten Wanderrouten Deutschlands – auf dem Abschnitt von der Schattenmühle nach Schluchsee-Fischbach. Wer die Route läuft, passiert ihn fast beiläufig. Wer innehält, wird belohnt. 

Rundwanderung ab Holzschlag – der schönste Zugang 

Besonders beliebt ist die mittelschwere Rundwanderung ab Holzschlag, einem Ortsteil von Bonndorf im Schwarzwald. Der Weg führt vorbei am Schwarzwaldhof Nicklas, hinab in den engen Mühledobel, direkt zum Wasserfall – und weiter nach Göschweiler. Ein Weg, der einen wandelt, nicht nur führt. 

Achtung: Die Pfade im Dobel sind schmal, bei Nässe rutschig. Trittsicherheit und festes Wanderschuhwerk sind kein optionaler Tipp, sondern echte Voraussetzung. 

Geheimtipp: Stallegger Brücke & Ruine Stallegg 

Wer den Besuch ausweitet, kombiniert den Wasserfall Wutachschlucht mit der historischen Stallegger Brücke oder der nahegelegenen Ruine Stallegg – stumme Zeugen einer Zeit, als die Schlucht noch Energie für Mühlen und Hammerwerke lieferte. Geschichte und Natur in einem Atemzug. 

Fazit: Hingehen, bevor es alle wissen 

Der Mühledobel-Wasserfall ist kein Instagram-Hotspot – und genau das ist sein größter Trumpf. Ein Naturjuwel im Schwarzwald, das Ruhe schenkt statt Trubel. Wer echte Schwarzwald-Wasserfälle abseits der Masse sucht, findet hier einen der schönsten überhaupt. 

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Ibacher Friedenskreuz – Wo Stille und Weite den Atem verschlagen

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Wer auf der 5. Etappe des Schluchtensteigs zwischen St. Blasien und Todtmoos unterwegs ist, dem öffnet sich irgendwann die Landschaft – und plötzlich steht man davor: das Ibacher Friedenskreuz, wuchtig und still zugleich, auf einer markanten Anhöhe auf rund 930 Metern über dem Ibacher Hochtal

Ein Holzkreuz mit Geschichte 

Das große Holzkreuz ist kein gewöhnliches Wegzeichen. Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet – als Mahnmal für den Frieden und zum Gedenken an die Gefallenen. Wer hier oben steht, spürt das. Der Wind trägt etwas mit sich, das schwer in Worte zu fassen ist – eine ruhige Schwere, eine aufrechte Würde. Der Gedenkort Ibach im Südschwarzwald zieht Menschen an, die nicht nur wandern, sondern auch innehalten wollen. 

Panorama ohne Kompromisse 

Dann der Blick. Man dreht sich um – und vergisst kurz, weiterzugehen. Das Panorama am Friedenskreuz Ibach zählt zu den eindrucksvollsten im gesamten Hotzenwald: das weite Hochtal, der Feldberg am Horizont, und bei Föhn oder Inversionswetterlage ein Alpenpanorama, das die Brust weitet. Die Alpenkette liegt dann wie gemalt in der Ferne – und beim Sonnenuntergang leuchtet sie rosa: Alpenglühen über dem Schwarzwald, ein Motiv, das kein Fotofreund verpassen sollte. 

Rasten, atmen, ankommen 

Direkt am Aussichtspunkt Friedenskreuz laden Bänke und eine Himmelsliege dazu ein, einfach zu sein. Die Landschaft ist offen und weitläufig – ein spürbarer Kontrast zu den engen Schluchten, die man auf dem Wanderweg Schluchtensteig zuvor durchquert hat. Hier fühlt sich eine Pause nicht wie Unterbrechung an, sondern wie Ziel. 

Ideal eingebettet in die Wanderregion 

Das Friedenskreuz Ibach Hotzenwald liegt auf dem Abschnitt zwischen dem Albstausee und dem Anstieg zum Bildstein bei Dachsberg – ein Abschnitt, der konditionell fordert, landschaftlich aber mehr als entschädigt. Von hier führt der Weg weiter auf den Ibacher Panoramaweg, einen der schönsten Genießerpfade im Südschwarzwald überhaupt. 

Tipp: Die meditative Seite des Gipfels 

Sunhikes beschreibt das Friedenskreuz Ibach treffend als idealen Ort für eine meditative Wanderpause. Die exponierte Lage sorgt dafür, dass es dort oft kräftig bläst – doch genau dieser Wind gehört dazu. Er macht die Stille hörbar. Wer das Ibacher Friedenskreuz besucht, nimmt etwas mit – kein Souvenir, sondern ein Gefühl.

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Die Schattenmühle – Wo die Wutachschlucht ihren Takt schlägt

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Tief im Tal, wo die Sonne im Winter kaum den Felsboden berührt, liegt sie: die Schattenmühle. Schon der Name verrät alles. Hier, zwischen Bonndorf und Löffingen, schlägt das touristische Herz der Wutachschlucht – ruhig, verwurzelt, und mit einer Geschichte, die weit ins 15. Jahrhundert zurückreicht. 

Wer den Schluchtensteig wandert, der „Grand Canyon des Schwarzwalds", kommt hier zwangsläufig vorbei. Und bleibt meist länger als geplant. 

Eine Mühle mit Geschichte – seit 1419 

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Schattenmühle im Jahr 1419. Jahrhundertelang mahlte und sägte sie für die Bauern der umliegenden Hochebenen – ein harter, bodenständiger Betrieb mitten in der Einsamkeit des Schwarzwalds. 

Der Name ist kein Zufall: Im Winter erreicht die Sonne den Talgrund hier kaum. Man steht buchstäblich im Schatten – der Felswände, der Geschichte, der Zeit. 

Mit dem Aufkommen des Schwarzwälder Tourismus um 1890 wandelte sich die Mühle zur Raststation. Das charakteristische Hauptgebäude im klassischen Schwarzwaldstil stammt aus dieser Blütezeit. Anfang des 20. Jahrhunderts kam ein Wasserkraftwerk dazu – die Wutach liefert bis heute sauberen Strom. 

Fast wäre das alles Geschichte geworden: In den 1950er Jahren sollte die Wutach gestaut werden. Das „Wutachprojekt" hätte die Schattenmühle – und die gesamte Schlucht – unter Wasser verschwinden lassen. Naturschützer verhinderten es. 1960 scheiterte das Projekt. Die Wutachschlucht blieb erhalten – und mit ihr dieser besondere Ort. 

Seit der Eröffnung des Schluchtensteigs 2008 ist die Schattenmühle offiziell das, was sie inoffiziell schon immer war: der wichtigste Etappenstützpunkt im ganzen Tal. 

Gasthaus & Hotel – Hunger? Hier schon. 

Nach Kilometern durch die wilde Wutachschlucht gibt es kaum einen befriedigenderem Anblick als die Sonnenterrasse der Schattenmühle direkt am Fluss. Im Sommer ist sie der natürliche Treffpunkt aller Wanderer – und der Duft aus der Küche macht das letzte Quäntchen Motivation zunichte. 

Die Speisekarte ist ehrlich, badisch und auf hungrige Beine zugeschnitten. Portionen ohne Kompromisse, Klassiker ohne Schnörkel. 

