Felsentour Donautal: Jägerhaus – Stiegelesfels, Ruine Stein
Tourencharakter
Diese Felsenwanderung im Donautal verbindet auf knapp acht Kilometern alles, was das Obere Donautal ausmacht: schroffe Kalkfelsen, dunkle Höhlenportale, vergessene Burgreste und den Fluss selbst, zweimal zu Fuß gequert. Die Route startet und endet am Jägerhaus, führt steil hinauf zur Sperberloch-Höhle, über den Stiegelesfels zum Laibfelsen und am Ufer entlang über den Bettelmannfelsen zurück.
Zwei Abschnitte heben diese Tour von den bekannten, markierten Donautal-Rundwegen ab: der Abstecher zur Burgruine Stein, erreichbar nur über einen unmarkierten Pfad, und der stille Weg am einsamen Donauufer zwischen Laibfelsen und Bettelmannfelsen – beides keine offiziell ausgewiesenen Wegstrecken, dafür Abschnitte voller Ruhe und Abgeschiedenheit, die man auf den Hauptrouten selten findet.
341 Höhenmeter, moderat in der Kondition, anspruchsvoller im Gelände: Die Pfade sind schmal, teils ausgesetzt, bei Nässe rutschig. Wer den Abstecher zur Burgruine Stein mitnimmt, braucht einen festen Tritt und keine Höhenangst. Die Passage am Bettelmannfelsen verlangt noch einmal Aufmerksamkeit, bevor der Weg zurück zum Jägerhaus führt.
341 Höhenmeter · ca. 8 km · moderat · ca. 3 h Gehzeit – Trittsicherheit und Schwindelfreiheit empfohlen (Abstecher Burgruine Stein, Passage Bettelmannfelsen)
Hintergrundinformationen
Das Jägerhaus im Donautal blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1698 reicht – damals ein Hüttenwerk der Freiherren von Enzberg, heute ein Gasthaus in vierter Generation. Direkt davor liegt eine der Besonderheiten dieser Wanderung: eine Furt mit großen Trittsteinen, über die man die Donau zu Fuß quert, wenn der Pegel es zulässt.
Hoch über dem Fluss öffnet sich die Sperberloch-Höhle im Weißjura-Kalk – auf rund 669 Metern, geformt in der Massenkalk-Formation des Oberjuras. Ein vier Meter hohes Portal führt hinein in eine beeindruckende Karsthöhle: Dunkelheit, Kühle, feine Sinterformationen an Wänden und Decke, eine Halle, die über zehn Meter in die Höhe zieht. Zwischen Oktober und März dient sie Fledermäusen als Winterquartier – betreten ist dann tabu.
Weiter oben erhebt sich der Stiegelesfels, ein rund 200 Meter hoher, weitläufig gestufter Felsenkamm im gleichnamigen Naturschutzgebiet. Auf seinem Grat liegen die kaum noch sichtbaren Mauerreste einer Gipfelburg aus dem 12. Jahrhundert. Nicht weit davon, über einen unmarkierten Pfad erreichbar: die Burgruine Stein, deren Reste auf einem Felskopf über der Donauschleife thronen.
Der Laibfelsen bei Fridingen bietet einen zweiten, ruhigeren Ausblick auf die Mäander der jungen Donau – bevor die Route hinab ins Tal und am Ufer entlang zum Bettelmannfelsen führt, der direkt aus dem Fluss ragt.
Routenbeschreibung
Vom Jägerhaus über die Donau
Ausgangspunkt ist das Jägerhaus im wildromantischen Durchbruchstal der Donau. Vom Gasthaus führt der Weg zum Flussufer, wo bei niedrigem Wasserstand eine Furt aus großen Trittsteinen die Donauquerung ermöglicht – nicht bei jedem Pegel sicher begehbar, aber bei Niedrigwasser ein stimmungsvoller Auftakt der Tour.
Auf der anderen Flussseite erreicht man den Jugendzeltplatz Bronnen. Von hier beginnt der steile Aufstieg auf die bewaldete Talflanke, markiert mit dem rot-weißen Gabel-Symbol des Schwäbischen Albvereins.
Aufstieg zur Sperberloch-Höhle
Vom Zeltplatz schraubt sich ein schmaler, steiniger Pfad in Serpentinen den Hang hinauf. Zwischen den Bäumen öffnen sich immer wieder Blicke auf das gegenüberliegende Schloss Bronnen.
Auf rund 669 Metern, in der Massenkalk-Formation des Oberjuras, öffnet sich dann die Sperberloch-Höhle: ein dunkles Tor im hellen Kalkstein, dahinter Stille und ein Hauch feuchter Kühle. Im Inneren wartet eine beeindruckende Karsthöhle mit feinen Sinterformationen an Wänden und Decke. Eine Taschenlampe oder Stirnlampe lohnt sich für den Blick in die Tiefe des Hohlraums – auf nassem Untergrund ist Vorsicht geboten.
