Über Maria Alm ins Steinerne Meer: Hochgebirgswanderung zum Ingolstädter Haus

Schwierigkeit
schwer
Routentyp
Strecke
Distanz
10,4 km
Höhenmeter Aufstieg
1.347 hm
Höhenmeter Abstieg
396 hm
höchster Punkt
2.302 m
niedrigster Punkt
1.156 m
ca. Dauer
7:30 – 9:00 h
schwindelfrei, trittsicher, gute Grundkondition, guter Orientierungssinn, alpines Gelände
Wegmarkierung
Europäischer Fernwanderweg E10, 401 (rot-weiß)
Proviant, Wasser, festes Schuhwerk, Sonnenschutz, Regenschutz, Windschutz
Auslastung
moderat

Tourencharakter

Diese Wanderung von Maria Alm ins Steinerne Meer (T3 und manche nennen auf der Bergwanderskala (SAC) auch T4) verlangt einiges: rund 11 Kilometer, 1.347 Höhenmeter im Aufstieg, knapp 400 im Abstieg, gute 7,5 Stunden reine Gehzeit. Als schwer eingestuft, führt die Bergtour zum Ingolstädter Haus über einen steilen Schotteranstieg und einen drahtseilversicherten Steig zum Riemannhaus, bevor die endlose Weite des Karstplateaus im Steinernen Meer den zweiten Teil der Wanderung prägt.

Wer diese Route wählt, sollte Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kondition mitbringen – die Mühen werden mit einer der eindrucksvollsten Hochgebirgslandschaften der Berchtesgadener Alpen belohnt.

Drei Worte für diesen Tag: karg, weit, fordernd.

Kartenansicht + Höhenprofil

Tourencharakter

Diese Wanderung von Maria Alm ins Steinerne Meer (T3 und manche nennen auf der Bergwanderskala (SAC) auch T4) verlangt einiges: rund 11 Kilometer, 1.347 Höhenmeter im Aufstieg, knapp 400 im Abstieg, gute 7,5 Stunden reine Gehzeit. Als schwer eingestuft, führt die Bergtour zum Ingolstädter Haus über einen steilen Schotteranstieg und einen drahtseilversicherten Steig zum Riemannhaus, bevor die endlose Weite des Karstplateaus im Steinernen Meer den zweiten Teil der Wanderung prägt.

Wer diese Route wählt, sollte Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kondition mitbringen – die Mühen werden mit einer der eindrucksvollsten Hochgebirgslandschaften der Berchtesgadener Alpen belohnt.

Drei Worte für diesen Tag: karg, weit, fordernd.

Hintergrundinformationen

Maria Alm im Salzburger Land liegt als Gemeinde des Pinzgaus rund fünf Kilometer östlich von Saalfelden, direkt am Fuß jener Felsflanken, die zur Ramseider Scharte zwischen Breithorn (2504 m) und Sommerstein (2306 m) hinaufziehen. Genau dort, auf einem markanten Felsrücken, liegt die erste Zwischenstation: das Riemannhaus auf 2177 Metern.

Das Steinerne Meer liegt in den Berchtesgadener Alpen und erstreckt sich über die Grenze zwischen Bayern und Österreich. Die Landschaft verdankt ihren Namen einer gewaltigen Hochfläche aus Kalkstein, die sich in weiten Teilen fast endlos bis zum Horizont zieht.

Wo im Tal noch Wälder, Wiesen und Bäche das Bild prägen, dominieren weiter oben Kalkplatten, Dolinen, Felsspalten und scharfkantiges Blockwerk. Wasser verschwindet hier oft rasch im durchlässigen Karst. Entsprechend karg wirkt die Landschaft.

Die Wanderung von Maria Alm zum Ingolstädter Haus zeigt diesen Übergang besonders eindrucksvoll. Ausgangspunkt ist das Pinzgauer Tal, von dem aus der Weg zunächst zum Riemannhaus auf rund 2.177 Metern Höhe ansteigt. Dahinter führt die Route durch die Ramseider Scharte direkt in das Steinerne Meer.

Das Riemannhaus ist dabei weit mehr als nur eine Raststation. Es liegt auf einem exponierten Felsrücken und eröffnet einen weiten Blick vom Pinzgauer Tal bis zu den Gipfeln der Berchtesgadener Alpen. In der Ferne lässt sich unter anderem der markante Watzmann erkennen.

Neben diesem Zustieg von Maria Alm existieren weitere Routen ins Steinerne Meer – etwa von Weißbach bei Lofer über den Dießbachstausee oder von Süden über den Königssee. Das macht das Ingolstädter Haus, das eigentliche Ziel dieser Wanderung, zu einem wichtigen Knotenpunkt für unterschiedlichste Durchquerungen der Region.