Ideal für die Pause – Vesper & Brotzeit: Wer kurz durchatmen will, greift zum Wurstsalat „Schattenmühle" mit Brägele (Bratkartoffeln), zur Schwarzwälder Schinkenplatte mit hausgebackenem Brot oder zum Strammer Max. Preise zwischen ca. 13 und 15 €. 

Warme Küche – Schwarzwaldklassiker in Bestform: Der Bestseller ist das panierte Schnitzel Wiener Art – mit Pommes oder Kartoffelsalat, schlicht und treffsicher. Wer Saison hat, findet Wildgerichte auf der Karte: Rehgulasch oder Wildschweinbraten aus heimischer Jagd. Die Kässpätzle mit Röstzwiebeln machen ebenfalls eine gute Figur. Und wer Fisch mag: Die Forelle Müllerin Art kommt frisch aus der Region – direkt aus der Nachbarschaft der Wutach. Hauptgerichte kosten meist zwischen 14 und 26 €. 

Zum Abschluss: Schwarzwälder Kirschtorte in ordentlichen Stücken – für den Energieschub nach dem Abstieg. Oder hausgemachter Apfelstrudel mit Vanillesauce. 

Wer nur kurz Halt macht: Am Kiosk im Außenbereich gibt es Snacks und Wanderkarten für die Wutachschlucht

Übernachten lässt es sich hier ebenfalls – das Hotel Schattenmühle ist ein beliebter Stützpunkt für Etappenwanderer, die den Schluchtensteig in mehreren Tagen gehen. 

Wanderknotenpunkt – alles läuft hier zusammen 

Die Schattenmühle ist mehr als ein Gasthaus. Sie ist das logistische Zentrum der gesamten Wutachschlucht-Wanderung

Der Schluchtensteig macht hier Station: Die 2. Etappe von Blumberg endet hier, die 3. Etappe Richtung Lenzkirch beginnt. Wer nicht die gesamte Route geht, startet oder endet viele seiner Tagestouren genau an diesem Punkt. 

Direkt gegenüber der Mühle zweigt die Lotenbachklamm ab – eine steile, enge Seitenschlucht mit Wasserfällen und rohen Granitfelsen. Der Aufstieg dauert 30 bis 45 Minuten und lohnt sich absolut. Viele empfinden die Lotenbachklamm als wilder und beeindruckender als die Hauptschlucht selbst. 

Der Wanderbus hält direkt hier. Von der Schattenmühle aus gelangt man bequem zurück zur Wutachmühle oder nach Bonndorf und Löffingen – ohne Rucksack, mit müden Beinen, zufrieden. 

Geologie & Natur – der wilde Teil beginnt hier 

Wer von der Schattenmühle flussabwärts wandert, betritt den spektakulärsten Abschnitt der Wutachschlucht: Richtung Bad Boll und zum Räuberschlössle. Die Schlucht wird enger, das Wasser lauter, die Felsen höher. 

Das historische Wasserkraftwerk in der Nähe der Mühle nutzt die Energie der Wutach – ein stiller Zeuge dafür, dass dieser Ort nie nur romantische Kulisse war, sondern immer auch gelebte Praxis. 

Sunhikes-Tipp 

Kombinier die Rast an der Schattenmühle unbedingt mit einem Abstecher in die Lotenbachklamm – und geh sie möglichst früh am Tag, bevor die Wandergruppen kommen. Wilder, stiller, beeindruckender geht es in der Wutachschlucht kaum. 

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Wutachaustritt bei Achdorf – Wo der Fluss aus dem Felsen bricht

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Manchmal verschwindet ein Fluss einfach. Nicht in einem See, nicht im Meer – sondern mitten in der Landschaft, als hätte ihn die Erde einfach geschluckt. Genau das passiert der Wutach im Schwarzwald. Und wer wissen will, wo sie wieder auftaucht, muss nach Achdorf bei Blumberg wandern – zum Wutachaustritt, einem der faszinierendsten geologischen Naturschauspiele Südwestdeutschlands. 

Das Naturwunder: Ein Fluss, der unter der Erde reist 

Man steht vor einer Felswand, hört das Wasser, bevor man es sieht. Dann schießt es aus Spalten und Klüften hervor – klar, kraftvoll, unaufhaltsam. Die Wutach ist zurück. Dabei hat sie gerade eine rund 1,3 Kilometer lange unterirdische Reise absolviert, durch das dunkle Innere eines Muschelkalkberges, unsichtbar und doch unaufhörlich fließend. 

Was hier passiert, nennt die Geologie Karstphänomen – und es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Schauspiel zum Anfassen. 

Warum versickert die Wutach? Geologie, die begeistert 

Der Muschelkalk ist das Geheimnis. Dieses Kalkgestein, das die Region prägt, ist nicht so massiv und undurchdringlich, wie es aussieht. Über Jahrtausende hat das Wasser – leicht angesäuert durch Kohlendioxid aus der Luft – den Kalkstein Schicht für Schicht aufgelöst. Entstanden sind dabei tiefe Risse, Spalten, ganze unterirdische Höhlensysteme

An der sogenannten Wutachversickerung verschwindet der Fluss in diesen Schlucklöchern – auf Fachsprache Ponore – im Flussbett. Bei normalem oder niedrigem Wasserstand saugt das Gestein das Wasser regelrecht auf, und der Fluss hört einfach auf zu existieren. Oberirdisch. 

Unterirdisch fließt er weiter, durch das Dunkel des Berges, bis er am Wutachaustritt bei Achdorf wieder ans Licht drängt – wie ein Fluss, der Atem holt. 

Das beste Jahreszeit für das Phänomen 

Wer das Spektakel in seiner reinsten Form erleben will, kommt im Hochsommer. Dann führt die Wutach so wenig Wasser, dass das Flussbett zwischen Versickerung und Austritt vollständig trocken liegt. Man kann buchstäblich in einem leeren Flussbett spazieren gehen – ein surreales Erlebnis, das sich tief ins Gedächtnis brennt. 

Nach starken Regenfällen oder im Frühjahr hingegen schießt das Wasser am Austritt mit beeindruckendem Druck aus dem Fels – dann wird aus dem stillen Naturphänomen ein donnerndes Naturerlebnis. Beides hat seinen eigenen Reiz. 

Wander-Knotenpunkt: Hier treffen sich die großen Wege 

Der Wutachaustritt ist nicht nur geologisch bedeutsam – er liegt auch an einer der schönsten Wanderkreuzungen des Schwarzwalds. 

Der Schluchtensteig, Deutschlands wildester Fernwanderweg, führt direkt hier entlang. Der Austritt markiert das Ende der ersten Etappe und den Beginn der zweiten: von Blumberg nach Schattenmühle, der sogenannten Königsetappe. Rund 20 Kilometer, 6,5 Stunden, ein Weg, der durch den größten Canyon Deutschlands führt – vorbei am Kanadiersteg, an mächtigen Muschelkalkwänden und der Gauchachmündung. 

Auch der Ostweg (Pforzheim–Schaffhausen), einer der klassischen Schwarzwald-Fernwanderwege, passiert hier. Wer beide Wege kombinieren will, findet am Wutachaustritt den perfekten Ausgangspunkt. 

Rundwanderung Achdorf: Klein, lehrreich, unvergesslich 

Nicht jeder hat Lust auf 20 Kilometer. Und das muss man auch nicht. Eine Rundwanderung von etwa 5 bis 6 Kilometern direkt ab Achdorf genügt völlig, um das volle Programm zu erleben: flussaufwärts zur Versickerung – dort, wo der Fluss in der Erde verschwindet – und zurück über den Austritt, wo er wieder hervorsprudelt. Rund 1,5 bis 2 Stunden, moderat, ideal für Familien und Geologie-Fans. 

