Rundwanderung Knopfmacherfels – über Stiegelesfels zur Donauquerung
Tourencharakter
Die Rundwanderung Knopfmacherfels ist eine rund 7 km lange Tour mit etwa 352 Höhenmetern im Naturpark Obere Donau. Sie verbindet drei unterschiedliche Landschaftsbilder: die ruhige Hochebene mit Wald, Wiesen und Kapelle, die exponierten Aussichtsfelsen mit Weitblick, und unten den Talgrund an der Donau.
Ein Highlight der Tour sind die weiten Ausblicke an Stiegelesfels und Aussichtspunkt Burgstall über die Felsenlandschaft des Oberen Donautals, mit Tiefblicken auf die Donauschleifen tief unten im Tal. Von der sonnigen Hochfläche führt der Weg vorbei an einer stillen Kapelle, hinüber zur Sperberloch-Höhle und schließlich hinunter an die Donau, die am Jägerhaus durchquert wird, bevor der Weg wieder hinauf zum Ausgangspunkt führt.
Die Auf- und Abstiege zwischen Hochfläche und Flusstal sowie die ungesicherten Felskanten an Burgstall und Stiegelesfels verlangen Trittsicherheit und festes Schuhwerk. Die Donauquerung beim Jägerhaus ist wetterabhängig und sollte vorab geprüft werden.
Hintergrundinformationen
Der Knopfmacherfels liegt auf rund 765 Metern zwischen Fridingen und Beuron – mitten in einer der bedeutendsten Geolandschaften der Schwäbischen Alb. Hier hat sich die Donau tief in den Kalkstein eines Jurameeres gegraben, das vor rund 150 Millionen Jahren Riffe aus Schwämmen und Korallen wachsen ließ. Das harte Gestein dieser Urzeitriffe trägt bis heute die markanten Felsvorsprünge des Oberen Donautals.
Das Stiegelesfels-Massiv steht als Naturschutzgebiet Stiegelesfels-Oberes Donautal unter Schutz – bereits in den 1930er-Jahren erstmals ausgewiesen und 2005 auf über 340 Hektar erweitert. An den kargen Felsköpfen überdauern eiszeitliche Reliktarten wie Pfingstnelke und Österreichisches Federgras, in den Wänden brüten Uhu und Wanderfalke.
Weiter im Tal zeigt sich die Landschaft von ihrer stilleren Seite: In den Karsthöhlen wie dem Sperberloch überwintern Fledermäuse – eine Natur, die den Wechsel zwischen Weite und Rückzugsort über Jahrtausende geprägt hat.
Routenbeschreibung
Knopfmacherfels – Auftakt mit Weitblick
Noch bevor der eigentliche Weg beginnt, lohnt sich der kurze Abstecher zur Aussichtskanzel des Knopfmacherfels. Der Blick fällt weit ins Donautal bis zum Kloster Beuron, streift Schloss Bronnen auf seinem Felsmassiv und folgt dem glänzenden Band der Donau, das sich tief unten durch helle Kalksteinwände windet. Wer früh startet, erlebt das Panorama oft noch im Dunst der Morgenstunden. Von hier führt ein Waldweg über die Hochfläche, vorbei an knorrigen Kiefern und offenen Wiesenflächen.
Mattheiser Kapelle
Abseits des Trubels liegt die kleine Mattheiser Kapelle zwischen den Bäumen am Waldrand. Die Kapelle erinnert an den Fridinger Einsiedler Matthias Epple, der sich nach dem Ersten Weltkrieg in diese Abgeschiedenheit zurückzog. Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt die Kapelle nach einer Restaurierung Anfang der 1970er-Jahre. Ein Rastplatz lädt zum Verweilen ein, bevor es weiter geht.
Aussichtspunkt Burgstall
Am Waldrand entlang erreicht man den Aussichtspunkt Burgstall. Hier öffnet sich der Blick auf das tief eingeschnittene Donautal. Besonders eindrucksvoll ist der Blick auf den steil zur Donau abfallenden Stiegelesfels. Zwei Sitzbänke laden hier zum Verweilen ein. Der Name Burgstall verweist auf die Burgstallhöhle, eine bereits im frühen 11. Jahrhundert genutzte Höhlenburg, die vermutlich als Vorgängeranlage der Höhenburg Stiegelesfels diente.
Stiegelesfels – Tiefblick ins Donautal
Am Stiegelesfels kehrt sich die Perspektive um: Statt auf den Felsen zu blicken, steht man nun auf ihm. Das rund 200 Meter hohe Massiv fällt steil zur Donau hin ab. Der weitläufig gestufte Felsenkamm bietet mehrere Aussichtskanzeln. Der Blick reicht tief hinab ins gewundene Donautal, während direkt gegenüber die Ruine Kallenberg aus dem Wald der anderen Talseite aufragt. Vorsicht ist hier geboten: Die Kanten sind nicht gesichert, bei Nässe wird der Boden rutschig.
Sperberloch – Höhle im Kalkstein
Vom Stiegelesfels führt der Weg auf schattigen Waldpfaden und entlang eines Forstwegs leicht bergab zur Sperberloch-Höhle. Unterwegs ergeben sich Ausblicke auf Schloss Bronnen, das auf der gegenüberliegenden Talseite hoch auf Kalkfelsen thront.
