Winterkirchel-Tour Erfweiler – durchs Glastal zur Waldkapelle und Dicken Eiche
Tourencharakter
Die Winterkirchel-Tour ist eine leichte, aber stellenweise durchaus sportliche Rundwanderung bei Erfweiler im Dahner Felsenland. Auf 8,3 Kilometern und rund 330 Höhenmetern im Auf- und Abstieg sollte man gute 3 Stunden reine Gehzeit einplanen. Die Route führt durch das von Felsen gesäumte Glastal, vorbei an der stillen Waldkapelle des Winterkirchels und der geschichtsträchtigen Dicken Eiche. Durchgehend markiert ist die Tour mit ihrem eigenen Wegzeichen: einer stilisierten blauen Kapelle auf weißem Grund.
Landschaftlich zeigt sich dabei eine reizvolle Mischung: breite Wald- und Wirtschaftswege wechseln sich ab mit naturbelassenen Pfaden wie dem alten Schuhmacherweg sowie mit offenen Wiesentälern, die der Tour immer wieder Weite und Licht schenken.
Insgesamt gilt die Tour als leicht, doch der Aufstieg über den Schuhmacherweg zur Passhöhe ist spürbar steiler als die übrigen Abschnitte – hier braucht es kurz etwas mehr Kondition, bevor sich der Weg oben wieder beruhigt. Begleitet wird dieser Anstieg von einem Kreuzweg aus großen Sandsteinblöcken, der ihn zu einem stillen, fast meditativen Abschnitt macht.
Hintergrundinformationen
Waldkapelle Maria Himmelspforte – das Winterkirchel
Auf dem Bergsattel zwischen Erfweiler und Hauenstein steht das Winterkirchel, offiziell die Waldkapelle Maria Himmelspforte – eine unter Denkmalschutz stehende Wallfahrtskapelle mit bewegter Geschichte. Bereits 1748 wurde hier eine erste Marienkapelle urkundlich erwähnt; 1789 musste sie wegen Einsturzgefahr abgerissen werden. Über 150 Jahre blieb der Bergsattel danach leer.
Die heutige Kapelle verdankt ihre Existenz einem Gelöbnis: Soldaten aus Erfweiler schworen während der Weltkriege, im Falle einer gesunden Heimkehr eine neue Kapelle zu errichten. 1948 begann unter Pfarrer Eugen Barudio und dem Hauensteiner Steinmetz Hermann Seibel der Wiederaufbau – getragen von rund 250 Frauen und Männern, die das Baumaterial auf ihrem täglichen Arbeitsweg zu den Schuhfabriken in Hauenstein den Berg hinauftrugen. 1949 weihte der Speyerer Bischof Dr. Josef Wendel die Kapelle im Beisein von rund 5.000 Pilgern ein.
Bis heute ist das Winterkirchel ein lebendiger Wallfahrtsort mit jährlichen Waldgottesdiensten am 1. Mai und 15. August. Wer möchte, entzündet im Inneren eine Kerze oder läutet von Hand die Kapellenglocke.
Die Dicke Eiche – ein stilles Mahnmal
Auf dem Sorgenberg stand einst die Dicke Eiche, eine rund 300 Jahre alte Traubeneiche und jahrhundertelang Wahrzeichen der Region. 1994 fügten Unbekannte dem Baum mit einer Motorsäge einen Ringelschnitt zu und durchtrennten damit seine lebenswichtige Leitungsbahn. Die Eiche starb langsam ab und musste 2011 gefällt werden.
Die mächtigen Überreste des Stammes wurden bewusst liegen gelassen – als Mahnmal gegen die Zerstörung. Direkt daneben wächst heute eine junge Nachfolge-Eiche heran, Schautafeln erzählen die Geschichte des Baumes, und eine Bank lädt zur Rast an diesem stillen Ort ein.
Ganz in der Nähe liegt das Wanderheim Dicke Eiche (405 m), auch Hauensteiner Hütte genannt – eine ehrenamtlich betriebene PWV-Schutzhütte mit Blick auf Stephansturm und Wolfsfelsen.
Routenbeschreibung
Von Erfweiler ins Glastal
Die Tour startet am Parkplatz Belmontplatz in der Schulstraße in Erfweiler, unweit der Dorfkirche. Von der Kirche folgt man links der Winterbergstraße, wo bereits das Wegzeichen der Tour Richtung Winterkirchel weist. Der Straße folgend erreicht man ein überdachtes Bildnis, nimmt dort die rechte Abzweigung und gelangt über einen leicht ansteigenden Weg zum Waldparkplatz Höbeläcker.
Von dort führt ein breiter Wirtschaftsweg geradeaus ins Glastal. Wald und markante Buntsandsteinfelsen wie die Rappenwand und die Kumptfelsen prägen das Wiesental, bis am Ende ein Wegekreuz den Beginn des eigentlichen Anstiegs markiert.
