Rot, schroff, langgezogen. Östlich von Erfweiler zieht sich der Schafsfelsen wie eine steinerne Mauer durch den Wald. Man wandert unter seinen Wänden entlang, sieht Türme und Felsköpfe aus dem Grün wachsen – und versteht schnell, warum das Dahner Felsenland als eine der schönsten Felslandschaften der Pfalz gilt.

Schafsfelsen oder Schafstein? Ein Massiv, mehrere Namen

Schafsfelsen, Schafstein oder Schafsteine – gemeint ist dasselbe langgestreckte Buntsandsteinmassiv am Rauhberg östlich von Erfweiler. Gelegentlich taucht auch der Name „Sieben Felskegel Schafstein" auf, der auf die gegliederte Silhouette anspielt.

Der Grat verläuft ungefähr in Ost-West-Richtung und erreicht eine Höhe von bis zu 18 Metern. Damit zählt der Schafstein zu den markantesten Felsformationen rund um Erfweiler.

Die Felstürme am Schafsfelsen

Was aus der Ferne wie eine geschlossene Wand wirkt, zerfällt aus der Nähe in einzelne Felsköpfe. Von Osten nach Westen reihen sich der Schandarie-Vorgipfel, die Schandarie, ein Verbindungsgrat und der Holderturm aneinander.

Die Schandarie ist ein auffälliges Felstürmchen auf dem Grat. Ihr oberer Gipfelblock gilt als instabil und ist behördlich für das Klettern gesperrt – ein Hinweis, der unbedingt respektiert werden sollte.

Der Schäferturm: eigenständiger Felskopf im Wald

Etwas nördlich des Hauptmassivs erhebt sich der Schäferturm – ein eigener, freistehender Buntsandsteinturm. Er gehört nicht zum Grat des Schafsfelsens, prägt aber gemeinsam mit ihm das Bild dieses Felsenwinkels.

Ein schmaler, leicht zu übersehender Pfad führt am Schäferturm vorbei zum Schafsfelsen. Wer hier entlanggeht, erlebt einen stillen Felskorridor: Moos, Stein, Waldlicht.

Klettern am Schafsfelsen

Unter Kletterern hat der Schafsfelsen einen festen Platz im Dahner Felsenland. Das Massiv bietet Routen im unteren Schwierigkeitsbereich und ist entsprechend gut besucht. Auch der Schäferturm wird als eigenständiger Kletterfels mit Gipfelbuch geführt.

Für Wanderer bedeutet das: Am Wochenende hört man oft Seilkommandos und sieht Kletterer an den Wänden – ein lebendiges Bild vor der wilden Felskulisse.

Wandern zum Schafsfelsen: die schönsten Touren

Der Schafstein liegt direkt an einem der bekanntesten Premiumwanderwege im Wasgau. Je nach Ausgangspunkt und Kondition lässt er sich auf kurzen und langen Runden erleben.

Hahnfels-Tour: Premiumwanderweg ab Erfweiler

Die Hahnfels-Tour (ca. 16 km) ist ein zertifizierter Premiumwanderweg und führt unmittelbar am Schafsfelsen vorbei. Neben den Felsen verbindet sie Aussichtspunkte über dem Wasgau mit stillen Wasserzielen im Bottental: Erfweiler Wasserfall, Eibachquelle und Landschaftsweiher.

Kurze Hahnfels-Tour: Felsen satt auf 10 Kilometern

Die Kurze Hahnfels-Tour (ca. 10 km) startet am Belmontplatz in Erfweiler und führt über Hahnfels, Bänderfels und Heegerturm weiter zu den Schafsteinen. Anschließend geht es zum Kahlenberg und zur Burgengruppe Altdahn – eine Runde für alle, die Felsen und Burgen an einem Tag erleben möchten.

Kahlenberg mit Schafsfelsen ab Schindhard

Die Runde über den Kahlenberg (ca. 7,4 km, 299 Höhenmeter) beginnt in Schindhard. Der Hinweg führt über Aussichtspunkte wie den Wasgaublick und den Kahlenberg-Gipfel auf rund 399 Metern. Auf dem stillen Rückweg passiert man den Schäferturm und den Schafsfelsen.

Ein kurzer, wegloser Abschnitt an den Erfweiler Sattelfelsen verlangt Trittsicherheit und Orientierungssinn. Da die Tour nicht durchgehend markiert ist, empfiehlt sich ein GPS-Track.

Zustieg zum Schäferturm

Wer gezielt den Schäferturm besuchen möchte, startet am östlichen Ende der Bärenbrunner Straße in Erfweiler. Rund 900 Meter und 50 Höhenmeter führen durch das Tal zur Breitenbachquelle und weiter in den Sattel zwischen Schäferturm und Schafsfelsen – etwa 15 Minuten Gehzeit.

Hinweise für die Wanderung

Die Wege rund um den Schafsfelsen sind überwiegend gut begehbar. Der Pfad zum Schäferturm ist schmal und leicht zu übersehen – ein Blick auf Karte oder GPS-Track hilft. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, besonders auf Abstechern und bei Nässe. 

Anreise zum Ausgangspunkt

Nach Erfweiler: Erfweiler liegt direkt bei Dahn im südlichen Pfälzerwald und ist über die B427 gut erreichbar. Ausgangspunkt der Hahnfels-Touren ist der Belmontplatz im Ort, wo Parkmöglichkeiten bestehen.

Nach Schindhard: Von Pirmasens oder Landau führt die B10 zur Abfahrt Richtung Dahn / Bad Bergzabern, weiter auf der B427. Aus Richtung Dahn ist Schindhard ab dem Industriegebiet Dahn-Reichenbach ausgeschildert. Geparkt wird am Sportplatz Schindhard am Ende der Burgstraße.

Mit Bahn und Bus: Nächster Bahnhof ist Dahn an der Wieslautertalbahn, die vor allem an Wochenenden und in der Saison verkehrt. Von Dahn aus bestehen Busverbindungen in die umliegenden Orte. Aktuelle Fahrpläne vor der Anreise prüfen.

Häufige Fragen zum Schafsfelsen

Wo liegt der Schafsfelsen?

Der Schafsfelsen liegt am Rauhberg östlich von Erfweiler im Dahner Felsenland, im südlichen Pfälzerwald.

Sind Schafsfelsen und Schafstein dasselbe?

Ja, Schafsfelsen, Schafstein und Schafsteine bezeichnen dasselbe langgestreckte Buntsandsteinmassiv.

Wie hoch ist der Schafsfelsen?

Das Felsmassiv erreicht eine Höhe von bis zu 18 Metern.

Gehört der Schäferturm zum Schafsfelsen?

Der Schäferturm ist ein eigenständiger Felskopf etwas nördlich des Massivs und gehört nicht zum Grat des Schafsfelsens.

Welche Wanderung führt am Schafsfelsen vorbei?

Die Hahnfels-Tour, die Kurze Hahnfels-Tour und die Runde über den Kahlenberg ab Schindhard führen am Schafsfelsen vorbei.

Kann man am Schafsfelsen klettern?

Ja, der Schafsfelsen ist ein beliebtes Klettergebiet mit Routen im unteren Schwierigkeitsbereich. Der Gipfelblock der Schandarie ist wegen Einsturzgefahr gesperrt.

Author Sunhikes | © Sunhikes
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