Eine Hütte auf 2.283 Metern inmitten der Rosengartengruppe 

Man steigt empor durch Wiesen, Fels und Licht, bis man auf 2.283 Metern den Ciampaz-Sattel erreicht. Hier thront die Rotwandhütte, auf Italienisch Rifugio Roda di Vaèl, eine Schutzhütte in den Dolomiten, die seit mehr als einem Jahrhundert Bergsteiger und Wanderer empfängt. Eingebettet in die Rosengartengruppe, Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Dolomiten, öffnet sich von hier ein Panorama, das seinesgleichen sucht: Rotwand, Masarékamm, Teufelswand und die markanten Vajolontürme rahmen den Horizont. 

Geschichte der Rotwandhütte – Von 1906 bis heute 

Man spürt die Geschichte in den Mauern dieser Hütte. 1906 errichtet, einst Ostertag-Hütte genannt, bot sie zunächst nur 20 Schlafplätze. Mit Unterstützung von Pionieren wie Theodor Christomannos und dem deutschen Industriellen Karl von Ostertag-Siegle wurde sie zur Keimzelle des Bergtourismus in dieser Region. 

1921 ging die Hütte in die Obhut der SAT (Società Alpinisti Tridentini) über und erhielt ihren heutigen Namen Rifugio Roda di Vaèl. In den 1980er-Jahren folgte ein Neubau, später eine umfassende Renovierung zwischen 2007 und 2008. Heute ist sie eine der bekanntesten Schutzhütten in den Dolomiten

Ausstattung und Komfort – Tradition trifft Gastlichkeit 

Wenn man die Rotwandhütte betritt, wird man empfangen von Wärme und Gastfreundschaft. Roberta Silva, die Hüttenwirtin, führt die Hütte mit Leidenschaft. 

Die Hütte bietet: 

  • 49 Betten - 6 Zimmern mit 4 Betten und 2 großen Schlafsälen (11 und 14 Schlafplätze) 

  • gemütlichen Speisesaal, dem der legendäre Dolomiten-Alpinist Marino Stenico gewidmet ist 

  • große Sonnenterrasse mit Dolomitenblick 

  • Restaurant und Bar mit regionaler Küche 

  • Solarium für entspannte Stunden in der Bergsonne 

Lage und Zugang – So erreicht man die Rotwandhütte 

Man wandert, atmet die klare Luft und findet seinen Weg hinauf zur Hütte: 

  • Von der Paolina-Hütte (Sessellift-Bergstation, 2.125 m): ca. 45 Minuten 

  • Vom Karerpass (1.752 m): ca. 1,5 Stunden 

  • Vom Rifugio Ciampedie (Seilbahn, 1.998 m): ca. 2 Stunden 

  • Von der Kölner Hütte (2.337 m) über den Hirzelsteig: 2–2,5 Stunden 

Tourenmöglichkeiten – Klettersteige und Gipfelträume 

Die Rotwandhütte ist ein Ausgangspunkt für unvergessliche Touren in der südlichen Rosengartengruppe. 

  • Masaré-Klettersteig (Schwierigkeit C) – eine luftige Gratwanderung mit fantastischen Tiefblicken. 

  • Rotwand-Klettersteig (B/C) – führt direkt auf den Gipfel der 2.806 m hohen Rotwand

  • Fensterlturm (2.670 m) – spannende Kletterrouten von Grad II bis VII. 

Hier beginnen Abenteuer, die man nicht vergisst – von der gemütlichen Hüttentour bis zur anspruchsvollen Dolomitenkletterei. 

Rotwandhütte – Treffpunkt von Natur, Geschichte und Bergleidenschaft 

Man sitzt auf der Sonnenterrasse, blickt hinüber zu den leuchtenden Wänden der Rotwand und spürt, wie sich die Zeit dehnt. Die Rotwandhütte ist mehr als nur ein Stützpunkt – sie ist ein Ort, an dem man verweilt, Geschichten hört und das Herz der Dolomiten schlägt. 

Ein Beitrag von
Sunhikes
Redaktions-Team