Kurzfakten

  • Lage: Hochschwarzwald, Gemarkung Furtwangen im Schwarzwald-Baar-Kreis, Baden-Württemberg
  • Höhe: 1.094 m ü. NN
  • Erste urkundliche Erwähnung/Ursprung: um 800 n. Chr. (Holzkapelle als Raststation für Mönche des Klosters St. Gallen)
  • Heutiger Steinbau: Kern um 1450 (Spätgotik)
  • Renovierungen: um 1900 sowie umfassende Sanierung 1995–1997
  • Patrozinium: Heiliger Martin, Schutzpatron der Reisenden und Wanderer
  • Besonderheit: liegt exakt auf der Europäischen Hauptwasserscheide (Rhein/Nordsee – Donau/Schwarzes Meer)
  • In der Nähe: Bregquelle (ca. 200 m), Günterfelsen (ca. 1,5 km)
  • Wanderweg: markanter Punkt auf der 8. Etappe des Westwegs
  • Anfahrt PKW: über die Kreisstraße K 5730, Wanderparkplatz Martinskapelle direkt vor Ort (Neuweg 10, ca. 1.100 m ü. NN)
  • Anfahrt ÖPNV: keine Direktverbindung; nächste Bushaltestellen (Linien 502/510) im Furtwanger Stadtgebiet, letztes Stück zu Fuß oder per Taxi
  • Zugänglichkeit: Außenbereich, Passhöhe und Bregquelle ganzjährig frei zugänglich; Innenraum der Kapelle tagsüber in der Regel geöffnet
  • Barrierefreiheit: teilweise – rollstuhlgerechte Parkplätze und flache, teils asphaltierte Rundwege vorhanden, Zugang ins historische Kapelleninnere aber ggf. durch Stufen/Schwellen eingeschränkt

Ein Ort, an dem die Stille spürbar wird

Wer hier oben steht, spürt es sofort: Diese Stille ist keine gewöhnliche. Auf 1.094 Metern über dem Meeresspiegel, mitten im Hochschwarzwald, erhebt sich die Martinskapelle bei Furtwangen – ein schlichter Steinbau, der mehr Geschichte in seinen Mauern trägt, als man ihm auf den ersten Blick zutraut. Kein Prunk, kein Lärm. Nur Wald, Wind und ein leises Gefühl, dass dieser Ort schon sehr lange besteht. 

Eine der ältesten Christlichen Stätten im Schwarzwald 

Vermutlich stand hier bereits im 9. Jahrhundert eine kleine Holzkapelle – eine Raststation für Mönche des Klosters St. Gallen, die auf beschwerlichen Wegen durch das Mittelgebirge zogen. Die Geschichte der Martinskapelle reicht damit bis um das Jahr 800 zurück, was sie zu einer der ältesten christlichen Stätten im Hochschwarzwald macht. Der heutige Steinbau entstand im Kern um 1450, in der Blütezeit der Spätgotik. Nach Jahrhunderten des Verfalls wurde die Kapelle um 1900 renoviert und zwischen 1995 und 1997 umfassend saniert – behutsam, respektvoll, so dass der Charakter erhalten blieb. 

Im Inneren empfängt einen das Altarbild des Heiligen Martin, dem Schutzpatron der Reisenden und Wanderer. Ein stiller Wink an alle, die hier vorbeikommen. 

Die Europäische Wasserscheide – Ein Dach, zwei Meere 

Was die Martinskapelle an der Donauquelle so einzigartig macht, ist ihre Lage auf der Europäischen Hauptwasserscheide. Kein geografisches Konstrukt, sondern physisch erfahrbar: Der Regen, der auf die westliche Dachseite fällt, findet seinen Weg über die Elz in den Rhein – und endet in der Nordsee. Das Wasser der östlichen Dachseite dagegen fließt über die Breg in die Donau – bis ins Schwarze Meer. Ein einziges Gebäude, das zwei Kontinentalschicksale teilt. Kaum irgendwo sonst lässt sich Europas Wasserscheide im Schwarzwald so greifbar erleben. 

Die Bregquelle – Die geografische Donauquelle liegt nebenan 

Nur rund 200 Meter entfernt, beim Kolmenhof, sprudelt die Bregquelle – die geografische Donauquelle im Schwarzwald. Wer an der Martinskapelle Halt macht, sollte diesen kurzen Abstecher nicht auslassen. Hier beginnt einer der längsten Ströme Europas, unscheinbar und leise, als würde er die Größe, die vor ihm liegt, noch nicht ahnen. 

Günterfelsen und Westweg – Rund um die Kapelle entdecken 

Etwa 1,5 Kilometer entfernt warten die Günterfelsen: mächtige Granitblöcke, geformt durch Jahrmillionen der Wollsackverwitterung, die aus dem Waldboden ragen wie schlafende Riesen. Manche lassen sich erklettern – der Ausblick belohnt jeden Schritt. 

Die Martinskapelle ist zugleich ein markanter Orientierungspunkt auf der 8. Etappe des Westwegs, einem der bekanntesten Fernwanderwege Deutschlands. Wer den Schwarzwald von Nord nach Süd durchquert, passiert sie zwangsläufig – und bleibt meistens länger als geplant. 

