Im Oberen Donautal gibt es Felsen, die man sieht – und solche, die einen nicht loslassen. Die Hausener Zinnen bei Hausen im Tal gehören zur zweiten Sorte. Aus dem bewaldeten Hang oberhalb der Donau ragen Felstürme, Wände und zerklüftete Kalksteinkanten in den Himmel – rau, still und abseits der bekannten Aussichtspunkte.

Hausener Zinnen – Felsgruppe, Lage und Einzelfelsen

Die Hausener Zinnen sind eine ausgedehnte Felsgruppe oberhalb von Hausen im Tal, einem Ortsteil der Gemeinde Beuron im Landkreis Sigmaringen. Die Felsreihe zieht sich am bewaldeten Hang über dem Donautal von der Kreenheinstetter Parkplatzkurve entlang des sogenannten Däle bis zur Nordwand der Alten Hausener Wand.

Zu den benannten Felsen gehören unter anderem Verlobungsfels, Westliche Zinne, Erste bis Dritte Zinne, Fischerfels, Bergwachtfels, Eigerturm und Alte Hausener Wand.

Fels

Besonderheit

VerlobungsfelsKletterfels im westlichen Bereich der Felsgruppe
Westliche ZinneEigenständiger Kletterfels
Erste bis Dritte ZinneDrei benannte Kletterfelsen
FischerfelsTeil der Felsreihe im Däle
BergwachtfelsBenannter Kletterfels
EigerturmMarkanter Kletterfels
Alte Hausener WandÖstlicher Abschluss des Klettergebiets; Nordwand als eigener Kletterbereich

Nicht jeder dieser Felsen ist ein eigenständiges Wanderziel oder über einen offiziellen Wanderweg erreichbar. Etwas abseits der eigentlichen Felsgruppe liegt der Schlossfelsen bei der Ruine Wagenburg (auch Ruine Lägelen genannt). Er zählt nicht zu den Kletterfelsen der Hausener Zinnen, lässt sich aber gut mit einem Besuch der Felsen verbinden.

Geologie – Weißer Jura im Durchbruchstal

Die Hausener Zinnen bestehen aus Kalkgestein des Weißen Jura und gehören zur charakteristischen Felsenlandschaft des Oberen Donautals. Über lange geologische Zeiträume hat sich die Donau in die Gesteinsschichten der Schwäbischen Alb eingeschnitten. An den steilen Talflanken blieben markante Felswände, Felstürme und zerklüftete Kalksteinformationen zurück.

Im Sommer liegen Teile der Felsgruppe im Schatten. Nur zu bestimmten Tageszeiten streift das Licht schräg über den hellen, rissigen Kalkstein. Dieser Wechsel zwischen dunklem Wald und hellem Fels prägt den Charakter des Gebiets.

Klettern an den Hausener Zinnen – Geschichte und Routen

Die Hausener Zinnen gelten als ernstzunehmendes Klettergebiet auf der Schwäbischen Alb. Bekanntester Kletterfels ist die Alte Hausener Wand, der Abschluss des zum Klettern freigegebenen Hausener Felsenkranzes. Gemeinsam mit dem benachbarten Eigerturm bildet sie einen der landschaftlich und kletterisch interessantesten Bereiche der Gruppe.

Eckdaten Alte Hausener Wand und Eigerturm:

Wandhöhe: ca. 20 bis 70 Meter
Zustieg: ca. 20 Minuten

Die Routen reichen von klassischen Linien mit mobiler Absicherung bis zu neueren, zeitgemäß gesicherten Varianten. Der Fels gilt als meist fest, hat aber alpinen Charakter – Erfahrung im Gebirge ist von Vorteil. Nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Wand bei Bad Überkingen im Oberen Filstal.

Wandern an den Hausener Zinnen – Jägersteig und Felspfade

Wer die Hausener Zinnen zu Fuß erkunden möchte, erlebt eine abwechslungsreiche Felswanderung zwischen Burgstellen, Aussichtspunkten und stillen Waldpfaden. Die Felsgruppe lässt sich gut mit der Ruine Wagenburg und weiteren Zielen des Donautals verbinden. 

Der Jägersteig – ein idyllischer Waldpfad am Fuß der Felsgruppe – ist auch für Wanderer ohne Klettererfahrung ein lohnender Weg. Er führt unterhalb der imposanten Felsen entlang und vermittelt die Größe und Wildheit der Hausener Zinnen aus nächster Nähe. Zahlreiche Pfade und Kletterzustiege zweigen ab und führen direkt an die mächtigen Felswände heran. 

→ Felsentour Hausener Zinnen: Jägersteig und Felspfade im Oberen Donautal

Hinweis: Kletterzustiege sind keine ausgebauten Wanderwege. Einige Zugänge führen über steile Waldhänge und Geröllpassagen. Bei Nässe und im Herbst machen Laub und feuchter Kalkstein die Pfade zusätzlich rutschig. Die Felskanten sind oft ungesichert und nah. Wer die Felsen zu Fuß erkunden möchte, sollte die Pfade vorab einschätzen und selbst entscheiden, ob sie dem eigenen Können entsprechen.