Routenbeschreibung

Vom Parkplatz Sandten ins Schotterkar

Ausgangspunkt ist der kostenfreie Wanderparkplatz Sandten oberhalb von Maria Alm, erreichbar über den Griesbachwinkel. Schon von hier zeichnen sich die steilen Flanken bis zur Ramseider Scharte ab – ein Anblick, der zugleich beeindruckt und einschüchtert.

Ein gemütliches Einlaufen gibt es nicht: Kaum verlässt man den Wald, führt der Steig direkt in ein grobes Schotterkar. Der lockere Untergrund gibt unter den Füßen nach, die Steigung liegt konstant zwischen 20 und 30 Prozent. Nach rund eineinhalb anstrengenden Kilometern und 350 Höhenmetern erreicht über man enge Serpentinen die Talstation eines Versorgungslifts – ein guter Ort für die erste kurze Pause, bevor der anspruchsvollere Teil beginnt.

Drahtseile und alpines Gelände zum Riemannhaus

Mit zunehmender Höhe wird der Schotter fester, der Weg schmaler und deutlicher als Steig erkennbar. Nach weiteren 300 Metern folgt die erste ausgesetzte Passage: ein drahtseilversicherter Abschnitt entlang der Felsflanke, an dem eine kleine Bank im Schatten zur Rast einlädt.

Vereinzelte Latschenkiefern klammern sich an den steinigen Untergrund, während die Flanken des Breithorns zunehmend näher rücken und die Landschaft enger wirken lassen. Der eigentliche Schlüsselabschnitt folgt kurz darauf in einer kesselartigen Mulde: Der Steig zieht steil nach oben, fast durchgehend mit Drahtseilen gesichert, über in den Fels gesetzte Stufen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier Pflicht, besonders bei Gegenverkehr auf den engen Passagen.

Danach beruhigt sich das Gelände wieder. In moderater Steigung über festen, teils plattigen Untergrund begleiten Breithorn und Sommerstein den Weg wie zwei markante Wächter, bis sich das Riemannhaus auf seinem exponierten Felsrücken aus der Landschaft schält.

Zwischen Breithorn und Sommerstein

Nach diesem fordernden Streckenabschnitt wird der Weg wieder offener und gleichmäßiger. In moderater Steigung führt der Steig über festen, teils plattigen Untergrund inmitten der alpinen Hochgebirgslandschaft. Zur Linken baut sich das Breithorn (2504 m) mit seinen steilen Felswänden auf, rechts prägt der markant aufragende Sommerstein (2308 m) das Bild wie ein natürlicher Wegweiser.

In längeren Querungen und sanften Serpentinen zieht sich der Steig durch felsiges Gelände, unterbrochen von kleinen Geländestufen und flacheren Abschnitten für kurze Erholungspausen. Die Steigung bleibt spürbar, aber gleichmäßiger.

Mit der gewonnenen Höhe weitet sich der Blick zurück ins Pinzgauer Tal, während vorne allmählich das Riemannhaus aus den grauen Felsstrukturen hervortritt. Auf seinem markanten Felsrücken erhebt es sich aus dem Gelände – ein Ziel, das nun greifbar nah wirkt, auch wenn der Weg noch weiter aufsteigt.

Zwischenstation Riemannhaus

Die Lage der Hütte ist außergewöhnlich: eingebettet zwischen den Strukturen des Steinernen Meeres, mit Panorama vom Pinzgauer Tal bis zu den Gipfeln der Berchtesgadener Alpen samt Watzmann. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts als Alpinistenstützpunkt errichtet, bietet das Riemannhaus heute Platz für rund 90 bis 100 Gäste – vom Matratzenlager bis zum Mehrbettzimmer. Wer unterwegs Probleme mit dem Schuhwerk bekommen hat, findet hier sogar Ersatz zum Kauf. Von hier aus geht die Wanderung weiter Richtung Steinernes Meer.

Durch die Ramseider Scharte ins Steinerne Meer

Hinter dem Riemannhaus wandelt sich die Landschaft spürbar. Leicht ansteigend führt der Steig zur Ramseider Scharte, einem markanten Einschnitt, der wie ein Tor ins Steinerne Meer wirkt. Die letzten Graspolster werden seltener, bis an der Scharte selbst der Blick nach Norden in eine völlig andere Welt fällt: eine endlose, zerfurchte Kalksteinfläche mit bizarren Formen – das Steinerne Meer in seiner ganzen Weite.

Auf dem Karstplateau gibt es keinen ausgetretenen Pfad. Orientierung geben rote Markierungspunkte und Steinmännchen. Bei Nebel kann die Weite die Orientierung erschweren. Der Untergrund wechselt zwischen griffigen Felsplatten und scharfkantigem Blockwerk, dazwischen Dolinen und schmale Spalten. Das Gelände bleibt sanft gewellt statt steil, doch die Gleichförmigkeit macht Distanzen schwer einschätzbar. Auffällig ist die Stille: kaum Geräusche außer Wind und den eigenen Schritten auf dem Kalk.