Zum Stiegelesfels
Oberhalb der Höhle öffnet sich ein erster Aussichtspunkt mit Tiefblick ins Donautal: bewaldete Hänge, Felswände, die Donau als schmales Band weit unten. Ein kurzer Abstecher lohnt sich zu einem weiteren Blick auf Schloss Bronnen, das auf der Gegenseite hoch auf Kalkfelsen thront.
Ein breiter Forstweg führt eben, dann mit leichtem Anstieg durch lichten Wald, vorbei an offener Wiese, weiter auf dem Donauberglandweg – bis der Stiegelesfels erreicht ist.
Stiegelesfels – markanter Fels über der Donau
Am Stiegelesfels erreicht man zunächst einen Rastplatz mit Rundbank um einen Baum. Von dort zweigt ein Pfad bergab zu einem imposanten Felssporn ab, ein Stück weiter öffnet sich der Blick auf die gegenüberliegende Ruine Kallenberg. Die steil abfallenden Felsformationen erheben sich über dem engen Donautal und bieten großartige Ausblicke auf die Flussschleifen.
Der Stiegelesfels selbst erhebt sich rund 200 Meter über der Donau. Statt eines einzelnen, freistehenden Felszackens bietet sich hier ein ganzer, weitläufig gestufter Felsenkamm mit steilen, stellenweise fast senkrechten Wänden. Auf dem Fels liegen Überreste der mittelalterlichen Burg Stiegelesfels, die allerdings nur schwer auszumachen sind.
Aussichtspunkt Burgstall
Die Route führt weiter zum Aussichtspunkt Burgstall – zwei Bänke, ein Logenplatz über dem Donautal. Der Blick fällt auf die steil zur Donau abfallende Felswand des Stiegelesfels, ein Panorama, das man sich hier ruhig eine Weile gönnen darf. Der Name Burgstall erinnert an die nahe Burgstallhöhle, vermutlich die Vorgängeranlage der Höhenburg.
Abstieg zur Burgruine Stein
Ein schmaler, nicht markierter Pfad führt vom Aussichtspunkt Burgstall hinab zur Burgruine Stein. Er verläuft zunächst am Berghang entlang in den Wald, an einer Weggabelung geht es links weiter bergab, an der nächsten Abzweigung rechts – über den alten Burggraben erreicht man die Überreste der Burg. Ein GPS-Track erleichtert die Orientierung.
Wer sich noch ein Stück weiter auf den Felsvorsprung vorwagt, wird mit einem Blick auf den Stiegelesfels und die Donauschleife belohnt, auf der Gegenseite reihen sich die Spitzen der Kalkfelsen über dem Tal. Das Gelände ist felsig und teils sehr steil – bei der Annäherung an die Ruine ist auf lose Steine und ungesicherte Absturzkanten zu achten, die historischen Mauerreste sollten nicht erklettert werden.
Zurück auf der Hauptroute geht es über eine Wiesenschneise zur Mattheiser Kapelle. Wer den Abstecher auslässt, folgt direkt dem Donauberglandweg.
Mattheiser Kapelle
Die kleine Mattheiser Kapelle liegt am bewaldeten Hang, ein stiller Kontrast zu den schroffen Felsen der bisherigen Strecke. Ihre Mauern tragen Inschriften und Gedenktafeln – ein guter Ort für eine kurze Rast, bevor es weiter zum Laibfelsen geht.
Zum Laibfelsen und Abstieg ins Donautal
Über einen Fels- und Wurzelpfad geht es zügig bergab zum Laibfelsen auf rund 720 Metern Höhe. Der Blick reicht über das bewaldete Tal, die steilen Felswände und die junge, mäandernde Donau. Gegenüber liegt die Ziegelhütte als Einkehrmöglichkeit.
Ein schmaler, unmarkierter Pfad führt weiter steil hinab – über Wiesen, zwischen Bäumen, bis das breite Wiesental der Donau erreicht ist.
Entlang der jungen Donau
Ein Wirtschaftsweg folgt dem Flussufer – einer der schönsten Abschnitte der gesamten Wanderung. Hier zeigt sich das Donautal in seiner ganzen Weite: spiegelndes Wasser, hell leuchtende Felsen zu beiden Seiten, gewaltige Blockhalden am Fuß der Massive, darüber bewaldete Hänge in vollkommener Ruhe.
Eine kleine Furt lädt zum Erfrischen der Füße ein. Der Weg zieht am Fuß des Stiegelesfels-Massivs entlang, vorbei an bemoosten Findlingen, die zu einer schattigen Rast einladen. In der folgenden Flussschleife wächst ein einzelner Fels unmittelbar aus dem Wasser – ein Bild, das man nicht so schnell vergisst.
Die Route folgt der Donau weiter zum Bettelmannfelsen, der unmittelbar aus dem Fluss ragt.
Vom Bettelmannfelsen zum Jägerhaus
Am Bettelmannfelsen endet der Uferweg abrupt. Ein schmaler, teils rutschiger und leicht ausgesetzter Pfad umrundet den Fels durch den Hangwald, ein letzter steiler Anstieg schließt sich an – auch hier hilft ein GPS-Track. Oben wartet ein kleiner Aussichtspunkt mit Blick übers Donautal Richtung Fridingen.