Ein weites Portal im Kalkstein, dahinter ein geräumiger Höhlengang – ein eindrucksvoller Gegensatz zu den offenen Aussichtspunkten zuvor. Über lange Zeiträume hat Wasser hier Spalten und Hohlräume in der Karsthöhle geschaffen.
Die Sperberloch-Höhle dient von Oktober bis März Fledermäusen als Winterquartier und darf in dieser Zeit nicht betreten werden.
Vom Sperberloch aus geht es steil abwärts, dem Talgrund und der Donau entgegen.
Donauquerung und Jägerhaus – Ankunft am Fluss
Unten angekommen, verändert sich die Landschaft noch einmal spürbar: Nach den stillen Waldwegen und steilen Felswänden wirkt der Talgrund beinahe wie eine andere Welt. Der Fluss zieht ruhig zwischen bewaldeten Hängen und hoch aufragenden Kalksteinwänden dahin. Direkt beim Gasthaus liegt die Donauquerung – eine natürliche Furt mit großen Trittsteinen, die nur bei normalem Wasserstand (unter 85 cm) passierbar ist. Das Jägerhaus selbst lädt zur Rast ein, bevor es weitergeht.
Schlussanstieg – Rückweg zum Knopfmacherfels
Nach der Querung beginnt der letzte Anstieg durch den Wald, zurück hinauf zur Hochfläche. Der Höhenunterschied macht sich hier noch einmal bemerkbar. Oben angekommen, schließt sich die Runde am Ausgangspunkt – und wer Zeit hat, sollte die Aussicht am Knopfmacherfels ein zweites Mal genießen. Je nach Licht und Tageszeit wirkt das Panorama noch einmal anders.
Hinweise + Tipps
Anreise
Mit dem Auto: Über die B32 oder B311 Richtung Tuttlingen, Spaichingen oder Sigmaringen, von Fridingen oder Beuron über Serpentinen hinauf zum kostenfreien Wanderparkplatz am Berghaus Knopfmacher.
Mit der Bahn: Die Bahnhöfe Fridingen und Beuron liegen an der Donautalbahn (Tuttlingen–Sigmaringen). Von dort führt ein 30- bis 45-minütiger, teils steiler Aufstieg zum Knopfmacherfels.
Tipps
- Wasserstand prüfen: Vor der Tour den aktuellen Pegel checken – ab mehr als 85 cm (Pegel Beuron) ist die Donauquerung an den Trittsteinen nicht mehr trockenen Fußes möglich. Aktueller Pegelstand →, telefonische Bandansage: 07466 19700.
- Öffnungszeiten Jägerhaus und Berghaus Knopfmacher vor dem Besuch prüfen.
- Ausrüstung: Taschenlampe oder Stirnlampe für die Sperberloch-Höhle, festes Schuhwerk für rutschige Pfade.
- Vorsicht an den Aussichtspunkten: Burgstall und Stiegelesfels sind teils ungesichert.
- Höhle respektieren: Winterquartier der Fledermäuse von Oktober bis März nicht betreten.
- Beste Wanderzeit: Für Aussicht und angenehme Temperaturen eignen sich besonders Mai, Juni und September. Wer die herbstlichen Farben erleben möchte, wandert am besten Anfang Oktober – vorausgesetzt, die Wege sind trocken und die Donau ist passierbar. Im Winter wird wegen Nässe, Schnee und Eis von einer Begehung abgeraten.
Häufige Fragen zur Rundwanderung Knopfmacherfels
Wie lang ist die Rundwanderung Knopfmacherfels?
Die Rundwanderung ist rund 7 km lang und hat etwa 352 Höhenmeter zu bewältigen. Je nach Tempo und Pausen an den Aussichtspunkten dauert sie etwa 2,5 bis 3 Stunden.
Ist die Donauquerung beim Jägerhaus immer möglich?
Nein. Die Furt mit den großen Trittsteinen ist nur bei normalem Wasserstand unter 85 cm passierbar. Bei höherem Pegel oder nach starkem Regen sollte die Querung nicht versucht werden. Pegelstand vorher prüfen: Aktueller Pegelstand →, telefonische Bandansage: 07466 19700
Wo startet und endet die Rundwanderung?
Start und Ziel ist der Wanderparkplatz am Berghaus Knopfmacher zwischen Fridingen und Beuron, direkt am Knopfmacherfels.
Ist die Tour für Kinder geeignet?
Mit Vorsicht ja. Die ungesicherten Felskanten an Burgstall und Stiegelesfels verlangen Aufsicht und Trittsicherheit. An der Donauquerung liegen die Trittsteine zudem teils weit auseinander, was für kleinere Kinder einen größeren Schritt oder Hilfestellung bedeutet. Der Rest der Strecke ist über gut begehbare Wald- und Wiesenwege gut machbar.
Kann man die Sperberloch-Höhle ganzjährig besichtigen?
Nein. Von Oktober bis März dient die Höhle Fledermäusen als Winterquartier und darf in dieser Zeit nicht betreten werden.
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