Im Oberen Donautal, dort wo der Fluss sich seit Jahrtausenden durch den Weißjura gegraben hat, verbirgt sich zwischen Fels und Wald eine Öffnung, die man leicht übersehen könnte. Kein Schild weist den Weg, kein Pfad führt gezielt dorthin – wer die Schwarzwagfelshöhle findet, hat sie meist eher zufällig entdeckt als gesucht.

Eine Höhle im Verborgenen

Zwischen Beuron und Fridingen an der Donau, im Grenzgebiet der Landkreise Tuttlingen und Sigmaringen, öffnet sich der Fels zu einem schmalen Hohlraum: etwa zehn Meter tief, drei Meter hoch. Die Schwarzwagfelshöhle liegt im Naturpark Obere Donau und damit im Naturschutzgebiet Stiegelesfels-Oberes Donautal – einem der am strengsten geschützten Abschnitte des Donautals. Kein Portal, keine Beleuchtung, kein Pfad mit Geländer. Die Höhle – oft auch im Zusammenhang mit dem Schwarzwagfels genannt – gehört zu den kleineren, naturbelassenen Karsthöhlen der Schwäbischen Alb.

Sie ist Teil einer größeren Höhlenlandschaft. In unmittelbarer Nähe liegen das Sperbersloch (etwa 700 Meter entfernt), die Ziegelhöhle, das Franzosenloch und die Höhlen unterhalb von Schloss Bronnen. Der Flurname “Unterm Schwarzwagfels” taucht in der Wander- und Höhlenliteratur immer wieder auf – ein Hinweis darauf, dass dieser Ort schon lange bekannt ist, auch wenn er nie im Rampenlicht stand.

Wie der Stein zur Höhle wurde

Entstanden ist die Schwarzwagfelshöhle wie fast alle Höhlen im Oberen Donautal: durch Verkarstung und Unterspülung im Weißjura-Massenkalk, geformt vom Lauf der Ur-Donau, die sich über Jahrmillionen tiefer ins Gestein fraß, als der heutige Fluss es noch tut. Tropfstein oder Sinterformationen sind hier nicht überliefert, auch archäologische Funde oder eine überlieferte Sage sind nicht bekannt. Was bleibt, ist der Fels selbst – roh, kühl, unverändert.

Wanderungen im Gebiet

Die Schwarzwagfelshöhle liegt in direkter Nachbarschaft zum Jägerhaus und ist von dort über einen ebenen Wirtschaftsweg im Talgrund erreichbar – der direkte Zustieg zur Höhle erfordert einen kurzen Aufstieg am Felsfuß. Wer länger unterwegs sein möchte, verbindet den Abstecher mit einer größeren Runde zwischen Jägerhaus, Beuron und Fridingen, vorbei am nahen Sperbersloch.

Anreise zum Ausgangspunkt

Ausgangspunkte für eine Wanderung zur Schwarzwagfelshöhle sind vor allem Fridingen an der Donau und Beuron, beide gut mit dem Auto über die Donautalstraße erreichbar. Parkmöglichkeiten gibt es an den üblichen Wanderparkplätzen in beiden Orten.

Wer das Jägerhaus als Ausgangspunkt nutzen möchte, sollte eine Besonderheit kennen: Die offizielle Anfahrt führt vom Parkplatz „Bergsteig” kurz vor Fridingen über einen rund 7 Kilometer langen, befestigten Feld- und Wirtschaftsweg entlang der Donau zum Jägerhaus. An Sonn- und Feiertagen gilt dort zwischen 9:00 und 19:00 Uhr ein Fahrverbot – an diesen Tagen empfiehlt sich die Anreise zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Praktische Hinweise

  • Taschen- oder Stirnlampe mitnehmen – die Höhle hat dunkle, teils enge Abschnitte
  • Fledermausschutz beachten: Höhlen im Naturpark sollten von Oktober bis April, während des Winterschlafs der Tiere, nicht betreten werden
  • Die Höhle ist nicht touristisch erschlossen – festes Schuhwerk ist empfehlenswert

Häufige Fragen zur Schwarzwagfelshöhle

Wo liegt die Schwarzwagfelshöhle genau?

Sie befindet sich im Kernabschnitt des Oberen Donautals, zwischen Beuron und Fridingen an der Donau, im Grenzgebiet der Landkreise Tuttlingen und Sigmaringen.

Wie groß ist die Schwarzwagfelshöhle?

Die Höhle ist etwa zehn Meter tief und drei Meter hoch – damit deutlich kleiner als Portalhöhlen wie das nahe Sperbersloch.

Ist die Schwarzwagfelshöhle touristisch erschlossen?

Nein. Sie hat ihren ursprünglichen, wilden Charakter bewahrt – ohne Beleuchtung, ohne befestigten Zugang.

Wie kommt man zur Schwarzwagfelshöhle?

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad über die Wanderwege im Talgrund, etwa ausgehend vom Jägerhaus, von Beuron oder von Fridingen an der Donau.

Was sollte man beim Besuch beachten?

Eine Taschen- oder Stirnlampe ist wegen dunkler, teils enger Abschnitte ratsam. Zwischen Oktober und April gilt zudem Fledermausschutz – in dieser Zeit sollte die Höhle nicht betreten werden.

In welchem Schutzgebiet liegt die Schwarzwagfelshöhle?

Die Höhle liegt im Naturpark Obere Donau, innerhalb des Naturschutzgebiets Stiegelesfels-Oberes Donautal.

Author Sunhikes | © Sunhikes
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