Wandern im Oberen Donautal: Von Fridingen bis Inzigkofen im Naturpark Obere Donau

Felsen. Fluss. Stille. Zwischen Fridingen und Inzigkofen gräbt sich die junge Donau durch die Schwäbische Alb. Sie lässt helle Kalkwände, Burgruinen und dunkle Höhlen zurück. Wandern im Oberen Donautal führt durch eine Landschaft, die auf engem Raum viel zu erzählen hat.

Dieser Beitrag folgt dem Fluss grob talabwärts. Er stellt die wichtigsten Orte vor und führt zu den passenden Wanderungen im Donaubergland.

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Sunhikes
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Die Donau am Bettelmannfelsen im Oberen Donautal | © Sunhikes
Spiegelung der Donau am Bettelmannfelsen im Oberen Donautal

Kurz und knapp: Wandern im Oberen Donautal

Das Obere Donautal liegt im Naturpark Obere Donau auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg. Zwischen Fridingen an der Donau und Inzigkofen reihen sich Aussichtsfelsen, Burgruinen im Donautal, Höhlen und Schlösser aneinander. Zu den Höhepunkten zählen der Knopfmacherfelsen, der Stiegelesfels, Schloss Bronnen, die Hausener Zinnen, die Burg Wildenstein und der Fürstliche Park Inzigkofen. Die Touren reichen von kurzen Runden mit 3,1 km bis zur zertifizierten DonauWelle Donaufelsen-Tour mit rund 16 km. Fridingen, Beuron und Hausen im Tal liegen an der Donautalbahn. Gut wandern lässt es sich im Mai, Juni und September.

Der Stiegelesfelsen mit Weitblick ins Donaubergland. | © Sunhikes
Der schmale Felsgrat des Stiegelesfelsen mit Weitblick ins Donaubergland.

Das Obere Donautal auf einen Blick

  • Region: Naturpark Obere Donau, Schwäbische Alb, Baden-Württemberg
  • Landschaft: Durchbruchstal mit Felsen aus Weißem Jura, Burgruinen, Höhlen und Aussichtspunkten
  • Wanderstimmung: Zwischen stillen Waldpfaden und Felskanten über dem Fluss ist alles dabei
  • Bahnanschluss: Fridingen, Beuron und Hausen im Tal liegen an der Donautalbahn, Sigmaringen ist Knotenpunkt
  • Gute Wanderzeit: Mai, Juni und September, Anfang Oktober für Herbstfarben
Herbstwald bei den Hausener Zinnen im Naturpark obere Donau | © Sunhikes
Herbstwald bei den Hausener Zinnen im Naturpark obere Donau

Fridingen an der Donau: Auftakt über dem Tal

Hier beginnt das Tal ernst zu werden. Auf rund 765 Metern öffnet sich vom Knopfmacherfelsen der Blick über die Donauschleife. Man sieht die Erzabtei Beuron, Schloss Bronnen und tief unten das Jägerhaus. Vom Wanderparkplatz am Berghaus Knopfmacher ist es nur ein kurzer Weg. Der Fels erinnert mit einer Sage von 1823 an den Knopfmacher Fidelis Martin und das geheimnisvolle Hardtfräulein.

Stiegelesfels, Burgstall und Burgruine Stein

Das Massiv des Stiegelesfels fällt rund 200 Meter zur Donau ab. Es liegt mitten im Naturschutzgebiet Stiegelesfels-Oberes Donautal. Am Aussichtspunkt Burgstall blickt man auf die Felswand. Auf dem Fels selbst steht man über dem Tal, gegenüber ragt die Ruine Kallenberg aus dem Wald.

Zwei mittelalterliche Burgstellen liegen nebeneinander. Die Burgruine Stiegelesfels auf dem Grat bleibt unbetretbar. Die Burgruine Stein erreicht man über schmale, exponierte Pfade, nur für Trittsichere und Schwindelfreie. Die ältere Burgstallhöhle erinnert an eine Höhlenburg aus dem frühen 11. Jahrhundert.