Anfahrt und Zugänglichkeit

Anfahrt PKW: Die Martinskapelle ist über die Kreisstraße K 5730 erreichbar. Ab Furtwangen folgt man der Beschilderung Richtung Donauquelle, Martinskapelle und Kolmenhof. Direkt an der Kapelle befindet sich der Wanderparkplatz Martinskapelle (Neuweg 10, ca. 1.100 m ü. NN).

Anfahrt ÖPNV: Es gibt keine direkten öffentlichen Verkehrsmittel zur Kapelle. Die nächsten regulären Busverbindungen (z. B. Linien 502 oder 510) enden im Stadtgebiet oder in den Tälern von Furtwangen (etwa an den Haltestellen Katzensteig Alte Schule oder Rössleplatz). Von dort aus ist die Weiterreise nur zu Fuß oder per Taxi möglich.

Zu Fuß erreichbar ab:

  • Kolmenhof: direkt nebenan, ca. 100–200 Meter Fußweg
  • Brend (Aussichtsturm): über den Westweg oder lokale Wanderwege, ca. 2,5–3 km
  • Wilhelmshöhe (Schonach): über den Fernskiwanderweg bzw. Westweg, ca. 6–7 km

Zugänglichkeit der Kapelle: Der Außenbereich, die historische Passhöhe und die direkt danebengelegene Bregquelle (Donauursprung) sind ganzjährig frei zugänglich. Der Innenraum der Kapelle ist in der Regel tagsüber für Besucher geöffnet.

Barrierefreiheit: teilweise. Der Wanderparkplatz verfügt über ausgewiesene, rollstuhlgerechte Parkflächen. Das Gelände rund um die Kapelle und den Kolmenhof ist relativ flach, dort starten asphaltierte bzw. fest planierte, barrierefreie Rundwanderwege (etwa die Tour zur Käsmatte). Der direkte Zugang in das historische Kapellengebäude selbst kann jedoch durch Stufen oder enge Schwellen für Rollstühle eingeschränkt sein.

Sommer, Winter, immer einen Besuch wert 

Im Winter wird die Kapelle zum Ausgangspunkt für den Fernskiwanderweg Schonach–Belchen. Schnee liegt hier oben oft bis weit in den Frühling hinein. Im Sommer zieht der Ort Mountainbiker und Wanderer an, die von der Wilhelmshöhe oder vom Brend heraufkommen. 

Ein letzter Tipp: In der Kapelle liegt oft ein Wanderbuch aus. Wer möchte, trägt sich ein – eine schlichte, schöne Tradition, die zeigt, dass dieser Ort Menschen seit Jahrhunderten verbindet.

Martinskapelle FAQ – Häufige Fragen und Antworten zum Ausflugsziel bei Furtwangen

Wo liegt die Martinskapelle?

Die Martinskapelle liegt auf 1.094 m Höhe im Hochschwarzwald bei Furtwangen. Sie steht ganz in der Nähe der Bregquelle und genau auf der Europäischen Hauptwasserscheide.

Wie alt ist die Martinskapelle?

Die Geschichte des Ortes reicht bis etwa ins Jahr 800 zurück. Vermutlich stand hier damals eine hölzerne Kapelle, die Mönchen des Klosters St. Gallen als Raststation diente. Der heutige Steinbau stammt im Kern aus der Zeit um 1450 und wurde von 1995 bis 1997 umfassend saniert.

Was ist das Besondere an der Lage der Martinskapelle auf der Europäischen Wasserscheide?

Die Martinskapelle steht so genau auf der Wasserscheide, dass sich das Regenwasser auf ihrem Dach teilt. Was auf der Westseite herabläuft, gelangt über die Elz in den Rhein und schließlich in die Nordsee. Das Wasser der Ostseite fließt dagegen über die Breg in die Donau und bis ins Schwarze Meer.

Wo befindet sich die Bregquelle als geografische Donauquelle?

Die Bregquelle liegt nur rund 200 Meter von der Martinskapelle entfernt beim Kolmenhof.

Welcher Wanderweg führt an der Martinskapelle vorbei?

Die Martinskapelle liegt an der 8. Etappe des Westwegs, einem der bekanntesten Fernwanderwege Deutschlands. Im Winter ist sie zudem Ausgangspunkt für den Fernskiwanderweg Schonach–Belchen.

Wie kommt man zur Martinskapelle und gibt es einen Parkplatz?

Mit dem Auto fahren Sie über die Kreisstraße K 5730, die ab Furtwangen in Richtung Donauquelle, Martinskapelle und Kolmenhof ausgeschildert ist. Direkt an der Kapelle befindet sich der Wanderparkplatz Martinskapelle. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen Sie nur bis ins Furtwanger Stadtgebiet, von den dortigen Bushaltestellen geht es zu Fuß oder mit dem Taxi weiter.

Ist die Martinskapelle barrierefrei?

Teilweise. Am Parkplatz gibt es rollstuhlgerechte Stellplätze, und das Gelände rund um die Kapelle ist flach und von teils asphaltierten Rundwegen erschlossen. Der Zugang ins historische Innere der Kapelle kann jedoch durch Stufen eingeschränkt sein.

Author Sunhikes | © Sunhikes
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