Wer den Dickenberg bei Busenberg erreicht, findet einen der ruhigeren Winkel des Dahner Felsenlandes – Wald, rotbrauner Buntsandstein und mittendrin ein Felstor, durch das der Wanderweg tatsächlich hindurchführt.

Der Dickenberg: Ruhiger Riese aus Buntsandstein

Der Dickenberg ist ein bewaldeter Berg im südlichen Pfälzerwald, geprägt von markanten, rotbraunen Buntsandsteinwänden und bizarren Felsformationen. Die steile Dickenbergwand zieht sich wie ein natürlicher Schutzwall durchs Gelände und bietet zahlreichen Tieren geschützten Lebensraum. Ein Aussichtspunkt auf der Dickenbergwand selbst bietet einen weiten Blick – auf Busenberg, die Burg Drachenfels und den Wasgau.

Nur rund 50 Meter südwestlich der großen Dickenbergwand erhebt sich ein malerischer Solitärfelsen: das Dickenbergtürmchen – ein kleiner, eigenständig aufragender Felssporn. Wer vom Hauptkamm der Dickenbergwand über den Grat nach Südwesten wandert, erreicht das Türmchen rasch. Eine echte Kuriosität wartet auf dem winzigen Gipfel: eine kleine Mini-Hülse mit einem traditionellen Gipfelbuch – eines der am leichtesten zugänglichen Gipfelbücher der Region, erreichbar mit etwas Trittsicherheit oder einem kurzen, leichten Kletterzug.

Im Vergleich zu Besuchermagneten wie der Burg Drachenfels oder den Felsen rund um Dahn geht es hier deutlich beschaulicher zu – ein echter Geheimtipp im Wasgau, nur wenige Schritte von den bekannteren Zielen entfernt.

Die Sprinzel: Felskanzel mit drei Gipfeln

Die Sprinzel, auch als Sprinzelfelsen oder Dickenbergturm bekannt, ist ein langgestrecktes Felsenriff auf dem Dickenberg. Das Massiv bildet drei markante Felsgipfel, die über schmale, teils abenteuerliche Steige erreichbar sind.

Von der Felskanzel aus öffnet sich ein weiter Panoramablick über die dichten Wälder des Wasgaus, hinüber zum Dahner Felsenland und zur Burgruine Drachenfels. Auch Kletterer finden an der Sprinzel klassische Routen.

Das Felsentor: Wandern mitten durch den Stein

Eines der faszinierendsten Details am Sprinzelfelsen ist das Felsentor: ein natürlicher Durchbruch im roten Buntsandstein, entstanden durch Jahrmillionen von Verwitterung, Wind und Wasser. Der Wanderweg führt direkt hindurch – man wandert mitten durch den Fels auf die andere Bergseite.

Direkt hinter dem Felsentor schlängelt sich der Weg in Serpentinen und über Treppen nach oben, teils mit Metallgeländern gesichert, bis das exponierte Felsplateau des Dickenbergturms erreicht ist.

Namensherkunft: Der Sperber im Fels

Der Name Sprinzel geht vermutlich auf eine alte Flurbezeichnung zurück. Im Mittelhochdeutschen bzw. Althochdeutschen bezeichnete das Wort „sprinze" oder „sprinzel" häufig den Sperber, einen Greifvogel – ähnlich wie andere Felsformationen im Pfälzerwald oft nach dort heimischen Tieren benannt wurden. Eine zweite Deutung führt das Wort auf „sprenkeln" zurück, also eine gefleckte Struktur – passend zum unregelmäßig ocker, rot und braun gemusterten Buntsandstein der Region. Welche Deutung tatsächlich zutrifft, lässt sich urkundlich nicht mehr lückenlos klären; beide Namensspuren haben sich über Jahrhunderte im alemannisch-fränkischen Sprachraum erhalten.

Wandern im Gebiet

Der Dickenberg und die Sprinzel liegen im Einzugsgebiet gleich mehrerer bekannter Wanderwege: Der Premiumwanderweg Busenberger Holzschuhpfad führt durch die Region ebenso wie der Rundwanderweg Nr. 27.

Ein guter Ausgangspunkt für den Aufstieg zur Sprinzel liegt an der B 427 zwischen Busenberg und Dahn (auch über Reichenbach erreichbar), an kleinen Parkmöglichkeiten am Waldrand. Von dort führt ein malerischer, steiler Pfad hinauf auf den Grat des Dickenberges – nach etwa 20 bis 30 Minuten Gehzeit steht man direkt auf den Felsen der Sprinzel.

Wer stattdessen vom Wanderparkplatz Schindhardt startet, kann den Dickenberg mit den Eilöchlfelsen zu einer kurzen Abenteuertour verbinden.

Die Tour lässt sich ideal mit einem Besuch der nahen Burgruine Drachenfels verbinden, samt Einkehr in der unterhalb gelegenen Drachenfelshütte des Pfälzerwald-Vereins.

Anreise zum Ausgangspunkt

Busenberg liegt im Dahner Felsenland, im südlichen Pfälzerwald (Wasgau), unweit der Burg Drachenfels. Die Anreise mit dem Auto führt über die B 427 zwischen Busenberg und Dahn – kleine Parkmöglichkeiten am Waldrand entlang dieser Strecke dienen als praktischer Ausgangspunkt für den Aufstieg zur Sprinzel und zum Dickenbergturm.

Author Sunhikes | © Sunhikes
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