Zwischen Wald und Himmel erhebt sich die Steinwand Rhön wie eine steinerne Klinge. Zackig durchbricht der Fels das Grün der Landschaft, grau bis grünlich schimmernd, still und doch voller Spannung. Hoch über dem Tal, unweit von Poppenhausen und der Wasserkuppe, öffnet sich eines der eindrucksvollsten Naturdenkmäler der Region. 

Phonolith, der klingende Stein 

Die bis zu 28 Meter hohe und über 100 Meter lange Felswand besteht aus Phonolith, einem vulkanischen Gestein, das beim Anschlagen klingt. Sechseckige Säulen reihen sich aneinander, geformt durch vulkanische Kräfte vor Millionen Jahren. Als Ausläufer der Maulkuppe ragt die Wand bis auf rund 650 Meter über dem Meeresspiegel und gilt als höchste Felswand im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

Eines der bedeutendsten Klettergebiete Hessens 

An der steilen Vorderseite entfaltet sich ein wahres Kletterparadies in der Rhön. Rund 100 bis 150 Kletterrouten in den Schwierigkeitsgraden II bis VIII (UIAA) durchziehen den Fels. Risse, Kanten und Platten fordern Technik und Konzentration. Ergänzt wird das Gebiet durch die Teufelskanzel und die Hintere Steinwand. Als einziger Kletterfelsen der hessischen Rhön besitzt die Steinwand einen besonderen Stellenwert. 

Natur, Respekt und Geschichte 

Der Naturklettergarten, betreut von der DAV Sektion Fulda, liegt in Privatbesitz und verlangt achtsames Verhalten. Ein striktes Magnesiaverbot schützt den Fels und seine Umgebung. Seit der Auszeichnung als Nationales Geotop wird die Steinwand auch als Fenster in die Erdgeschichte verstanden – ein Ort, an dem vulkanische Vergangenheit, sportliche Gegenwart und stille Landschaft miteinander verschmelzen.

Author Sunhikes | © Sunhikes
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