Rotwand - Rosengartengruppe: Majestätischer Gipfel der Dolomiten
Wenn man vor der Rotwand steht, die Einheimischen nennen sie auch Roda di Vaèl, erhebt sich eine Wand aus Fels, Licht und Geschichte. Mit 2.806 Metern Höhe thront sie über der Grenze zwischen Südtirol und Trentino – ein Gipfel, der nicht nur durch seine Höhe, sondern vor allem durch seine Ausstrahlung fasziniert.
Die mächtige Rosengartengruppe öffnet sich hier in einer Kulisse, die Bergsteiger, Wanderer und Naturliebhaber gleichermaßen in ihren Bann zieht. Besonders die 400 Meter hohe Südwestwand aus gelb-rötlichem Schlerndolomit verleiht der Rotwand ihren Namen – und ihre unverwechselbare Schönheit.
Lage und Umgebung der Rotwand
Von hier schweift der Blick weit über das Eggental im Westen und das Fassatal im Osten. Im Norden zieht sich ein schmaler Felsgrat bis zum Vajolonpass (2.560 m), im Süden trennt eine tiefe Scharte die Rotwand von der geheimnisvollen Teufelswand und dem kühnen Fensterlturm.
Rund um den Gipfel liegen einige der schönsten Hütten in den Dolomiten:
die Paolina-Hütte und die Kölner Hütte auf Südtiroler Seite,
die Rotwandhütte (Rifugio Roda di Vaèl) im Trentino.
Sie sind ideale Ausgangspunkte für Wanderungen, Hüttentouren und Klettersteige in der Rosengartengruppe.
Wege zum Gipfel – Klettersteig und Kletterrouten
Der Nordgrat-Klettersteig (A/B)
Der Normalweg auf die Rotwand führt über den Nordgrat. Ein leichter, mit Drahtseilen versicherter Klettersteig (Schwierigkeit A/B), der vom Vajolonpass in etwa 45 Minuten auf den Gipfel leitet.
Die Südflanke und der Masaré-Klettersteig
Wer den Masaré-Klettersteig begeht, schließt seine Tour oft mit einem Abstecher über die gesicherte Südflanke zur Rotwand ab – ein eindrucksvolles Finale.
Anspruchsvolle Kletterrouten an Ost- und Westwand
Für geübte Alpinisten eröffnet die Rotwand ihre wahren Geheimnisse: steile und oft legendäre Routen an Ost- und Westwand, mit Schwierigkeitsgraden von IV bis IX−. Sie zählen zu den anspruchsvollsten Linien der gesamten Dolomiten.
Historische Erstbegehungen – Pioniere der Dolomiten
Die Rotwand wurde vermutlich schon lange vor dem „goldenen Zeitalter des Alpinismus“ von Einheimischen betreten.
1908: Angelo Dibona und seine Gefährten durchstiegen die Westwand in nur fünf Stunden – die berühmte Dibonaführe (IV+), bis heute ein Klassiker.
1958: Dietrich Hasse und Lothar Brandler erschlossen den Hermann-Buhl-Gedächtnisweg (VIII/VI A2) – eine der schwierigsten Dolomitenrouten ihrer Zeit, 1959 erstmals im Winter begangen.
2002: Mit Moulin Rouge (IX−) entstand eine moderne, extrem schwierige Linie.
2006: Die Route Zwergenkönig (IX) setzte ein weiteres Ausrufezeichen im alpinen Klettersport.
So ist die Rotwand bis heute Bühne für große alpine Leistungen – und ein Magnet für Kletterer aus aller Welt.
Rotwand – Gipfelerlebnis zwischen Südtirol und Trentino
Wer den Gipfel erreicht, erlebt die Dolomiten in ihrer reinsten Form. Zu Füßen liegt der Rosengarten mit seinen Zinnen und Türmen, am Horizont funkeln die Gipfel der Marmolata, des Piz Boé und der Brentagruppe.
Das Panorama von der Rotwand ist ein Bild, das man nie vergisst – ein Spiel aus Fels, Licht und Himmel, das alle Mühen des Aufstiegs belohnt.
Hütten und Stützpunkte rund um die Rotwand
Paolina-Hütte (2.125 m) – ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen.
Kölner Hütte (Rifugio Fronza, 2.339 m) – idealer Start für den Nordgrat-Klettersteig.
Rotwandhütte (Rifugio Roda di Vaèl, 2.280 m) – gemütliche Einkehr mit Blick auf die Dolomiten.
Hier stärken sich Bergsteiger mit Südtiroler Spezialitäten und lassen den Tag zwischen Fels und Abendrot ausklingen.
Wandertipp: Vom Vajolonpass zur Rotwandhütte
Eine besonders schöne Wanderung in der Rosengartengruppe startet am stillen Vajolonpass (2.560 m). Von dort führt ein markierter Weg durch felsige Landschaft und blühende Almwiesen hinab zur Rotwandhütte (2.280 m).
Wer Lust hat, erweitert die Tour zum Gipfel der Rotwand (2.806 m). Der Aufstieg verlangt Trittsicherheit, belohnt aber mit einem Dolomitenpanorama der Extraklasse. Bei klarer Sicht erkennt man die Marmolata, den Sellastock und die fernen Brenta-Dolomiten.
Im Winter oder bei Schnee wird der direkte Auf- und Abstieg über den Gipfel zur Herausforderung – ein Erlebnis für geübte Bergsteiger.
Nach der Rückkehr lockt die Rotwandhütte mit regionalen Gerichten und dem einzigartigen Blick auf den Rosengarten, der im Abendlicht erglüht.
Häufig gestellte Fragen zur Rotwand (Roda di Vaèl)
Wie hoch ist die Rotwand in den Dolomiten?
Die Rotwand (Roda di Vaèl) in der Rosengartengruppe erreicht eine Höhe von 2.806 Metern. Sie ist einer der markantesten Gipfel zwischen Südtirol und Trentino.
Welche Klettersteige führen auf die Rotwand?
Der klassische Normalweg auf die Rotwand führt über den Nordgrat-Klettersteig (A/B), der in etwa 45 Minuten vom Vajolonpass zum Gipfel leitet. Auch der Masaré-Klettersteig endet an der Südflanke der Rotwand und bietet eine eindrucksvolle Route.
Gibt es leichte Wege auf die Rotwand?
Ja. Der Nordgrat-Klettersteig gilt als leichter und gut gesicherter Zustieg, der auch für trittsichere Bergwanderer machbar ist. Anspruchsvollere Alternativen finden sich an den Ost- und Westwänden, wo alpine Kletterrouten mit Schwierigkeitsgrad IV bis IX− warten.
Welche Hütten liegen in der Nähe der Rotwand?
Drei Hütten dienen als ideale Stützpunkte: die Paolina-Hütte und die Kölner Hütte auf Südtiroler Seite sowie die Rotwandhütte (Rifugio Roda di Vaèl) im Trentino. Sie bieten Einkehr, Übernachtung und regionale Spezialitäten.
Warum heißt die Rotwand „Roda di Vaèl“?
Der Name leitet sich von der markanten rötlich-gelben Färbung des Schlerndolomits ab, aus dem die 400 Meter hohe Südwestwand besteht. Im Abendlicht scheint der ganze Berg in warmen Rottönen zu glühen – daher der Name Rotwand.
Was sieht man vom Gipfel der Rotwand?
Vom Gipfel öffnet sich ein grandioses Panorama: Direkt vor einem liegt der Rosengarten, am Horizont erheben sich die Marmolata, der Sellastock, der Piz Boé und die mächtige Brentagruppe. Ein Ausblick, der zu den schönsten der Dolomiten zählt.
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