Parkplätze gibt es im Ort Achdorf selbst oder an der Wutachmühle. Beides gut ausgeschildert, beides direkt am Weg. 

Die Drei-Schluchten-Wanderung: Für alle, die mehr wollen 

Wer noch tiefer in die Schluchtenlandschaft eintauchen möchte, nimmt die Drei-Schluchten-Wanderung – eine Tour, die die weite Wutachschlucht mit der engen, wilden Gauchachschlucht und der Engeschlucht verbindet. Start meist bei der Wutachmühle nahe Achdorf. Ein Pflichtprogramm für Schwarzwald-Kenner. 

Wer unterwegs hungrig wird: Die Burgmühle in der Gauchachschlucht ist eine der schönsten Einkehrmöglichkeiten der Region. 

Achdorf: Das Dorf am Ende des unterirdischen Flusses 

Der Austritt liegt nur wenige Gehminuten vom Ortskern Achdorf entfernt. Und das kleine Dorf hat mehr zu bieten als seinen berühmten Nachbarn aus dem Fels. Das Gasthaus Scheffellinde ist eine Institution – bekannt für seine badische Küche und eine Atmosphäre, die nach Geschichte riecht. Nach einer Wanderung durch Schlucht und Karstlandschaft gibt es kaum einen besseren Ort zum Verschnaufen. 

Wutachaustritt – Ein Ort, der Fragen stellt 

Was passiert mit dem Wasser, wenn man es nicht mehr sieht? Wohin fließt ein Fluss, wenn er in der Erde verschwindet? Am Wutachaustritt bei Achdorf bekommt man die Antwort – und sie ist eindrucksvoller als jede Erklärung. Hier bricht die Natur aus dem Fels, laut und klar und voller Energie. 

Das ist kein Ort für schnelles Vorbeigehen. Das ist ein Ort zum Stehen, Staunen und Zuhören.

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Wolf- und Bärenpark Schwarzwald: Wo wilde Seelen Frieden finden

Mittlerer Schwarzwald
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Tief im Schwarzwald, wo das Wolftal sich zwischen dunklen Tannen und moosbewachsenen Felsen in die Stille faltet, beginnt eine Welt, die man nicht so schnell vergisst. In Bad Rippoldsau-Schapbach, nur etwa 15 bis 20 Autominuten von der Talsperre Kleine Kinzig entfernt, liegt der Alternative Wolf- und Bärenpark Schwarzwald – ein Ort, der weit mehr ist als eine Sehenswürdigkeit. Er ist ein Versprechen. 

Kein Zoo – ein Refugium für verlorene Tiere 

Wer hier eintritt, betritt kein gewöhnliches Gelände. Der Alternative Bärenpark Schwarzwald ist ein Tierschutzprojekt der Stiftung für Bären – gegründet für jene Tiere, die in Zirkussen misshandelt, in Betonkäfigen gehalten oder anderweitig aus der Wildnis gerissen wurden. Auf rund 10 Hektar naturnaher Schwarzwälder Landschaft finden Bären, Wölfe und Luchse ein Leben, das ihrem Wesen wieder gerecht wird. 

Man könnte sagen: Hier beginnt für viele Tiere die Geschichte neu. 

Jurka – die Mutter des berühmten Problembären Bruno 

Wer den Namen Bruno kennt – jenen Braunbären, der 2006 als erster wilder Bär seit über 170 Jahren deutschen Boden betrat und schließlich erschossen wurde –, der wird hier innehalten. Denn Jurka, Brunos Mutter, lebt im Wolftal-Bärenpark in Sicherheit. Sie ist kein Exponat. Sie ist eine Überlebende. Ihr Anblick, wenn man ihn erhascht, ist einer jener Momente, die schweigend machen. 

Der Rundweg: 2,5 Kilometer durch bewaldete Freigehege 

Der Weg durch den Park ist selbst schon ein Erlebnis. Auf einem ca. 2,5 km langen Rundweg schlängelt man sich durch bewaldete Freigehege, die den Tieren echte Rückzugsmöglichkeiten bieten. Das ist gewollt. Hier wird nicht zur Schau gestellt – hier wird geschützt. 

Das bedeutet: Geduld ist gefragt. Ein Fernglas im Gepäck ist keine schlechte Idee. Wer wartet, wer still ist, wer lauscht, der wird belohnt – mit dem Rascheln im Unterholz, dem schweren Tritt eines Bären, dem wachen Blick eines Schwarzwald-Wolfes zwischen den Stämmen. 

Der Forscher-Pfad: Geschichten, die man kennen sollte 

Entlang des Weges erzählen Infotafeln auf dem Forscher-Pfad die oft erschütternden Schicksale der Parkbewohner. Man liest von Bären aus osteuropäischen Stiefelhaltungen, von Wölfen aus illegalen Privathaltungen, von Luchsen, die nie gelernt haben, frei zu sein. Das Wissen über Wildtiere kommt hier nicht trocken daher – es kommt mit Gesicht. 

Wer den Luchspark Schwarzwald oder den Wolfspark Schwarzwald bisher nur vom Hörensagen kannte, begreift hier, warum solche Projekte existieren müssen. 

Bär-Mobil: Barrierefreiheit im Wildnispark 

Der Alternative Bärenpark Bad Rippoldsau denkt auch an Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Nach Voranmeldung steht das Bär-Mobil – ein Elektro-Fahrzeug – für eine komfortable Rundfahrt durch den Park bereit. Der Schwarzwald gehört allen, die ihn erleben möchten. 

Blockhaus Bärenblick: Pause mit Aussicht 

Nach dem Rundgang – oder auch mittendrin – lädt das Blockhaus Bärenblick zur Rast. Mit Speisen und Getränken, direktem Blick auf die Gehege und dem unverkennbaren Geruch von Tannenholz und frischer Bergluft ist es einer jener Orte, an denen man länger bleibt als geplant. Ein Kaffee, ein Stück Kuchen, und draußen bewegt sich vielleicht ein Schatten durchs Gehege. 

Öffnungszeiten & Eintritt – alle Infos auf einen Blick 

Der Wolf- und Bärenpark Schwarzwald hat das ganze Jahr geöffnet: 

  • März bis Oktober: täglich 10:00 – 18:00 Uhr 

  • November bis Februar: täglich 10:00 – 16:00 Uhr 

Der Eintritt beträgt für Erwachsene ca. 10,00 € bis 12,00 €. Inhaber der Schwarzwald Plus Karte oder der SchwarzwaldCard erhalten häufig freien Eintritt oder Rabatte – ein lohnender Grund, die Karte griffbereit zu haben. 

Hunde sind herzlich willkommen – an der kurzen Leine. 

Praktische Tipps für den Besuch 

  • Festes Schuhwerk ist Pflicht – der Weg ist teils steil und naturbelassen. 

  • Ein Fernglas erhöht die Chancen auf echte Tierbeobachtungen erheblich. 

  • Wer das Bär-Mobil nutzen möchte, sollte es vorab anmelden

  • Der Park liegt eingebettet in die Natur des Schwarzwald-Wolftals – eine Anreise über die malerische Schwarzwaldhochstraße lohnt sich. 