Licht, Nebel und Fotografie – die Hausener Zinnen zu jeder Tageszeit

Abendlicht

Wenn die Sonne untergeht, verwandeln sich die Hausener Zinnen in ein leuchtendes Naturschauspiel. Das einfallende Abendlicht taucht den sonst grauweißen Kalkstein in warme Ockertöne. Besonders eindrucksvoll erlebt man dies von den gegenüberliegenden Aussichtspunkten oder beim abendlichen Spaziergang durch das Tal.

Fototipp: Kurz vor Sonnenuntergang, von der gegenüberliegenden Talseite – wenn das goldene Licht schräg über die Felswände streift und der Kontrast zwischen leuchtendem Fels und dunklem Wald am stärksten ist.

Nebel und Inversion

Das Obere Donautal bei Beuron und Hausen im Tal liegt tief eingegraben zwischen steilen Talflanken. Bei Inversionswetterlagen, besonders im Herbst und Winter, sammelt sich im Tal kalte Luft und dichter Nebel, während auf den Alb-Hochflächen strahlende Sonne herrscht. Wer bei Nebel durch den Talgrund wandert, erlebt eine ruhige, feuchte Stimmung. Je nach Wetterlage lässt sich beim Aufstieg die Nebelgrenze erreichen.

Fototipp: Die besten Aussichtspunkte für das Wolkenmeer liegen auf der Hochfläche oberhalb von Hausen im Tal – Richtung Burg Wildenstein oder an den Felskanten gegenüber.

Anreise und Parkplatz – Ausgangspunkt Hausen im Tal

Mit dem Auto:
Hausen im Tal liegt an der Landesstraße L277 zwischen Beuron und Kreenheinstetten. Zwei Ausgangspunkte bieten sich an:

  • Wanderparkplatz Minigolfplatz Hausen im Tal: Der Weg führt am Minigolfplatz vorbei in den Wald, steigt in Serpentinen auf, quert eine ehemalige Skipiste und erreicht den ausgeschilderten Felszugang. Zustieg zur Alten Hausener Wand: ca. 20 Minuten.
  • Wanderparkplatz Kreenheinstettener Kurve (L196): Der kürzeste Einstieg – von hier führt der Jägersteig direkt als Waldpfad am Fuß der Felsgruppe entlang.

Mit der Bahn:
Hausen im Tal hat einen eigenen Bahnhof an der Donautalbahn (Tuttlingen–Sigmaringen). Von dort ist der Ausgangspunkt am Minigolfplatz zu Fuß erreichbar.

Häufige Fragen zu den Hausener Zinnen

Was sind die Hausener Zinnen?

Die Hausener Zinnen sind eine ausgedehnte Felsgruppe oberhalb von Hausen im Tal im Oberen Donautal, Gemeinde Beuron. Sie umfassen mehrere eigenständige Felsformationen – darunter Eigerturm, Erste bis Dritte Zinne, Fischerfels, Bergwachtfels und als bekanntesten Einzelfels die Alte Hausener Wand.

Was ist die Alte Hausener Wand?

Die Alte Hausener Wand ist der höchste und bekannteste Einzelfels der Hausener Zinnen – eine bis zu 70 Meter hohe Kalksteinwand mit alpinem Klettercharakter und rund 24 dokumentierten Kletterrouten in den Schwierigkeitsgraden UIAA 5 bis 10.

Kann man die Hausener Zinnen erwandern?

Markierte Wandergipfel gibt es nicht. Der Jägersteig – ein Waldpfad am Fuß der Felsgruppe – ist auch ohne Klettererfahrung begehbar und vermittelt die Größe der Felslandschaft aus nächster Nähe. Kletterzustiege führen teilweise über steile Hänge und sind kein ausgebauter Wanderweg.

Wo parkt man für die Hausener Zinnen?

Zwei Parkplätze bieten sich an: der Wanderparkplatz am Minigolfplatz in Hausen im Tal sowie der Parkplatz an der Kreenheinstettener Kurve (L196). Letzterer ist der kürzeste Einstieg zum Jägersteig.

Wie unterscheiden sich die Hausener Zinnen von anderen Felsen im Donautal?

Die meisten bekannten Felsen im Donautal sind Aussichtspunkte mit freiem Blick ins Tal. Die Hausener Zinnen sind dagegen ein Kletterfelsgebiet – weniger Panorama, mehr Felserlebnis. Ihre Wucht erschließt sich im Nahbereich: zwischen Wald, Kalkstein und der Stille eines kaum besuchten Hangs.

Author Sunhikes | © Sunhikes
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