Laibfels und Mattheiser Kapelle

Der Laibfels ist ein stiller Aussichtsfelsen über den Mäandern der Donau, ohne Trubel. Wenige hundert Schritte hinter dem Stiegelesfels versteckt sich im Wald die Mattheiser Kapelle. Der Einsiedler Matthias Epple baute sie 1921 nach dem Ersten Weltkrieg. Eine alte Legende verbindet den Ort mit dem Jahr 777 und dem Kloster Beuron. Belegt ist das nicht.

Zu den Orten:

Bronnen: Jägerhaus, Donaufurt und Schloss über dem Fluss

Im Talgrund wirkt alles leiser. Das Jägerhaus liegt an einer Flussschleife im Naturschutzgebiet. Direkt davor führt eine Furt mit Trittsteinen durch die Donau. Sie ist nur bei einem Pegel unter 85 cm passierbar. Auf den Hängen weiden Zebu-Rinder, die die Magerrasen offen halten. Oberhalb liegt die Jägerhaushöhle, ein bedeutender steinzeitlicher Fundplatz.

Schloss Bronnen thront als barockes Jagdschloss auf einer schmalen Felskante. Es ist in Privatbesitz und nicht zu besichtigen. Am besten sieht man es vom Knopfmacherfelsen und von den Talwegen. Gegenüber steht die Ruine Kallenberg, 1225 erstmals erwähnt. Bergfried und Mauerreste sind frei zugänglich.

An der Bronner Mühle erinnern heute nur noch das Wehr im Fluss und ein Gedenkstein. 1960 riss ein Bergrutsch das Gebäude fort.

Sperberloch und Schwarzwagfelshöhle

Das Sperberloch ist ein vier Meter hohes Portal im Fels. Dahinter wird es kühl und vollkommen dunkel. Eine Taschenlampe ist Pflicht. Vom 1. Oktober bis 30. April ist die Höhle Winterquartier der Fledermäuse und darf nicht betreten werden. In der Nachbarschaft liegt die kleine, unerschlossene Schwarzwagfelshöhle.

Zu den Orten:

Wanderungen in diesem Abschnitt:

Die Junge Donau im Durchbruchtal zwischen Fridingen und Beuron | © Sunhikes
Die Junge Donau im Durchbruchtal zwischen Fridingen und Beuron

Beuron: Kloster im Felsental

Zwischen steilen Felswänden liegt die Erzabtei Beuron. Seit 1863 leben hier Benediktinermönche. Die Klosterbibliothek mit rund 405.000 Bänden gilt als größte Klosterbibliothek Deutschlands. Beuron eignet sich als ruhiger Zwischenstopp oder als Ausgangspunkt für Rundwege.

Erzabtei Beuron im Donautal | © Sunhikes
Erzabtei Beuron im Donautal

Hausen im Tal: Zinnen, Ruinen und Aussichtsfelsen

Die Hausener Zinnen sind eine ausgedehnte Felsgruppe am Südhang über dem Tal, mit Türmen, Wänden und Kanten. Die Alte Hausener Wand ragt bis etwa 70 Meter auf. Sie ist mit rund 24 Kletterrouten ein Klassiker der schwäbischen Kletterszene. Wandernde laufen auf dem Jägersteig unter den Wänden entlang, schmal, wurzelig und still.

Der Schlossfelsen trägt die Reste der Ruine Wagenburg, auch Ruine Lägelen genannt. Eine Sage erzählt von einer grausamen Jungfrau und einem schwarzen Pudel, der einen Schatz bewacht. Historisch belegt ist das nicht. Der gesicherte Aussichtspunkt liegt gegenüber der Ruine Schloss Hausen. Der Birkensteigfels bietet auf einem Wiesenpfad eine Bank mit Blick über Neidingen.

Die Ruine Hausen steht fast 200 Meter über der Donau. Ihre Giebelwand ist das Wahrzeichen des Ortes. Die Spornburg stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist frei zugänglich.

DIe Hausener Zinnen im Donautal | © Sunhikes
DIe Hausener Zinnen im Donautal

Falkenstein und Schaufelsen: Felswelt über dem Tal

Das Schaufelsengebiet gilt als höchstes Felsmassiv des Donautals. Serpentinenpfade führen hindurch, tief unten liegt die junge Donau. Die Ruine Falkenstein besteht aus zwei Burgen und zählt zu den eindrucksvollsten Burgruinen im Donautal. Oberfalkenstein ist frei zugänglich, Unterfalkenstein bleibt aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Burg ist bekannt für die nachgewiesene Glasverhüttung im 16. Jahrhundert.