Über den Schuhmacherweg zum Winterkirchel
Der Aufstieg führt über den Alten Schuhfabrikarbeiterweg – ein historischer Pfad, der von Erfweiler nach Hauenstein führt und an das tägliche Pendeln der Schuhfabrikarbeiter im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert erinnert. Der Schuhmacherweg führt nun deutlich steiler bergauf – der anspruchsvollste Abschnitt der Tour, zugleich aber auch der eindrücklichste: Ein Kreuzweg aus großen Sandsteinblöcken begleitet den Anstieg und lädt immer wieder zu einer kurzen Pause ein.
Oben angekommen erreicht man die Passhöhe mit dem Winterkirchel. Nach dem Aufstieg wirkt die kleine Waldkapelle wie ein ruhiger Gegenpol – ein guter Ort für eine längere Rast, bevor der Weg weiter durch den Wald führt.
Zur Dicken Eiche
Von der Kapelle folgt man dem Wanderweg nach rechts bergauf durch Buchen- und Kiefernwälder Richtung Wanderheim Dicke Eiche. Unterwegs passiert man einen Aussichtspunkt mit Blick ins Stephanstal, wo die Queich entspringt. Auf einer Lichtung liegt das stille Zeugnis vergangener Zerstörung: die Dicke Eiche. Ein Wegweiser führt anschließend links weiter zum PWV-Wanderheim „Dicke Eiche", wo bei entsprechenden Öffnungszeiten eine Einkehr mit Pfälzer Küche möglich ist.
Rückweg über den Sommerhalder Pfad
Vom Wanderheim geht es zunächst auf bekanntem Weg zurück, bevor links wieder dem Wegzeichen der Tour Richtung Erfweiler folgt. Nach einem kurzen, steilen Anstieg erreicht man auf dem Bergrücken eine große Wegekreuzung und hält sich dort halbrechts Richtung Erfweiler/Sommerhalder Pfad.
Kurz darauf zweigt links der Sommerhalder Pfad ab, und der lange Abstieg beginnt. Der schmale Pfad führt stetig bergab, vorbei an Buntsandsteinfelsen, bis er auf einen breiteren Wirtschaftsweg mündet. Diesem folgt man kurz nach rechts, bevor die Route nach etwa 50 Metern erneut links auf einen Wanderpfad abbiegt.
Durchs Wiesental zurück nach Erfweiler
Der Weg führt mit kleinen Gegenanstiegen weiter bergab, vorbei an Buntsandsteinformationen, bis er im Wiesental auf den Bachlauf des Breitenbach trifft. Hier lohnt sich der kurze Abstecher zur Breitenbachquelle, wo man an einem kleinen Rastplatz Kraft für den Endspurt tanken kann. Dort folgt man dem markierten Wanderweg nach rechts Richtung Erfweiler. Vom Ortseingang folgt man der Bärenbrunner Straße, hält sich an der Kreuzung rechts und erreicht so die Winterbergstraße, die zurück zum Parkplatz Belmontplatz führt, wo die Runde endet.
Hinweise + Tipps
Anreise
Start und Parken: Belmontplatz, Schulstraße, 66996 Erfweiler. Der große Parkplatz liegt zentral im Ort, direkt bei der Dorfkirche.
Mit dem Auto: Für die Navigation gibt man am besten „Belmontplatz, Schulstraße, 66996 Erfweiler" als Ziel ein. Erfweiler ist über die B 10 und die Landesstraßen im Dahner Felsenland gut erreichbar.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit dem Zug reist man meist über den Bahnhof Dahn an, von dort verkehren Regionalbusse weiter nach Erfweiler.
Tipps
Wegmarkierung beachten: Die gesamte Tour ist durchgehend mit dem eigenen Wegzeichen ausgeschildert – einer stilisierten blauen Kapelle auf weißem Grund.
Steiler Aufstieg einplanen: Der Schuhmacherweg zur Passhöhe ist deutlich steiler als der Rest der Tour – hier lohnt es sich, das Tempo zu drosseln.
Kreuzweg erleben: Die großen Sandsteinblöcke entlang des Anstiegs bieten immer wieder Gelegenheit für eine kurze Pause und einen Moment der Stille.
Einkehr an der Dicken Eiche: Das PWV-Wanderheim liegt direkt an der Route – die Öffnungszeiten (samstags, sonntags, feiertags sowie Mai bis Oktober auch mittwochs) sollte man vorher prüfen. Alle Infos, Öffnungszeiten und Speisekarte: pwv-hauenstein.de/wanderheim
Waldgottesdienste: Wer das Winterkirchel als aktiven Wallfahrtsort erleben möchte, plant den Besuch am besten um den 1. Mai oder den 15. August.