  • Kombinierbar mit einem Ausflug zur Talsperre Kleine Kinzig, nur wenige Autominuten entfernt. 

Ein Ort, der bleibt 

Der Alternative Wolf- und Bärenpark im Schwarzwald ist kein Ort für schnelle Selfies. Er ist ein Ort zum Verweilen, zum Nachdenken, zum Staunen. Man verlässt ihn anders, als man ihn betritt – mit einem tieferen Verständnis für das, was Wildtiere brauchen, und einem leisen Respekt vor jenen, die dafür sorgen, dass Tiere wie Jurka, wie die Wölfe und Luchse im Wolftal, eine zweite Chance bekommen. 

Das Wolftal wartet. Die Tiere auch. 

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Wo die Schluchten enden und der Horizont beginnt – Wandern in Fischbach mit Sunhikes

Südlicher Schwarzwald
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Wer den Schluchtensteig kennt, weiß: Irgendwo zwischen Fels und Fichte, zwischen Rauschen und Stille, verändert sich die Welt. Dieser Ort heißt Schluchsee-Fischbach – ein sonniges Hochtal auf 1.000 Metern, das man nicht einfach durchquert, sondern erlebt. 

Hier enden die wilden Schluchten. Hier beginnt das weite Plateau. Und hier kreuzen sich zwei der eindrucksvollsten Etappen des gesamten Steigs. 

Etappe 3: Von der Schattenmühle nach Fischbach 

Die Schluchtensteig Etappe 3 ist kein Spaziergang – sie ist eine Erfahrung. Rund 18,3 Kilometer, gut sechs Stunden unterwegs, Schwierigkeitsgrad: schwer. Der Weg führt durch Wald- und Wiesenlandschaften, durch den engen Canyon der Haslachschlucht, entlang von Wurzelpfaden, die schon ab der Schattenmühle das Tempo diktieren. 

Wer Ausdauer mitbringt, wird belohnt: mit dem Blick auf Lenzkirch, mit der stillen Cyriakkapelle und schließlich mit dem Gefühl, im offenen Fischbach angekommen zu sein – als hätte man eine andere Welt betreten. 

Der GPX-Track zur Etappe 3 steht auf Sunhikes zum Download bereit, inklusive detaillierter Streckenbeschreibung. 

Etappe 4: Von Fischbach nach St. Blasien 

Von Fischbach aus öffnet sich der Blick – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Die Schluchtensteig Etappe 4 gilt als eine der aussichtsreichsten des gesamten Wegs. Knapp 19,7 Kilometer, zunächst über asphaltierte Wege zum Waldrand, dann auf naturbelassenen Pfaden durch Muchenland und die kleine, verwunschene Windbergschlucht kurz vor St. Blasien. 

Das Highlight schlechthin: der Panoramablick vom Bildstein auf den gesamten Schluchsee – an klaren Tagen bis zu den Alpen. Wer hier oben steht, versteht, warum Wanderer aus ganz Europa diesen Steig suchen. 

Das Haus des Gastes in Fischbach ist der offizielle Startpunkt der Etappe – und der Ort, wo man sich den begehrten Stempel ins Wanderbuch holen kann. Wer vorher oder danach einkehren möchte, ist im Gasthof zum Hirschen gut aufgehoben. 

Der GPS-Track zur Etappe 4 ist ebenfalls bei Sunhikes verfügbar. 

Mehr entdecken: Rundwege ab Fischbach 

Fischbach denkt in Schleifen. Zwei lokale Rundwege machen den Ort auch für Tagesgäste attraktiv: 

Die Fischbach-Bildstein-Runde verbindet auf rund 12 Kilometern den Ort mit dem Gipfel des Bildsteins (1.134 m) und dem Seglerhof – kompakt, lohnend, unvergesslich. 

Die Große Fischbach-Tour hingegen entfaltet ihren ganzen Charme im Winter: verschneite Hänge, klare Luft, das Dorf wie aus einem Advent-Kalender. Kein Wunder, dass sie als traumhafte Winterwanderung im Schwarzwald gilt. 

Fischbach im Winter: Loipen, Stille, Aussicht 

Wandergebiet ist Fischbach das eine – Wintersportort das andere. Das Loipennetz rund um den Ort ist erstklassig gepflegt und verbindet direkt mit der Aha-Schluchsee-Loipe. Auch die Winterwanderwege sind bestens in Schuss. Wer den Schwarzwald abseits der Hochsaison kennenlernen möchte, findet hier eine unaufgeregte, ehrliche Alternative. 

Sunhikes: Der digitale Begleiter auf dem Schluchtensteig 

Sunhikes ist mehr als ein Portal – es ist der zuverlässige Wanderbegleiter für alle, die den Schluchtensteig Schwarzwald nicht nur ablaufen, sondern verstehen wollen. Mit detaillierten Routenbeschreibungen, aktuellen GPX-Downloads und geografischen Einordnungen macht Sunhikes aus einer guten Tour eine große. 

Fischbach nimmt dabei eine besondere Rolle ein: Als Schnittpunkt zweier zentraler Etappen und als der Ort, an dem laut Sunhikes „die wilden Schluchten enden und das weite Hochplateau beginnt", ist er nicht nur geografischer Mittelpunkt – er ist die Seele des Steigs. 

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Der Rümmelesteg – wo die Wutach ihre Geschichte erzählt

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
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Wer tief in die Wutachschlucht einsteigt, betritt eine andere Welt. Das Licht fällt schmal zwischen Felswände, das Wasser rauscht unbeeindruckt, und irgendwo im Dunkel des Schwarzwalds taucht er auf: der Rümmelesteg. Eine schlichte Brücke – und doch weit mehr als das. 

Ein Denkmal, das Brücken schlägt 

Benannt nach dem Bahnbauingenieur Karl Rümmele, der Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich daran beteiligt war, die Wutachschlucht für Wandernde zugänglich zu machen, trägt dieser Steg seinen Namen wie eine stille Verbeugung vor der Pionierzeit. Man spürt es hier, dieses Gefühl, auf den Spuren von Menschen zu gehen, die diese Wildnis erst zähmbar gemacht haben. 

Was die wenigsten wissen: Es gibt den Alten Rümmelesteg und den Neuen Rümmelesteg. Die Wutach selbst hat das entschieden – sie verlagerte ihr Bett, machte den ursprünglichen Standort obsolet. Heute steht das historische Bauwerk als begehbares Denkmal, während der aktive Wanderweg durch die Wutachschlucht über einen modernen Steg flussaufwärts führt. Zwei Brücken, zwei Epochen, eine Schlucht. 

Die Königsetappe wartet 

Der Rümmelesteg liegt mittendrin – auf der Etappe 2 des Schluchtensteigs, jener sagenumwobenen Königsetappe zwischen Wutachmühle und Schattenmühle. Wer diese Route läuft, versteht, warum die Wutachschlucht gern als „Grand Canyon des Schwarzwalds" bezeichnet wird. 

Eine der beliebtesten Touren führt von der Wutachmühle über den Rümmelesteg bis zum Wutachaustritt – eine Strecke, die landschaftlich kaum zu überbieten ist. Felsgalerien, tosende Stromschnellen, dichter Auwald. Kein Handynetz. Nur Natur in Reinform. 

Trittsicher, bitte! 

