Naturfreundehaus Brend – Wo der Schwarzwald den Himmel berührt
Wer auf dem Westweg unterwegs ist, kennt dieses Gefühl: Man tritt aus dem Wald, und plötzlich weitet sich alles. Luft, Licht, Weite. Genau hier, auf 1.150 Metern Höhe direkt unterhalb des Brendturms bei Furtwangen, steht das Naturfreundehaus Brend – ein Ort, der Wandererherzen seit Generationen höherschlagen lässt.
Der Brend – mehr als nur eine Hütte
Das Naturfreundehaus Brend ist kein gewöhnlicher Rastplatz. Es ist Etappenziel, Panoramapunkt und Refugium in einem. Bei klarer Sicht schweift der Blick über den gesamten Schwarzwald hinaus – bis zu den Alpen, den Vogesen und dem Feldberg. Ein Ausblick, der einen atemlos zurücklässt, selbst wenn man den Anstieg längst vergessen hat.
Direkt neben dem Haus ragt der Brendturm in den Himmel – ein 17 Meter hoher Steinturm, dessen enge Wendeltreppe oben mit einem vollständigen 360-Grad-Panorama belohnt. Wer ihn nicht besteigt, lässt die halbe Erfahrung liegen.
Rast mit Schwarzwälder Charakter
Drinnen wartet rustikale Gastlichkeit: typische Schwarzwälder Vesper, warme Tagesgerichte und hausgemachte Kuchen, die nach langen Etappen besonders gut schmecken. Im Sommer verwandelt sich die Sonnenterrasse in einen Magneten – man sitzt, schaut, und vergisst für einen Moment, wie viele Kilometer noch vor einem liegen.
Für alle, die länger bleiben wollen: Das Haus bietet einfache Einzel- und Doppelzimmer sowie Mehrbettzimmer und Lager, ideal für Gruppen, Schulklassen oder hartgesottene Westweg-Wanderer, die die Nacht auf der Höhe verbringen möchten.
Von der Hütte zu den Günterfelsen – mystische Granitriesen
Wer vom Naturfreundehaus Brend aufbricht, hat es nicht weit bis zu einem der eindrucksvollsten Naturphänomene dieser Region: die Günterfelsen. Rund 1,5 Kilometer bergab, dem Westweg mit seiner roten Raute folgend, taucht man nach etwa 20 bis 30 Minuten in eine andere Welt ein.
Riesige Granitblöcke, geformt durch jahrtausendealte Wollsackverwitterung, stapeln sich hier wie von Riesen aufgetürmt. Viele lassen sich ohne Kletterausrüstung erklimmen – und wer oben steht, blickt über ein Meer aus Baumwipfeln. Ein Ort, an dem man versteht, warum der Schwarzwald seit je Geschichten und Legenden gebiert.
Weiter zur Bregquelle – das Ziel lohnt sich
Vom Naturfreundehaus Brend zur Bregquelle ist es eine kompakte, aber wunderschöne Etappe: rund 3 Kilometer, knapp 55 Minuten reine Gehzeit, fast durchgehend bergab mit etwa 80 Höhenmetern Gefälle. Ein Spaziergang im besten Sinne – mit großem Ziel.
Der Weg führt über das Hochplateau, durch lichten Schwarzwaldwald, vorbei an den Günterfelsen, bis man schließlich direkt an der Martinskapelle und dem Kolmenhof herauskommt – dort, wo die Breg, einer der Quellflüsse der Donau, entspringt.
Etappenverlauf im Überblick:
Start: Naturfreundehaus Brend (1.150 m) → nach ca. 25 Min. Günterfelsen (Klettern & Rasten) → weitere 15–20 Min. durch den Wald → Ziel: Martinskapelle / Kolmenhof / Bregquelle
Tipp: Der Rückweg führt bergauf – wer klug plant, stärkt sich vorher im Kolmenhof, bevor der Anstieg zurück zum Brend beginnt.
Anreise – ob zu Fuß oder mit dem Auto
Das Naturfreundehaus Brend ist klassischer Westweg-Stützpunkt: Wer von der Martinskapelle oder dem Kolmenhof startet, wandert rund 1,5 Stunden bis ans Haus. Wer lieber fährt: Eine asphaltierte Straße führt direkt von Furtwangen auf den Brend, mit großem Parkplatz direkt am Haus.
Winter auf dem Brend – Langlauf und Stille
Wenn der Schwarzwald unter Schnee versinkt, verwandelt sich der Brend in ein stilles Winterparadies. Direkt am Haus startet der Fernskiwanderweg Schonach–Belchen – einer der längsten Langlaufwege der Region. Wer auf Brettern unterwegs ist, findet hier den perfekten Ausgangspunkt.
Praktischer Hinweis
Das Naturfreundehaus Brend wird oft ehrenamtlich oder von Pächtern geführt. Öffnungszeiten und Ruhetage können je nach Saison variieren – ein kurzer Check vorab ist empfehlenswert.
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