Festes Schuhwerk: Durch den steilen Auf- und Abstieg über Schuhmacherweg und Sommerhalder Pfad sind griffige Wanderschuhe empfehlenswert, besonders nach Regen.
Häufige Fragen zur Winterkirchel-Tour Erfweiler
Wie lang ist die Winterkirchel-Tour in Erfweiler?
Die Winterkirchel-Tour ist eine Rundwanderung von rund 8 Kilometern mit rund 330 Höhenmetern und einer Gehzeit von 2:45 – 3:30 Stunden. Die Tour gilt als leicht. Start und Ziel ist der Parkplatz Belmontplatz in der Schulstraße, 66996 Erfweiler, im Dahner Felsenland. Durchgehend markiert ist die Tour mit einem eigenen Wegzeichen: einer stilisierten blauen Kapelle auf weißem Grund.
Wo ist der steilste Abschnitt der Winterkirchel-Tour?
Der steilste Abschnitt ist der Aufstieg über den historischen Schuhmacherweg vom Ende des Glastals hinauf zur Passhöhe mit dem Winterkirchel. Begleitet wird der Anstieg von einem Kreuzweg aus großen Sandsteinblöcken, an dem sich immer wieder kurze Pausen anbieten. Nach der Kapelle wird der Weg wieder deutlich gemächlicher.
Was ist das Winterkirchel bei Erfweiler?
Das Winterkirchel ist die denkmalgeschützte Waldkapelle Maria Himmelspforte auf dem Bergsattel zwischen Erfweiler und Hauenstein im Pfälzerwald. Die heutige Wallfahrtskapelle geht auf ein Gelöbnis von Soldaten aus Erfweiler zurück. Sie wurde ab 1948 von rund 250 Helfern errichtet und 1949 vom Speyerer Bischof Dr. Josef Wendel geweiht. Jedes Jahr finden am 1. Mai und am 15. August Waldgottesdienste statt.
Was hat es mit der Dicken Eiche bei Hauenstein auf sich?
Die Dicke Eiche war eine rund 300 Jahre alte Traubeneiche auf dem Sorgenberg bei Hauenstein und galt jahrhundertelang als Wahrzeichen der Region. 1994 brachten Unbekannte ihr mit einer Motorsäge einen Ringelschnitt bei, woraufhin der Baum langsam abstarb. 2011 musste die Eiche gefällt werden. Ihre Stammreste liegen heute als Mahnmal neben einer jungen Nachfolge-Eiche, und Schautafeln erzählen ihre Geschichte.
Gibt es auf der Winterkirchel-Tour eine Einkehrmöglichkeit?
Ja, direkt an der Route liegt das PWV-Wanderheim Dicke Eiche (405 m), auch Hauensteiner Hütte genannt. Die ehrenamtlich betriebene Schutzhütte bietet Pfälzer Küche und einen Blick auf Stephansturm und Wolfsfelsen. Geöffnet ist sie samstags, sonntags und feiertags, von Mai bis Oktober auch mittwochs. Aktuelle Öffnungszeiten und die Speisekarte stehen unter pwv-hauenstein.de.
Wie viele Kalorien verbrenne ich auf der Winterkirchel-Tour?
Der Sunhikes Höhenprofil-Kalorien-Analyzer berechnet für einen Sportwanderer (75 kg, 8 kg Rucksack, 4,5 km/h) auf der Winterkirchel-Tour rund 1.301 kcal und eine Gehzeit von ca. 2:45 Std. Die Rundwanderung führt auf 8,3 km bei Erfweiler durchs Glastal zur Waldkapelle und zur Dicken Eiche, mit 334 Hm Aufstieg und 334 Hm Abstieg. Der Wechsel aus Anstiegen, Abstiegen und unregelmäßigem Untergrund sorgt für einen spürbar höheren Energieverbrauch als eine gleichmäßig flache Strecke gleicher Länge. Gewicht, Rucksack und Tempo lassen sich im Rechner anpassen. Es ist ein Richtwert, kein Messwert.
Wetter
Wie viele Kalorien verbrennst du auf dieser Tour?
8,3 km Rundwanderung (Start und Ziel auf 225 m): 334 Hm Aufstieg, 334 Hm Abstieg, höchster Punkt 424 m, Gehzeit 2:45–3:30 Std. Berechnung auf Basis des echten GPX-Höhenprofils dieser Tour — wähle unten deinen Wandertyp für Gehzeit, Kalorienverbrauch und Trinkmenge.
Beispielrechnung (Sportwanderer, 75 kg, 8 kg Rucksack, Wohlfühltempo 4,5 km/h): ca. 2:45 Std. Gehzeit, 1.301 kcal Energieverbrauch, 2,0 Liter Trinkmenge.