Wanderungen in diesem Abschnitt:

→ Klippen-Wanderung im Donautal (7,7 km, 371 Hm, schwindelfrei und trittsicher)

→ Wanderung Schaufelsen, Ruine Falkenstein und Lenzenfelsen (13,6 km, 526 Hm)

Werenwag und Wildenstein: Zwei Burgen, zwei Charaktere

Schloss Werenwag sitzt wie eine Krone auf seinem Felssporn. Es ist bewohnt und nicht zugänglich, aber der Blick hinauf lohnt sich. Die Burg Wildenstein dagegen ist eine der besterhaltenen Festungsanlagen des Spätmittelalters. Heute ist sie Jugendherberge. Innenhof und Burgschenke stehen allen offen. Vom Bandfelsen blickt man auf sie wie auf einen Adlerhorst.

Wanderungen in diesem Abschnitt:

→ Wandern von der Burg Wildenstein zum Bandfelsen (5,9 km, 188 Hm)

→ Über den Bischofsfelsen zur Burg Wildenstein (12,9 km, 505 Hm)

Gutenstein bis Dietfurt: Rabenfelsen und stille Burgstellen

Der Rabenfelsen ist ein Höhepunkt des Premiumwanderwegs Donaufelsengarten. Er verlangt Schwindelfreiheit und belohnt mit einem weiten Blick über die Flussschleifen. Weiter flussabwärts thront die Ruine Dietfurt über einer alten Donaufurt. Das Burggelände ist abgesperrt. Die 40 Meter lange Burghöhle lässt sich nach Anmeldung bei der Bergwacht Sigmaringen besichtigen.

Wandern in Inzigkofen: Romantik zum Abschluss

Am Ende wird die Landschaft sanfter. Wer in Inzigkofen wandern möchte, findet im Fürstlichen Park Inzigkofen einen romantischen Landschaftsgarten, angelegt zwischen 1811 und 1829. Seine Schöpferin war Fürstin Amalie Zephyrine. Auf rund 25 Hektar liegen Felsen, Grotten, Brücken und Kapellen beieinander. Der Eintritt ist frei.

Der Amalienfels im Fürstlichen Park Inzigkofen | © Sunhikes
Der Amalienfels im Fürstlichen Park Inzigkofen

Welche Wanderung passt? Die Touren im Überblick

Kurze Touren bis 6 km

Blick zur Burg Wildenstein im Naturpark obere Donau | © Sunhikes
Blick zur Burg Wildenstein im Naturpark obere Donau

Mittlere Touren von 7 bis 10 km

Der Traumfels im Donaubergland | © Sunhikes
Der Traumfels im Donaubergland
Aussichtspunkt über der Falkenwand | © Sunhikes
Aussichtspunkt über der Falkenwand zum Lenzenfelsen

Mit der Bahn ins Obere Donautal

Die Donautalbahn (Kursbuchstrecke 755, Regional-Express RE 55 Ulm – Sigmaringen – Tuttlingen – Donaueschingen) erschließt das Tal auch ohne Auto. Von West nach Ost liegen Fridingen, Beuron und Hausen im Tal an der Strecke. Sie werden von fast allen Regelzügen bedient, meist im Zwei-Stunden-Takt. Von Fridingen nach Sigmaringen fährt man etwa eine halbe Stunde. In der Saison verkehren an Wochenenden und Feiertagen zusätzliche Ausflugszüge. Fahrräder werden kapazitätsabhängig mitgenommen, was den Donauradweg erleichtert.

Kleinere Halte wie Thiergarten und Gutenstein werden nur teilweise bedient. Wer dorthin möchte, prüft vorab den Fahrplan. Sigmaringen ist der wichtigste Knotenpunkt mit Anschlüssen Richtung Tübingen, Stuttgart und Bodensee. Für den Fürstlichen Park Inzigkofen steigt man in Sigmaringen aus und nimmt den Bus.