Der Weg verlangt Respekt. Schmal, felsig, feucht – die Pfade rund um den Rümmele-Steg sind nichts für Turnschuhe und Unachtsamkeit. Festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind hier keine Empfehlung, sondern Voraussetzung. Wer das mitbringt, wird mit einem der ursprünglichsten Wandererlebnisse im Schwarzwald belohnt. 

Sunhikes-Tipp: Rundwanderung ab Bachheim 

Auf Sunhikes findet man detaillierte GPX-Tracks für die Rundwanderung ab Bachheim, die den Rümmelesteg als zentrales Highlight einbezieht – ideal für alle, die keine Lust auf Hin-und-zurück haben und trotzdem nichts verpassen wollen. 

Beste Reisezeit: Ab Mai, wenn die Wege nach der Winterpause offiziell freigegeben sind und der Frühling die Schlucht in sattes Grün taucht, ist der Rümmelesteg auf dem absoluten Höhepunkt seiner Schönheit. 

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Sausenburg am Westweg – wo der Schwarzwald seine wildeste Seite zeigt

Südlicher Schwarzwald
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Manche Orte trifft man unvermittelt – und sie lassen einen nicht mehr los. Die Sausenburg ist so ein Ort. Wer auf der Etappe 11 des Westwegs durch den Südschwarzwald wandert, steht plötzlich vor einem der eindrucksvollsten mittelalterlichen Burgruinen Baden-Württembergs: massives Mauerwerk, das sich aus dem Wald schält, als hätte die Natur es selbst aufgetürmt. Der Sausenberg bei Kandern – 665 Meter, kaum bekannt, aber unvergesslich. 

Eine Ruine, die erzählt 

Die Geschichte der Sausenburg bei Kandern beginnt im 13. Jahrhundert. Die Herren von Rötteln ließen die Burg im Markgräflerland errichten – ein Machtzeichen in einer Zeit, in der Schwarzwaldhöhen Herrschaft bedeuteten. Mehr als vier Jahrhunderte stand die Anlage. Dann, 1678, rücken französische Truppen an. Was sie hinterlassen, sind Ruinen. Und Mythen. 

Denn wer heute durch das Burgtor tritt, spürt: Hier hängt noch etwas in der Luft. Die Ringmauer der Sausenburg steht noch in weiten Teilen, der Halsgraben ist tief, der Palas lässt sich erahnen. Der dichte Buchenwald, der die Anlage umschließt, verstärkt das Verwunschene. Kein Wunder, dass am Sagenweg Sausenburg Tafeln an die „Weiße Frau" erinnern – eine Erscheinung, die angeblich noch heute durch die Gemäuer streift. 

Der Aussichtsturm: 360 Grad, die den Atem nehmen 

Das eigentliche Herzstück der Burgruine Sausenburg ist ihr massiver Rundturm – begehbar, stabil, und mit einer Aussichtsplattform, die alles rechtfertigt, was der Aufstieg an Schweiß gekostet hat. 

Oben angekommen öffnet sich ein 360-Grad-Panorama über das Markgräflerland, das man so schnell nicht vergisst. Der Blick schweift über den Südschwarzwald, hinunter in die Rheinebene, bei klarer Luft bis zu den Vogesen im Westen und den Alpen im Süden. An guten Tagen fühlt man sich wie auf einem Aussichtspunkt, den der Rest der Welt noch nicht entdeckt hat. Genau so ein Ort ist das. 

Westweg Etappe 11 – die Westvariante mit Charakter 

Die Westvariante der Westweg-Etappe 11 führt vom Hochblauen über den Sausenberg nach Kandern – und gilt unter Kennern als eine der schönsten Tagestouren im Südschwarzwald. Die rote Raute des Westwegs leitet zuverlässig durch den Wald, direkt durch das Burgtor der Sausenburg hindurch. Wer hier zufällig hindurchläuft, ohne zu wissen, was ihn erwartet, hält unweigerlich inne. 

Wer gezielt zur Burgruine Sausenburg wandern möchte, kann auch kürzer ansetzen: Von der Vogelbachermühle oder dem Wanderparkplatz bei Kandern aus erreicht man die Ruine in rund 30 bis 45 Minuten zu Fuß. Der Eintritt? Kostenlos. Das Gelände ist jederzeit frei zugänglich – ein seltenes Privileg bei einem Ort dieser Qualität. 

Von der Burg hinunter nach Kandern 

Nach der Rast auf dem Rastplatz im Burghof – rustikale Tische, Walddunkel, Stille – beginnt der finale Abschnitt der Etappe. Und der hat es in seiner Schlichtheit nochmal in sich. 

Von der Sausenburg nach Kandern sind es rund vier Kilometer, kaum mehr als eine Stunde, und fast durchgehend bergab. Etwa 300 Höhenmeter verliert man dabei – gemütlich, durch schattige Buchenwälder im Schwarzwald, die einen sanft ins Tal führen. Kurz vor Kandern passiert man die historische Vogelbachermühle, ein stiller Wegbegleiter, der die Atmosphäre der letzten Kilometer perfekt abrundet. 

Dann: Kandern. Das historische Städtchen empfängt den Wanderer mit gepflasterten Gassen und einer kleinen, aber lebendigen Keramikszene – die Stadt ist bekannt für ihre Töpferkunst. Ein kurzer Bummel lohnt sich, bevor man sich zur wohlverdienten Einkehr niederlässt. Der Goldene Engel in Kandern ist dabei eine klassische, verlässliche Adresse. 

Tipps für deinen Besuch auf der Sausenburg 

  • Sagenweg beachten: Die Infotafeln entlang des Aufstiegs erzählen die Mythen rund um die Burg – ein unterschätztes Extra, das den Weg noch reichhaltiger macht. 

  • Beste Sichtbedingungen: Früh morgens oder nach Regenfronten bietet das Panorama vom Aussichtsturm Sausenburg besonders klare Fernsicht bis zu den Alpen. 

  • Vesper einpacken: Der Burghof ist ein idealer Rastplatz kurz vor dem Etappenziel. Wer seine Brotzeit hier auspackt, macht es richtig. 

  • Eintritt: Freier Zugang, keine Öffnungszeiten – die Ruine ist jederzeit zugänglich. 

Warum die Sausenburg ein Muss auf dem Westweg ist 

Der Westweg durch den Schwarzwald hat viele Höhepunkte. Aber die Sausenburg auf dem Sausenberg gehört zu jenen Momenten, in denen man begreift, warum Wandern mehr ist als das bloße Zurücklegen von Kilometern. Geschichte, Natur, Ausblick und die fast greifbare Stille eines Waldkamms – all das verdichtet sich hier auf engstem Raum. 

Wer einmal auf der Burgruine Sausenburg gestanden hat, versteht, warum manche Wege wichtiger sind als ihre Ziele. 

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Wo die Zeit stehen geblieben ist – die Cyriakkapelle bei Schwende

Südlicher Schwarzwald
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Manche Orte trifft man fast zufällig. Man biegt vom Wanderweg ab, folgt einem schmalen Pfad durch den Hochschwarzwald – und plötzlich steht man davor: die Cyriakkapelle bei Schwende, einem Ortsteil der Gemeinde Lenzkirch. Klein, still, unaufgeregt. Und doch steckt in diesen Mauern eine Geschichte, die weit über tausend Jahre zurückreicht. 