Über den Eichstätter Weg durch die Weite

Der Eichstätter Weg führt als klassische Durchquerung weiter über das Plateau, ebenfalls nur durch Markierungen geführt statt einen festen Pfad. Er quert in leichtem Auf und Ab nordwärts, orientiert an flacheren Platten und Mulden. Zur Orientierung dienen die umliegenden Gipfel: der Watzmann (2.713 m) im Norden, der Funtenseetauern (2.578 m) im Osten, das Ahlhorn (2.468 m) im Westen. Steil wird es nie, doch die vielen kleinen Gegenanstiege summieren sich über die Distanz.

Die Weite täuscht: Ziele wirken oft näher, als sie sind. Dazu kommt die Kargheit des Plateaus – kein Schatten, keine Wasserstellen, Sonne und Wind völlig ungebremst. So zieht sich der Weg bis zur Wegscheid – ein Abschnitt, der weniger durch einzelne Höhepunkte wirkt als durch seine Stille und Weite.

Ziel: das Ingolstädter Haus

Nach der langen Querung über den Eichstätter Weg kündigt sich das Ingolstädter Haus zunächst nur als heller Punkt in der Weite an. Die Distanz über das offene Plateau lässt sich schwer einschätzen, doch mit jedem Schritt wächst die Hütte sichtbar an, bis sie schließlich als fester Orientierungspunkt inmitten der Karstlandschaft erreicht ist – das eigentliche Ziel dieser Wanderung.

Auf rund 2100 Metern gelegen, bietet das Ingolstädter Haus Platz für etwa 100 Bergsteiger, mit gemütlichen Gasträumen und einer Terrasse, die besonders zum Sonnenuntergang über den Leoganger Bergen ihren Reiz entfaltet.

Die Wanderung von Maria Alm ins Steinerne Meer ist eine Tour voller Gegensätze. Sie beginnt mit einem langen, steilen Anstieg, führt über das aussichtsreiche Riemannhaus und endet in einer kargen Welt aus Fels und Weite. Genau dieser Wandel macht die Tour so eindrucksvoll.

Hinweise + Tipps

Anreise

Der Ausgangspunkt der Tour, der Wanderparkplatz Sandten, liegt oberhalb von Maria Alm im Salzburger Land, rund fünf Kilometer östlich von Saalfelden am Steinernen Meer. Die Anreise erfolgt über die Autobahn München–Salzburg und weiter ins Pinzgauer Tal; der Parkplatz ist kostenfrei.

Tipps

  • Frühzeitig starten: Die Gesamtdauer von guten 7,5 Stunden sprechen für einen frühen Aufbruch. Pausen und mögliche Verzögerungen kommen hinzu.
  • Ausreichend Wasser mitnehmen: Auf dem Karstplateau des Steinernen Meeres gibt es keine Wasserstellen und kaum Schatten
  • Trittsicherheit und Schwindelfreiheit: Die drahtseilversicherten Passagen vor dem Riemannhaus verlangen konzentriertes, sicheres Gehen
  • Markierungen beachten: Im Steinernen Meer folgt man roten Markierungen und Steinmännchen. Bei schlechter Sicht sollte man besonders vorsichtig sein.
  • Wetter genau prüfen: Nebel, Gewitter und Schneefelder können das anspruchsvolle Gelände erheblich schwieriger machen.
  • Übernachtung reservieren: Riemannhaus und Ingolstädter Haus sind beliebte Stützpunkte für mehrtägige Touren im Steinernen Meer
  • Ausweichen bei Gegenverkehr: In den engen, versicherten Passagen rechtzeitig an geeigneten Stellen Platz machen
  • Altschneefelder beachten: Je nach Jahreszeit können in höheren Lagen noch Schneefelder liegen. Dann sind Erfahrung und eine entsprechend angepasste Ausrüstung erforderlich.
Ein Beitrag von
Stefan Feldpusch
Autor

Stefan ist ein humorvoller Outdoor-Fan mit technischem Know-how, der als Klettertrainer und Wanderleiter bei der DAV-Sektion Fulda aktiv ist. Auf seinem Blog „See You on the Outside“ teilt er authentische Erlebnisse aus den Bereichen Wandern, Klettern und Co. mit viel Herz für Abenteuer.

Schwierigkeit
schwer
Routentyp
Strecke
Distanz
10,4 km
Höhenmeter Aufstieg
1.347 hm
Höhenmeter Abstieg
396 hm
höchster Punkt
2.302 m
niedrigster Punkt
1.156 m
ca. Dauer
7:30 – 9:00 h
schwindelfrei, trittsicher, gute Grundkondition, guter Orientierungssinn, alpines Gelände
Wegmarkierung
Europäischer Fernwanderweg E10, 401 (rot-weiß)
Proviant, Wasser, festes Schuhwerk, Sonnenschutz, Regenschutz, Windschutz
Auslastung
moderat