Durch Laubwald geht es zurück ins Tal, am Waldrand entlang einer Viehweide. Hier weiden die Zebu-Rinder des Jägerhauses, die zur Landschaftspflege eingesetzt werden – von Natur aus friedfertig, aber scheu und schreckhaft; Abstand halten lohnt sich.
Am Ende der Weidefläche liegt die zweite Donauquerung, mit Blick auf Schloss Bronnen und das Jägerhaus am anderen Ufer. An warmen Sommertagen, wenn der Pegel niedrig steht, lässt sich die Donau auch an dieser Stelle bequem durchwaten. Am Zielpunkt lädt das Jägerhaus zur Einkehr ein.
Hinweise + Tipps
Anreise
Mit dem Auto: Vom Parkplatz „Bergsteig” kurz vor Fridingen führt ein rund 7 km langer, befestigter Feld- und Wirtschaftsweg entlang der Donau zum Jägerhaus. Navigationsziel: „Bergsteig, 78567 Fridingen”. An Sonn- und Feiertagen gilt zwischen 9:00 und 19:00 Uhr ein Fahrverbot – an diesen Tagen empfiehlt sich die Anreise zu Fuß oder mit dem Rad.
Mit der Bahn: Die nächstgelegenen Bahnhöfe liegen in Fridingen und Beuron.
Mit dem Fahrrad: Der Donauradweg führt direkt am Jägerhaus vorbei.
Tipps
- Wasserstand prüfen: Vor der Tour den aktuellen Pegel checken – ab mehr als 85 cm (Pegel Beuron) ist die Donauquerung an den Trittsteinen nicht mehr trockenen Fußes möglich. Aktueller Pegelstand →, telefonische Bandansage: 07466 19700.
- Öffnungszeiten Jägerhaus vor dem Besuch auf der offiziellen Website prüfen.
- Zebu-Rinder: Abstand halten, nicht füttern oder streicheln, bei Kälbern besondere Vorsicht; Hunde an der kurzen Leine führen, Weidetore nach dem Passieren schließen.
- Ausrüstung: Taschenlampe oder Stirnlampe für die Sperberloch-Höhle, festes Schuhwerk für rutschige Pfade.
- Fledermausschutz: Die Sperberloch-Höhle dient Oktober bis März als Winterquartier und darf in dieser Zeit nicht betreten werden.
- Burgruine Stein: Abstecher nur bei Trittsicherheit und Schwindelfreiheit; Mauerreste nicht erklettern.
- Sonn- und Feiertage: Fahrverbot auf dem Zufahrtsweg „Bergsteig” zwischen 9:00 und 19:00 Uhr beachten.
- Beste Wanderzeit: Für Aussicht und angenehme Temperaturen eignen sich besonders Mai, Juni und September. Wer die herbstlichen Farben erleben möchte, wandert am besten Anfang Oktober – vorausgesetzt, die Wege sind trocken und die Donau ist passierbar. Im Winter wird wegen Nässe, Schnee und Eis von einer Begehung abgeraten.
Häufige Fragen zur Felsentour Donautal: Jägerhaus – Stiegelesfels, Ruine Stein
Wie lang und wie schwer ist die Felsentour im Donautal?
Die Rundwanderung ist rund 8 Kilometer lang mit 341 Höhenmetern im Auf- und Abstieg. Konditionell gilt sie als moderat, im Gelände jedoch als anspruchsvoll: Die Pfade sind streckenweise schmal, ausgesetzt und bei Nässe rutschig, besonders am Abstecher zur Burgruine Stein und an der Passage am Bettelmannfelsen.
Ist die Donauquerung am Jägerhaus immer möglich?
Nein. Die Furt mit den Trittsteinen ist nur bei niedrigem Wasserstand sicher begehbar. Liegt der Pegel Beuron über 85 cm, ist eine trockene Querung nicht mehr möglich. Der aktuelle Pegelstand lässt sich online unter hvz.baden-wuerttemberg.de (Pegel 00338) oder telefonisch unter 07466 19700 abrufen.
Wie und wann ist die Sperberloch-Höhle entstanden?
Die Sperberloch-Höhle liegt auf rund 669 Metern und ist in der Massenkalk-Formation des Oberjuras im Weißjura-Kalk entstanden. Tropfwasser hat über Jahrmillionen Hohlräume geweitet und feine Sinterformationen hinterlassen. Das vier Meter hohe Eingangsportal führt in eine Halle, deren Wände über zehn Meter in die Höhe ziehen.
Ist der Abstecher zur Burgruine Stein ausgeschildert?
Nein, der Pfad zur Burgruine Stein ist nicht markiert. Er zweigt vom Aussichtspunkt Burgstall ab und verlangt Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit. Ein GPS-Track erleichtert die Orientierung, da sich die Wegfindung ohne Beschilderung sonst schwierig gestaltet.
Wann darf die Sperberloch-Höhle nicht betreten werden?
Zwischen Oktober und März dient die Höhle Fledermäusen als Winterquartier. In dieser Zeit ist das Betreten zum Schutz der überwinternden Tiere nicht erlaubt – ein Besuch sollte entsprechend auf die Monate April bis September gelegt werden.
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