Ein Kleinod seit dem 12. Jahrhundert 

Man vermutet, dass hier bereits um 1150 eine erste Holzkapelle stand – geweiht dem heiligen Cyriak, einem der vierzehn Nothelfer. Wer Schutz suchte, wer krank war, wer Angst um sein Vieh hatte, der betete hier. Denn der Weg hinunter zur Pfarrkirche Lenzkirch war im Schwarzwälder Winter oft schlicht unpassierbar. 

Im 14. Jahrhundert erhielt die St. Cyriak Kapelle ihr steinernes Gesicht – ein Bau der Spätgotik, der sich bis heute erhalten hat. Später wurde sie zum Wallfahrtsort: Menschen aus den umliegenden Schwarzwaldhöfen wallfahrteten hier her, auf der Suche nach Heilung und Beistand. 

Die Renovierung in den 1980er Jahren rettete das, was diesen Raum bis heute so besonders macht: die mittelalterlichen Fresken und den kunstvollen Holzaltar. 

Was einen drinnen erwartet 

Das Innere der Kapelle Schwende ist schlicht – und genau das ist seine Stärke. Die Wandmalereien aus verschiedenen Epochen zeigen biblische Szenen und Heilige, deren Farben die Jahrhunderte überlebt haben. Der Holzaltar fügt sich ein, ohne zu prahlen. Und die Stille? Die ist hier greifbar. Die Kapelle ist meist geöffnet und lädt jeden Wanderer zur Rast und zur inneren Einkehr ein. 

Panorama, das den Atem verschlägt 

Die Cyriakkapelle liegt auf rund 950 Metern Höhe. Wer sich auf die Bank vor dem Portal setzt, bekommt mehr als nur Ruhe – bei klarer Sicht, besonders bei Inversionswetterlage oder Föhn, öffnet sich ein Alpenpanorama, das vom Säntis bis ins Berner Oberland reicht. Ein Ausblick, für den man anderswo lang wandern müsste. 

Wandern zur Cyriakkapelle – Routen & Tipps 

Die Kapelle bei Lenzkirch ist mehr als ein stiller Andachtsort – sie ist ein lohnendes Wanderziel im Schwarzwald

Von Lenzkirch nach Schwende: Der Aufstieg vom Ortskern dauert rund 45 Minuten und ist auch für gemächliche Wanderer gut zu schaffen. 

→ Schluchtensteig Etappe 4: Wer auf der Schluchtensteig-Route von Lenzkirch nach St. Blasien unterwegs ist, sollte den kleinen Abstecher zur Cyriakkapelle Schwende einplanen – bevor es weiter Richtung Fischbach und Schluchsee geht. 

Sunhikes-Tipp: Direkt unterhalb der Kapelle wartet der Berggasthof Schwende – ideal für ein zünftiges Vesper nach Besichtigung und Aussicht.

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Die Wutachmühle – Tor zur wildesten Schlucht im Schwarzwald

Südlicher Schwarzwald
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Irgendwo zwischen Zivilisation und Wildnis liegt ein Ort, an dem die Zeit einen anderen Rhythmus schlägt. Wo das Rauschen der Wutach lauter wird als jeder Gedanke, wo feuchte Felsluft die Lungen füllt und man spürt: Hier beginnt etwas anderes. Hier beginnt die Wutachschlucht

Die Wutachmühle ist dieser Ort. 

Von der Sägemühle zum Wanderklassiker 

Früher war hier Arbeit. Harte, lärmende, nasskalte Arbeit. Die Wutachmühle nutzte das Gefälle des Flusses, um Holz aus den umliegenden Schwarzwaldwäldern zu verarbeiten – eine klassische Sägemühle, wie sie im ganzen Schwarzwald zu finden war. Doch die Wutach ist kein zahmer Fluss. Massive Hochwasser schädigten die Anlage über die Jahrhunderte immer wieder. Aufbauen, verlieren, neu beginnen – das ist die Geschichte dieses Ortes. 

Mit dem Wandertourismus im 20. Jahrhundert veränderte sich alles. Die Industrienutzung trat in den Hintergrund, das Gebäude wurde zur Raststation. Heute kennt man die Wutachmühle vor allem als Wanderparkplatz, als Bushaltestelle und als ersten tiefen Atemzug vor dem Abenteuer Schlucht. 

Fast versunken – die Geschichte des Wutachprojekts 

Es hätte anders kommen können. In den 1930er Jahren gab es ernsthafte Pläne, die Wutach zu stauen – das sogenannte Wutachprojekt. Die Mühle, die Schlucht, der ganze Naturraum wären unter Wasser verschwunden. Engagierte Naturschützer kämpften dagegen, jahrelang, beharrlich. 1960 wurde das Projekt endgültig gestoppt. 

Dieser Kampf hat die Wutachschlucht als Naturschutzgebiet gerettet. Und mit ihr diesen Ort, der heute jährlich Tausende Wanderer empfängt. 

Ankommen an der Wutachmühle: Was einen erwartet 

Man parkt, schnürt die Stiefel, atmet durch. Der Wanderparkplatz Wutachmühle ist der meistgenutzte Einstiegspunkt für Touren in die Schlucht – und an Wochenenden entsprechend beliebt. Frühaufsteher haben die besseren Karten. 

Direkt am Fluss steht ein kleiner Kiosk, der Wanderer seit Jahren mit Currywurst, Pommes und kühlen Getränken versorgt. Keine Gourmetküche, aber genau das Richtige, wenn man nach Stunden durch feuchte Schluchten geschlurft ist. Ein paar Bänke, das Rauschen des Wassers, der Duft von Frittierfett – das ist die Wutachmühle, wie man sie liebt. 

Wer kein Auto nutzen möchte oder eine Streckenwanderung plant: Der Wanderbus Wutachschlucht (Linie 7344) hält direkt hier. Mit der KONUS-Gästekarte kostenlos, an Wochenenden oft im Stundentakt. 

Die schönsten Touren ab der Wutachmühle 

→ Klassiker zur Schattenmühle – rund 13 Kilometer flussaufwärts, vorbei an Muschelkalkwänden, Wasserfällen und dem Rauschen der Wutach. Einer der schönsten Wanderwege Deutschlands, ohne Übertreibung. 

Gauchachmündung & Kanadiersteg – nur ein kurzes Stück flussaufwärts treffen Gauchach und Wutach aufeinander. Der markante überdachte Holzsteg ist ein stilles Highlight, das viele übersehen. 

→ Drei-Schluchten-Tour – ein anspruchsvoller Rundweg (ca. 10 km), der Wutach-, Gauchach- und Engeschlucht miteinander verbindet. Für alle, die mehr wollen als einen gemütlichen Spaziergang. 

→ Schluchtensteig Etappe 2 – seit der Eröffnung des Schluchtensteigs 2008 ist die Wutachmühle offizieller Startpunkt der zweiten Etappe. Der Fernwanderweg führt von hier tief in den Grand Canyon des Schwarzwalds

Wanderbus 2026: Saison, Zeiten, Hinweise 

Der Wanderbus Wutachschlucht fährt in der Saison 2026 vom 11. April bis 4. Oktober. Linie 7344 verbindet Bonndorf, Wutachmühle und Schattenmühle. 

An Wochenenden und Feiertagen läuft der Bus meist im Stundentakt. Unter der Woche gibt es ein reduziertes Angebot, das sich teilweise am Schülerverkehr orientiert. Wichtig für 2026: Durch Bauarbeiten an der L 170 kann es zu Routenänderungen kommen. Als Ausweichhaltestellen sind Boll Oberhaldenparkplatz und Lotenbachklamm vorgesehen. 