Panorama vom Bischofsfelsen übers Donautal | © Sunhikes
Panorama vom Bischofsfelsen übers Donautal

Tipps für das Wandern im Oberen Donautal

  • Trittsicherheit: Viele Pfade sind schmal und felsig, bei Nässe rutschig. Festes Schuhwerk ist Pflicht.
  • Donaufurt am Jägerhaus: Die Querung ist nur bei einem Pegel unter 85 cm möglich. Pegel vorab prüfen und die Querung nicht erzwingen: Aktueller Pegelstand →, telefonische Bandansage: 07466 19700.
  • Höhlen: Eine Taschenlampe mitnehmen. Fledermausquartiere zwischen 1. Oktober und 30. April nicht betreten.
  • Burgen und Schlösser: Bronnen und Werenwag sind privat bewohnt und nur von außen zu sehen.
  • Anreise zum Jägerhaus: Ab dem Parkplatz „Bergsteig“ bei Fridingen führt ein rund 7 km langer Wirtschaftsweg zum Haus. An Sonn- und Feiertagen gilt von 9 bis 19 Uhr ein Fahrverbot.
  • Eigene Route: Mit dem Sunhikes-Routenplaner lässt sich eine individuelle Tour zusammenstellen.
Felsenpfad am Fuß der Hausener Zinnen | © Sunhikes
Felsenpfad am Fuß der Hausener Zinnen

Häufige Fragen zum Wandern im Oberen Donautal

Wo liegt das Obere Donautal?

Das Obere Donautal liegt im Naturpark Obere Donau auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg. Hier durchbricht die Donau die Alb und bildet ein enges Tal mit Kalkfelsen, Burgruinen und Höhlen. Der Abschnitt zwischen Fridingen und Inzigkofen reicht über die Landkreise Tuttlingen und Sigmaringen.

Welche Wanderung eignet sich für den Einstieg?

Kurze Touren wie die Wanderung zur Ruine Hausen (3,1 km) oder der Klosterfelsenweg in Inzigkofen (5,0 km) sind leicht zu gehen. Wer den Knopfmacherfelsen besuchen möchte, erreicht den Aussichtspunkt vom Parkplatz aus über einen kurzen, gut ausgebauten Weg.

Welche Burgruinen im Donautal lassen sich besichtigen?

Frei zugänglich sind die Ruine Hausen, Oberfalkenstein und die Ruine Kallenberg. Die Burgruine Stein ist über schmale, exponierte Pfade erreichbar. Schloss Bronnen und Schloss Werenwag sind in Privatbesitz und nur von außen zu sehen. Auf dem Gelände der Ruine Dietfurt gilt Betretungsverbot.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Donaubergland?

Gut geeignet sind Mai, Juni und September. Wer Herbstfarben sucht, wandert Anfang Oktober, wenn die Wege trocken und die Donau passierbar ist. Im Winter raten Nässe, Schnee und Eis von vielen Felspfaden ab.

Kann man die Donau beim Jägerhaus zu Fuß queren?

Ja, über eine natürliche Furt mit Trittsteinen, aber nur bei einem Pegel unter 85 cm. Den aktuellen Wert zeigt der Pegelstand, außerdem gibt es eine telefonische Bandansage unter 07466 19700. Nach Regen kann die Furt unpassierbar sein. Auf der DonauWelle Donaufelsen-Tour gibt es dann eine Ausweichroute über Beuron, die die Tour um ca. 4,5 Kilometer verlängert.

Darf man die Höhlen im Donautal betreten?

Das Sperberloch ist vom 1. Oktober bis 30. April als Fledermaus-Winterquartier gesperrt. Auch andere Höhlen sollte man in dieser Zeit meiden. Eine Taschenlampe ist immer nötig, weil die Höhlen unbeleuchtet sind.

Wie kommt man ohne Auto ins Obere Donautal?

Mit der Donautalbahn (RE 55 Ulm – Sigmaringen – Tuttlingen – Donaueschingen). Fridingen, Beuron und Hausen im Tal werden von fast allen Regelzügen angefahren, meist im Zwei-Stunden-Takt. Von Fridingen nach Sigmaringen dauert die Fahrt rund eine halbe Stunde. Zu den Aussichtsfelsen führen markierte Wege, der Aufstieg zum Knopfmacherfelsen dauert etwa 30 bis 45 Minuten. Fahrzeiten vorab prüfen.