Gruppen ab 10 Personen müssen sich vorab beim Südbadenbus Kundencenter anmelden. 

Strategie-Tipp: Auto am Ziel abstellen – also an der Schattenmühle – und mit dem Bus zur Wutachmühle fahren. Dann einfach flussaufwärts zurückwandern, ohne Zeitdruck und ohne Shuttle-Stress. 

Ausrüstung: Was wirklich zählt 

Die Pfade in der Wutachschlucht sind eng, wurzelig und bei Feuchtigkeit rutschig. Festes Schuhwerk mit gutem Profil ist keine Empfehlung – es ist Pflicht. Wer in Turnschuhen aufbricht, merkt das spätestens nach dem dritten nassen Stein. 

Ein Ort, der bleibt 

Die Wutachmühle hat keine Instagram-Kulisse zu bieten, kein Panorama-Restaurant, keinen Infinity-Pool. Was sie bietet, ist echter: den Einstieg in eine der ursprünglichsten Landschaften Deutschlands. Den Moment, in dem Waldgeruch und Wasserrauschen alles andere übertönen. 

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Der Pavillon am Burgbachfelsen – wo das Wolftal den Atem anhält

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
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Es gibt Orte, die man nicht sucht – die einen finden. Der Pavillon am Burgbachfelsen bei Bad Rippoldsau-Schapbach ist so ein Ort. Hoch oben auf einem steil aufragenden Felsmassiv thront er über dem Burgbachtal, während wenige Meter darunter das Wasser in die Tiefe stürzt – frei, tosend, ungebändigt. Denn direkt zu seinen Füßen liegt der Burgbachwasserfall, einer der höchsten frei fallenden Wasserfälle Deutschlands. 

Ein Aussichtspunkt mit Weitblick – und Geschichte 

Wer den Aufstieg wagt, wird belohnt. Der Blick, der sich vom Aussichtspavillon Burgbachfelsen aus öffnet, reicht weit ins untere Burgbachtal hinein – und hinüber zum Bärleichkopf, der sich auf 872 Metern erhebt. Ein Panorama im Schwarzwald, das man so schnell nicht vergisst. 

Doch der Felsen hat mehr zu erzählen als nur Aussichten. Schon im Mittelalter soll an diesem strategisch klug gewählten Punkt eine Wehranlage gestanden haben – ein Ort der Kontrolle, des Schutzes, der Macht. Heute ist es ein Ort der Stille. Wer hier oben sitzt, versteht, warum Menschen diesen Felsen seit Jahrhunderten nicht loslässt. 

Direkt neben dem Abgrund: Rast mit Panorama 

Neben dem Pavillon laden ein großer Tisch und Bänke zur Pause ein – ideal für ein Picknick im Wolftal oder ein rustikales Vesper mit Schwarzwaldblick. Die Kombination aus wilder Natur, historischem Flair und der Ruhe hier oben macht diesen Rastplatz am Burgbachfelsen zu einem der schönsten Pausen-Momente auf jeder Schwarzwald-Wanderung

Wandern zum Pavillon – drei Wege, ein Ziel 

Der Pavillon am Burgbachfelsen ist ein zentrales Etappenziel auf mehreren Routen im Wolftal:

Klösterle-Schleife – der zertifizierte Premiumwanderweg führt auf rund 8,5 Kilometern sowohl am Burgbachwasserfall als auch am Pavillon vorbei. Eine der schönsten Wanderungen bei Bad Rippoldsau-Schapbach

Direkter Aufstieg – vom Wasserfall aus schlängelt sich ein steiler Pfad in engen Serpentinen bergauf, bis eine markante Treppe aus Buntsandsteinen den letzten Anstieg zum Felsen markiert. Nicht für schwache Nerven – aber für starke Eindrücke. 

Rundwanderung Wolftal – eine moderate Rundtour von circa 5 bis 6 Kilometern, die im Wolftal startet, den Wasserfall passiert und schließlich hinauf zum Pavillon führt. Ein klassischer Halbtagsausflug mit großem Erlebnisfaktor. 

Gut vorbereitet in den Schwarzwald 

Der Weg ist steil und schmal – Kinderwägen und Rollstühle kommen hier nicht weiter. Wer sich danach nach einer Einkehr im Wolftal sehnt, findet im Gasthof Klösterlehof oder im Café zum Schlüssel (rund 4,5 Kilometer Wanderdistanz) genau das Richtige. Der ideale Startpunkt für die Wanderung zum Burgbachfelsen ist der Wanderparkplatz an der Burgbachstraße

Der Pavillon am Burgbachfelsen ist kein Ausflugsziel für mal eben zwischendurch. Er ist eines für Menschen, die den Schwarzwald wirklich spüren wollen – mit jedem Schritt bergauf, mit jedem Blick in die Weite.

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Area One Fischbach: Kalter Krieg, Atomwaffen – ein Lost Place im Pfälzerwald

Wasgau
, Pfälzerwald , Deutschland
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Stille. Moose überwachsen den Asphalt. Birken wachsen durch BetonrisseUnd doch: Wer die Denkmalzone Area One bei Fischbach bei Dahn betritt, entdeckt eine Welt, in der die Zeit irgendwo zwischen Kaltem Krieg und Gegenwart eingefroren scheint. Was hier im tiefen Pfälzerwald zurückgeblieben ist, war einmal einer der bestgehüteten Orte Europas – ein ehemaliges Sonderwaffenlager der NATO.

Vom Wald versteckt: Das Fischbach Ordnance Depot

Es beginnt mit einer schlichten Zahl: 680 Hektar. So groß war das Fischbach Army Depot (FAD) – auch bekannt als Fischbach Ordnance Depot –, das die US Army ab 1955 im Ortsteil Petersbächel nahe Fischbach bei Dahn in Rheinland-Pfalz aufbaute. Auf dieser Fläche entstanden 201 Gebäude, 96 Munitionslagerhäuser, 44 Kilometer asphaltierte Straßen und fast 32 Kilometer Zaunanlage. Ein Stadt für sich – mitten im Wald, mitten in der Pfalz, mitten im Kalten Krieg.

Das Depot war Teil der Pirmasens Military Community und unterstand der 59th Ordnance Brigade. Sein Auftrag: die Versorgung der US-Streitkräfte mit Lebensmitteln, Ausrüstung, Waffen und Munition für den Fall eines bewaffneten Konflikts. Doch im Herzen des Geländes verbarg sich ein Bereich, der weit über herkömmliche Lagerlogistik hinausging.

Die Area One – Hochsicherheitszone mitten im Pfälzerwald

Wer das Wort "Area One" hört, denkt vielleicht an Science-Fiction. Doch dieser Ort ist real, greifbar, durchwanderbar. Im Zentrum des Fischbach Army Depot lag der 17 Hektar große Hochsicherheitsbereich Area 1 – von den übrigen Depotbereichen durch mehrfache Zäune abgetrennt, überwacht, beleuchtet, bewacht. Ein Ort, der selbst innerhalb des Militärgeländes eine Welt für sich war.

Die ersten 13 Munitionslagerhäuser – im Volksmund schlicht "Bunker" – entstanden bereits in den frühen 1950er Jahren. Spätestens 1959 deutet alles darauf hin, dass Teile der Anlage als Sonderwaffenlager genutzt wurden. Französische Luftbilder aus dem Jahr 1961 zeigen, was auf dem Boden nicht zu sehen war: eine doppelte Umzäunung, Wachtürme, eine vom Rest des Depots abgeschottete Zone.

Festung im Wald: Das Long Range Security Program

Zwischen 1977 und 1980 wurde die Area One zur Festung ausgebaut – als direkte Reaktion auf die Terroranschläge der RAF auf US-amerikanische Einrichtungen in Deutschland. Im Rahmen des "Long Range Security Program" (LRSP), das in allen NATO-Sonderwaffenlagern Europas umgesetzt wurde, entstand ein System, das seinen Namen verdiente: Schutz auf höchstem Niveau.

Dreifache massive Umzäunung. Mikrowellen-Bewegungsmelder entlang des gesamten Perimeters. Koaxialkabel zur Detektion kleinster Bewegungen und Geräusche am Zaun. Das "Site Security Control Center" (SSCC) – ein massives Wachgebäude mit Turm – diente als Schaltzentrale und Unterkunft für die Wachmannschaft. Durchgehende Nachtbeleuchtung. Ein bewuchsfreies Innengelände als freies Schussfeld.

Sechs neue Bunker der Bauart "Stradley" mit massiven Schiebetoren sowie ein "Maintenance & Assembly Building" (M&A) – ein eigens errichtetes Wartungsgebäude für Sonderwaffen – vervollständigten die Anlage. Jeder Bunker wurde zusätzlich mit dem "Weapon Access Delay System" (WADS) nachgerüstet: Stahlgitterkäfige als Schutz gegen Raketenwaffen, spezielle Zugangsprozeduren, NATO-Drahtrollen als letzter Vorhang.

Nuklearwaffen im Pfälzerwald: Was in den Bunkern lagerte

Zwischen 1980 und 1991 war die Area One kein gewöhnliches Lager. Hier ruhten 155-mm- und 203-mm-nukleare Artilleriegranaten, nukleare Sprengköpfe für Pershing- und Lance-Raketen – versteckt im Wald der Pfalz, Kilometer entfernt von der nächsten größeren Stadt.

Die Öffentlichkeit wusste wenig – und das, was sie ahnte, genügte für Unruhe. Zwischen 1983 und 1990 kam es wiederholt zu Demonstrationen und Sitzblockaden vor dem Militärgelände. Gerüchte über Chemiewaffen kursierten. Tatsächlich lagerten Sarin und VX nicht in Fischbach, sondern im 35 Kilometer entfernten Clausen – doch die Angst war real, und die Fragen blieben unbeantwortet.

1991, mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Inkrafttreten des INF-Vertrags, endete dieses Kapitel. Im Rahmen der "Operation Silent Echo" wurden sämtliche Sonderwaffen per Hubschrauber zur Ramstein Air Base transportiert – still, schnell, unauffällig, wie es dem Ort entsprach.

Rückgabe, Verfall und die Natur als neue Besatzerin

1993/94 räumten die US-Streitkräfte das gesamte Depot. Die Gebäude wurden übergeben: besenrein, offen, einwandfrei – und unverschlossen. Wartungsanleitungen für die Hochsicherheitsanlagen lagen frei zugänglich aus. Es war ein Ende ohne Drama.

Was folgte, war stiller Verfall und behutsame Rückeroberung. Die Bundeswehr demontierte 1995 die Stahltürme. Sprengungen und Baggerarbeiten beseitigten Lagerhallen. Das Gelände wurde mit 60.000 Bäumen wieder aufgeforstet. Der einstige Löschteich – ein kahler Betontrog – füllte sich mit Schilf, Fröschen und Lurchen. Die ehemaligen Militärbrachen wurden zu ausgedehnten Heideflächen mit geschützten Tier- und Pflanzenarten.

Die Natur hatte keine Eile. Sie wartete einfach.

Denkmalschutz seit 2012: Das Erbe des Kalten Krieges

Dass die Area One heute noch existiert, ist kein Zufall. Es ist das Verdienst der Interessengemeinschaft Area One – Militärhistorischer Verein, die 2009 gegründet wurde, als der vollständige Abriss der Anlage drohte. Ihr Engagement verhinderte das Schlimmste.

Seit 2012 steht die Area One unter Denkmalschutz – als eine von bislang nur zwei Stätten des Kalten Krieges in Rheinland-Pfalz, neben dem ehemaligen Bundesbankbunker bei Cochem. Ein einzigartiges Zeugnis der Zeitgeschichte, das die Spannung, die Angst und die geopolitische Logik einer ganzen Epoche in Beton und Stacheldraht materialisiert hat.

Was einst niemandem zugänglich war, ist heute ein Ort der Begegnung mit Geschichte.

Lost Place trifft Denkmal: Warum die Area One einzigartig ist

Der Begriff "Lost Place" wird schnell benutzt, aber selten ist er so treffend wie hier. Die Area One ist kein verlassenes Industriegebäude, kein vergessenes Sanatorium. Sie ist ein ehemaliger NATO-Atomwaffenstützpunkt, dessen Überreste – Bunker, Wachtürme, Sicherungsanlagen – noch immer von der gespannten Logik des nuklearen Zeitalters erzählen.

Das Wachgebäude steht noch. Die Türen stehen offen. Graffiti überlagern den grauen Beton. Stahltüren, die einst nur mit speziellen Werkzeugen zu öffnen waren, rosten still. Und dazwischen: Moos, Schilf, Vogelstimmen. Geschichte und Natur teilen sich denselben Raum.

Der Rundweg durch die Denkmalzone Area One

Wer die Area One auf eigene Faust erkunden möchte, findet dafür den beschilderten Rundweg. Auf 1,3 Kilometern führt er an 13 mehrsprachigen Informationstafeln vorbei – vom ehemaligen Wachgebäude mit Turm über die Bunkerallee, den früheren Helikopterlandeplatz, den heutigen Biotop-Löschteich bis hin zum verborgenen Blastwall.

TIPP: die Rundwanderung Rumberg-Steig führt durch das Areal der Area One.

Anreise zur Area One bei Fischbach bei Dahn 

Mit dem PKW

Die Area One liegt im Ortsteil Petersbächel, nahe Ludwigswinkel an der deutsch-französischen Grenze. Die Anfahrt erfolgt über die L478 zwischen Ludwigswinkel und Fischbach/Dahn. Der Parkplatz an der Landstraße ist ausgeschildert und kostenlos. Von dort führt ein ca. einkilometriger asphaltierter Waldweg zur Denkmalzone.

Mit dem ÖPNV

Die Anbindung per öffentlichem Nahverkehr ist möglich. Nächster Bahnhof ist Dahn (ca. 8 km entfernt). Von dort verkehren regionale Buslinien des KVS (Kreisverkehr Südwestpfalz) in Richtung Ludwigswinkel / Fischbach. Von der Bushaltestelle »Ludwigswinkel, Post« erreicht man den Rundweg Area One in ca. 1,3 km über den Ausgeschilderten Rumberg-Steig.  
Fahrplan und Verbindungen unter bahn.de oder kvs-info.de prüfen. Tipp: An Wochenenden und Feiertagen ist der ÖPNV ausgedünnt; Anreise planen, bevor man losfährt.

Alternativ bietet sich Radanreise an: Der Pfälzerwald-Radweg führt durch die Region; Fischbach bei Dahn und Ludwigswinkel sind per Fahrrad gut erreichbar.